Virginia Woolf Orlando

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Inhaltsangabe zu „Orlando“ von Virginia Woolf

Orlando ist jung, gutaussehend -- und seine Schönheit soll niemals vergehen. Ein Wunsch, der ihm zum Schicksal wird. Er durchlebt beinahe vier Jahrhunderte und vier verschiedene Lebensentwürfe, ohne merklich zu altern: Aus dem jungen Höfling wird ein Diplomat in Konstantinopel, aus dem kaum Dreißigjährigen eine Frau, die mit einer Zigeunertruppe nach England zurückkehrt, wo sie den Mann ihrer Träume heiratet und einen Sohn zur Welt bringt. Orlandos bewegter Lebensweg findet im London des frühen 20. Jahrhunderts seine Vollendung – und Krönung, denn Orlando ist nun als Dichterin berühmt.

»Orlando« ist das vielleicht persönlichste Buch Virginia Woolfs. Es ist eine Liebeserklärung an ihre Freundin Vita Sackville-West, und es ist vor allem ein Buch, das die große englische Autorin von einer spielerischen Seite zeigt. In diesem furiosen Roman, als Biographie getarnt, geben sich die literarischen Genres ein lustvolles Stelldichein. Sprachlicher Übermut und Stilsicherheit halten sich unübertroffen die Waage.

Nach zwanzig Jahren liegt hier eine glanzvolle moderne Neuübersetzung vor, die erstmals den Ton des Originals trifft. Melanie Walz gelingt es, dieses Paradestück der Kunst Virginia Woolf zu neuem Leben zu erwecken und ein unvergessliches Leseerlebnis zu schaffen, dessen Faszination und mitreißender Zauber unverwüstlich sind.

Virginia Woolfe webt hauchzarte sphärische Gespinste, die zu lesen eine Wonne nach der anderen mit sich bringen.

— Phil_Skurril

Ein wunderschönes Buch über Möglichkeiten. Man kann ja nicht alle durchleben. Dafür gibt es ja die Bücher :)

— Brunhi

Es gibt Bücher, in denen entdeckt man immer wieder Neues und hinterfragt das eigene Verständnis. Das hier ist so eines.

— MitAussicht

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  • Heute ein Mann, morgen eine Frau.

    Orlando

    Wortverzauberte

    28. November 2017 um 11:19

     Inhalt Orlando ist ein junger Adliger, der zur Zeit der englischen Königin Elisabeth I. sein Dasein am Hofe fristet. Dies änderte sich aber schlagartig. Sein Lebensweg führte ihn als Botschafter an entfernte Orte - wie Konstantinopel. Dort macht er eine Wandlung durch. Nach einem mehrtägigen Schlaf wacht er nämlich als Frau wieder auf. Diese Verwandlung bringt für sie nun erhebliche Konflikte mit sich. Zurück in England muss sie um ihre Anerkennung als Frau und ihre Güter kämpfen... Meine Eindrücke Meine Erwartungen, die ich an die Geschichte hatte, wurden nicht wirklich erfüllt. Zwar war die Erzählung lesenswert. Doch die Spannung fehlte mir. Irgendein Kick, der mich vom Hocker haute. Doch der blieb aus. Die Geschichte ist somit ein netter Zeitvertreib an einem regnerischen Wochenende. Aber mehr auch nicht. Denn zeitweilig war die Geschichte durch die langen Monologe über das Wetter und die Umgangsformen der jeweiligen Epoche - in der sich Orlando nun befand - sehr ermüdend und erdrückend.  Fazit Virginia Woolf ist mit ihrer Lebensgeschichte über eine Person, die eigentlich als Mann geboren und schlussendlich durch eine unerklärte Verwandlung zur Frau geworden ist, eine heitere und amüsante Lektüre gelungen. Gleichzeitig steckt viel kritisches in der Erzählung. Denn die Autorin hinterfragt mit dem zentralen Ereignis der Verwandlung Orlandos zu einer Frau sowohl die Rollen von Mann und Frau als auch die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Trotz alledem schafft die Autorin es aber nicht, dieses Gefühl von Erhabenheit und Lebensfreude auf den Leser zu übertragen, sondern lässt es dank der unzähligen langanhaltenden Monologe einfach untergehen und aus den Köpfen der Leser verschwinden. Ich gebe am Ende dem Roman 3/5 Sterne.

