Virginia Baily Im ersten Licht des Morgens

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Inhaltsangabe zu „Im ersten Licht des Morgens“ von Virginia Baily

Kraftvoll und berührend erzählt Virginia Baily von Liebe und Rettung, Schuld und Verantwortung vor der atmosphärischen Kulisse Roms Chiara Ravello arbeitet als Übersetzerin in Rom und führt nach außen ein erfülltes Leben. Nur wenig erinnert an Daniele, den sie aufzog und liebte wie einen eigenen Sohn. Kaum jemand weiß von dem Schmerz, den sein Verlust für sie bedeutet. Erst als eine junge Frau aus Wales in Rom auftaucht und behauptet, Danieles Tochter zu sein, beginnt Chiaras Fassade zu bröckeln. Marias Ankunft führt Chiara weit zurück in ihre Vergangenheit, ins Kriegsjahr 1943, und weckt in ihr eine lang vergrabene Sehnsucht nach Versöhnung.

Der Anfang war ziemlich langweilig, trotzdem hat das Buch einen ab der Mitte einen gepackt und dann noch mit den letzten Seiten berührt.

— Alina_tmk
Alina_tmk

Ein guter Roman, voller Rom Flair und den Schatten, die die NS-Zeit über ganz Europa geworfen hat...

— Sireadh
Sireadh

Ich mochte die italienische Atmosphäre und die Protagonistin Chiara sehr gerne, aber irgendwie kam die Handlung ein wenig zu kurz.

— eulenmatz
eulenmatz

Eine wunderbare Geschichte über Rom, den Zweiten Weltkrieg und die Liebe, mit viel Gefühl geschrieben!

— leserattebremen
leserattebremen

„Im ersten Licht des Morgens“ von Virginia Baily ist meiner Meinung nach großes Kopfkino „gegen das Vergessen“ ...

— vipfoto
vipfoto

Ich bin mit dem Schreibstil nicht ganz warm geworden und trotzdem war es eine sehr bewegende und emotionale Geschichte!

— Michicorn
Michicorn

Anspruchsvolle Literatur , die im Laufe der Geschichte an greifbarer Tiefe gewinnt.

— heidi_59
heidi_59

Einer der seltenen Romane,die ihre Figuren lebendig,glaubwürdig und mit großer Liebe zeichnen.Gefühlvoll & ergreifend,ohne jeglichen Kitsch.

— FabAusten
FabAusten

Eine schöne Geschichte über zwei Zeitebenen, mit ein paar Längen.

— Judiko
Judiko

Emotional, berührend und wunderschön

— Popi
Popi

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  • Trotz toller Beschreibungen etwas enttäuschend...

    Im ersten Licht des Morgens
    Sireadh

    Sireadh

    09. April 2017 um 22:53

    https://sireadhblog.wordpress.com/2017/04/09/im-ersten-licht-des-morgens/Im Roman geht es um die junge Maria Kelly, eine Waliserin, die gerade ihre Abschlussprüfungen an der Schule machen soll, als ihre Mutter ihr ein Geheimnis offenbart, das ihr Leben vollkommen auf den Kopf stellt: Der Mann, den sie jahrelang für ihren Vater gehalten hatte ist nicht ihr richtiger Vater. Total verstört fängt Maria an zu rauchen, ihre Abschlussprüfungen zu schwänzen und fällt immer tiefer in ein Loch blinder Ohnmacht. Der Mann ihrer Mutter ist jetzt nur noch Barry für sie, ihre Geschwister sind nur noch ihre Halbgeschwister und die Abneigung ihrer Ex-Großmutter gegenüber ihr ergibt endlich einen Sinn. Verzweifelt macht sie sich auf die Suche nach ihrem richtigen Vater: Daniele Levi, ein Italiener. Ohne groß zu Zögern beschließt sie nach Rom zu fahren, zu seiner alten Vermieterin, Chiara Ravello, um mehr über ihn zu erfahren. Doch Signora Ravello spielt in Wahrheit eine viel größere Rolle in der Suche nach ihrem Vater, denn sie war es, die den kleinen jüdischen Daniele in den vierziger Jahren aus den Fängen der Nationalsozialisten rettete...Ehrlich gesagt viel es mir am Anfang ein wenig schwer in das Buch hineinzukommen, weil die Sätze im Buch sehr verschachtelt waren und der Einstieg so abrupt war, dass ich erst nicht ganz gecheckt habe, worum es jetzt geht und welche Person wie zu der anderen steht. Das Buch spielt in verschiedenen Zeiten - den Vierzigern, während der Besetzung von Italien durch die Nationalsozialisten und in den siebzigern, der Nachkriegszeit. Außerdem hat es bei mir ein bisschen länger gebraucht mich mit den Protagonistinnen, Chiara Ravello und Maria Kelly, anzufreunden. Was ich aber echt toll fand am Buch, waren die unzähligen Beschreibungen von Rom zu den damaligen Zeiten. In diesem Aspekt, hat das Buch wirklich einen tollen Job gemacht, weil es mir vor allem in der zweiten Hälfte des Romans ein wenig Urlaub-Flair geschenkt hat. Leider wurde aber auch mein Bedarf an geschichtlichem Wissen nicht gedeckt :(. Nur sehr selten wurden die genauen Zustände in Italien zu NS-Zeit geschildert, wahrscheinlich wollte Virginia Baily sich lieber auf einen Familiendramen-Roman einschränken, als auf einen Historischen Roman. Auch das Ende kam ziemlich plötzlich und hat mich irgendwie mit ein wenig Unzufriedenheit zurück gelassen. Trotzdem ist der Roman alles in allem ganz gut geschrieben und ein gewaltiger Pluspunkt sind wirklich die fabelhaften Beschreibungen von Rom und Chiara Ravello's Appartement in der Via dei Cappelari.Abschließend gebe ich dem Roman also drei Sterne, weil er mich in einigen Aspekten nicht überzeugt hat aber es trotzdem geschafft hat mich in das fabelhafte Rom der vierziger und sechziger Jahre zu entführen!

