Virginie Despentes

 3.9 Sterne bei 173 Bewertungen
Autorin von Das Leben des Vernon Subutex 1, Baise-moi - Fick mich und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Virginie Despentes

Sie sorgt für Aufruhr in der Welt der Literatur: Virginie Despentes, 1969 in Nancy geboren, ist Frankreichs Skandalautorin Nr. 1. Sie war Inhaberin eines Plattenladens und rappte nebenbei, bis sie ihre Berufung als Autorin fand. In Frankreich erlangte sie Berühmtheit durch ihren Debütroman "Baise-moi", der auch in Deutschland bei der Veröffentlichung 2002 unter dem Titel "Baise-moi - Fick mich" für Skandale sorgte. Unter Eigenregie verfilmte sie ihren Roman, der nicht weniger skandalträchtig war und in Frankreich sogar verboten wurde. Für ihre weiteren, meist feministisch geprägten Romane erhielt sie unter anderem den Prix Renaudot sowie den Prix Anaïs Nin. Im Januar 2016 wurde sie Mitglied in der Académie Goncourt. Despentes lebt seit 1993 in Paris.

Neue Bücher

Das Leben des Vernon Subutex 2

Erscheint am 14.02.2019 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.

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Das Leben des Vernon Subutex 1

Das Leben des Vernon Subutex 1

 (50)
Erschienen am 07.09.2018
Baise-moi - Fick mich

Baise-moi - Fick mich

 (33)
Erschienen am 02.01.2002
Das Leben des Vernon Subutex 2

Das Leben des Vernon Subutex 2

 (24)
Erschienen am 15.02.2018
Die Unberührte

Die Unberührte

 (9)
Erschienen am 01.01.2002
Bye Bye Blondie

Bye Bye Blondie

 (11)
Erschienen am 01.09.2006
Pauline & Claudine

Pauline & Claudine

 (8)
Erschienen am 27.06.2009
Das Leben des Vernon Subutex 3: Roman

Das Leben des Vernon Subutex 3: Roman

 (4)
Erschienen am 07.09.2018

Neue Rezensionen zu Virginie Despentes

Neu

Rezension zu "Das Leben des Vernon Subutex 2" von Virginie Despentes

Alle drehen sich um Vernon
MilaWvor 17 Tagen

Im zweiten Teil der Trilogie treffen die Personen des ersten Bandes aufeinander. Dreh- und Angelpunkt ist Vernon Subutex. Obdachlos und endgültig am Rand der Gesellschaft angekommen, öffnet er denjenigen die Augen, die scheinbar alles haben, aber doch nach etwas suchen.
Endlich verbinden sich die Fäden aus dem ersten Teil und endlich gibt es weniger seitenlange Monologe über die Schlechtigkeit der Welt, bei denen möglichst schockierende Thesen gedroschen werden. Die Sprache ist immer noch vulgär, die Themen sind derb, aber im Gegensatz zum ersten Teil ist das um einiges gemäßigter. Vielleicht habe ich mich auch nur an den Ton der Autorin gewöhnt. Auf jeden Fall fiel mir die Lektüre viel leichter und die Personen betrachtet man fast schon mit milder Sympathie, obwohl sie selbstverliebte, gewalttätige, verbohrte Idioten sind. Vernon ist Zentrum der erstaunlichen Freundschaften, die sich bilden und verschwindet doch fast im Hintergrund. Er schafft es, mit der Musik, die er auflegt, die Schutzpanzer seiner Freunde zu durchdringen und diese zynischen, misstrauischen Menschen zu berühren und zu erstaunlichen Einsichten zu bewegen. Es ist immer noch anstrengend, mit der Autorin einen ungeschönten Blick auf die Abgründe der tief gespaltenen französischen Gesellschaft zu werfen, aber es gibt auch viele interessante Ansatzpunkte. Ein herausforderndes, stellenweise unangenehmes Buch, manchmal erstaunlich liebevoll in seinem Blick auf orientierungslose Versager und Blender.


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Rezension zu "Das Leben des Vernon Subutex 3" von Virginie Despentes

Furioses Ende der Subutex-Trilogie
Buecherschmausvor 2 Monaten

„Das Leben des Vernon Subutex“ Teil 1 bis 3, zwischen 2015 und 2017 in Frankreich erschienen, hat die dortige Literaturwelt ordentlich durchgeschüttelt und die ehemalige Skandalautorin Virginie Despentes in den Autorenolymp, gleich neben Michel Houellebecq, befördert. Seit 2016 ist sie Mitglied der renommierten „Académie Goncourt“.
Auch in Deutschland wurde die Trilogie, die nun mit Band 3 ihren Abschluss fand, bei Kritik und Lesern sehr gut aufgenommen. Scharf und schonungslos beleuchtet Despentes darin die französische Gesellschaft und die Entwicklungen der letzten Jahre und bietet reichlich Parallelen, die sich auch auf andere europäische Länder leicht übertragen lassen.
In Teil1 war dies vorwiegend der soziale Abstieg der Titelfigur, des ehemaligen Schallplattenhändlers Vernon Subutex. Von der Digitalisierung überrollt, die Entwicklung aber auch ignorierend und in der Party- und Drogenwelt seiner Jugend feststeckend, verliert dieser erst seinen Laden, dann die soziale Absicherung und schließlich seine Wohnung. Er wird zunächst von einem umfangreichen Freundeskreis aufgefangen, da er sich selbst aber immer mehr zurückzieht, endet er schließlich auf der Straße als einer von so vielen Obdachlosen in einem vor Reichtum strotzenden Paris, in dem die Mieten für Normalsterbliche nahezu unbezahlbar sind. Wie weit die sozialen Sicherungsnetze im Zuge der Neoliberalisierung auch im Land der „Liberté, Égalité, und Fraternité“ aufgelöst wurden, wird sehr deutlich, der gesellschaftskritische Ansatz der Subutex-Trilogie ist schon im ersten Band klar erkennbar. In Sprache und Inhalt ist dieser erste Teil deutlich rüder als die nachfolgenden. Wie steht es so schön in „Wikipedia“:
„Menschen, die in Bezug auf Arbeit, Wohnung und Familie der gesellschaftlichen Normalität entsprechen, kommen kaum vor.“
Tatsächlich ist das Umfeld, in dem sich Vernon Subutex bewegt, eines mit sehr viel „Sex, Drugs and Rock´n´Roll“, Künstler, Musiker, Partypeople, die zwar alle mittlerweile eine halbwegs bürgerliche Existenz führen, darin aber zumeist, zumindest auf persönlicher Ebene, gescheitert sind. Vereinsamung und Verrohung in den neoliberalen Zeiten – das ist ein Stichwort. Und die zunehmende finanzielle Krise, die Europa und die ganze Welt erfasst hat, schürt die Ängste zusätzlich. Die Ängste und die Ressentiments, auch bei etlichen der vielen Figuren, die wir rund um Vernon Subutex kennenlernen und die vielleicht kein repräsentatives gesellschaftliches Spektrum bieten, aber doch eine ganze Reihe der unterschiedlichsten politischen Positionen und eines verdeutlichen: die modernen Gesellschaften, und das ganz gewiss nicht nur in Frankreich, sind zutiefst gespalten.
Und doch entwirft Virginie Despentes in Teil 2 eine Art Utopie. Man könnte fast meinen, im Zusammenschluss, der hier stattfindet, eine Art Lösungsvorschlag gegen die zunehmende Vereinzelung und den grassierenden Egoismus in den Metropolen der Welt zu erkennen. Die Freunde Vernons und deren Freunde, schließlich eine ganze Horde von Protagonisten, die ab Teil 2 in einem Personenverzeichnis dem Buch vorangestellt werden, finden sich nämlich zusammen bei der Suche nach Vernon, der irgendwo in Paris abgetaucht ist. Sie suchen auch nach geheimnisvollen Tonbandaufnehmen, die der verstorbene Musiker Alex Bleach seinem Freund Vernon hinterlassen hat, und die brisantes Material über den Filmproduzent Dopalet zu enthalten scheinen. Thrillerelemente tauchen auf und machen das Buch spannend. Zudem werden Sprache und Inhalt „zahmer“, etwas, was ihm meiner Meinung nach gut tut. Weg von der bloßen Provokation. Gleichzeitig bekommt die ganze Szenerie um die Freunde, die eine Art Kommune bilden, in der getanzt, gekifft, getrunken und auch ein bisschen Geld verdient wird, fast ein wenig zu viel des Guten, ein „zu schön, um wahr zu sein“. Aber doch erscheint die ausgemalte Utopie auch wieder bedenkenswert, in Zeiten zerfallender Familien und sozialer Verbände eigene Gruppen, Despentes nennt es „Banden“, zu bilden, die sich gegenseitig unterstützen, und die durchaus auch ganz verschiedenen Milieus oder Standpunkten entstammen können
Aber, das skeptische Gefühl täuschte nicht, Band 3 bringt nun das Grüppchen Aussteiger zu einem ernüchternden Ende.
Virginie Despentes war gerade bei der Niederschrift dieses letzten Teils, als sich in Frankreich die fürchterlichen Attentate von 2015/16 ereigneten. Charlie Hebdo, Bataclan, später dann Nizza – die schreckliche Gewalt, die sich dort entladen hat, die tiefe Verunsicherung der Menschen, die Ratlosigkeit darüber, wie es weitergehen soll, hat sich auch im Roman niedergeschlagen.
Auch die Gruppe um Vernon, die sich immer wieder mehr oder weniger lose zusammengefunden hat zu sogenannten „Convergences“, zu Raves an wechselnden Lokalitäten, einem „Wegtanzen“ der bedrückenden Gegenwart (und lohnendem Geschäftsmodell, da man sie nach außen hin öffnete), löst sich zunehmend auf. Ausgerechnet Vernon, der dort immer sehr erfolgreich die Musik auflegte, hat eines Tages genug und verlässt die Gruppe. Vorausgegangen sind Streitigkeiten um das Erbe von Charles, einem ehemaligen Obdachlosen, der sich der „Bande“ angeschlossen hatte und ihr nach seinem Tod die Hälfte eines geheim gehaltenen Lotto-Millionengewinns vermacht hat. Nicht nur mit seiner Witwe Véro, sondern auch innerhalb der Gruppe kommt es zu Reibereien und Misstrauen. Die Gruppe zerfällt mehr und mehr. Außerdem hat auch Filmproduzent Dopalet noch eine Rechnung mit ihnen offen, besonders mit den untergetauchten Mädchen Aïcha und Céleste. Die apokalyptischen Schatten, die die Terroranschläge werfen, und die durch den immer wieder erwähnten Tod des Musikidols David Bowie zusätzlich verdunkelt werden, lassen nichts Gutes ahnen. Und doch denkt die Leserin lange Zeit: „Das kann sie doch nicht machen! Das geht doch nicht!“ Oh doch, Virginie Despentes kann!
Immer noch rau und schonungslos, aber nicht mehr so provokant wie in Teil 1, dabei immer mit dieser liebevollen Verbundenheit mit ihren Protagonisten, führt Despentes auf ein apokalyptisches Ende hin. Davor gibt es manch rasante Wendung. Und auf den letzten sechs Seiten führt uns die Autorin bis ins Jahr 2286 hinein.
„Gegen jede Erwartung wird also weitergetanzt, im Dunkeln und zu einer primitiven Musik, deren Kult auch am Ende des dritten Jahrtausends nicht aussterben will.“
Wieviel dabei Augenzwinkern, wieviel Rufen im dunklen Wald und wieviel Hoffnung ist, kann jeder Leser selbst entscheiden.
Mit ihrem Abschlussband hat Virginie Despentes für mich auch den Höhepunkt der Trilogie erreicht. Zwischendurch plätschert die Handlung zwar immer mal wieder ein bisschen dahin, aber nur, um dann am Ende furios an Spannung zuzulegen. Ich glaube immer noch nicht ganz an dieses Ende und wehre mich auch ein wenig dagegen. Aber es ist grandios.
Auch ist für mich der dritte Teil der deutlich politischste. Welche Statements die Autorin ihren Protagonisten in den Mund legt, ob man zustimmt oder krass ablehnt - haften bleiben sie alle.
Wer also noch nicht mit Vernon Subutex begonnen hat, sollte das schleunigst nachholen. Aber unbedingt bei Teil 1 anfangen, auch wenn jedem Teil eine kleine Zusammenfassung vorangestellt wird. Und auch nicht von der rüden Sprache der Autorin abschrecken lassen. Die Vernon Subutex-Trilogie ist große zeitgenössische Literatur! 

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Rezension zu "Das Leben des Vernon Subutex 1" von Virginie Despentes

Hochgelobt. Aber für mich persönlich war es nichts
Corsicanavor 2 Monaten

Die Vernon Subutex Bücher von Despentes werden hochgelobt und von vielen mit Begeisterung gelesen. Also war ich auch sehr gespannt, als der erste Band für einen meiner (realen) Lesekreise gewählt wurde. Aber ich wurde enttäuscht. Auf den ersten 100 Seiten (fast) nur Personen, die "den Knall nicht gehört haben", d.h. sie glauben, das jugendliche Leben ginge immer so weiter. Sex, Drugs & Rockn' Roll...

Irgendwie wollte ich über solche Leute nichts lesen. Und klar, diese Leute scheitern, wie Vernon. 
Und das liegt nicht (nur) daran, dass Paris inzwischen so teuer ist, dass es sich nur noch Erben leisten können.

Allerdings fand ich die Gesellschaftskritik im Buch schon in Ansätzen gelungen. Und die Tatsache, dass viele Großstädte immer teurer werden und es für Normalverdiener schwerer wird, ihr Leben dort zu finanzieren, ist leider wahr.
 Und die feinen psychologischen Beschreibungen der Hintergründe für die Traurigkeit einiger Personen. Der rasante, satirisch-lakonisch-humorvolle Schreibstil war auch gut gelungen. 

Mich haben nur die beschriebenen Menschen nicht interessiert. Aber das geht anscheinend nur mir so. Ich hatte nach 100 Seiten keine Lust mehr, weiter zu lesen.


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Gespräche aus der Community

Neu
hat jemand die originalausgabe von "die liebhaberinnen" e. jelinek?
Zum Thema
L
Eine Frage hat jemand von euch Pauline und Claudine gelesen? Mich hat das Buch damals echt beeindruckt, habe die Autin aber völlig aus den Augen verloren, was macht sie jetzt? Gibt es weitere lesenswerte Bücher von ihr, sie wurde damals ja ziemlich hoch gejubelt. Baise moi, kenn ich zum Beispiel nicht, lesenswert?
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Virginie Despentes wurde am 13. Juni 1969 in Nancy (Frankreich) geboren.

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