Vivian Lessing

 2.5 Sterne bei 2 Bewertungen

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Irren ist männlich: ein Liebesroman

Irren ist männlich: ein Liebesroman

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Erschienen am 08.02.2015
Irren ist männlich

Irren ist männlich

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Erschienen am 19.02.2015

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Rezension zu "Irren ist männlich: ein Liebesroman" von Vivian Lessing

Irren ist männlich – und weiblich ^^
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Wenn zwei Autorinnen gemeinsam an einem Roman schreiben, ist das eine besondere Herausforderung. Gelingen die Abstimmungen? Die Übergänge? Oder sind unterschiedliche Handschriften erkennbar? Auf das erste Buch des Autorinnenduos Vivian Lessing war ich also ganz schön neugierig.

INHALT:
Janine ist Steinmetzin, eine junge bodenständige Frau, die Männer nur in ihrem Beruf in ihrer Nähe duldet. Doch dann fährt sie mitten in der hessischen Pampa an einem einsamen Mann vorbei, dessen Anblick sie dazu verleitet, alle Bedenken über Bord zu werfen und anzuhalten.

MEINUNG:
Die beiden Autorinnen haben sich bei dem Buch dazu entschieden, die beiden Protagonisten Janine und Simon aus unterschiedlichen Erzählperspektiven zu schildern. Janine ist in der Ich-Perspektive dargestellt, Simon, der Mann, den sie am Straßenrand aufliest, in der Er-Perspektive. Dennoch ist der Leser in beiden Fällen direkt an der Figur dran und erlebt die Handlung nur aus der jeweiligen Sicht. Dadurch ist immer klar, wer gerade agiert.
Auch sprachlich unterschieden sich die beiden Erzählperspektiven, was mir gut gefallen hat. Simon wird ruhig, sachlich und mitunter neutral geschildert, was sehr gut zu seinem Charakter passt. Er ist Anwalt und – nach Jahren in den USA – damit beschäftigt, sich in Deutschland niederzulassen. Janine kommt zu Beginn ziemlich flapsig, fast übertrieben „chicklitig“ rüber, später wird auch ihre Sprache seriöser und das Autorinnenduo verzichtet auf die direkte Ansprache der Leser. Dieses anfängliche „Ihr wisst schon, wie das ist ...“ hat mich persönlich etwas gestört, weil ich eben nicht so ticke wie Janine. Die gediegenere Version von Janine gefiel mir deutlich besser, weil ich mich in sie einfühlen konnte, ohne von ihr gesagt zu bekommen, wie ich die Dinge zu sehen habe. Trotzdem hat mich die weibliche Protagonistin nicht überzeugt. Ihr Verhalten gegenüber Männern wird mit einem Trauma aus der Schulzeit erklärt, das meines Erachtens nicht so richtig stimmig ist.
Bei den unterschiedlich formulierten Janine-Stellen fragte ich mich die ganze Zeit nach den Gründen. Vielleicht lag es einfach nur daran, dass hier zwei Autorinnen an einer Figur gearbeitet haben, ohne die Stilbrüche letztlich anzugleichen.
Aufgefallen ist mir auch ein Logikbruch, der mich irritiert hat: Im einen Moment ist Simons altes Handy tot (weil Batterie leer), sodass Janine ihn nicht erreichen kann, doch sobald sie ihm das Handy zurückgegeben hat, kann er es anschalten und problemlos mit seiner Mutter telefonieren. Wo kommt plötzlich der Strom her?
Außerdem brüte ich noch immer über dem inhaltlichen Zusammenhang des Titels. Warum ist in dieser Geschichte Irren männlich? Simon ist ein reifer, in sich ruhender Charakter, der keine offensichtliche Entwicklung erfährt – und sie auch nicht braucht, wie ich finde. Janine ist vielmehr diejenige, die sich irrt und bewegen muss, weil es sonst nichts mit der gemeinsamen Zukunft wird. Irgendetwas passt da für mein Gefühl nicht.

WERTUNG:
Die eigentliche Geschichte des Buches gefällt mir sehr gut, ebenso die Dramaturgie und der Spannungsaufbau. Sprachlich dagegen haben mich gerade die Janine-Passagen sowie der Buchtitel nicht überzeugt. Und auch der Logikbruch liegt mir im Magen. Ich denke, die beiden Autorinnen müssen sich noch ein bisschen aufeinander einstimmen, um mich für sich zu gewinnen. Vielleicht mit dem nächsten Buch ... In der Gesamtwertung gibt es für dieses allerdings nur ein „ganz okay“ und drei von fünf Wertungspunkte.
Mein Fazit: eine schöne Geschichte, die sich selbst ein Bein stellt. Schade.

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