...dass jede Frau ein Zimmer für sich alleine und jährlich 500 £ haben sollte, um unabhängig zu sein und schreiben zu können! In diesem bekannten Essay verkündet Virginia Woolf eine Reihe von "Weisheiten", die fast 100 Jahre alt sein und von denen ein Großteil nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Das Cover von "Ein Zimmer für sich allein" zeigt ein Ölgemälde aus dem Jahr 1899, das eine Frau schreibend am Fenster sitzend zeigt. Auch wenn es für ein aus dem Jahr 1929 stammendes Essay fast schon wieder unmodern ist, passt es insgesamt doch sehr gut zum Titel und zum Buch.
Virginia Woolf macht hier interessante Aussagen, vertritt Thesen, für die sie zu Recht in der Frauenbewegung der 1970er-Jahre viel gelesen und zitiert wurde. Auch wenn nicht jeder schreiben möchte und bestimmt auch nicht jeder schreiben sollte, kann man dieses Beispiel des Schreibens auf viele andere Aktivitäten anwenden. Diese 160 Seiten sollten von jeder Frau gelesen, verstanden und entsprechend umgesetzt werden!
Virginia Woolf

Lebenslauf
Neue Bücher
Klassische Moderne / Orlando
Klassische Moderne / Die Fahrt zum Leuchtturm
Sommer
Alle Bücher von Virginia Woolf
Mrs. Dalloway
Orlando
Ein eigenes Zimmer
Ein Zimmer für sich allein
Zum Leuchtturm
Die Wellen
Flush
Das Lesebuch
Neue Rezensionen zu Virginia Woolf
Während Mrs. Dalloway ihren täglichen Beschäftigungen nachgeht, zieht sie Bilanz über ihr Leben. Was wäre wenn? Wie wäre ihr Leben verlaufen, wenn sie früher woanders abgebogen wäre? Kann sie ihre Ziele und Ideen noch erreichen und verwirklichen? Eine Gedankenreise einer priviligierten jungen Frau bei den Vorbereitungen zu einer Abendveranstaltungen im Herzen von London. Was banal beginnt, hat mich im Laufe der Geschichte hineingezogen und mitgerissen. Die ruhige und sachliche Schreibweise lässt Entscheidungen von Mrs. Dalloway noch radikaler und bewusster erscheinen. Hat mir gut gefallen.
Im Sommerhaus eines Professors und seiner Familie treffen Menschen unterschiedlichen Intellekts und verschiedener Weltanschauungen aufeinander. Eine geplante Fahrt zum Leuchtturm wird wegen schlechten Wetters verschoben – und bleibt zunächst ein unerfülltes Versprechen. Wie so vieles im Leben dieser Figuren. Auch ihre Lebensentwürfe entwickeln sich nicht so, wie sie es sich wünschen oder vorstellen.
Der Roman ist in drei Teile gegliedert: „Das Fenster“, „Zeit vergeht“ und „Zum Leuchtturm“.
Im ersten Teil erleben wir einen Nachmittag und Abend im Haus der Familie Ramsay. Äußerlich geschieht wenig, innerlich jedoch alles. Woolf zeichnet psychologisch dichte Porträts, ohne zu erklären, ohne zu werten. Gedanken fließen ineinander, Perspektiven wechseln beinahe unmerklich. Man weiß oft nicht genau, wessen Bewusstsein man gerade folgt – und genau das macht die Intensität aus.
Der Mittelteil ist radikal. Während das Haus verfällt, sterben zentrale Figuren – fast beiläufig, in Nebensätzen. Der Krieg wird nicht erzählt, sondern gestreift. Zeit wird hier zur eigentlichen Hauptfigur. Sie kennt kein Pathos, keine Gnade.
Im letzten Teil findet die Fahrt zum Leuchtturm schließlich statt. Doch es geht nicht um das Ankommen. Es geht um Verschiebungen: zwischen Vater und Sohn, zwischen Bedürftigkeit und Selbstbehauptung, zwischen Nähe und Mitleid. Besonders die Figur Lily Briscoe hat mich beschäftigt – ihre innere Unsicherheit im Umgang mit Mr. Ramsay, dieses seltsame Gemisch aus Mitgefühl, Widerstand und dem Wunsch, sich nicht vereinnahmen zu lassen. Ihr letzter Pinselstrich ist vielleicht unspektakulär – und doch eine stille Selbstbehauptung.
Dieser Roman erzählt keine Geschichte im klassischen Sinn. Er erzählt Wahrnehmung. Bewusstsein. Das, was sonst zwischen Ereignissen verloren geht. Wer einen klaren Plot braucht, wird hier vielleicht ungeduldig. Aber wer bereit ist, sich auf Gedanken einzulassen, erlebt etwas Außergewöhnliches.
Woolf schreibt nicht über Ereignisse, sondern über das innere Leben – und über eine privilegierte Gesellschaft, deren Geschlechterrollen und Abhängigkeiten sichtbar werden, ohne je platt kritisiert zu werden.
Mich hat dieses Buch tief beeindruckt
Gespräche aus der Community
Herzlich Willkommen zur Leserunde von Virginia Woolf´s Mrs. Dalloway. 😊
Jede*r ist herzlich eingeladen daran teilzumehmen.
Start ist der 1. November 2024.
Citizen Kane habe ich leider nie gesehen, mein Eindruck war ja mehr von einem Ende das im Sand verläuft, es gibt eigentlich gar nichts greifbares (nicht einmal eine Maus).
Weiter vorne hatte ich den Sand noch einmal als Vergleich aufgegriffen, wie der Sand im Stundenglas des Lebens, der einfach weiter rinnt, egal welche Entscheidungen getroffen werden. Immergruen nannte noch "The Hours" als ursprünglichen Titel von "Mrs. Dalloway", der zu diesem Bild auch gut passen würde. Im Sinne von, Alles fliesst.
Klassiker-Leserunde im Januar
Hier noch meine Rezension dazu: https://www.lovelybooks.de/autor/Virginia-Woolf/Mrs-Dalloway-Mrs-Dalloway-Neu%C3%BCbersetzung--143158450-w/rezension/2823478649/
Biographien lese ich persönlich eigentlich ganz gern, mal sehen, wie diese hier wird und ob es überhaupt eine richtige Biographie ist?
Wikipedia sagt:
Die Handlung beginnt im England des 16. Jahrhunderts. Die Hauptperson Orlando ist ein junger Adliger, der bei Königin Elisabeth I. in hohem Ansehen steht und von ihr einen Landsitz erhält. Während des Frostjahrmarkts auf der im 16. Jahrhundert aufgrund der Kleinen Eiszeit regelmäßig zugefrorenen Themse lernt Orlando eine geheimnisvolle russische Gräfin namens Sasha kennen...
An dieser Stelle habe ich bei Wikipedia aufgehört zu lesen, sonst wird man gleich zugespoilert ;)
Mit der Erkundung der Geheimnisse der russischen Gräfin beginnen wir am 1. Februar, das wäre dann HEUTE ;)
Wie immer zum Schluß unsere Leserunden-Regeln:
1. Beiträge in den Leseabschnitten mit Spoiler-Haken posten.
2. Beiträge in Kategorien posten, wenn man das vergessen hat, kann man es auch nachträglich ändern.
Zusätzliche Informationen
Virginia Woolf wurde am 24. Januar 1882 in London (Großbritannien) geboren.
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