Vladimir Nabokov Lolita

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Inhaltsangabe zu „Lolita“ von Vladimir Nabokov

Der vielumstrittene, längst zu Weltruhm gelangte und zweifach verfilmte Roman einer tragischen Passion: Ein Vierzigjähriger verfällt dem grazilen Zauber einer kindlichen Nymphe und erfährt die Liebe als absolute Macht über Leben und Tod.

Sprachliche hervorragend aber der Inhalt ist doch fraglich......

— el_lorene

Sprachlich wunderschön zu lesen und auch thematisch ein Buch das packt.

— papierschmetterling

poetisch, spannend und Literatur die nachwirkt

— Moonwishes

Die ehrliche Geschichte eines Mannes, der sein Leben einem jungen Mädchen gewidmet hat. Grausam und doch irgendwie schön.

— elodie_k

Für mich einer der ganz großen Romane des 20. Jahrhunderts!

— Esse74

Ein Meisterwerk der etwas anderen Art.

— californications

Klassiker. Meisterlich geschrieben. Streitbar.

— MichaelBeisteiner

Ein sehr schöner und philosophischer Schreibstil, aber ich habe Humbert gehasst. Zum Glück bekam er am Ende was er verdiente.🤷

— iamMarii

als Literaturklassiker lesenswert

— buchwanderer

Das Wort Sprachgewalt ist nicht stark genug für das, was einem da nach dem Öffnen des Buches entgegenkommt.

— melvil

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  • Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele

    Lolita

    Laramaria

    01. November 2017 um 18:06

    Vladimir Nabokovs Lolita ist ein Werk, dessen Geschichte mich mit tiefen Gefühlen zurückließ, die gleichzeitig schön und hässlich waren.  Der 40jährige Hubert verliebt sich in die 12jährige Lolita. Allein mit dem Namen gelingt Nabokov ein kleines Meisterwerk, denn die Wahl hätte kaum zutreffender sein können. Lolita verzaubert Hubert auf die erste Sekunde und es entwickelt sich in seinem Inneren geradezu eine Manie, die nur durch ihr Wesen zu stillen ist. Und jetzt kommt das Perfide: Nabokovs schafft es dem männlichen Protagonisten eine Sympathie zu verleihen, welche die eigene Moral anzweifeln lässt. Denn obwohl die Vernunft sich stets zu Wort meldet und ein erklärt, es könne nicht richtig sein und man solle sich selbst schämen, werden Huberts Gefühle verständlich. Man verzeiht ihm also teilweise seine Pädophilie. Zwar ist diese umgeben von Ekel, Schuldzuweisungen und Unverständnis, doch das Verständnis ist stets präsent. Diese Genialität gibt Lolita zurecht die Erlaubnis Teil der großen Weltliteratur zu sein. 

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  • Eindrucksvolles psychisches Porträt

    Lolita

    WendyAleina

    29. May 2017 um 15:59

    Hatten Sie schon einmal MItgefühl mit einem Kinderschänder?Vermutlich nicht. Wer eine Zwölfjährige anbaggert, sich ihre Vormundschaft unter den Nagel reißt, sie entführt und wieder und wieder ihre Abhängigkeit sich gegenüber ausnutzt um sich sexuelle Gefälligkeiten einzufordern, ist doch einfach nur ekelhaft.Und trotzdem findet man sich wieder und wieder bei Nabokovs Lolita dabei wieder, Humbert zu verstehen. Er quält sich doch so! Er ist doch so verliebt! Fast möchte man ihm ein Happy End wünschen.All dies zeigt die eindrucksvolle Macht der Worte und Nabokovs überragendes schreiberisches Talent. Aus der Sicht des Pädophilen schildert er sein Erleben als er der zwölfjährigen Tochter seiner Vermieterin verfällt und, um dieser näher zu sein, sogar die ihm verhasste Mutter ehelicht. Als diese durch einen Unfall umkommt, hat Humbert gänzlich freie Bahn und nutzt dies auch aus. Als Lolita ihm ausbüchst, bricht sein Herz und er durchfährt verzweifelt das Land um sie wiederzufinden.Ein wirklich beeindruckender Roman, den Nabokov als muttersprachlicher Russe auf Englisch verfasste. Habe das Buch in Englisch und Deutsch gelesen und war bei beiden Versionen von der sprachlichen Eleganz und dem Spiel mit den Worten und Bildern fasziniert. Ein gruseliges Buch, das einen schaudern lässt, wenn man sich vorstellt, WAS eigentlich de facto passiert, was Humbert hinter seinen romantisch-verklärten Beschreibungen eigentlich verbirgt. Ein fantastisches Werk.