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  • Leserunde zu "Hipp und Hopp retten Papa Grünsprung" von Gerlis Zillgens

    Hipp und Hopp retten  Papa Grünsprung
    Gerlis_Zillgens

    Gerlis_Zillgens

    Liebe Lovelybookers, letzte Woche ist mein neues Buch: "Der Froschkönig, was wirklich geschah - Hipp & Hopp retten Papa Grünsprung" erschienen, mit, wie ich finde, herrlichen Illustrationen von Katja Jäger. Donnerstag hatte ich Premierenlesung in der Lebendigen Bibliothek in Bottrop, sogar mit Coverkuchen, Freitag gleich 4 Lesungen hintereinander vor allen Klassen einer Grundschule. Das hat riesige Freude gemacht, mir - und offensichtlich auch den Kids. Nun möchte ich euch zu einer kleinen Leserunde einladen. Eine kurze Leseprobe des ersten Kapitels findet ihr unten. Dazu auch eine Postkarte, die der Südpol-Verlag netterweise entworfen und hat drucken lassen :) Die Illu stammt natürlich auch von Katja Jäger und ihr findet sie im Buch. Wenn ihr dabei sein wollt, beantwortet doch bitte kurz die Fragen:1. Was gefällt euch am ersten Kapitel so, dass ihr Lust hättet, es weiter zu lesen? 2. Wie findet ihr das Cover?  Wenn ihr sonst noch was sagen wollt zu eurem Eindruck, immer gern ... Bewerben könnt ihr euch bis Freitag, den 10. März. (ACHTUNG!: Einen Tag verlängert bis Samstag, 11. März, 24.00 Uhr)Ich bin gespannt :) Herzliche Grüße an alle Kinderbuchliebhaber_innen Gerlis Zillgens  

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  • Eine tolle Geschichte!

    Im ersten Licht des Morgens
    eulenmatz

    eulenmatz

    13. March 2017 um 14:28

    INHALT: Bevor an einem Morgen im Jahr 1943 die Sonne aufgeht, tritt Chiara im besetzten Rom auf die Straße. Noch ahnt sie nicht, dass sie an diesem Tag einem kleinen Jungen das Leben retten wird. Doch als sie Daniele begegnet, verbinden sich ihre Schicksale unwiderruflich miteinander. Chiara nimmt ihn allen Widrigkeiten zum Trotz an wie einen Sohn. Aus Liebe tut sie fortan alles, um ihn zu schützen – und aus Liebe begeht sie nach Kriegsende einen folgenschweren Verrat … MEINUNG: Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und zwar um 1943 und dann 1973. Die Kapitel wechseln sich immer ab. Fast ausschließlich spielt die Geschichte in Italien bzw. Rom. Aus dem Klappentext ist nicht so richtig ersichtlich, wie die Geschichte konstruiert ist bzw. hatte ich zumindest eine andere Vorstellung. Daniele Tochter, Maria, die allerdings in Wales lebt ist die Person, die die ganze Geschichte ins Rollen bringt und vor allem auch Chiara zwingt sich wieder mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, denn seit 10 Jahren weiß niemand, wo Daniele ist und ob er noch lebt. Als Maria, 15 Jahre alt, heraus bekommt, dass ihr vermeintlich geglaubter Vater nicht ihr richtiger ist, kommt in ihrer Familie zu einem Eklat und sie macht sich auf den Weg nach Italien. Maria ist ein typisches pubertierendes Mädchen, die herauszufinden versucht, wer sie wirklich ist. Ich fand es sehr mutig, dass sie ganz alleine in ein ihr fremdes Land fährt, dessen Sprache sie nicht spricht, um ihre Wurzeln zu finden. Manchmal habe ich schnell vergessen, dass die „Gegenwart“ des Buches ja 1973 ist. Von daher scheint es auch kein Problem zu sein, dass man mit 15 schon raucht und scheinbar auch noch nicht fliegt, sondern mit der Bahn fährt. Daniele lernt man nur indirekt kennen, aber es ist deutlich spürbar, dass er innerlich wohl völlig zerrissen war und auf die schiefe Bahn gerät. Ihm ist auch sehr wohl bewusst, dass Chiara nicht seine leibliche Mutter ist. Das lässt er sie vor allem in der Vergangenheit spüren. So spricht er zum Beispiel ganze drei Monate nicht mit ihr, nachdem sie ihn in ihre Obhut genommen hat, weil seine Mutter deportiert worden ist. Ihm scheint nicht so richtig klar zu sein, dass ihm damit das Leben gerettet worden ist. Ob er noch lebt oder nicht, weiß Chiara nicht. Eine Verkettung sehr unglücklicher Zustände führte allerdings dazu, was dann so nach und nach raus kommt. Die Suche nach Daniele liegt allerdings nicht im Fokus des Buches, was ich ein wenig schade fand, aber mir ist schnell klar geworden, dass es mehr um das geht, was Chiara getan hat. Was für Auswirkungen es auf Daniele und sein weiteres Leben hat und Chiara damit leben kann. Man muss sich mit der Frage auseinander setzen, wie viel Schuld Chiara trägt und ob, das was sie getan hat nicht zu Daniele Besten war, sondern vor allem zu ihrem Besten.  Chiara mochte ich  dennoch sehr gerne. Anfangs habe ich immer rum gerätselt, wie alt sie wohl sein möge, aber an einer Stelle wurde indirekt gesagt, dass sie 60 Jahr alt sei. Mir kam sie deutlich jünger vor. Ich mochte ihre Stärke und zugleich ihre Unsicherheit. Ich mochte ihre Neurosen und Spleens, die vor allem sehr humorvoll von ihrer Putzfrau beschrieben worden sind Man spürt auf das ganze Buch hinweg, dass sie Daniele bedingungslos liebt, auch als er auf die schiefe Bahn gerät und dass sie ihn nicht vergessen kann.  FAZIT: Virginia Bailey schafft eine großartige Atmosphäre und gestaltet ihre Charaktere so, dass man nach Beendigung des Buches das Gefühl hat sie wirklich zu kennen. Man bekommt nicht nur einen Einblick in das Italien zur Zeit des zweiten Weltkriegs und das Italien der 1970er Jahre, sondern die Autorin fängt auch das italienische Flair einzigartig ein. Ich hätte mir noch ein wenig mehr den Fokus auf der Geschichte von Daniele, späteren Manns, in den 1970er gewünscht, aber ansonsten hatte mich das Buch wirklich begeistern können. Ich freue mich auf weiter Romane von der Autorin!

