Rezension zu "Schuhe, Wald und schräge Vögel: Gardaseekrimi (ungewöhnliche Krimis vom Gardasee 1)" von Viola Eigenbrodt
Charlie08Die Idee hinter diesem Gardasee-Krimi ist durchaus vielversprechend: Eine Leiche wird in einem Spargelfeld entdeckt, zahlreiche Verdächtige geraten ins Visier der Ermittler und nach und nach kommen verschiedene Geheimnisse ans Licht. Leider konnte mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugen.
Die Geschichte zieht sich an einigen Stellen spürbar in die Länge. Gerade im Mittelteil wiederholen sich Verdächtigungen und Befragungen, ohne dass die Handlung wirklich vorankommt. Dadurch geht ein Teil der anfänglichen Spannung verloren. Auch die Vielzahl an Figuren macht es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten, da einige Charaktere nur oberflächlich bleiben und wenig Tiefe entwickeln.
Die Atmosphäre rund um den Gardasee ist zwar gelungen, tritt jedoch häufig hinter langen Dialogen und ausführlichen Ermittlungsdetails zurück. Das Finale löst den Fall zwar nachvollziehbar auf, wirkt aber etwas konstruiert und konnte mich nicht vollständig überraschen.
Der Sprecher macht insgesamt einen soliden Job, allerdings fehlte mir stellenweise mehr Dynamik und emotionale Ausdruckskraft, sodass einige Szenen etwas eintönig wirkten.
Insgesamt ist das Hörbuch kein schlechter Krimi, bleibt aber hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wer gemütliche Regionalkrimis mag, wird durchaus unterhalten. Für Hörerinnen und Hörer, die durchgehend Spannung und überraschende Wendungen erwarten, könnte die Geschichte jedoch etwas zu gemächlich sein.