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    • 2
  • Ein Buch - viele Gedanken

    Lolita

    Amant

    09. December 2016 um 11:12

    Ein Buch, welches zum Nachdenken über die Liebe und die Sexualität anregt.

  • Lolita - die Geschichte eines Pädophilen

    Lolita

    Moonwishes

    08. December 2016 um 13:09

    Humbert Humbert ist pädophil. Er schaffte es immer seine Neigungen zu verstecken und sich nicht an Kindern zu vergehen. Doch dann begegnete er seiner Lolita. In sie verliebte er sich auf den ersten Blick und war ihr gänzlich verfallen. Um bei ihr bleiben zu können heiratete er die Mutter von Lolita, die tragischerweise kurz nach der Hochzeit bei einem Unfall stribt. Daraufhin reist er mit Lolita durch Amerika.Obwohl man es schnell vermutet, ist dieses Buch nicht getrieben von Sensationslust und einer sexuellen Erzählung nach der anderen.Dieses Buch hebt sich ab durch seine poetischen Anklang, die Erzählungen der Reise führen einen mit in seinen Alltag und das Leben mit diesem Kind.Das besondere war, dass der Leser immer in einer kritschen Rolle gehalten wird, die er auch nur selten verlassen kann. So kann jeder Leser sich die Charaktere aneignen und seine eigene Meinung entwickeln. Und trotz der beobachtenden Rolle des Lesers, kann dieser Emotionen wie Verwirrung, Freude, Liebe, Abscheu und einer Art des genervt-seins erleben. Es ist wirklich ein tolles Buch und keiner braucht Angst haben durch das lesen selbst etwas derartiges wie Lust zu empfinden.Besonders interessant fand ich das letzte Kapitel des Buches, in dem der Autor erzählt wie schwierig es war das Buch zu verfassen und es danach an einen Verlag zu verkaufen.Das Problem hierbei war dass die Verläge entweder mehr sexuelle Szenen  haben wollten oder das Buch ablehnten, da sie befürchteten sie würden im Gefängnis landen.Ebenso interessant fand ich, dass der russische Autor seine ersten Versuche in russisch und das richte Werk dann in englisch verfasst hatte. Publiziert wurde es dann in französisch. Der Autor scheint ein wahres Sprachgenie gewesen zu sein. Denn seine Sprache ist einfach wunderschön.Ich bin froh dass der Autor noch einen Verlag gefunden hat, denn dieses Buch ist in der Literatur sehr wichtig und zählt für mich zu Klassikern die unbedingt einmal gelesen werden müssen!

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  • Der Klassiker schlechthin!

