Vinzenz Erath Größer als des Menschen Herz

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Inhaltsangabe zu „Größer als des Menschen Herz“ von Vinzenz Erath

Leseprobe: Diese Kleinbühne des Lebens, auf der die beiden Kampf­hähne Ottmar und Bonifaz mir den ersten Begriff von der Man­gelhaftigkeit der menschlichen Natur beibrachten, hatte noch eine Nebenstube, wo es oft nicht weniger geräuschvoll zuging, es war das Häuschen der alten Fränzel. Das gehörte uns Kin­dern. Dort durften auch wir mitspielen. Wenn es regnete oder stürmte, wenn unsere Phantasie im Er­finden von Spielen ermüdete oder uns zur Winterszeit die Fin­ger vor Kälte klamm wurden, flüchteten wir zu der kleinen Zauberin. Gleich neben Ottmars Haus etwas abseits der Straße mitten in einem kleinen Gehölz von hochstorrigen Zwetschgenbäu­men lag es, eingebettet in die Wildnis hoher Johannisbeer- und Stachelbeerhecken, das Häuschen der alten Fränzel. Warum hat mich der Schöpfer nicht zum Maler werden las­sen! Ich hätte wahrhaftig dieses kleine verwilderte Idyll einer menschlichen Behausung bei jeder Witterung und Jahreszeit Hunderte Male mit Pinsel und Stift festgehalten und die alte Bewohnerin dazu. Schon dieser Lattenzaun, der in einem schie­fen Rechteck um die Hütte sich zog, hätte es verdient gehabt, in eine Altertumssammlung aufgenommen zu werden. Halb eingedrückt hing er in einem Wall von Brennesseln, Taubnes­seln und Brombeerranken. Fast jede Latte hatte ihr eigenes Gepräge. Neben gewöhnlichen Dachlatten waren Reisigstekcken, Bretterschwarten, Stiele von Besen und Schrubbern, sogar eine zerbrochene Stuhllehne angenagelt, und fast alle trugen bei Sonnenschein einen Kleiderfetzen zum Trocknen auf dem Kopf. Unter den urwaldhaften Beerensträuchern, die mannshoch am Zaun entlangliefen, befanden sich Mulde an Mulde die Scharrnester von Ottmars Hühnern. Nicht zu vergessen unsere Wohnungen mit kleinen Bänken, Tischen, Hockern aus abge­sägten Scheiten mit allem Zubehör an Blechdosen, Wichse­schachteln und bunten Scherben. Welche Lust, unter diesen Beerhecken zu spielen und wie Fuchs und Marder in dem grü­nen Geschlupf herumzukriechen. Dicht an den Hauswänden entlang, wie ein letzter Rest Kultur, waren mit zerbrochenen Dachziegeln einige Beete abgeteilt für Salat, Zwiebeln (Quelle:'Sonstige Formate/01.02.1992')
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  • Rezension zu "Größer als des Menschen Herz" von Vinzenz Erath

    Größer als des Menschen Herz

    Wassermann

    15. September 2009 um 23:36

    In dieser sehr schönen Erzählung schildert Vinzenz Errath die Geschichte des jungen Florian Rainer, seiner Eltern und des Dorfes im Schwarzwald, in dem er aufwuchs. Erzählt wird von jener Zeit des Aufbruchs auf den Kleinbauernhöfen des Schwarzwaldes um die Jahrhundertwende. Handelt sich hier um das erste von drei Büchern. Buch hat mir so gut gefallen das ich mir den zweiten Band " Das blinde Spiel " heute bestellt habe!

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