Buchinhalt:
Verletzt und frierend finden die beiden ungleichen Brüder Will und Ben eine junge Frau am Straßenrand. Aus Mitleid und Hilfsbereitschaft nehmen die beiden Männer das Mädchen, das sich Ann nennt, mit nach Hause. Bald schon stellt sich heraus, dass sie ein Geheimnis hat, weswegen sie verfolgt wird: Ann ist ein Engel und ihr Blut kann Tote zum Leben erwecken. Gerade aus diesem Grund trachtet ein geheimer Orden nach ihrem Leben: mit ihrem Blut soll eine Armee Untoter erschaffen werden. Will und Ben können Schlimmeres zunächst verhindern, doch schon bald werden sie in eine Welt hinein gezogen, die ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt: nicht nur ihr eigenes Geheimnis drängt an die Oberfläche, auch gegen die Liebe sind die beiden nicht gefeit….
Persönlicher Eindruck:
Bereits das ansprechende und detailreiche Cover hat mich auf den Roman dieser mir unbekannten Jungautorin aufmerksam gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Eine gut durchdachte Storyline und eine angenehme, leicht zu lesende Sprache zog mich als Leser schnell in die Mitte des Geschehens, das mit relativ überschaubarer Personenanzahl auskommt und auch relativ schnell ein stimmiges Handlungskonstrukt aufbaut.
Ann, Will und Ben machten einen sympathischen Eindruck, wenn gleich ich mir gerne noch mehr Profil und Tiefe bei den Figuren gewünscht hätte. Dennoch machen die Protagonisten eine erkennbare Entwicklung durch und nehmen den Leser mit auf eine abenteuerliche Reise.
Die Geschichte vom Engel, dessen Blut heilsame, ja gar lebensspendende Eigenschaften aufweist, ist nicht wirklich neu, doch die Autorin versteht es, in einer vorindustrialisierten Welt eine spannende Geschichte aufzubauen, deren Spannungsbogen sich nach einer etwas zähen ersten Hälfte sich in einem tollen Ende steigert, das die Handlung gekonnt abrundet.
Ein paar wenige Kritikpunkt, wie beispielsweise eine an manchen Stellen zur Epoche nicht gerade passenden Verwendung heutiger Umgangssprache schmälerten den Lesegenuss nicht weiter; was ich allerdings vermisst habe, waren die Emotionen bei der Liebesgeschichte: die kamen nicht wirklich bei mir an und somit enttäuschte die Geschichte in Puncto Liebe und Gefühle schon ein bisschen. Vielleicht hätte man zumindest zwei getrennte, in sich verwobene Handlungsstränge aufbauen können, um nicht permanent an einer einzigen Ereigniskette zu kleben und diese „abzuarbeiten“. Was geschah in der Zwischenzeit bei der Familie Makron? Wie gestaltete sich das Leben von Alice ohne die beiden Brüder? All das blieb vollkommen im Dunkeln.
Nichte desto trotz bekommt „Angelwings“ von mir gerade noch 4 Sterne. Eine Geschichte, die Potential hat und sich durchaus aus der Masse der zahlreichen Jungautorenbücher heraushebt!