    Lolita

    Esse74

    15. October 2016 um 18:07

    Wenn man "Lolita" heutzutage zum ersten Mal liest, mag es einem seltsam erscheinen, wie man diesen Roman seinerzeit verteufelte und, daß er in vielen Ländern noch verboten ist. Die Geschichte von dem alternden Professor, der sich in die pubertierende Tochter seiner Vermieterin verliebt und alles dafür tun würde, um mit dem Mädchen zusammenzusein, war damals ein Skandal. Ich finde aber, daß Nabokov das Thema sehr "sanft" behandelt, denn eigentlich zelebriert er nie eine sexuelle Handlung, sondern bleibt eher spärlich. Man hat mehr das Gefühl, daß Humbert Lolita vergöttert, aber seine "Nymphe" wird umgarnt, verwöhnt- und nicht plump sexuell. Hier lässt Nabokov eher gedanklichen Spielraum und ich muss sagen, daß beide Verfilmungen nicht an das Buch heranreichen, in dem dem Leser mehr gedanklicher Handlungsspielraum gelassen wird. Humberts Abhängigkeit von Lolita hätte auch mit einer gleichaltrigen Frau stattfinden können, aber es ist der Charme der Jugend, die ihn betört und ich denke, weniger ihr Körper (was viele falsch deuten), als Lolitas Unbefangenheit und ihr unbekümmertes Wesen.

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  • "Lolita" von Vladimir Nabokow

    Lolita

    dot

    30. August 2016 um 19:31

    "Lolita" ist ein umstrittener Roman von Vladimir Nabokov, dessen Geschichte über den Pädophilen Humbert Humbert den Begriff des "Lolitakomplex" prägte. Humbert Humbert, der wegen Mordverdacht an dem Schriftsteller Clare Quilty im Gefängnis sitzt, bringt dort rückblickend seine Erinnerungen an seine Taten zu Papier. Als er ab 1947 bei der ihm schöne Augen machenden Charlotte Haze zur Untermiete wohnt, lernt er die 12-jährige Dolores Haze kennen und glaubt, sich schlagartig in sie verliebt zu haben. Er ist überwältigt und innerlich zerrissen von der Anziehung, die von ihr auszugehen scheint und schreibt seine Gedanken in ein Tagebuch. Um "Lolita" näher sein zu können, heiratet er ihre Mutter Charlotte, die eines Tages sein Tagebuch findet. Kurz darauf kommt sie bei einem Autounfall ums Leben. Humbert Humbert gerät mehr und mehr in einen Wahn, als die etwas frühreife Lolita seine "Gefühle" zu erwidern scheint. Als sie mit dem Auto quer durch die USA fahren, glaubt er bereits endlich mit ihr zusammen sein zu können. [...]"Lolita" ist nicht ohne Grund ein sehr umstrittener Klassiker, der dem Leser authentisch das zerstörerische Ausmaß der Pädophilie verdeutlicht und ihn zutiefst verstört zurücklässt.

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  • Schund oder Meisterwerk?