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  • Das Leben, das Schreiben, das Geschlecht

    Orlando

    Hamlets_Erbin

    16. December 2016 um 13:52

    "Und wenn die Literatur nicht die Braut und Bettgenossin der Wahrheit ist, was ist sie dann?" (S.71) Inhalt: Über 400 Jahre wird die Biographie einer Person namens Orlando erzählt. Im auslaufenden 16. Jahrhundert ist sie ein reicher Adelsspross, der sich schriftstellerisch betätigt und sich am Hofe von Königin Elizabeth und später König James aufhält, wo er sich in eine russische Prinzessin verliebt. Später verwandelt sie sich dann in eine Frau, setzt sich mit den Erwartungen an ihre neue Rolle auseinander und schreibt weiterhin an ihrem Poem "Der Eich-Baum". Meinung: Die Frage, die sich mir beim Lesen dieses Romans aufgedrängt hat, ist die, nach der Kompatibilität von Form und Inhalt. Es ist nämlich so: Auf der einen Seite haben wir es mit einer Erzählung zu tun, die trotz ihrer phantastischen Elemente (der plötzliche Geschlechtswechsel und die Unsterblichkeit der Hauptfigur) relativ ereignisarm verläuft, kaum Dramaturgie aufweist, und darum den Leser nicht unbedingt fesselt. Auf der anderen Seite diskutiert Woolf anhand ihrer Hauptfigur so spannende Themen wie die Schriftstellerei, die Anforderungen, die Zeit & Gesellschaft an die Geschlechter stellen, den Gegensatz zwischen Leben und Denken/Schreiben u.ä.. Und diese Gedanken wären m.E. in einer Essaysammlung besser aufgehoben gewesen wären. "Denken und Leben sind wie die Pole soweit voneinander entfernt." (S.187/189)

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  • Verwandlung eines Mannes zu einer Frau

    Orlando

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. October 2016 um 15:18

    Inhalt Orlando ist ein junger Adliger, der im 16. Jahrhundert am Hofe von Elisabeth I. sein Dasein fristet. Dies änderte sich aber bald. Sein Lebensweg führte ihn als Botschafter nach Konstantinopel. Dort macht er eine Wandlung durch. Nach einem mehrtägigen Schlaf wacht er als Frau wieder auf. Diese Verwandlung bringen für sie nun erhebliche Konflikte mit sich. Zurück in England muss sie um ihre Anerkennung als Frau und ihre Güter kämpfen... Meine Meinung Virginia Woolf ist mit ihrer Lebensgeschichte über eine Person, die eigentlich als Mann geboren und schlussendlich durch eine unerklärte Verwandlung zu Frau geworden ist, eine heitere und amüsante Lektüre gelungen. Gleichzeitig steckt viel kritisches in der Erzählung. Denn die Autorin hinterfragt mit den zentralen Ereignis der Verwandlung Orlandos zu einer Frau sowohl die Rollen von Mann und Frau als auch die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Fazit Ich fand die Erzählung lesenswert und ein netter Zeitvertreib an einem regnerisches Wochenende. Zeitweilig war die Geschichte durch die langen Monologe über Wetter und die Umgangsformen der jeweiligen Epoche, in der sich Orlando nun befand, sehr ermüdend und erdrückend. Deswegen gebe ich dem Roman 3/5 Sterne.

