Vivian Gornick

 4 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Vivian Gornick

Die Macht der Frau: Vivian Gornick, geboren am 14. Juni 1935 im New Yorker Stadtteil Bronx, ist eine US-Amerikanische Journalistin, Literaturkritikern, überzeugte Feministin und Schriftstellerin. Nach ihrem Abschluss an der New York University arbeitete sie als Reporterin für die Sendung Village Voice. Zu dieser Zeit unterstützte sie die Organisation „New York Radical Feminists“ mit ihrem Artikeln und Berichten. 

Seither schreibt sie für große Zeitschriften und Zeitungen wie The New York Times oder Atlantic Monthly. Nebenbei arbeitete sie auch an ihren eigenen Werken und gab kurze Zeit später ihr Debüt als Autorin. Heute unterrichtet sie Kreatives Schreiben an der New School und besucht regelmäßig renommierte Universitäten wie Harvard und die University of Iowa als Gastdozentin.

Neue Bücher

Ich und meine Mutter

 (4)
Neu erschienen am 15.04.2019 als Hardcover bei Penguin.

Alle Bücher von Vivian Gornick

Ich und meine Mutter

Ich und meine Mutter

 (4)
Erschienen am 15.04.2019
Emma Goldman

Emma Goldman

 (0)
Erschienen am 01.10.2013

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Rezension zu "Ich und meine Mutter" von Vivian Gornick

Lebenswege
Giselle74vor 21 Tagen

Ein wichtiger Teil der Selbstfindung ist es, sich über die eigenen Möglichkeiten klar zu werden, Lebenswünsche benennen zu können und sie auch umsetzen zu dürfen. Das ist Frauen noch gar nicht so lange möglich. Vieles, was uns heute selbstverständlich erscheint, musste mühsam errungen werden. Und damit wir das nicht vergessen, ist es wichtig, sich zu erinnern bzw die Erinnerungen anderer wahrzunehmen.
Vivian Gornick wurde 1935 in New York geboren. Sie ist gut in der Schule, ein Studium wird ihr ermöglicht, beileibe keine Selbstverständlichkeit in den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts, sie wird Journalistin und Frauenrechtlerin.
Ihre Eltern sind jüdische Einwanderer, der Vater stirbt früh, die Mutter setzt ihr Bestreben darein, eine perfekte Hausfrau zu sein. Sie ist selbstgerecht und tyrannisch, ikonisiert die Liebe zu ihrem Mann. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist schwierig, Neid auf seiten der Mutter, Unverständnis bei der Tochter.
Erst in späteren Gesprächen wird deutlich, wie sehr der Mutter die Flügel gestutzt wurden. Die Liebe zu ihrem Mann wird zum Lebensinhalt, weil ihr Leben keinen anderen Inhalt hat/ haben darf. Sie hätte gerne gearbeitet, wäre gerne gereist, doch das ist für Frauen ihrer Zeit und ihres Standes selten vorgesehen. Tugendhafte Mutter und Hausfrau zu sein, ist das Ideal der Zeit.
Ihre aufgestaute Wut läßt sie an der Tochter aus, die ihre Möglichkeiten nutzt und sich damit von ihrer Familie löst. Andererseits scheint Vivian Gornick ihre Mutter als Spiegel, als Sparringspartner zu brauchen. Die Verbindung hält lebenslang, die Hassliebe auch. Es ist eben schwierig, wenn die Person, die einen am besten versteht, auch diejenige ist, die am härtesten und grausamsten kritisiert.
Vivian Gornick gewährt einen tiefen Einblick in ihr Leben, kommentiert und sinniert klug über ihre Einflüsse, über prägende Persönlichkeiten. Das ist hochinteressant zu lesen, bisweilen auch schmerzhaft, zumal man nicht umhin kommt, über das eigene Leben nachzudenken, über Träume, Wurzeln, Ideale, über das, was einen prägt und Ballast, der einen hemmt.
"Fierce Attachments", so der Originaltitel, erschien 1987 erstmals und die mir hier vorliegende Ausgabe ist die deutsche Erstausgabe. Mehr noch, es ist laut Verlag das erste ins Deutsche übersetzte Buch der Autorin überhaupt. Und das gibt mir doch sehr zu denken. Und erinnert mich daran, dass es keinen Grund gibt, die Hände in den Schoss zu legen. Denn ein ähnlicher Klassiker eines männlichen Autoren wäre sicherlich schon längt übersetzt worden.

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Rezension zu "Ich und meine Mutter" von Vivian Gornick

Memoiren über ein Mutter-Tochter-Verhältnis
buecherwurm_invor 2 Monaten

Journalistin Vivian Gornick erzählt Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Jugend, von Spaziergängen mit ihrer Mutter durch New York, von Begegnungen, Beziehungen, Enttäuschungen. Sie beschreibt, wie es war, als jüdisches Arbeiterkind in Brooklyn aufzuwachsen, zwischen gewalttätigen Männern, unterforderten Hausfrauen und überforderten Müttern. Ihre Bezugsgrößen sind weiblich: Mutter, Nachbarinnen, Freundinnen, Mütter von Freundinnen. Ihr Vater stirbt früh, an ihrem Bruder scheint sie kein großes Interesse zu haben. Und so wird sie älter, entwickelt Neugier für das andere Geschlecht und stößt damit auf die Grenzen, die der verklemmte Umgang mit Sexualität in ihrer Kindheit aufgebaut hat. 


„Ich und meine Mutter“ erschien bereits 1987 in den USA. Jetzt, 32 Jahre später, wurde das Buch endlich auch auf Deutsch übersetzt. Mit radikaler Offenheit geht sie hart mit sich und ihrer Mutter ins Gericht, Fairness hat dabei nicht immer oberste Priorität. Dabei sind die Parallelen zu diskursprägenden Werken der letzten Jahre unübersehbar: Wenn sie beispielsweise von ihren kommunistischen Eltern aus der Arbeiterklasse erzählt, wie sie sich von ihnen durch ihren Collegebesuch emanzipiert und die Mutter nur Angst und Unverständnis für den Intellekt der Tochter aufbringt, dann erinnert das stark an Didier Eribons „Rückkehr nach Reims“. Die Intimität der Mutter-Tochter-Beziehung, wie sie auch Nadja Spiegelman in „Was nie geschehen ist“ herzustellen vermag, tut weh, die Vorwürfe der Mutter, ihr eigenes Leben nie gelebt zu haben, dringen bis zu den Lesenden durch. Gornick, die in den 1970er Jahren zur New Yorker feministischen Front Row gehörte und in Deutschland weitestgehend unbekannt ist (und damit meine ich, dass es keinen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag über sie gibt), hat viel zu sagen und schreibt das mit Liebe zum Detail und viel Reflexionsvermögen über das eigene Gefühlsleben auf. Es ist gut, dass dieses Buch übersetzt wurde. 

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Vivian Gornick wurde am 14. Juni 1935 in Bronx geboren.

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