Virginie Despentes

 3.9 Sterne bei 242 Bewertungen

Lebenslauf von Virginie Despentes

Sie sorgt für Aufruhr in der Welt der Literatur: Virginie Despentes, 1969 in Nancy geboren, ist Frankreichs Skandalautorin Nr. 1. Sie war Inhaberin eines Plattenladens und rappte nebenbei, bis sie ihre Berufung als Autorin fand. In Frankreich erlangte sie Berühmtheit durch ihren Debütroman "Baise-moi", der auch in Deutschland bei der Veröffentlichung 2002 unter dem Titel "Baise-moi - Fick mich" für Skandale sorgte. Unter Eigenregie verfilmte sie ihren Roman, der nicht weniger skandalträchtig war und in Frankreich sogar verboten wurde. Für ihre weiteren, meist feministisch geprägten Romane erhielt sie unter anderem den Prix Renaudot sowie den Prix Anaïs Nin. Im Januar 2016 wurde sie Mitglied in der Académie Goncourt. Despentes lebt seit 1993 in Paris.

Alle Bücher von Virginie Despentes

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Cover des Buches Das Leben des Vernon Subutex 19783462052077

Das Leben des Vernon Subutex 1

 (80)
Erschienen am 07.09.2018
Cover des Buches Das Leben des Vernon Subutex 29783462052848

Das Leben des Vernon Subutex 2

 (35)
Erschienen am 22.01.2019
Cover des Buches Baise-moi - Fick mich9783499231353

Baise-moi - Fick mich

 (33)
Erschienen am 02.01.2002
Cover des Buches Das Leben des Vernon Subutex 39783462053449

Das Leben des Vernon Subutex 3

 (20)
Erschienen am 12.09.2019
Cover des Buches Bye Bye Blondie9783499241628

Bye Bye Blondie

 (12)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Die Unberührte9783499229114

Die Unberührte

 (9)
Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches King Kong Theorie9783462319101

King Kong Theorie

 (8)
Erschienen am 07.09.2018

Neue Rezensionen zu Virginie Despentes

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Rezension zu "Das Leben des Vernon Subutex 2" von Virginie Despentes

Mittig Unten
Buchstabenliebhaberinvor 9 Stunden

Der zweite Teil ist ruhiger als der erste. Anders. Es ist keine Aneinanderreihung mehr von unterschiedlichsten, polarisierenden Charakteren, die sich locker weg konsumieren ließen, die man genüsslich auf der Zunge zergehen lassen und darüber nachdenken konnte. Nein, Vernon richtet sich in seiner Obdachlosigkeit ein, er hat sich ein Umfeld geschaffen, dass es gut mit ihm meint. Wobei Despentes keinen Zweifel daran lässt, dass es in dieser Szene wenig Verlässlichkeit und Langlebigkeit gibt, weder von Freundschaften, noch von Besitztümern, Gesundheit oder sonst was.

Vernon wird immer noch gesucht, von den Heerscharen alter Freunde und Kunden, bei denen er vor seinem Absturz unterkam, denen er etwas hinterließ oder entwendete. 

Die privaten Bänder des berühmten Alex Bleach werden zum heiligen Kral, den alle haben wollen. Die sozialen Medien machen es möglich, die Bande findet zusammen, sie finden Vernon. Sie schließen sich zusammen. Als was? Als eine Art spezielle Facebookgruppe, einsame Großstädter, die gemeinsam trinken und tanzen, zusammen gehalten durch ihren alten Freund Vernon, der gleichzeitig Haupt- und Randfigur ist.

Mit Vernon passiert hier am wenigsten. Er ist passiv, scheint eine fortschreitende Psychose zu durchleben, verharrt an Ort und Stelle. Kann sich aber auch gar nicht wirklich einlassen. Auf sein Umfeld hat sein Verhalten eine hypnotische Wirkung.

Die einzelnen Charaktere, die sich untereinander verflechten, auseinander zu halten, fiel mir gar nicht so leicht. Das war für mich auch der uninteressantere Teil, was es für mich auch zum schwächeren Buch macht. Hier hätte ich mir ein ähnliches Kaleidoskop unserer Gesellschaft gewünscht wie im ersten Teil.

Eine feministische Rächerinnengruppe mischt das Geschehen ein wenig auf, bringt eine neue, weitere zeitgenössische Variante ins Spiel. Die Jugend stürzt sich begeistert ins Verderben, und die mächtigen Reichen werden sich rächen. Werden wir in Teil 3 die Wahrheit erfahren oder gibt es diese so nicht?

Am Schluss verreist die bunt gemischte Gruppe gemeinsam mit Vernon und man darf gespannt sein, was in Teil 3 passiert. Ich rechne nicht mit einem Happy End.

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Rezension zu "Das Leben des Vernon Subutex 1" von Virginie Despentes

Stehengeblieben
Buchstabenliebhaberinvor 2 Monaten

Vernon Subutex rutscht ab, und wir schauen ihm dabei zu. Früher Sunnyboy, der Besitzer eines Plattenladens, Bandmitglied, gut aussehend, die Frauen liegen ihm zu Füßen. Und er denkt, das geht immer so weiter.

Ewiger Teenager. Stehen geblieben. Generation X halt. Ein fast Fünzigjähriger der nicht merkt, wenn er nicht schleunigst etwas ändert, spuckt ihn die moderne Gesellschaft aus. Sex & Drugs & Rock´n´Roll. Okay, als mittelloser Typ mit schlechten Zähnen liegt sein Sexleben weitgehend brach. Die Freunde um ihn herum sterben, seine Rechnungen bleiben liegen. Er muss seine Wohnung räumen.

Kein Grund zur Sorge für Vernon! Sein Freundeskreis ist groß, er überbrückt die Zeit, bis er wieder eine Wohnung hat, auf der Couch von ehemaligen Bandkollegen und Frauen, die er mit erprobtem Charme um den Finger zu wickeln gedenkt.

Dieses Couchsurfing ist genial! Es beginnt harmlos und vielversprechend, noch ist er überheblich, noch kann er über die anderen lästern und sich besser fühlen. Aber dieses Leben ist anstrengend, hinterlässt Spuren, spült kein Geld in seine Kassen.

Die Episoden über seine Freunde und deren Leben voller Enttäuschungen, Verbitterungen, Träume, Sehnsüchte, die machen süchtig! Die Frau, die sich endlich wieder verlieben will und deren Rache keine Grenzen kennt, als er flüchtet. Der Rocker, der nie verstehen wollte, warum echte Kerle ihre Frauen nicht verprügeln dürfen. Die Drogen-WG, in der er zum Star-DJ wird. Und so weiter.

Ja, die Geschichten sind durchgehend zynisch, böse, bitter. Der Lack ist ab, selbst die Erfolgreichen sind nicht glücklich, die Besten haben sich arrangiert und sind halbwegs zufrieden.

Das Buch erinnert mich an das dystopische GRM von Sibylle Berg, dort ziehen die schillernden Figuren ebenso rauschhaft an einem vorbei. Allerdings bewegt sich Virginie Despentes in der Jetztzeit und den vergangenen, besseren Jahren ihrer Figuren.

Der Absturz von Vernon Subutex erfolgt langsam und unausweichlich. Keine Frage, ich werde mich schnellstmöglich auf Band 2 stürzen. Und ich freue mich, dass Buch irgendwann noch einmal zu lesen. So dicht ist die Fülle der Geschichten, dass sich das allemal lohnt.

Mein Tipp: Das Buch ist auch ein tolles Geschenk für Musikliebhaber, es enthält einen richtigen Soundtrack! Es lohnt sich die mit viel Liebe ausgesuchte Musik im Buch parallel anzuhören.



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Rezension zu "Das Leben des Vernon Subutex 3" von Virginie Despentes

Ans Herz gewachsen
katzenminzevor 5 Monaten

Es ist nicht schön, es ist nicht poetisch, es ist kein Wohlfühlschmöker zum drin versinken. Aber es ist trotzdem gut! "Das Leben des Vernon Subutex" ist hart, böse, derb, klug, dreckig, ehrlich, eigen aber trotzdem berührend. Die Reihe um den angejahrten Musikguru hat mich ein bisschen süchtig gemacht. Und die Hörbuchversion, die Johann von Bülow großartig eingelesen hat, hat bestimmt ihren Teil dazu beigetragen.

In ersten Teil haben mich die intensiven, teils unheimlich unbequemen Charakterstudien beeindruckt und die Beschreibung wie leicht, unauffällig aber stetig Vernon in die Obdachlosigkeit abrutscht. Im zweiten Teil hat der Plot um Dopalaix und Alex Bleachs mysteriöses Tape fahrt aufgenommen. Und im dritten Teil war mir die verrückte Gemeinschaft um Vernon einfach ans Herz gewachsen. Die Beschreibung der Anschläge im Bataclan und ihr Effekt auf die einzelnen Figuren war sehr eindringlich. Und dann das Ende. Um Himmels Willen, dieses Ende!

Müsste ich alle drei Bände zusammen bewerten wäre ich wahrscheinlich bei 5 Sternen. Ich habe gelacht, ich hatte Tränen in den Augen und ich habe schon wieder Lust die Bücher von vorne zu beginnen. Einzeln haben sie jeweils "nur" 4 Sterne bekommen. Beispielsweise wurde der Ton im dritten Teil ernster und es fehlte mir der spezielle Humor - wobei ich gar nicht weiß, ob Humor das richtige Wort ist. Manche Figuren haben mitunter so derbe Sätze oder absurde Ansichten rausgehauen, dass ich einfach laut lachen musste. Und dann wieder das andere Extrem: Die wilde Obdachlose Olga, die alles und jeden lautstark beschimpft und dann plötzlich leise und liebevoll über ihren verstorbenen Hund redet, der ihr alles bedeutet hat.

Auf jeden Fall habe ich größten Respekt für Virginie Despentes schriftstellerische Leistung. So viele Charaktere so detailliert und in der Tiefe zu beschreiben. So diverse politische Ansichten und "unpopular Opinions" sinnvoll in einem Roman unterzubringen. Den Bodensatz der Gesellschaft, Drogenabhängige, Alkoholiker, Obdachlose, Rechte und Narzisten so zu beschreiben, dass man sie versteht und sie einem zum Teil ans Herz wachsen. Die französische Gesellschaft so exakt zu sezieren und bei durchgehend zu unterhalten. Wow! Man kann gar nicht anders als über das gelesene (oder gehörte) nachzudenken, als die eigene Meinung, Haltung, das eigene Gefühl zu hinterfragen. Ich fand es großartig!

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Gespräche aus der Community

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hat jemand die originalausgabe von "die liebhaberinnen" e. jelinek?
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Zum Thema
L
Eine Frage hat jemand von euch Pauline und Claudine gelesen? Mich hat das Buch damals echt beeindruckt, habe die Autin aber völlig aus den Augen verloren, was macht sie jetzt? Gibt es weitere lesenswerte Bücher von ihr, sie wurde damals ja ziemlich hoch gejubelt. Baise moi, kenn ich zum Beispiel nicht, lesenswert?
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Zusätzliche Informationen

Virginie Despentes wurde am 13. Juni 1969 in Nancy (Frankreich) geboren.

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