Virginia Woolf Ein eigenes Zimmer

(46)

Lovelybooks Bewertung

  • 64 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 6 Rezensionen
(22)
(17)
(6)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Ein eigenes Zimmer“ von Virginia Woolf

Mit ihrem berühmten Essay zum literarischen und politischen Feminismus ist Virginia Woolf zu einer Symbolfigur der Frauenbewegung geworden. Ihr leidenschaftlicher Appell an die Frauen, sich energisch wirtschaftliche, soziale und künstlerische Eigenständigkeit zu verschaffen, hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.

Die große Virginia Woolf in all ihrer Herrlichkeit und mit all ihrem süfisanten Biss. Groß-Art-Ig!

— claudi_katzenaugen
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • „fünfhundert (Pfund) im Jahr und ein eigenes Zimmer“.

    Ein eigenes Zimmer

    UWEDUIS

    08. March 2017 um 06:38

    Heute ist Internationaler Frauentag und ich möchte deshalb über das Buch einer Frau sprechen:Virginia Woolf, Ein eigenes Zimmer, bzw. der englische Originaltitel lautet A Room of One `s Own. Der Essay basiert auf zwei Vorträgen im Oktober 1928, am Newham College und Girton College. Diese beiden Colleges gehörten zu den ersten, die Frauen zum Studium zuließen. Während der Arbeit an diesem Vortrag, fand in London ein Gerichtsverfahren gegen den lesbischen Roman von Radclyffe Hall statt, der wegen Obszönität verboten werden sollte. Virginia Woolf trat für die Freiheit der Kunst ein, und unterstützte die Veröffentlichung dieses Romans. Da Frauen vor den männlich geführten Gerichten, wenig Chancen hatten, machte sie sich grundsätzliche Gedanken über die Stellung der Frauen in der Gesellschaft. In den Vorträgen sprach Virginia Woolf über Frauen und Literatur. Der Essay versucht verschiedene Fragen zu beantworten: Warum gab es in der Vergangenheit wenige weibliche Schriftsteller ? Wie wurden Frauen in literarischen Werken, in wissenschaftlichen, und historischen  Abhandlungen dargestellt ?  Warum war ein Geschlecht so wohlhabend und das andere so arm ? Welche Wirkung hat Armut auf Literatur ? Welche Bedingungen sind für die Erschaffung von Kunstwerken unerläßlich ? In dem Essay schildert eine fiktive Frau die Recherche zu diesen Fragen. Zunächst geht sie in die Bibliothek der Universität, um ein Buch zu lesen. Ihr wird allerdings der Zutritt verwehrt, da Frauen nur in Begleitung eines männlichen Fellows die Bibliothek betreten dürfen und damit wird der Zutritt zur Bildung und Universität erschwert . Während des Spaziergangs denkt sie über die wirtschaft-liche Situation der Frauen nach. War es in der Vergangenheit für Frauen möglich über ein eigenes Einkommen zu verfügen ?  Erst in zwei Gesetzen von 1870 und 1882 (  Married Women ´s Property Acts ) wurde verheirateten Frauen das Eigentumsrecht über ihr eigenes verdientes oder ererbtes Geld zugesprochen !  Anmerkung:Bis 1958 war es Frauen in der Bundesrepublik Deutschland nicht erlaubt ein eigenes Konto zu eröffnen. Die Verfügungsgewalt über das Geld hatte der Mann. Bis 1977 brauchte die Ehefrau die Erlaubnis vom Ehemann, um arbeiten zu dürfen ! http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/76102/8-maerz-weltfrauentag-07-03-2012 Sie besucht das Britische Museum, um mehr über die Geschichte der Frauen zu erfahren. Sie wählt willkürlich ein Dutzend Bücher und findet nur Bücher von Männern, die über Frauen schreiben, findet aber keine Bücher, in denen Frauen über Frauen schreiben. Das Thema Frauen, scheint ein Lieblingsmotiv der Männer zu sein. Wie schreiben Männer über die Frauen ?  Männer beschreiben, die  ihrer Meinung nach „natürliche“ Stellung der Frauen in der Gesellschaft als Mutter, Ehefrau, Geliebte . Das Ergebnis der Schriften fasst der Titel eines Buches zusammen:Die geistige, sittliche und körperliche Unterlegenheit des weiblichen Geschlechts. Warum urteilen Männer so über Frauen, obwohl alle Machtpositionen von ihnen besetzt sind ?  