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  • Orlando - Magischer Realismus meets Feminismus und Homosexualität

    Orlando

    Nespavanje

    12. June 2016 um 14:15

    Orlando, ein junger gebildeter Adeliger, steht bei der Königin Elisabeth der 1. hoch im Ansehen. Von ihr erhält er einen großen Landsitz. Als während der kleinen Eiszeit, die Themse immer wieder zufriert, werden auf ihr immer wieder Jahrmärkte veranstaltet. Hier lernt Orlando eine geheimnisvolle russische Gräfin kennen und obwohl er jemand anderen versprochen ist, beginnt er eine leidenschaftliche Affäre mit Sasha. Wenn großartige Schriftsteller wie H. G. Wells und Jules Verne als Väter der modernen Sciencefiction Romane gelten und auch noch in der Gegenwart ihren Reiz ausüben, man bedenke die deren zahlreichen Verfilmungen, dann wage ich zu behaupten, dass Virginia Woolf, im speziellen ihr Roman Orlando, so etwas wie die Mutter des magischen Realismus ist, und auch heute noch viele Schriftsteller bewusst oder unbewusst beeinflußt. Orlando gehört zu Virginia Woolfs erfolgreichsten Romanen, zumindest während ihrer Lebzeit, ihr bekanntestes Buch ist wohl Mrs. Dalloway. Letzterer war mein erster Roman, den ich von der meisterlichen Schriftstellerin gelesen habe. Nachdem ich einen lieben Kollegen davon erzählt habe, hat er mich gedrängt, auch Orlando zu lesen. Die verschiedenen Interpretationen zur Erzählung und zum Text, und vor allem seine Sicht auf den Roman haben mich eben dann dazu verleitet Orlando zu lesen. Wer sich mit den Werken von Virginia Woolf auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich mit Orlando zu beginnen. Es ist weitgehend kürzer als Mrs. Dalloway, wenngleich die knapp 240 Seiten sich zwar nicht lang anhören, aber man den Text mit einem respektablen Maß an Konzentration lesen sollte. Ich bin wohl mehr Leser als Schauer, deswegen geht so manche literarische Verfilmung an mir vorüber. Es gibt allerdings, was ich erst vor kurzem entdeckt habe, eine wunderbaren Film mit Tilda Swinton als Orlando. Sie ist eine meiner liebsten Actris, und hat, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, mit ihrer androgynen Figur einen wunderbaren Orlando abgegeben. "Diesen Roman zu schreiben, war wie auf Urlaub zu sein." hat Woolf über das Schreiben an Orlando anscheinend gesagt. Und zeitgleich gilt er als ein feministischer Roman, mit Bezügen zu ihrer eigenen homosexuellen Beziehung mit Vita Sackville-West. Wie stark, nun diese Beziehung zu ihrer Freundin tatsächlich ausgeprägt war, darüber lässt sich viel spekulieren. Mir hat dieses literarische Kleinod sehr gut gefallen und ihr literarisches Können ist unbestreitbar. Deshalb gibt es von mir eine klare Lese-Empfehlung!

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    • 7
  • Wenn einem nichts mehr zu sagen bleibt...

    Orlando

    Reykjavik101

    24. October 2015 um 21:29

    Es ist so vieles über Virginia Woolfs und ihre Werke geschrieben worden, dass ich mich - wie ich meine mit Recht - etwas scheue dem noch etwas hinzuzufügen... mich in die Kette der Huldigungen und Kritiken einzureihen. Virginia Woolf verkörpert für mich einfach, und so auch im Falle von "Orlando", die Perfektion des Schriftstellertums ihrer Zeit. Kein universales Thema - Geschlechterrollen, Macht, Naturverbundenheit, Intelektualität, Gesellschaft, Kunst, Emanzipation, Einsamkeit, Leben und Sein,... - wird in diesem Roman ausgelassen. Und doch, wenn du meinst du hättest die richtige Welle erwischt, auf diesen Tiefsinnigkeiten mitzureiten - kommt eine ironische Ohrlasche und alle Kerzen sind ausgeblasen. Und bei alledem finden wir hier natürlich eine nahezu dreist ehrliche Betrachtung der Gattung Biografie. Keine Sorge, alle Biografie-Liebhaber da draußen: auch hiernach werdet ihr sie noch anfassen wollen... aber doch wohl den ein oder anderen Federführer mal auf ein angemessenes Ründchen kritischer hinterfragen. Dieses Buch ist einmalig - und wem dieses gefällt: die anderen Werke Virginia Woolfs sind es nicht minder. Also - ran da!