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  • Eine Geschichte die berührt

    Im ersten Licht des Morgens
    leserattebremen

    leserattebremen

    22. February 2017 um 11:19

    Eigentlich wollte Chiara nur einen Freund besuchen. Im Rom im Jahre 1943 ist sie unterwegs im jüdischen Ghetto, als die Nationalsozialisten die Juden zusammentreiben, um sie in Lager zu bringen. In Sekunden muss sie sich entscheiden, was sie tun soll – und rettet einen Jungen vor dem sicheren Tod, indem sie sich als seine Tante ausgibt. Jahre später holt sie diese Geschichte wieder ein, Danieles Tochter meldet sich bei ihr, sie ist auf der Suche nach ihrem Vater. Chiaras Leben gerät nach ruhigen Jahren wieder völlig durcheinander, denn auch sie weiß nicht, wo Daniele ist. Virginia Bail ys Roman „Im ersten Licht des Morgens“ ist eine wunderschöne Geschichte über die unbegrenzte Liebe einer Mutter zu ihrem Adoptivsohn und gleichzeitig ein wunderbares Porträt einer besonderen Stadt. Das römische Lebensgefühl dringt aus jeder Zeile der Geschichte und man wandelt beim Lesen mit Chiara durch die Straßen der ewigen Stadt, leistet ihr Gesellschaft bei Cappuccino und Cornetti und schlendert mit der jungen Maria durch die Ruinen des alten Roms. All dies ist jedoch nur die Basis für eine sehr bewegende Geschichte, die kein Einzelfall ist. Zahlreiche jüdische Familien wurden von den Nazis getrennt und auseinandergerissen. Daniele Levi, Chiaras Ziehsohn, ist hier nur ein Beispiel für viele gescheiterte Lebensentwürfe.  „Im ersten Licht des Morgens“ von Virginia Baily ist ein Roman voller Strahlkraft und Liebe, der einen sofort mitreißt und auf eine Reise schickt, die nicht immer leicht ist, aber einen umso mehr als Leser bewegt. Mich hat Danieles Schicksal ebenso sehr berührt wie das Chiara, Maria und Simone, alles sehr beeindruckende Figuren, daher konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. 

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  • Eine Geschichte die zum Nachdenken anregt

    Im ersten Licht des Morgens
    LeseKatze

    LeseKatze

    20. February 2017 um 18:35

    Inhalt: Bevor an einem Morgen im Jahr 1943 die Sonne aufgeht, tritt Chiara im besetzten Rom auf die Straße. Noch ahnt sie nicht, dass sie an diesem Tag einem kleinen Jungen das Leben retten wird. Doch als sie Daniele begegnet, verbinden sich ihre Schicksale unwiderruflich miteinander. Chiara nimmt ihn allen Widrigkeiten zum Trotz an wie einen Sohn. Aus Liebe tut sie fortan alles, um ihn zu schützen – und aus Liebe begeht sie nach Kriegsende einen folgenschweren Verrat … Meine Meinung: Diesen Klappentext machte mich schon neugierig auf die Geschichte da es mich Thematisch sehr interessiert hat, und ich mag es Geschichten zu Lesen die in Italien spielen. Das Buchcover ist sehr schön und passt inhaltlich gut dazu darin ist die Protagonistin Chiara und ihren "Sohn" zu sehen: Dieser Roman spielt während des 2. Weltkrieges mit Zeitsprüngen in den vierziger bis siebziger Jahren in Italien. Die Charaktere,fand ich recht sympatisch deren Gefühle und Emotionen sie wirkten autentisch und glaubwürdig. Chiara, die im Kriegsjahr 1943 dem Jungen Daniele das Leben rettet, flieht mit ihm und ihrer Schwester aus den Kriegszeit in Rom zu deren Verwandten auf's Land. Gleichzeitig wird der Handlungsstrang im Jahr 1973 aufgerollt, Durch die Zeitsprünge konnte man so nach und nach mehr über die Handlung der Geschichte zu erfahren.Ich fand es recht interessant zu erfahren was damals und heute abspielte. Die Kulisse in Rom hat die Autorin sehr gut beschreiben ich habe mich während dem Lesen direkt in Rom verliebt.Der Schreibstil der Autorin war leicht und flüssig zu Lesen ich hatte das Buch durch die Spannung schnell lesen können weil ich wissen musste wie es weiter ging und was aus Chiara wird.. Man sollte sich komplett in die Story reinfallen lassen es kommt einigs auf einen zu während man das Buch liest. Es ist wirklich schreckhaft und dieser Roman hat mich zum Nachdenken angeregt und es ging mir auch telweise unter die Haut ich kann dieses tolle Buch nur weiter empfehlen.

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  • Kriegswirren und seine Folgen

    Im ersten Licht des Morgens
    vipfoto

    vipfoto

    19. February 2017 um 11:39

    „Im ersten Licht des Morgens“ von Virginia Baily ist meiner Meinung nach großes Kopfkino „gegen das Vergessen“ und müsste Pflichtlektüre an den Schulen werden. Gefühlvoll, bewegend, spannend und zugleich dramatisch ist der Stoff aus dem dieser Taschenbuch-Roman ist. Welt-Krieg, Juden, eine jüdische Familie mit Kind, Vernichtungslager Tod und „eine rettende Hand“. Meine Emotionen laufen auf Hochtouren und ich empfehle euch eine Stange Taschentücher bereitzulegen, denn dieses Buch hat es in sich. Und es zeigt, wozu „Mütter“ in der Lage sind, sei es hier in Deutschland ,oder aber auch im fernen Rom… Detailreich, liebevoll aber auch mit dem nötigen Einfühlungsvermögen in die damalige Zeit und Situation schildert die Autorin die Kriegswirren und seine folgenschweren Auswirkungen. Ich fand es sehr ergreifend und habe noch lange, nachdem ich die letzte Seite beendet hatte, über dieses Buch nachgedacht. Aber lest selbst….

