Vladimir Nabokov Die Gabe

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Inhaltsangabe zu „Die Gabe“ von Vladimir Nabokov

"Die Gabe", geschrieben Mitte der dreißiger Jahre in Berlin, ist der neunte unt letzte von Nabokovs russischsprachigen Romanen und, obwohl er auf den ersten Blick als altmodischer realistischer Roman daherkommt, der komplexeste - sein "Portrait des Künstlers als junger Mann", ein Liebesroman, ein Künstlerroman, der Roman einer gelungenen Identitätssuche. Der Held, ein junger Mann aus einer materiell begüterten Petersburger Familie, den die Revolution zum Untermieter in Berlin gemacht hat, findet beides: seinen Stil und seine Frau. Der verliebte Poet trägt den Kopf hoch in den Wolken der russischer Dichtung. Seine publizierten Gedichte genügen ihm nicht mehr; er schreibt eine Biographie seines bewunderten Vaters und gibt sie wieder auf, da sie ihm anmaßend erscheint. "Die Gabe", das "Geschenk" besteht aus dreierlei: es ist eine dichterische Begabung, deren Selbstvergewisserung der Roman beschreibt. Es ist eine Frau, mit dem ein freundlich gesinntes Schicksal den Dichter verkuppelt. Und es ist das reiche Bewusstsein, mit dem ihm das Leben begabt hat und das ihn befähigt, auch unter widrigen Umständen Glück zu empfinden. Dies ist die erste deutschsprachige Ausgabe der "Gabe". Ein ausführlicher Anmerkungsteil geht den vielen Spuren in die russische Kulturgeschichte nach, die der Autor gelegt hat.

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  • Rezension zu "Die Gabe" von Vladimir Nabokov

    Die Gabe
    Steerpike

    Steerpike

    05. October 2008 um 15:48

    Je öfter ich Nabokov lese, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass mir nur die Hälfte seines Werkes liegt. Leider kann man es nicht nach den bekannten Perioden einteilen. Nach dem grandiosen "Leben des Sebastian Knight" (The Real Life of Sebastian Knight")- dem ersten Roman, den er auf Englisch verfasste - war ich angefixt, wechselte dann ins russische Frühwerk - "Einladung zur Enthauptung" (Priglaschenie na kasn') - eine seltsame Erfahrung. Also wieder zurück zum englischen Spätwerk - "Verzweiflung" ("Despair") - eine noch seltsamere Erfahrung. So verstaubten die nächsten fälligen Nabokovs im Regal. Ein Versäumnis, das mir jetzt wieder ganz deutlich vor Augen getreten ist, nach der Lektüre von Nabokovs letztem auf Russisch geschriebenen Roman "Die Gabe" ("Dar"). In dem 600 Seiten und fünf Kapitel umfassenden Erzählwerk wird von dem russischen Emigranten Fjodor Godunow-Tscherdynzev berichtet, der im Berlin der Zwanziger Jahre ein kärgliches Dasein fristet, das er vollständig dem bohèmienhaften Leben und dem Schreiben unterordnet. Nabokov schildert im ersten Kapitel den Einzug Fjodors bei der Zimmerwirtin Klara Stoboi, dann erfahren wir einiges über die Kindheit Fjodors und zwar anhand seiner erfolglos publizierten und etwas unbeholfenen Gedichte. Fjodor stammt aus gutem Hause, ist eigentlich Graf, aber durch die Oktoberrevolution vollständig verarmt und in die Diaspora gezwungen. Sein Vater, dessen Leben das zweite Kapitel skizziert, ist ein berühmter russischer Naturforscher, der die halbe Welt bereist hat und bei Ausbruch der russischen Unruhen in den Weiten Asiens verschwand. Fjodor lebt nun von der Hand in den Mund, gibt Stunden in den zahlreichen Sprachen, die er wegen seiner aristokratischen Erziehung beherrscht, und lehnt gerne auch mal einen Übersetzungsauftrag ab, weil ihm Übersetzungen ins Deutsche so sehr zuwider sind. Überhaupt ist festzustellen, dass Fjodor mit Deutschland nichts anfangen kann (es gibt einen sehr schönen Abschnitt, in dem er in der Straßenbahn sitzt und die ganzen Nachteile der Deutschen aufzählt), sondern dem verlorenen Paradies des zaristischen Russland nachhängt. Ein erstes Romanprojekt über den eigenen Vater scheitert, doch nach einiger Zeit hat Fjodor die grandiose Idee das Leben des russischen Hardcore-Utilitaristen Nikolaj Tschernischevskij nachzuzeichnen, der mit seinem Roman "Was tun?" (Schto delat') und seiner protonaturalistischen Ästhetik zu einem der Säulenheiligen des sozialistischen Realismus wurde. Das vierte Kapitel referiert Fjodors Buch, das erwartungsgemäß voller Spott ist und im fünften Kapitel eine große Debatte in russischen Emigrantenkreisen hervorruft. Nabokov ist sprachlich ein wahrer Meister. Kompositorisch ist er sicher gewöhnungsbedürftig, man muss den verschlungen Arabesken des Denkens seiner Hauptfiguren folgen und sich ab und an darauf einstellen, dass sich die letzten fünf Seiten nicht wirklich zugetragen haben, sondern ein fiktives Gespräch im Kopf Fjodors waren. Nabokov ist außerdem sehr belesen und ein großer Kenner (nicht nur, aber vor allem) der russischen Literatur. Ein ausführlicher Anhang macht die vielen Anspielungen, die sich in dieser Hinsicht in Nabokovs Texten finden bei den Rowohlt Taschenbüchern dankenswerterweise leicht nachvollziehbar. Es schadet aber auch nichts, zusätzlich noch eine russische Literaturgeschichte neben sich liegen zu haben. Über die Berliner Bohème lernt man bei Nabokov nichts, zu sehr ist sein Blickwinkel eingeengt auf die russische Emigrantenszene, die international besser vernetzt ist als mit der ortsansässigen deutschen Kunstszene. Nabokov zu lesen ist immer ein Spiel, es ist nichts für den ökonomischen Leser, nichts für jemanden der keine Exkurse mag. Allerdings sind die Exkurse bei Nabokov fundiert und kurzweilig. Und (s.o.) man sollte natürlich gerade zum Einstieg die weniger symbolhaften Texte erwischen. Vielleicht werden sich mir bei einer Zweitlektüre auch noch die anderen besser erschließen, für den Augenblick bin ich glücklicher mit der süffigen und angenehm dünkelhaften Prosa, wie sie in "Die Gabe" zur Vollendung gebracht ist.

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  • Rezension zu "Die Gabe" von Vladimir Nabokov

    Die Gabe
    Rabenfeder

    Rabenfeder

    27. August 2008 um 20:46

    Lieblingsbuch. Habe es mal im Zug liegen lassen und bin sofort in die Bahnhofsbuchhandlung, um es nachzukaufen - obwohl ich es schon zwei Mal gelesen habe.