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  • Grenzüberschreitung: historische, fantastische, metaphysische, soziologische.

    Orlando

    JulesBarrois

    03. July 2015 um 11:12

    Grenzüberschreitung: historische, fantastische, metaphysische, soziologische.  Orlando – Virginia Woolf (Autor) – Melanie Waltz (Übersetzerin), 302 Seiten, Insel Taschenbuch, 08.06.2015, 8,00 €, ISBN: 978-3-458-35938-8   Orlando betritt das Buch als Mann und verwandelt sich dann in eine Frau. Wäre dies ein Science-Fiction-Roman, so würden einige neue Technologien oder moderne medizinische Verfahren oder ein fremder nuklearer Fallout würde eingesetzt worden oder X- und Y-Chromosomen würden Roulette spielen. Aber Virginia Woolf schrieb nicht in dieser Art. In ihrer Geschichte schläft Orlando einfach als Mann ein und wacht als Frau wieder auf. Die Geschichte ist einfach: Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1600 vermacht Königin Elizabeth I. dem schönen jungen Höfling Orlando einen Landsitz unter der Bedingung, dass er niemals altern und welken dürfe. Dieser Wunsch wird zum Schicksal Orlandos. Vergeblich bemüht sich dieser Mensch – zunächst als Mann, ab dem 18. Jahrhundert dann als Frau –, Spuren zu hinterlassen. Orlando bleibt einsam, ohne Liebe, ohne Freunde und sehnt sich nach Sterblichkeit. Es ist ein sehr vielfältiger, ein surrealer Roman: Orlando ein Schlüsselroman? Und wer sind die wirklichen Menschen, die hinter den fiktiven Figuren stehen? Oder ist Orlando in der Rubrik des magischen Realismus oder Fantasy einzuordnen? Genauso gut könnte dieser Roman als politischer Roman interpretiert werden. Ist es vielleicht feministischer Roman, der die soziale Konstruiertheit der Geschlechter-Differenz behauptet und im Sinne des ›gender‹-Diskurses für weibliches Selbstbewusstsein plädiert? Oder ist er einfach eine Basis für die Diskussionen der verschiedenen sozialen, psychologischen oder kulturellen Themen. Oder ist es wie Nigel Nicolson, der Sohn von Vita Sackville-West meinte „der längste und charmanteste Liebesbrief der Literatur“? Eines der wichtigsten Themen in Orlando ist die Verbindung zwischen Fakt und Fiktion. Das Reich der Phantasie ist nicht vom Reich der Wirklichkeit getrennt. Zweites wichtiges Thema ist die Bestimmung der Differenz zwischen den Geschlechtern. Sind Männer und Frauen wirklich anders? Wenn ja, warum? Neben den phantastischen Elementen der Unsterblichkeit und des Geschlechterwechsels durchziehen die Geschichte auch immer wieder essayistische Passagen, die sich mit Literatur, der Gesellschaft und vor allem mit Orlandos Rolle als Frau oder Mann befassen. Auf jeden Fall ist es ein Buch auf Hochtouren, ein pausenloses Rennen über 400 Jahre. Eine leichtfüßige aber hintergründige Reise durch die englische Geschichte. Virginia Woolf schreibt kühn, heiter und über die Grenzen des Anstandes hinaus. Ein exquisiter detailreicher Schreibstil. Irgendwie ungeschützt. Neben glänzenden Beschreibungen des höfischen Lebens und manchmal äußerst spitzen Bemerkungen über die Unarten der Schöpfer der englischen Literatur-Klassiker enthält „Orlando“ jede Menge Beispiele von Virginia Woolfs Fähigkeit, wundervolle Metaphern nur so aus dem Ärmel zu schütteln, wie das folgende Beispiel (in Melanie Walz´ hervorragender Neuübersetzung) zeigt: „So kann die alltäglichste Handlung der Welt wie das Hinsetzen an einen Tisch und das Herbeiholen des Tintenfasses zahllose unerwartete und zusammenhanglose Splitter aufrühren, deutlich im einen Augenblick, verschwommen im nächsten, schlaff und gebläht und straff und wehend wie die Unterwäsche einer vierzehnköpfigen Familie an der Wäscheleine in frischem Wind.“(S. 69) Virginia Woolf schreibt einen "magischen Realismus", lange bevor dieser Begriff das Licht der Welt erblickte. Sie brilliert mit einer Fülle von witzigen Einfällen und Bildern, und lyrischen Satzgefügen. Eine unbändige Fabulierlust, eine lockere Lässigkeit, eine quirlige Fröhlichkeit und, ja, eine wahre Ausgelassenheit zeichnet dieses Buch aus. Eine feine und ökonomische Sprache.   Wir leben in einer beschleunigten Welt, in der die Suche nach 400 Minuten oder gar 400 Jahre, schwer fallen mag. Doch, wie Woolf beobachtet, ist es Zeit für uns, wenn wir wissen, wie sie zu nehmen ist. Lesen ist eine Möglichkeit, die Zeit nehmen. Es braucht Zeit, um zu lesen, aber die Zeit ist auf diese Weise nicht verloren, sie wird gefunden. Es gibt keine vergleichbare Geschichte. Weder von der Handlung selbst noch vom Erzählstil her. Genießen Sie einen ein Solitär der phantastischen Literatur. Lesen Sie dieses wunderbare Buch. Es wirft weitaus mehr Fragen und Möglichkeiten zum Nachdenken auf, als alles, was Sie bisher gelesen haben Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Suhrkamp/Insel Verlages http://www.suhrkamp.de/buecher/orlando-virginia_woolf_35938.html Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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  • Dann kommt die Flut des Dichters