Es ist der Zorn der Männer. Aber warum sind die Männer zornig ? Vielleicht ist Zorn ein Bestandteil der Macht, aus Angst davor, die eigene Machtposition könnte gefährdet sein. Für die Männer ist nicht die Unterlegenheit der Frauen entscheidend, sondern ihre eigene Überlegenheit ! Frauen haben seit Jahrhunderten als Spiegel gedient, Spiegel mit der magischen und erhebenden Kraft, die Gestalt des Mannes in doppelter Größe wiederzugeben. Das Spiegelbild ist von größter Wichtigkeit, denn es lädt die Lebenskraft auf, es regt das Nerven-sytem an. Nimm es fort, und ein Mann kann sterben, wie der Drogensüchtige, dem sein Kokain entzogen wird. Das zeigt, wie unentbehrlich Frauen für das Überlegenheitsgefühl der Männer sind, und sie empfindlich und mit Zorn auf Kritik von den „unterlegenen“ Frauen reagieren, die ihre Überlegenheit bezweifeln. Es gibt wenige literarische Werke von Frauen. Natürlich hat es schreibende Frauen in der Geschichte gegeben. Virginia Woolf nennt Beispiele von adligen Frauen bis zur Neuzeit. Sie beschreibt unter welchen Schwierigkeiten Frauen Literatur verfassten. Nach dem traditionellen  Rollenbild waren sie für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig. Obwohl das Haus der Aufgabenbereich der Frau war, besaß sie keine Privatsphäre. Sie hatte kaum Zeit und Ruhe  um zu schreiben. Häufig konnte sie nur heimlich schreiben. Gegenüber schreibenden Männern zeigt die Gesellschaft  eine Gleichgültig, gegenüber schreibenden Frauen allerdings eine Feindseligkeit.  In einer Gesellschaft des Patriachats gelten die männlichen Werte, vertreten Frauen diese Werte nicht in ihren Romanen, so werden ihre Bücher automatisch unbedeutende Literatur. Sie hebt Jane Austen und Emily Bronte hervor, die sich nicht an diese Vorgaben hielten.  Sie zitiert den englischen Schriftsteller und Kritiker Arthur Quiller-Couch aus seinem Buch „On the Art of Wrting Der arme Dichter hat in unserer Zeit, ganz so wie vor zweihundert Jahren, nicht den Hauch einer Chance....ein armes Kind hat in England wenig mehr Hoffnung als der Sohn eines athenischen Sklaven, in jene geistige Freiheit entlassen zu werden, aus der große Werke geboren werden.  Oder wie es Virginia Woolf zusammenfasst:Die geistige Freiheit hängt von den materiellen Freiheit ab. Sie widerspricht hiermit der romantischen Vorstellung vom armen Künstler, der großartige Kunstwerke schafft. Virginia Woolf erhielt von ihrer Tante Mary Breton eine lebenslange, jährliche Erbschaft von 500 Pfund. Das bedeutete für sie die wirtschaftliche Unabhängigkeit.  Zitat S.42 Keine Macht der Welt kann mir meine meine fünfhundert Pfund wegnehmen. Nahrung, Haus und Kleidung sind für immer mein. Deswegen hören nicht nur Mühsal und Fron auf, sondern auch Haß und Bitterkeit. Ich brauche keinen Mann zu hassen, er kann mir nicht schaden. Ich brauche keinem Mann zu schmeicheln; er kann mir nichts geben. Wie können nur spekulieren, hätte sie diese wirtschaftliche Sicherheit nicht gehabt, ob wir dann heute die großartigen Bücher von Virginia Woolf lesen könnten. Um ein geniales Werk zu schreiben sind bestimmte Rahmenbedingungen erforderlich:Geld, Wohnung und Ruhe.  Daraus folgt Virginia Woolfs Forderung : "fünfhundert (Pfund) im Jahr und ein eigenes Zimmer“.  Damit wird Virginia Woolf zur Vertreterin eines bedingungslosen Grundeinkommen.  Dieses Essay ist ein wichtiger Text zur Frauenbewegung, der Literaturgeschichte und zur sozialen Frage. Einfach nur brillant geschrieben und eine genaue Analyse zur sozialen Stellung der Frauen  und ihre Bedeutung in der Literaturgeschichte.  Zum Schluß richtet sie sich direkt an die jungen Frauen. Männer und Frauen sollen sich nicht feindlich gegenüber stehen, sondern sie fordert die Gleichberechtigung und androgyne Annäherung beider Geschlechter um große Literatur zu schaffen. Eine These die in der Literaturwissenschaft umstritten ist. Hier ist die Videobesprechung: https://youtu.be/vTqe-FxHiv4

    Mehr
  • Auf den Punkt gebracht

    Ein eigenes Zimmer

    dominona

    27. October 2014 um 22:01

    Das hier ist ein kleines Essay oder besser, die Verschriftlichung einer Vorlesung über Frauen in der Fiktion, also Literatur und die Autorin hat so eine sympathische Art, dass ich ihr ewig bei ihren Auseinandersetzungen mit dem Thema folgen könnte. Alleine ihre Überlegungen zu Shakespeares Schwester, die es natürlich nicht gab, aber was wäre wenn...und ihre Ausführungen zu Frauen, die schreiben konnten und unter welchen Bedingungen das passiert ist. Nicht zu vergessen ihre teils harten, aber ermutigenden Worte für zukünftige Schriftstellerin und zum Teil Überlegungen, die ihrer Zeit weit voraus waren. Wenn ich mir das so ansehe, freue ich mich richtig darauf, ihre Romane zu lesen.