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  • Total bewegendes Buch!

    Im ersten Licht des Morgens
    Michicorn

    Michicorn

    10. February 2017 um 18:40

    Info: Das Buch habe ich vom Diana-Verlag bekommen und möchte mich herzlichst dafür bedanken! Inhalt: Kraftvoll und berührend erzählt Virginia Baily von Liebe und Rettung, Schuld und Verantwortung vor der atmosphärischen Kulisse Roms Chiara Ravello arbeitet als Übersetzerin in Rom und führt nach außen ein erfülltes Leben. Nur wenig erinnert an Daniele, den sie aufzog und liebte wie einen eigenen Sohn. Kaum jemand weiß von dem Schmerz, den sein Verlust für sie bedeutet. Erst als eine junge Frau aus Wales in Rom auftaucht und behauptet, Danieles Tochter zu sein, beginnt Chiaras Fassade zu bröckeln. Marias Ankunft führt Chiara weit zurück in ihre Vergangenheit, ins Kriegsjahr 1943, und weckt in ihr eine lang vergrabene Sehnsucht nach Versöhnung. Cover: Das Cover finde ich toll! Es sieht nach einem schönen Sonnenaufgang aus und hat schon etwas sehr liebevolles. Das Cover wirkt historisch-angehaucht, was mir sehr gefällt! Meine Meinung zum Inhalt: Wir haben in das Buch schon einen sehr traurigen Start, bei dem noch mal verdeutlicht wird, wie schlimm Armut und der Krieg sind. In dem Buch kommen viele italienische Wörter vor, die Leute, welche die Sprache nicht beherrschen (so wie ich) etwas verwirren können, was aber kein großes Problem war. Wir lernen die Protagonistin als sehr mutig kennen. Sie hat in ihrer kleinen Staft ein sehr trauriges Leben und trotzdem versucht sie, es zum Besten zu wenden. Ich konnte ihre Gedankengänge und Handlungen vollstens nachvollziehen und mir gefiel ihr Charakter. Leider bin ich nicht richtig mit dem Schreibstil war geworden und so war es an manchen Stellen tatsächlich sehr schwer. Trotzdem werden in diesem Buch Emotionen wie Liebe, Trauer, Einsamkeit aber auch Freude sehr ernst und schön rübergebracht. An manchen Stellen habe ich das Buch als sehr spannend empfunden, was mir sehr gefallen hat. Das Buch an sich ist in einem historischen Stil gehalten und ist somit einer der Ersten Historischen Romane, die ich lesen durfte. Fazit: Ein sehr bewegendes Buch mit einer mutigen Protagonistin. Leider bin ich mit dem Schreibstil nicht warm geworden.

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  • Durchwachsene Geschichte

    Im ersten Licht des Morgens
    monster

    monster

    10. February 2017 um 17:26

    Sowohl der Klappentext, als auch das schöne Cover haben mich sofort angesprochen. Ich lese sehr viele Bücher, die in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts spielen. Eine Zeit, die mich fesselt. Also nicht nur die Kriege, auch die Entwicklung Europas im Allgemeinen. „Im ersten Licht des Morgens“ spielt anfangs im Jahr 1943 – und ich hatte eigentlich erwartet, dass das auch eine Weile so bleibt. Aber leider richtet die Autorin ihr Augenmerkt bald verstärkt auf die nachfolgende Generation. Im Krieg rettet Chiara einen jüdischen Jungen vor der Deportation, in dem sie ihn als ihren nichtjüdischen Sohn ausgibt. Das Miteinander der Beiden ist schwierig und ihr Verhältnis trotz allem ambivalent. Jahre später bekommt Chiara Besuch von der Tochter Danieles, die mehr über die damalige Zeit und ihren Vater und Chiara wissen möchte. Gefallen hat mir vor allem der Schreibstil. Der war passend und gut lesbar. Die Geschichte war interessant aber durch viele Perspektivwechsel und auch Zeitwechsel wurde immer wieder das Tempo rausgenommen und es dauerte eine Weile, bis ich das Buch durchgelesen hatte. Meiner Meinung nach hätte man noch mehr aus der Geschichte rausholen können. Nachdem ich gerade im letzten Jahr einige Highlights dieser Epoche gelesen habe (z.B. Die Nachtigall von Kristin Hannah), fand ich dieses Buch leider nur durchschnittlich.