    Orlando

    franzzi

    Orlando ist scheinbar ein ziemlich normaler Knabe, ein Sproß des Elisabethanischen Zeitalters in England, auch betuchtem Hause, mit Spaß an Kriegsspielen wie am Schreiben. Doch Orlando ist nicht normal, denn Virginia Woolf lässt ihren Romanhelden 400 Jahre lang leben, ohne ernstlich zu altern, lässt ihn sein Geschlecht wechseln, die Kontinente, die Vorlieben, die Sehnsüchte, die Gepflogenheiten. Nur eines bleibt diesem Orlando über all die vierhundert Jahre erhalten: Seine sprühende, hochlebendige Phantasie. Und diese Phantasie mischt Woolf in ihren Roman. Da friert die Themse zu und reißt dann auf, um eine Flut über die Welt zu bringen. Da bleibt die Zeit mit der ersten Liebe, einer russischen Adligen, stehen, da rennt sie davon (die Frau und die Zeit). Da bleibt Orlando tagelang in regungslosem Schlaf liegen, da geht ersie rastlos und schlaflos durch die Welt. Hier will Orlando das wahre Leben und seine Schönheit entdecken, da will ersie sich verbuddeln und tot sein. Hier ist Orlando ein Mann und Diplomat, dort eine Frau unter Zigeunern, hier verarmend wegen ewiger Rechtsstreits, dort wohlhabend mit einem neuen Mann an ihrer Seite. Die Todessehnsucht, die sich auch schon durch Woolfs "Mrs. Dalloway" zieht, ist auch präsent. Aber sie bestimmt die Grundstimmung des Buches nicht so sehr. Woolf demaskiert dabei auch die Schnöselig- und Oberflächlichkeiten der gehobenen Schicht allgemein und vieler als literarische Größen gefeierte Langweiler (- diese bleibt interessanterweise über all die Jahrhunderte konstant...ayayayayay.) Und was es ausmacht, in einer Gesellschaft ein Mann oder eine Frau zu sein, wie viel Konstruktion und Rollenbild dahinter steckt und wie viele es bei näherer Betrachtung nicht erfüllen. Häufiger entpuppen sich Bekanntschaften Orlandos als völlig anderer Natur als zunächst gedacht. Das ist klug und unterhaltsam, witzig und traurig. Da verzeihen sich auch die zwischenzeitlichen Längen, in denen die Geschichte zwischen zwei Erzählideen ein bisschen vor sich hindümpelt. Orlando ist untertitelt mit "Einer Biographie" und in diesem Erzählton und fern jeder Omnipotenz schreibt Woolf auch. Doch genau genommen ist es weniger eine Biographie als vielmehr eine Liebesgeschichte durch alle Zeiten, eine Liebesgeschichte, die lebendig macht und umbringt gleichermaßen. Die Liebe zur Phantasie und zum Schreiben, trotz aller Quälerei. "Solchen Versuchungen auszuweichen ist die erste Pflicht des Dichters, schlußfolgerte sie, denn da das Ohr das Vorzimmer der Seele ist, kann Dichtung mit größerer Gewißheit zum Ehebruch verführen und vernichten als Wolllust oder Schießpulver." (141)

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    • 2
  • Schriftstellerei vom Allerfeinsten, dazu noch aufrührerisch.

    Orlando

    Phil_Skurril

    08. May 2015 um 01:39

    Aus so unscheinbar fein ziselierten Fäden webte Virginia Woolfe
    hierin das Bild vom androgynen Fabelwesen Mensch, der sich unabhängig allen Geschlechts, dem Wesen der Schönheit, dem Zauber des Liebens genußvoll bewundernd hingibt.
    Herzzerreißend, wenn man weiß, wie sehr diese phantastische
    Frau unter den Restriktionen ihrer Zeit gelitten hat.

  • Ein Leben von 400 Jahren

    Orlando

    Buchgespenst

    28. February 2015 um 10:27

    Als hübscher Edelmann im 16. Jahrhundert geboren macht Orlando am englischen Hof Karriere bis ihn eine unglückliche Liebschaft nach Konstantinopel treibt. Dort wird er zu einer Frau und kehrt im 18. Jahrhundert schließlich als große Dame der Gesellschaft nach England zurück. Als Mann verkleidet sucht sie nach Abenteuern, verliebt sich und kann schließlich, in der Gegenwart angekommen, ihre, sie von Anfang an leitenden literarischen Ambitionen, ausleben. Virginia Woolfs virtuose Romanbiografie verbindet originelle Ideen mit Gesellschafts- und Geschlechterkritik. Die phantastischen Elemente werden nicht reflektiert, sondern tragen den Leser wie selbstverständlich durch ein belebtes, nach Erfüllung strebendes, Leben. Ich gestehe dem Buch seinen literarischen Status durchaus zu, erkenne eine Menge Interpretationspotential, aber packen konnte es mich nicht. Mag man mich Literaturbanause schimpfen, aber ich habe mir mehr versprochen.

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  • Rezension zu "Virginia Woolf. Gesammelte Werke / Orlando" von Virginia Woolf

    Orlando

    Sokrates

    09. August 2011 um 20:38

    Virginia Woolf schrieb 1928 Orlando, eine stille Hommage an Vita Sackville-West, ihre bis dato lang-jährige und intime Freundin, eine englische Adlige, Diplomatengattin und Schriftstellerkollegin. Konzipiert ist Orlando als Biographie und Zeitreise in einem und erzählt von dem fiktiven Leben des Orlando, der es im Laufe seines Lebens zu unzähligen Wendungen schafft und zum Ende in den 1930er Jahren als Frau verwandelt die Emanzipation und Moderne genießt. Orlando ist vielschichtig, mysteriös, reich an Metaphern und – so mein erster Leseeindruck vor einigen Jahren – nicht jedermanns Sache. Es empfiehlt sich, das Buch gerne zwei- oder mehrmals im Leben zu lesen. So ging es jeden-falls mir, aber die Geschichte gewinnt mit jedem Mal mehr, das man sie liest.

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  • Rezension zu "Orlando" von Virginia Woolf

    Orlando

    Jarla

    30. July 2008 um 12:32

    Ich habe die Lektüre dieser Romanbiographie sehr genossen und fand das Buch einfacher zu lesen als manch anderes Werk von Woolf.

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