    Mehr
  • Rezension zu "Ein Zimmer für sich allein." von Virginia Woolf

    Ein eigenes Zimmer

    BeverlyMarsh19

    15. May 2012 um 19:00

    Sehr schön geschriebener und - im Vergleich zu z. B. "Mrs. Dalloway" - gut zu lesender Essay zur Rolle der Frau in der Literatur bis zum Jahre 1928. Man weiß einmal mehr zu schätzen, dass man als Frau im 21. Jahrhundert leben darf. Eine nette Ergänzung in der Fischer Taschenbuchausgabe war der Bericht der Haushälterin in Monks Haus im Anschluss über das Leben mit den Woolfs.

  • Rezension zu "Ein eigenes Zimmer" von Virginia Woolf

    Ein eigenes Zimmer

    Sokrates

    10. September 2011 um 19:29

    Virginia Woolf beschreibt in Ein eigenes Zimmer die historischen Zusammenhänge zwischen Frauen-leben und Schriftstellerei. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein waren Frauen genötigt, entweder überhaupt nicht als Schriftstellerin zu arbeiten – weil sie hiervon finanziell nicht eigenständig leben konnten oder durften – oder weil sie nur unter (männlichem) Pseudonym veröffentlichen konnten, was den eigenen Ruhm erhebliche schmälerte bis gar nicht ermöglichte. Darüber hinaus mussten Frauen lange Zeit wie Männer schreiben; die Welt aus der Sicht einer Frau beschrieben galt viele Jahrhunderte hinweg als verpönt und wurde abgelehnt. Deshalb auch die Notwendigkeit, anfangs unter männlichem Pseudonym zu veröffentlichen. Allein Jane Austen und Charlotte Bronte hätten als Frau publizieren dürfen, meint Virginia Woolf. Man kann ihr zustimmen. Dass Frauen als Autorinnen hervortreten, ist erst seit dem beginnenden 20. Jahrhundert auffällig; Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts? – Kaum bekannt, allenfalls Emily Bronte, Charlotte Bronte, Elizabeth Gaskell, George Eliot (unter männlichem Pseudonym) oder George Sand (männliches Pseudonym) sind nennenswert hervorgetreten. Männer hingegen finden hier kaum alle Platz. Die Notwendigkeit eines eigenen Zimmers und der finanziellen Absicherung sind Grund- und Startvoraussetzung für die ökonomische Selbständigkeit der Frau, damals wie heute. Virginia Woolf sieht es richtig, dass nur diese ‚Freiheit‘ auch eine ‚Freiheit im Geiste‘ hervorbringen und garantieren kann. Damit ist ihr Essay ein Plädoyer für die wirtschaftliche Selbständigkeit der Frau, insbesondere die Unabhängigkeit von Ehemännern oder sonstigen Günstlingen, die alle nach ihrer Stimmung Geld freigaben oder auch nicht. Die Frauen waren seit je her rechtlich und sozial den Männern untergeordnet; selbst Virginia Woolf kannte in einer patriarchal geprägten englischen spätviktorianischen Gesellschaft des beginnenden 20. Jahrhunderts diese Verhältnisse noch. Sie allerdings hatte Dank einer Erbschaft und der später großen Einkünfte durch ihr Schreiben eigene wirtschaftliche Einnahmequellen, die eine Abhängigkeit von Leonard Woolf gar nicht nötig machten. Auch wenn sie sich dagegen wehrte, ihren Essay als ‚feministisch‘ zu bezeichnen, ist er es dennoch – streng genommen. Und ein literarisch-sprachliches Leseerlebnis obendrein.

    Mehr
  • Rezension zu "Ein Zimmer für sich allein." von Virginia Woolf

    Ein eigenes Zimmer

    leserin

    02. August 2010 um 12:35

    Gibt es es Frauen etwas anderes als Haushalt und Kinder? Ja - Literatur - Es werden Zusammenhänge beschrieben, warum die Literatur für Frauen wichtig ist und warum es zu damaliger Zeit schwierig war, Schriftstellerin zu sein.
    Die Haushälterin von Virginia Woolf beschreibt den Lebensalltag und das Lebensende der Schriftstellerin.

  • Rezension zu "Ein Zimmer für sich" von Virginia Woolf

    Ein eigenes Zimmer

    Feli

    26. February 2008 um 20:15

    Virginia Woolf erläutert, wieso Frauen so wenig wissenschaftliche Literatur schreiben und weswegen es eine so große Anzahl an Literatur über Frauen gibt, die von Männern verfasst wurde. Woolf hat dabei einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich gut lesen lässt, so dass sie ihre LeserInnen fesseln kann.

  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks