Virginie Despentes

 4 Sterne bei 348 Bewertungen

Lebenslauf

Sie sorgt für Aufruhr in der Welt der Literatur: Virginie Despentes, 1969 in Nancy geboren, ist Frankreichs Skandalautorin Nr. 1. Sie war Inhaberin eines Plattenladens und rappte nebenbei, bis sie ihre Berufung als Autorin fand. In Frankreich erlangte sie Berühmtheit durch ihren Debütroman "Baise-moi", der auch in Deutschland bei der Veröffentlichung 2002 unter dem Titel "Baise-moi - Fick mich" für Skandale sorgte. Unter Eigenregie verfilmte sie ihren Roman, der nicht weniger skandalträchtig war und in Frankreich sogar verboten wurde. Für ihre weiteren, meist feministisch geprägten Romane erhielt sie unter anderem den Prix Renaudot sowie den Prix Anaïs Nin. Im Januar 2016 wurde sie Mitglied in der Académie Goncourt. Despentes lebt seit 1993 in Paris.

Alle Bücher von Virginie Despentes

Cover des Buches Das Leben des Vernon Subutex 1 (ISBN: 9783462005981)

Das Leben des Vernon Subutex 1

 (104)
Erschienen am 05.10.2023
Cover des Buches Das Leben des Vernon Subutex 2 (ISBN: 9783462052848)

Das Leben des Vernon Subutex 2

 (47)
Erschienen am 21.01.2019
Cover des Buches Liebes Arschloch (ISBN: 9783462007169)

Liebes Arschloch

 (38)
Erscheint am 05.09.2024
Cover des Buches Das Leben des Vernon Subutex 3 (ISBN: 9783462053449)

Das Leben des Vernon Subutex 3

 (28)
Erschienen am 11.09.2019
Cover des Buches Baise-moi - Fick mich (ISBN: 9783499231353)

Baise-moi - Fick mich

 (33)
Erschienen am 02.01.2002
Cover des Buches King Kong Theorie (ISBN: 9783462052398)

King Kong Theorie

 (16)
Erschienen am 06.09.2018
Cover des Buches Bye Bye Blondie (ISBN: 9783499241628)

Bye Bye Blondie

 (13)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Die Unberührte (ISBN: 9783499229114)

Die Unberührte

 (9)
Erschienen am 01.01.2002

Neue Rezensionen zu Virginie Despentes

Cover des Buches Das Leben des Vernon Subutex 1 (ISBN: 9783462005981)
RichardZietzs avatar

Rezension zu "Das Leben des Vernon Subutex 1" von Virginie Despentes

Eine furiose tour de force durch die 2010er-Jahre
RichardZietzvor einem Monat

Muss man Virginie Despentes Roman-Trilogie um den abgestürzten Second-Hand-Plattenladenbesitzer Vernon Subutex noch eigens loben? Der Inhalt von Buch 1 und 2 wurde als (gleichfalls angenehm zu schauende) Serie in Szene gesetzt. Um was geht es? Der sympathische, aber im neoliberalen Sinn nicht ganz so welttaugliche Pariser Ex-Plattenladenbesitzer Vernon Subutex wird aus seiner Wohnung zwangsgeräumt. In seiner Not kriecht er bei alten Freunden und Bekannten unter. Dabei bemerkt er nicht nur, wie stark die sich verändert haben. Subutex’ Auftauchen setzt eine Lawine von Ereignissen in Gang, die man als ziemlich abgefahren und crazy bezeichnen könnte – wären sie nicht auch ebenso bezeichnend für die aktuelle Kultur respektive Gesellschaft, in der wir leben.

Ich will nicht so sehr spoilern. Es passiert natürlich einiges – in Band eins und in den zwei folgenden Bänden. Die Handlung als solches ist jedoch nur einer der Vorzüge dieser (fast) Must-Trilogie. Ebenso wichtig ist das »wie«. Madame Despentes lässt jede und jede der Agierenden in ihrer beziehungsweise ihm eigenen Sprache auftreten und die Haltung zur Welt im Allgemeinen sowie den Vorkommnissen im Buch kundtun.

Kurz: eine göttliche Komödie der Art, die sich durchaus mit den Produktionen der alten aufklärerischen Volkstheater-Altvorderen Molière und Shakespeare vergleichen lässt.

Cover des Buches Liebes Arschloch (ISBN: 9783462004991)
Hyperikums avatar

Rezension zu "Liebes Arschloch" von Virginie Despentes

Überaus unterhaltsam
Hyperikumvor 4 Monaten

Oscar, Autor eines Buches schreibt einen Instagrampost über die Schauspielerin Rebecca Latté:


…heute zu einer Schlampe verkommen. Nicht nur alt. Sie ist auch auseinandergegangen, verlebt schlechte Haut, ein schmuddeliges, lautes Weibstück.


Oscar unterstellt Rebecca, dass sie sich zur Ratgeberin junger Feministinnen aufgeschwungen hat und verrät damit, das ganze Ausmaß des Dilemmas, in dem er steckt. Seine ehemalige Pressereferentin Zoé Katana unterhält einen feministischen Instaaccount mit tausenden Followern. Die hat sie jetzt drüber informiert, wie hart Oscar ihr zugesetzt hat, als sie noch für ihn arbeitete. Er habe ihr nachgestellt, sie penetrant umworben und als I-Tüpfelchen damit gedroht, sich umzubringen. Mit diesen Behauptungen in der Öffentlichkeit, springt sie auf den Mee Too-Zug auf, macht sich zum Opfer und brettert durch die Gesellschaft. Sein Ruf ist jetzt dahin und er ist sich keiner Schuld bewusst.

Rebecca antwortet ihm per Email, wünscht ihm die schlimmsten Dinge. Und dann, entschuldigt sich der aufdringliche Spinner und schmeichelt ihr ein wenig. Zwischen den beiden entspinnt ein reger Schreibkontakt, währenddem sie immer vertrauter miteinander werden. Seit Zoé gegen ihn wettert, haben ihm verschiedene Leute geraten, seinen Drogenkonsum zu überdenken. Problem ist, dass diese Mischung aus Koks und Alkohol, ihm die vielen kreativen Eingebungen schenkte, mit denen er sein Buch füllte. Auch Rebecca konsumiert Heroin, seit sie ganz jung ins Filmgeschäft kam. Sie hat das alles im Griff. Die Krücke hat ihr immer beim Abnehmen geholfen. Nur während des Sets lässt sie die Finger davon, da muss sie sich konzentrieren.

Oscar hat sich einer Gruppe angeschlossen, ähnlich den anonymen Alkoholikern. Er will das jetzt wirklich mal eine zeitlang lassen und versucht Rebecca zu überreden, es im gleichzutun.

Fazit: Eine überaus unterhaltsame Geschichte. Die beiden ProtagonisInnen Oscar und Rebecca kommen aus ganz einfachen Familienverhältnissen und haben sich mit viel Mühe einen Platz in der gehobenen Gesellschaft erkämpft. Für beide scheinen die Felle davonzuschwimmen. Für Oscar, weil eine Frau sein Verhalten öffentlich anprangert. Für Rebecca, weil sie älter wird und jetzt nach ihrer glamourösen Karriere, einzig noch Hausfrauenrollen bekommt. Da sie ein kostspielieges Hobby hat, kann sie nicht einfach aufhören. Beide lassen sich auf das Konzept cleansein ein und werden immer authentischer. Jeder macht seine eigenen Erfahrungen damit, die sie sich in ihrem Briefwechsel mitteilen. Virginie Despentes hat mich fasziniert. Ein fesselnder Gegenwartsroman.

Cover des Buches Baise-moi – Fick mich (ISBN: 9783462005912)
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Rezension zu "Baise-moi – Fick mich" von Virginie Despentes

Zwei junge Frauen: brutal, hart und roh
_leserin_vor 7 Monaten

Der Spiegel schrieb beim Erscheinen der Verfilmung des Romans: dort wo „Natural Born Killer“ und „Thelma und Louise“ aufhörten, beginnt „Baise-moi Fick mich“. Und nach dem Lesen verstehe ich, warum Buch und Film Skandal waren. Erschienen ist der Roman bereits 1994.

Der Roman ist in dem typischen Despentes-Milieu angesiedelt: Menschen am untersten Rande der Gesellschaft. Sex, Pornos, Drogen, Gewalt und Mord stehen an der Tagesordnung.

Nadine und Manu, zwei junge Frauen, die Opfer sexualisierte Gewalt waren und sich durch Zufall kennenlernten, ziehen durch die Lande und morden nach Lust und Laune. Es gibt keinen ausschlaggebenden Grund dafür, warum jemand umgebracht wird. Nur das erhabene Gefühl nach der Tat gibt Befriedigung. Die Ausdrucksweise ist derb, die Handlungen brutal, Tabus gibt es fast keine – alles in diesem Buch ist verdorben. Ungeschminkt wird beschrieben, wie Männer für Sex benützt und dabei erniedrigt werden.

Ungewöhnlich, wenn Frauen, wie es eher einem traditionellen, schwer erträglichen bis abscheulichen Klischee von Männern entspricht, so brutal, roh und gewalttätig sind.

Das Eigentümliche an dem Roman ist, dass man ihn nicht als Schmuddel-Lektüre weglegt. Die Leichtigkeit und Unbekümmertheit der beiden Protagonistinnen, die eine Blutspur hinter sich herziehen, übt wohl eine Art verführerische, tabu-brechende Faszination aus, der man sich schwer entziehen kann.

Man muss schon ein bisschen was vertragen, um am Lesegenuss, den dieser Roman bietet, partizipieren zu können.

Für jene, die mit dem Werk dieser Autorin nicht vertraut sind: Despentes ist eine provokante feministische Schriftstellerin und Regisseurin. Das Schreiben dieser Rezension fiel mir insofern schwer, als mir der Roman gut gefallen hat, nicht aber die beschriebene krude Gewalt.

Übersetzung: Jochen Schwarzer

Gespräche aus der Community

hat jemand die originalausgabe von "die liebhaberinnen" e. jelinek?
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Zusätzliche Informationen

Virginie Despentes wurde am 13. Juni 1969 in Nancy (Frankreich) geboren.

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