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  • Das Leben danach

    Im ersten Licht des Morgens
    Marapaya

    Marapaya

    29. January 2017 um 13:01

    Ein Blick, zwei Entscheidungen und plötzlich wird aus Daniele Levy der Sohn von Chiaras Schwester. Während der vielleicht Siebenjährige wie erstarrt neben Chiara steht, entschwindet seine Familie im Laster der Nazis ins Unvorstellbare. Die ersten Strahlen des neuen Morgens erklimmen Rom, noch bevor er die Stadt richtig erreicht, ist das Judenviertel geräumt und kaum jemand hat etwas davon mitbekommen. Als Lesender gibt es diesen einen Moment, in der die liebgewordene Figur oder das unschuldige Kind gerettet wird – im letzten Moment natürlich. Die Spannung lässt nach und Erleichterung flutet einen. Doch immer häufiger frage ich mich, wie es nun für den oder die Gerettete weitergehen wird oder ertappe mich dabei, nicht zu verstehen, dass nun doch lebenslanges Glück über diese Rettung jeden von ihnen durchs Leben tragen müsste. Das Gegenteil scheint oft der Fall. Den als Überlebender betrauerst du all diejenigen, die nicht überlebt haben. Dein Herz ist schwer und dein Verstand kann nicht fassen, warum du verschont wurdest – ausgerechnet du. Im ersten Licht des Morgens von Virginia Baily erlebe ich das bekannte Gefühl der Erleichterung, als der Junge vom Lastwagen herunter an Chiara gegeben wird. Ich weiß genau, welches Schicksal die Nazis für ihn gedacht hatten und freue mich, dass durch eine List Daniele nun eine Chance hat. Doch Daniele sieht das nicht so wie ich. Man hat ihn einfach von seiner Familie getrennt. Plötzlich spürt er den Griff einer wildfremden Frau, wird in ein Zuhause gebracht, das nicht seines ist und in dem ihn nicht alle Willkommen heißen. Er überlebt den Krieg und die Verfolgung, aber er verliert sich selbst dafür. Er liebt Chiara wie eine Mutter und sie tut alles für diesen unverhofften Sohn. Doch gegen seine Dämonen ist sie ähnlich machtlos wie er. So ist im Rom der 60er und 70er Jahre ein ohnmächtiger Stillstand eingetreten. Daniele ist aus Chiaras Leben verschwunden und sie versucht zaghaft ihr Leben in die Hand zu nehmen bis eines Morgens das Telefon klingelt und die Stimme eines jungen Mädchens nach ihrem Vater Daniele Levy fragt. Drei Generationen verwebt die Autorin in ihrem Roman, zwei Gegenwarten wechseln sich ab. Chiaras Stunden und Tage mit Daniele nach dem ersten Licht des Morgens in der harten Wirklichkeit des Zweiten Weltkrieges, Chiara allein im sonnendurchfluteten Rom 20 Jahre später, und schließlich in der gleichen Zeit die junge Engländerin Maria, die über einen Brief stolpert, der ihre gesamte Identität aufzulösen scheint. Es ist ein berührender Roman. Eine leidvolle Geschichte. Ein Hoffnungsschimmer. Ein Lobgesang auf Italien, die ewige Stadt und auf die Liebe in all ihrem Schmerz. Der Fokus liegt auf den Frauengestalten dieser Handlung. Daniele lernen wir nur aus den Perspektiven der anderen kennen, er kommt selbst nicht zu Wort. Sein Inneres bleibt uns verschlossen und so können auch wir Leser nur spekulieren und interpretieren, ähnlich wie es Chiara und Maria tun. Die Rettung Danieles im ersten Licht des Morgens hätte als Happy End eine andere Geschichte beschließen können. Virginia Baily nimmt uns mit in das Danach und seine schwierige Wirklichkeit. Sie ist dabei mit ihren Figuren sehr ehrlich und behutsam, zeigt uns die Figuren aus den Augen verschiedener anderer Nebenfiguren und hilft uns, zu verstehen, wie es ihnen wirklich geht, meist bevor sie es selbst wissen. Ein großer Roman.

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  • Späte Wahrheit

    Im ersten Licht des Morgens
    heidi_59

    heidi_59

    27. January 2017 um 22:47

    Im Ersten Licht Des Morgens Virginia Baily -= Inhaltsangabe =- Kraftvoll und berührend erzählt Virginia Baily von Liebe und Rettung, Schuld und Verantwortung vor der atmosphärischen Kulisse Roms Chiara Ravello arbeitet als Übersetzerin in Rom und führt nach außen ein erfülltes Leben. Nur wenig erinnert an Daniele, den sie aufzog und liebte wie einen eigenen Sohn. Kaum jemand weiß von dem Schmerz, den sein Verlust für sie bedeutet. Erst als eine junge Frau aus Wales in Rom auftaucht und behauptet, Danieles Tochter zu sein, beginnt Chiaras Fassade zu bröckeln. Marias Ankunft führt Chiara weit zurück in ihre Vergangenheit, ins Kriegsjahr 1943, und weckt in ihr eine lang vergrabene Sehnsucht nach Versöhnung. -= Leseeindrücke =- Rom 1943 Chiara Ravello eilt im ersten Licht des Morgens, im strömenden Regen , zu einem guten Freund ,der ihr gerade am Telefon gesagt hat , Mamma ist krank . Was keiner weiß, die Nachricht ist ein geheimer Code für Notfälle, denn Chiaras Mutter ist schon vor einiger Zeit bei dem Bombardements der Alliierten ums Leben gekommen . Was Chiara an diesem Tag erwartet , übertrifft ihre Vorstellungen allerdings bei weitem . Um zum Cafe von Gennaro zu gelangen , muss sie ins Ghetto . Vorbei an den deutschen Soldaten , die wie eine Wand stehen und aufpassen , dass kein jüdischer Bewohner es unbefugt verlässt . Lastwagen stehen bereit und warten auf ihre menschliche Fracht , die überwiegend aus Frauen und Kindern besteht . Sie alle werden deportiert, wohin weiß niemand …. Ein großer Teil der Männer ist nicht dabei , weil es heute für sie eine Ration Tabak gibt…. Als Chiara eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern auf einem der LKW entdeckt, sieht sie den verzweifelten Blick der Mutter , die nach einer Rettung für ihre Kinder sucht . “Hilfe ! , schreit sie mit den Augen ... Bitte lasst es nicht zu ! Sie sind doch noch viel zu klein …. Bitte ! Wir sind doch auch Menschen ! Hilf meinen Kindern ! Wenigstens einen von uns , Bitte … Meinen Sohn ? Er ist groß genug , um zu verstehen “…. Obwohl die Frau kein Wort gesagt hat , hat Chiara jedes einzelne verstanden und eilt entsetzt zum LKW, um den Sohn der Familie, als ihren Neffen auszugeben und von der Ladefläche des Autos zu holen . Daniele schreit wie am Spieß , auf Chiaras Arm , als der LKW mit seiner "Menschenladung" wegfährt . ” MAMMA , MAMMA” Das Kind verstummt erst als Chiara ihm sagt , dass er von den Soldaten erschossen wird, wenn er nicht sofort ruhig ist . Er verstummt für lange Zeit, kein Wort verlässt seine Lippen , egal was passiert . Daniele Levi , der kleine Junge wird zu Daniele Ravello , Chiaras Sohn . Rom 1973 Chiaras Sohn Daniele, den sie 1973 mit der ganzen Sehnsucht einer liebenden Mutter vermisst . Er ist verschwunden . Niemand weiß wo er sein könnte , oder ob er noch lebt . Kaum jemand in ihrer Nähe weiß wie es in ihrem Herzen aussieht, ahnt von den Qualen ihrer Seele . Es ist schon zu lange her , dass sie ihn gesehen hat . Vollgepumpt mit Drogen kaum fähig zu sprechen , vor ihrer Tür . Ein Junkie, ein Dieb , ein Lügner ….. und doch ihr Sohn , den sie unendlich liebt , aber nicht helfen konnte , sein Seelenheil zu finden . Das alles geht ihr durch den Kopf , als sie den Anruf der jungen Frau aus Wales erhält . Maria behauptet Danieles Tochter zu sein . Sie kommt zu Chiara nach Rom , um nach ihren Wurzeln und den Spuren ihres Vaters zu suchen . Chiaras gut aufgebaute Fassade beginnt mit der Anwesenheit von Maria zu bröckeln . Stück für Stück holt die Vergangenheit sie wieder ein . Eine emotionale Reise mit ungewissen Ausgang , auf der sie zerbrechen oder aus ihren Fehlern lernen und gut gestärkt ins Hier und Jetzt zurück kehren kann . -= Fazit =- Virginia Baily hat mit “Im Ersten Licht Des Morgens” einen Roman geschrieben , der kraftvoll und berührend von Liebe , Rettung und Verantwortung erzählen soll , laut Klappentext. Auf mich wirkte der erste Teil des Buch wie eine Zusammenstellung von teilweise geordneten Bildern , aufgehängt an einer Wand , in einer Galerie . Bilder des Schreckens , auf der Höhe des Nationalsozialismus . Deportierte Juden aus und im Ghetto in Italien . Die Not der gepeinigten Menschen sichtbar , aber für mich nicht spürbar oder greifbar. Dazwischen Bilder aus Chiaras geordneten Leben von 1973 . Mitten drin hin und wieder ein Bild von Maria und ihrer Familie . Marias Mutter ,als junge Frau mit Daniele . Cecilia und Chiara , zwei Schwestern auf der Reise , nur eine kommt ans Ziel . Rückblicke von Menschen die Daniele begegnet sind , mit ihm Zeit verbracht aber, genau wie er, keine großen Spuren hinterlassen haben . Daniele bleibt bis zum Erscheinen seiner Tochter Maria in Rom , blass und unscheinbar. Fast so, als wäre die Erinnerung an ihn , in Vergessenheit geraten . Dann endlich ! Maria ist in Rom . Mit ihr kommen auch die Farben des Lebens und jetzt , werden die Worte dynamisch und kraftvoll . Ein Sog der Aufarbeitung entsteht und zieht den Leser komplett in den Bann der erzählten Worte. Habe ich die ersten Seiten nach Gefühlen für die Protagonisten gesucht und nur wenig Zugang zur Geschichte gefunden , so wurde ich auf den letzten Seiten davon überschüttet . Geschichten aus allen Zeiten des Roman werden nun mit viel Emotionen erzählt und toll rübergebracht . Plötzlich wird aus den Bildern in der Galerie ein zusammenhängender Film , der sich vor meinem Auge abspielt . Mit jeder geschriebenen Seite , sind auch die Nähe , die Liebe, die Freunschaft und der Mut zur Wahrheit , aber auch die Angst und Verzweiflung zu spüren. Eine Geschichte, die im Laufe des Geschehen immer besser wird , an Tiefe und Reife , aber auch an Komplexität gewinnt . Ein Schreibstil, wie ich ihn so noch nicht gelesen habe und der mich ein wenig zwiegespalten das Buch zuklappen lässt . Dieses Buch muss man nach dem Lesen ein paar Tage wirken lassen, um es angemessen beurteilen zu können . Wie ein guter Wein , der auch erst einen Moment atmen muss , damit sich sein aromatisches Bukett voll entfalten kann. Ein paar Tage nach dem Lesen , hoffe ich , ist es mir gelungen . Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle , die anspruchsvolle Literatur lieben . heidi_59 Buchdetails Erscheinungsdatum Erstausgabe : 12.12.2016 Aktuelle Ausgabe : 12.12.2016 Verlag : Diana ISBN: 9783453359130 Flexibler Einband 432 Seiten Sprache: Deutsch Lebenslauf von Virginia Baily Virginia Baily studierte Italienisch, Französisch und Englisch und leitet eine Zeitschrift für Kurzgeschichten, die sie mitbegründete. Neben dem Schreiben gilt ihre Leidenschaft Reisen nach Afrika und Italien. "Im ersten Licht des Morgens" schrieb sie während eines langen Aufenthalts in Rom. Der Roman wurde in England zum Bestseller und erscheint in zwölf Ländern. Heute lebt die Autorin im südenglischen Exeter .

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    • 3
  • Im ersten Licht des Morgens

    Im ersten Licht des Morgens
    FabAusten

    FabAusten

    25. January 2017 um 12:49

    1943: Im ersten Licht des Morgens steht Chiara im jüdischen Ghetto von Rom. Sie beobachtet wie die Bewohner zusammengetrieben und abtransportiert werden sollen. Eine Familie fällt ihr ins Auge und plötzlich fixiert auch die Mutter Chiara. Ehe die sich versieht, zieht sie den kleinen Sohn der Familie mit sich fort. 1973: Maria ist sechzehn und lebt mit ihrer Familie in Wales. Eines Tages erfährt sie zufällig, dass sie nicht das leibliche Kind ihres Vaters ist. Stattdessen soll sie die Tochter eines Italieners sein, den ihre Mutter während eines Au-pair-Aufenthalts in Rom kennengelernt hat. Der einzige Anhaltspunkt, ihn zu finden, ist die Adresse seiner ehemaligen Vermieterin Chiara Ravello. Die Geschichte springt zwischen den Zeiten, Figuren und Ländern. Jede Zeit hat ihre eigenen Parameter, zeigt Geschehnisse und offenbart Dinge. Der Leser wird stets in Spannung gehalten, was als nächstes passieren wird oder was schon geschehen ist, wovon er jedoch noch keine Kenntnis hat. Manches erlebt der Leser mit, anderes wird in kurzen Rückblenden aufgedeckt. Chiara und Daniele, der Junge, den sie gerettet und damit an Kindes statt angenommen hat, stehen im Mittelpunkt. Dementsprechend herrscht Chiaras Perspektive vor. Der Leser wird in ihre Gedanken und Gefühle eingeweiht, in ihre Erlebniswelt hinein gesogen und baut so eine wirklich große Nähe zu ihr auf. Daniele bildet jedoch das eigentliche Epizentrum, um das sich alles und jeder dreht. Ein wirklicher Kunstgriff ist, dass dennoch niemals seine Perspektive eingenommen wird. Er ist wie ein Phantom, dass der Leser nur durch die Deutungen anderer Menschen wahrnehmen kann. Er entzieht sich in seiner Unnahbarkeit, seiner Härte bei gleichzeitiger Verletzlichkeit sowohl seinen Mitmenschen als auch dem Leser. Doch gerade deshalb ist Daniele eine ungemein faszinierende Figur. Der Leser lernt auch Marias Sicht kennen, die jedoch hinter Chiara und Daniele zurücktritt. Das Mädchen dient in erster Linie als Katalysator, um Abläufe in Gang zu setzen. Obwohl auch zwei untergeordnete Charaktere zu Wort kommen, werden die Nebenfiguren vor allem durch den Blick der Hauptfiguren charakterisiert. Sie haben ihre Auftritte und beeinflussen die Handlung auf die ein oder andere Weise. Virginia Bailys Sprachstil ist prägnant und erschafft mit wenigen Worten einen hohen Grad an Atmosphäre und Authentizität. Die Schrecken des Kriegs werden genauso eindrücklich geschildert wie der Alltag in Rom, sei es in den Vierziger oder Siebziger Jahren. Die Handlungen der Figuren werden nachvollziehbar, ihre Gefühle eindrucksvoll dargestellt ohne jemals ins Kitschige abzudriften. Schon allein das ist eine hohe Kunst. Stets ist die Liebe der Autorin zu ihren Figuren spürbar. Sie beschreibt diese mit großem Einfühlungsvermögen und Blick für die Natur der Menschen. Außerdem wird deutlich gemacht, dass sich eine Familie nicht zwangsläufig über Blutsbande definiert und nicht dem klassischen Modell entsprechen muss, um Liebe und Fürsorge zu hegen. Ein weiterer Kunstgriff ist die Verwendung des Präsens für die Geschehnisse während des Kriegs und kurz danach, während von den späteren Ereignissen in der Vergangenheitsform berichtet wird. Dementsprechend wirken die früheren Begebenheiten unmittelbarer und damit stärker auf den Leser, so wie sie auch einen stärkeren Effekt auf Chiara ausüben. Selbst dreißig Jahre später beeinflussen sie die Protagonisten weitherhin immens. Ebenfalls lobend hervorzuheben ist das Ende, das Baily sehr schlicht, aber umso eindrucksvoller gestaltet hat. Viele Leser werden an dieser Stelle einen Seufzer wohl nicht unterdrücken wollen. Natürlich sollen die leichten Schwächen des Romans nicht unerwähnt bleiben. Diese bestehen in der unbeantworteten Frage, warum Marias Mutter gerade diesen Zeitpunkt wählt, um Kontakt zu Chiaras Vater zu suchen. Die touristischen Beschreibungen Roms treten zum Ende sehr gehäuft auf und bieten keinen wirklichen Mehrwert. Im Nachhinein stellt sich ebenfalls bei manchem Erzählstrang die Frage, ob er der Geschichte wirklich etwas Wichtiges hinzufügen konnte. Während des Lesens verschmelzen sie hingegen homogen mit dem Rest, wirken weder langweilig noch überflüssig. Virginia Baily hat ein Juwel geschaffen, das den Leser in jeder Beziehung mitnimmt, gefangennimmt und aufwühlt. Darüber werden die wenigen Schwächen vernachlässigbar. Schlicht gesagt, bietet Im ersten Licht des Morgens ein wunderbares Leseerlebnis.

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  • ...über die Liebe, Rettung und Verantwortung

    Im ersten Licht des Morgens
    Judiko

    Judiko

    18. January 2017 um 09:57

    Gerade habe ich das Buch beendet und ein wenig hallen die Worte der Autorin noch nach. Virginia Bailys Geschichte spielt in Zeiten des Faschismus, als eine junge Frau einen kleinen jüdischen Jungen rettet. So beginnt die Geschichte, die über zwei Zeitebenen spielt. Rom, 1943... an einem Morgen trifft Chiara, im besetzen Rom, zufällig auf den kleinen Danielle. Ohne groß zu überlegen, nimmt sie ihn mit und rettet ihm damit sein Leben… …unwissentlich, dass sie das vielleicht doch gar nicht tut und sogar ihres selbst damit zerstört. Wales, 1973... die 16 jährige Marie erfährt durch Zufall, dass Danielle ihr Vater ist und macht sich auf nach Rom, um ihre Wurzeln kennenzulernen. Beide Zeitstränge wechseln in den Kapiteln ab. Der Schreibstil ist flüssig und leicht, dennoch hatte ich manchmal ein wenig Probleme mit der ersten Zeitebene. Das lag daran, dass Danielle zwar die ganze Zeit präsent war, für mich dennoch nicht erreichbar, weil man nichts von ihm groß erfahren hat. Man wusste nicht, wie er fühlt, wie es ihm ging und wie er litt. All das kann man sich zwar vorstellen, wie es einem Jungen nach einem derartigen Trauma geht, dennoch hat es mich nicht ganz erreichen können. Die Autorin selbst sagt dazu, in einem Gespräch, wie dieses Buch entstanden ist, dass es so gewollt sei, dass Danielle unergründlich sei, da ihm alles, was ihm vertraut war, ja auch schließlich genommen wurde. Zitat Virginia Baily, Buch, Seite 430 – Erklärung zur Geschichte: "An einer Stelle schaut Chiara ihn an und denkt, dass sie nie wissen wird, was in ihm vorgeht, und bis zu einem gewissen Grad geht es mir genauso." …und mir ging es auch so, was ich sehr Schade fand. Dadurch fehlte mir persönlich das Empathie-und Sympathiegefühl, obwohl mir durchaus bewusst ist, dass diesem Kind wirklich Schlimmes widerfahren ist. Das Ende war dann nochmal aufwühlend und ein wenig überraschend, lediglich der Mittelteil war mir etwas zu langatmig, bei so einer schönen Idee zu einer Geschichte. Dennoch, wer Geschichten über mehreren Zeitebenen und Italien mag, sollte sich diese Geschichte nicht entgehen lassen. Vielen Dank an Random House und dem Diana-Verlag, für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

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  • Im ersten Licht des Morgens

    Im ersten Licht des Morgens
    Sternenstaubfee

    Sternenstaubfee

    14. January 2017 um 22:32

    Italien 1943: Eine jüdische Familie soll deportiert werden, darunter der 7-jährige Daniele. Zufällig ist Chiara anwesend und gibt kurzerhand Daniele als ihren Sohn aus. So kann sie den Jungen vor der Deportation retten und zieht ihn als ihren Sohn auf. Das erweist sich als nicht einfach, zumal Daniele natürlich seine Familie sehr vermisst. Jahre später wird Chiara dann mit der Vergangenheit wieder konfrontiert. Mein Leseeindruck: Die Geschichte rund um Chiara und Daniele hat mir grundsätzlich sehr gut gefallen. Die Idee ist super, allerdings hatte ich leider Probleme mit dem Schreib- bzw. Erzählstil. Daniele taucht als eigenständige Person im Buch gar nicht bzw. kaum auf; es wird fast ausschließlich über ihn erzählt. Dadurch konnte ich mich in ihn (und auch in andere Figuren) kaum hineinfühlen. Ich blieb irgendwie immer Beobachter, war nicht drin in der Geschichte.  Mich haben die Gefühle nicht erreichen können, obwohl es doch eigentlich eine sehr emotionale Geschichte hätte sein sollen. Mich konnte somit die Handlung leider nicht packen; einige Passagen waren mit zu langatmig erzählt.    Für mich ist "Im ersten Licht des Morgens" ein guter Roman, der allerdings noch packender hätte erzählt werden können nach meinem persönlichen Empfinden.

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    • 2
  • Emotional, berührend und wunderschön

    Im ersten Licht des Morgens
    Popi

    Popi

    12. January 2017 um 18:37

    Im ersten Licht des MorgensKlappentext:Kraftvoll und berührend erzählt Virginia Baily von Liebe und Rettung, Schuld und Verantwortung vor der atmosphärischen Kulisse RomsBevor an einem Morgen im Jahr 1943 die Sonne aufgeht, tritt Chiara im besetzten Rom auf die Straße. Noch ahnt sie nicht, dass sie an diesem Tag einem kleinen Jungen das Leben retten wird. Doch als sie Daniele begegnet, verbinden sich ihre Schicksale unwiderruflich miteinander. Chiara nimmt ihn allen Widrigkeiten zum Trotz an wie einen Sohn. Aus Liebe tut sie fortan alles, um ihn zu schützen – und aus Liebe begeht sie nach Kriegsende einen folgenschweren Verrat … Autorin:Virginia Baily studierte Italienisch, Französisch und Englisch und leitet eine Zeitschrift für Kurzgeschichten, die sie mitbegründete. Neben dem Schreiben gilt ihre Leidenschaft Reisen nach Afrika und Italien. Im ersten Licht des Morgens schrieb sie während eines langen Aufenthalts in Rom. Der Roman wurde in England zum Bestseller und erscheint in zwölf Ländern. Heute lebt die Autorin im südenglischen Exeter. Meine Meinung:Die Autorin hat „Im ersten Licht des Morgens“ voller Emotionen geschrieben.Eine berührende Geschichte einer Frau, einer Schwester und eines Jungen, der im Krieg gerettet wurde.Eine Geschichte, während und nach dem Krieg, so bildhaft erzählt, dass man das Gefühl hat, man befände sich ebenfalls in Rom und atmet die verschiedensten Gerüche einer jeden Straßenecke ein. Ein unglaublich berührendes Buch, welches mich noch eine Zeitlang beschäftigen wird. Die Liebe, die beschrieben wird ... ist die klarste und reinste der Welt. Ein wunderschöner Roman.

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    • 3
  • Im ersten Licht des Morgens

    Im ersten Licht des Morgens
    buchfeemelanie

    buchfeemelanie

    08. January 2017 um 09:24

    Das Cover finde ich sehr ansprechend, der Schreibstil ist ganz gut.Während des Lesens des ersten Kapitels hatte ich große Gänsehaut! Leider konnte sich dieses Hochgefühl und die Spannung nicht halten.Die Handlung im Rest des Buches plätschert ein bisschen vor sich hin. Dies soll nicht bedeuten, dass die Geschichte langweilig wäre, jedoch hätte man sie deutlich verkürzen können; mehr Spannung hätte mir auch zugesagt. Chiara mag ich als Charakter, sie ist ein bisschen distanziert, aber doch interessant. Ich mochte es, wie intensiv sie sich um Daniele gekümmert hat, jedoch hat sie für mich dazu ihre Schwester zu vernachlässigt.  Daniele hat viel zu bewältigen, hier hätte Chiara ihm anders beistehen müssen. Aber auch die anderen Charaktere finde ich recht gelungen.Sehr gut hat mir die Kulisse in Rom gefallen ( eine Karte wäre hier noch sinnvoll, die wenigsten Leser werden sich hier so gut auskennen). Die Athmosphäre war sehr interessant, das Lebensgefühl der Italiener wurde gut vermittelt. Die Szene im Zug hat mir gut gefallen. Das eher offene Ende hat mir auch zugesagt.Fazit: Gute Idee in der tollen Stadt Rom spielend, jedoch hätte der Inhalt noch spannender sein.

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