Vladimír Votýpka

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Rückkehr des böhmischen Adels

Rückkehr des böhmischen Adels

 (1)
Erschienen am 20.01.2010
Böhmischer Adel

Böhmischer Adel

 (1)
Erschienen am 22.01.2008

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Rezension zu "Böhmischer Adel" von Vladimír Votýpka

Einmal Böhme, immer Böhme ...
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Der böhmische Autor Vladimir Votypka stellte sich in den 1970er Jahren die Frage, was mit den Mitgliedern der Böhmischen Adelsfamilien nach dem Untergang der Donaumonarchie 1918 passiert ist.

Das meiste ist in den Geschichtsbüchern trocken nachzulesen: 


Die meisten der Familien verloren im 20. Jahrhundert mehrfach ihre Besitzungen. Sei es durch die junge Tschechoslowakei, durch Hitlers Nazideutschland, und anschließend durch das kommunistische Regime. Der zarte Hauch des Prager Frühlings 1968 wurde durch die sowjetischen Panzer niedergewalzt. Wer bis zu diesem Zeit auch nur einen kleinen Besitz gerettet hatte, wurde nun zum
Letzten Mal enteignet.

An Hand von einzelnen Familienmitgliedern die so klingende Namen wie Schwarzenberg, Lobkowicz, Mensdorff-Pouilly, Borek-Dohalsky, Kinsky, Schlik, Sternberg, Czernin, Strachwitz, von Bubna und Lititz, Wratislaw, Hruby und Gelenj tragen, versucht der Autor die oft verklärten Ansichten richtig zustellen.

Ein Großteil der Adeligen, die sich als Tschechen sahen, und im Land blieben, wurde verhaftet, ohne Anklage und Verhandlung zu Zwangsarbeit und Gefängnis verurteilt. Ein Großteil der Männer musste im Uranbergwerk Jachymov unter schrecklichen Bedingungen schuften.
Den Kindern wurden der Schulbesuch von Gymnasien und das Studium verweigert. Die Familien wurden mehrmals innerhalb weniger Stunden delogiert. Wertsachen geplündert und vernichtet.
Der Grund war einzig und allein die Zugehörigkeit zum Adel.

Die Recherchen zu diesem Buch fanden oft im Geheimen statt, da seine Gesprächspartner – zu Recht – weitere Repressalien fürchteten. Dennoch wurde Vladimir Votypka von einem Vertreter des Böhmischen Adels zu anderen weitergereicht. Es ist ihm gelungen eine Vielzahl von Personen ausfindig zu machen und die politisch und persönlich so stark bewegten Jahre gemeinsam mit ihnen zu rekonstruieren.

Da ich selbst Mitglieder einer dieser Familien kenne, hat mich dieses Buch sehr bewegt.

Wie es dann nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 mir den Adelsfamilien weitergeht, hat Vladimir Votypka in seinem zweiten Band „Rückkehr des Böhmischen Adels“ anschaulich dargestellt.

http://www.lovelybooks.de/autor/Vladim%C3%ADr-Vot%C3%BDpka/R%C3%BCckkehr-des-b%C3%B6hmischen-Adels-1165990855-t/

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Rückkehr des böhmischen Adels" von Vladimír Votýpka

Wieder zurück auf den alten Familienbesitzungen
Bellis-Perennisvor 3 Jahren

Der tschechische Journalist und Autor, Vladimir Votypka, hat sich vor mehr als dreißig Jahren auf die Spuren böhmischer Adelsfamilien begeben, um deren Geschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu recherchieren.

 Herausgekommen ist eine zweiteilige Chronik. Der erste Teil erschien 2007 unter dem Titel „Böhmischer Adel – Familiengeschichte(n)“.

 Hier liegt nun der zweite Teil dieser Familiengeschichten vor: wie ist es den Familien nach dem Ende der Habsburger-Monarchie im künstlichen Nachfolgestaat der Tschechoslowakei ergangen?

 Viele der Familien sind gleich mehrfach – von den jeweiligen Machthabern – enteignet, verhaftet und/oder vertrieben worden. Nicht wenige wurden mit dem Tod bedroht.

Ein für alle tiefer Einschnitt war die kommunistische Machtergreifung und dann die Zerschlagung des Prager Frühlings 1968. Die meisten Familien flüchteten mit kaum mehr als den Dokumenten. Das letzte Hab und Gut mussten sie zurücklassen. Einige fanden in den Nachbarstaaten Deutschland und Österreich Exil. Dort erwirtschafteten sie wieder Ansehen und manchmal auch nur bescheidenen Wohlstand.

 Erst mit der politischen Wende 1989 schien eine Rückkehr möglich. Als dann 1990 die Restitutionsgesetze erlassen wurden, kehrten die meisten der Vertriebenen in ihre Stammsitze zurück. Doch was fanden sie vor? Devastierte Gebäude, die Einrichtungsgegenstände zerstört oder verschleppt und die Landwirtschaft vernachlässigt.

 Mit dem ihnen eigenen Ehrgeiz Familienbesitz wieder zu neuem Leben zu erwecken, gingen die Söhne und Töchter sowie teilweise auch schon die Enkel daran ihre Familiengüter wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen.

 Der Autor hat viele Interviews mit den Betroffenen geführt.Das Buch gibt uns einen tiefen Einblick in die oftmals abenteuerlichen Lebensschicksale der Familien Mladota, Schwarzenberg, Battaglia, Mensdorff-Pouilly, Dobrzensky, Troskov, Kinsky, Belcredi, Dlauhowesky, Coudenhove-Kalergi, Lobkowicz, Czernin, Kolowrat und Razumovsky.

  Er zeigt uns einen Blick "hinter die Kulissen" von Glanz und Glamour, sachlich mit Empathie und ohne Pathos.

 

 

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