    Lolita

    Bea1002

    "Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta." Lolita ist ohne Zweifel ein Klassiker der Weltliteraturgeschichte, obwohl es sicherlich so manchen potenziellen Leser durch ein klares Tabuthema abschreckt. Ein kurzer Klappentext Der vielumstrittene, längst zu Weltruhm gelantge und zweifach verfilmte Roman einer tragischen Passion: Ein Vierzigjähriger verfällt dem grazilen Zauber einer kindlichen Nymphe und erfährt die Liebe als absolute Macht über Leben und Tod. Gleich zu Beginn erfährt der Leser, dass der Ich-Erzähler namens Humbert Humbert (H. H.) im Gefängnis sitzt. Sich in Inhaftierung befindend verfasst er ein Buch über sein Leben bis zu dem Moment seiner Festnahme und überreicht das Manuskript seinem Anwalt, der es veröffentlichen soll. Diese "Art einer Biographie" bekommen man im Anschluss an das Vorwort zu lesen. Aber worum geht es denn nun eigentlich? Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Teil 1 - Der 1910 in Paris geborene H.H. verbringt im Alter von zwölf Jahren den Sommer mit seiner ersten großen Liebe Annabel Leigh, nichtsahnend, dass er sie nur kurze Zeit später aus heiterem Himmel verlieren wird. Rückblickend vermutet H.H. seine junge Liebe zu Annabel als den Ursprung für seine späteren Neigungen. Denn obwohl er mehr als nur einmal verheiratet ist, kann er keiner seiner Frauen wahre Liebe entgegenbringen. Sein Herz schlägt nämlich in aller Heimlichkeit für die kleinen "Nymphetten" dieser Welt. Als Nymphette bezeichnet er Mädchen im Alter von neun bis vierzehn Jahren, die sich durch "Koboldgrazie, den angreifbaren, verschmitzten, seelenzerrüttenden, heimischen Zauber [...] von ihren Altersgenossen unterscheide[n], [...] [sich] ihrer mythischen Macht selbst nicht bewusst". Humbert lässt den Leser an seiner Gefühlswelt teilhaben und beschreibt mit außerordentlicher Emotionalität das Ausmaß der Erschütterung, den der erste Anblick der damals zwölfjährigen Dolores, in ihm auslöst. Ab diesem Moment im Jahr 1947 hat er für andere Nymphetten lediglich flüchtige Blicke übrig, denn seine Leidenschaft und spätere Liebe gilt einzig und allein seiner Nymphette, seiner Lolita. Teil 2 - Im ersten Teil des Buches erhält man den Eindruck, dass H.H. kein besonders sesshafter Mensch zu sein scheint. Diese Annahme wird im zweiten Teil des Buches bestätigt, denn Humbert beschreibt in sehr detaillierter Form die Reise, die er und Lolita zwei Jahre lang quer durch die USA unternehmen. Sie nächtigen in zahlreichen Motels, Hotels und Ferienwohnungen, wobei die Aufenthalte in ihrer Dauer variieren und die zwei sich fortan als Vater und Tochter Haze ausgeben. Im Jahr 1949 findet die Reise ein abruptes Ende und H.H. fasst einen folgenschweren Entschluss, der ihn letztendlich hinter Gittern bringen wird. Wie ist dieses Werk zu bewerten? An dieser Stelle scheiden sich die Geister. Ein Blick auf Amazon zeigt, dass Nabokovs Werk die Leserschaft spaltet. Von "ekelhaft" bis "meisterlich" ist die komplette Meinungspalette vertreten. Noch nie war ich von einem Buch derartig angewidert und fasziniert zur selben Zeit. Ein ewiger Zwiespalt, der mich das gesamte Werk über begleitete. Nabokov schafft es, Humberts Einstellungen, Gefühle und Beweggründe so glaubwürdig darzustellen, dass der Leser den Eindruck erhält, eine tatsächlich existierende Biographie zu lesen. An mancher Stelle fragt man sich, ob der Autor eigene Empfindungen hat einfließen lassen, was er jedoch zu jeder Zeit vehement dementierte. Es scheint, als wolle H.H. sich mit seiner Biographie gegenüber den Geschworenen und der Öffentlichkeit für seine Tat(en) rechtfertigen. Es macht den Anschein, als hoffe er auf Verständnis und Mitgefühl. So fordert er an nicht wenigen Stellen den Leser direkt dazu auf, "sich das vor[zu]stellen" oder "sich einmal in diese Lage [zu] versetzen". Dieser Aufforderung nachzukommen fiel mir allerdings sehr schwer. So gab es zahlreiche Stellen, die mich erschaudern ließen, da Humbert nicht davor zurückschreckte den Leser über das Ausmaß seiner pädophilen Neigung zu informieren. Teilweise bis ins kleinste Detail gehend beschrieb er die Nymphetten und seine unbändige Leidenschaft, die durch diese entfacht wurde. Trotzdem möchte ich gern von einem Meisterwerk aus Nabokovs Feder sprechen. Obwohl die Thematik nur schwer zu schlucken ist, konnte ich die Geschichte nicht zur Seite legen. Nabokov verleiht Humbert einen einzigartigen Stil mit Worten Bildern zu malen. Er spielt mit ihnen und schafft seine eigene Art der Sprache, unter anderem auch durch wiederholte Verwendung von Neologismen. So schreibt er zum Beispiel: "Psychoanalytiker umwarben mich mit Pseudoliberationen von Pseudolibidiotien." An H.H.'s Gedankenwelt darf der Leser teilhaben, wohingegen Lolita ausschließlich aus der Sicht Humberts beschrieben wird. So manches Mal fühlte ich mich wie im Regen stehen gelassen, da ihre Handlungen teilweise irrational erschienen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass ihr Verhalten der subjektiven Meinung H.H.'s entspringt. Eine Verzerrung der Tatsachen ist daher nicht auszuschließen und sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden. Das Schicksal Lolitas hat mich erschüttert, wenn ich ihr Leben mit meiner unbeschwerten Kindheit und Jugend vergleiche... Fazit Um Lolita durchlesen zu können, braucht man ein relativ dickes Fell. Es ist aufgrund der Thematik kein Buch für jedermann, kann allerdings durch den malerischen Schreibstil Nabokovs überzeugen. Würde ich es noch einmal lesen? Auf jeden Fall! Würde ich es weiterempfehlen? Mit Sicherheit! Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen überzeugen dieses Buch zu lesen oder es zumindest in Erwägung zu ziehen. Für mich ist es eine Bereicherung und ich freue mich, es fortan in meinem Regal stehen zu haben. www.storyofbea.blogspot.de

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    • 3
  • Zerstörende Besessenheit…

    Lolita

    buchwanderer

    14. November 2015 um 14:57

    „Nichts ist grausamer, als ein vergöttertes Kind.“ (S.184) Zum Inhalt: Humbert Humbert, seineszeichens Literaturwissenschafter, ist des Mordes angeklagt. Des Mordes an seinem Nebenbuhler um die Gunst seiner Lolita. Er schreibt den Text als Geständnis, als Aufarbeitung der Ereignisse rund um die sehr einseitige Liebesbeziehung zu Lolita, die 1947 begann. Damals lernte er das zwölfjährige Mädchen kennen als er zur Untermiete bei Charlotte Haze einzog, welche er einige Zeit später ehelicht. Seit frühester Jugend bereits zieht es Humbert zu kindhaft jugendlichen Mädchen, die er im Gegensatz zu den anderen als Nymphchen bezeichnet und deren archätypische Ausformung er im wahrsten Sinne des Wortes in seiner Lolita  verkörpert sieht. Nach dem Tod von Charlotte bei einem Autounfall, glaubt Humbert nun seinem Glück mit Lolita stünde nichts mehr im Wege. Die Erkenntnis, dass er jedoch mehr und mehr zur Marionette dieses bei weitem nicht so unschuldigen Nymhpchens wird, nagt immer mehr an seinem Selbstwertgefühl, an seinem Selbstbild, seiner Person und treibt ihn zu einem nicht nur emotional unsteten Leben, was sich äußerlich in einer neunmonatigen Fahrt durch die USA niederschlägt, stets auf der Hut vor Moralisten, Spießbürgern und der Staatsgewalt. Hierbei zieht Lolita immer wieder gekonnt die psychologischen Daumenschrauben fester, sobald eine Nachlassen der Aufmerksamkeiten ihres „Geliebten“ droht oder er ihren Wünschen nicht zu entsprechen gedenkt. Letzten Endes verlässt Lolita Humbert eines Tages und trotz intensiver Suche scheint sie für ihn nicht mehr auffindbar, was man als Allegorie für das Fortschreiten der Zeit und dem unwiederbringlichen Enden der Jugend Lolitas ansehen kann. Um die Tragik der Lebenslinien herauszuarbeiten, lässt Nabokov seinen Hauptcharakter Humbert die Geliebte wieder sehen. Mittlerweile verheiratet, schwanger und in finanziellen Nöten bittet sie ihn um Unterstützung, die er auch gewährt, erkennend dass zur Zerstörung ihrer beider Leben er einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet hat. Fazit: Sie ist verstörend, die Geschichte der Beziehung zwischen Lolita und Humbert Humbert. Verstörend aus moralischen Gesichtspunkten, aus soziologischen Erwägungen und in ihrer literarisch handwerklichen Ausführung. Empfindet man im ersten Teil noch H.H. als denjenigen, der die sprichwörtlichen Fäden in Händen hält, wird man, ebenso wie H.H. selbst, durchdringend schnell eines Besseren oder vielmehr Anderen belehrt. Dieses schwärend Andere, sich in dem Getrieben-Sein Humberts äußernde vereinnahmt nicht nur die Charaktere Humberts und Lolitas, sie zieht auch den Leser in den Strudel der Geschehnisse hinein, ohne ihm den seichten oder leichten Ausweg moralische platter Vorurteile als Ausweg aus dem Dilemma anzubieten. Nabokov will eben diesen moralischen Zeigefinger keinesfalls erhoben wissen. Wer diesen im Text zu finden vermeint, trug ihn selbst hinein, herauslesen lässt er sich nicht. „Es gibt sanfte Seelen, die Lolita als bedeutungslos bezeichnen würden, weil sie keine Lehre daraus ziehen können. Weder lese noch schreibe ich didaktische Prosa, und trotz der Versicherung John Rays hat Lolita keine Moral im Schlepptau. Für mich existiert ein Werk nur in dem Maße, wie es mir das gewährt, was ich rundheraus als ästhetisches Vergnügen nennen möchte – ein Gefühl, irgendwie, irgendwo mit anderen Seinsumständen in Berührung zu sein, bei denen Kunst (Neugier, Zärtlichkeit, Leidenschaft) die Norm ist.“ (S.347)

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  • Lolita

    Lolita

    sweetpiglet

    05. October 2015 um 15:18

    Meine Meinung: Dieser Roman ist nicht ohne Grund so stark umstritten, denn er behandelt ein Thema das sich über die Jahre hin weg als absolutes Tabu in der Gesellschaft etabliert hat: das Verlangen eines Erwachsenen nach einem jüngerem Kind. Später wurde dieses Verhalten sogar durch den Titel des Romans geprägt und klassifiziert als Lolitakomplex. Es ist also verständlich wieso Nabokov in den 1950er Jahren mehrere Verlage anschreiben musste um endlich einen zu finden, der sein Buch verlegt. Humbert Humbert ist der Protagonist in unserem Buch, ich habe während des gesamten Buches nur bedingt verstanden was genau er eigentlich beruflich macht. Mal unterrichtet er an der Universität, dann ein anderes Mal unternimmt eine Forschungsreise in den kalten Norden. Aber für die Handlung entscheidend ist nichts von dem. Was wir von Anfang wissen ist, dass er dieses Buch rückblickend schreibt, in einer Gefängniszelle. Wieso er dort einsitzt ist uns als Leser noch unklar, und das fand ich sehr interessant, denn man denkt ja, dass er wegen der Verführung  Lolitas einsitzt, aber immer wieder kommen dem Leser zweifel, ob das überhaupt der Fall ist. Von einem ganz anderem Schlag ist Lolita. Sie lernen wir erst später im Buch kennen, da Humbert Humbert noch einige Schritte auf seinem Weg brauch um zu ihr zu gelangen. Lolita war für mich von Anfang ein sehr schwierige und interessanter Charakter. Das Problem bei der Einschätzung ihrer Person liegt darin, das wir sie nur mit den Augen von Humbert Humbert sehen, und keine allgemeine Sicht haben. So wirkt sie frech, offen, freischnäuzig, zickig und aufbrausend. Ihr Schicksal ist das was den Leser am meisten berührt und fassungslos zurück lässt. Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil bezieht sich darauf, wie Humbert Humbert und Lolita "zusammenfinden" und ihre Reise starten. Der zweiten Teil stellt dann eher die Katastrophe des ganzen dar, also wie das Blatt sich wendet, aber ich möchte nicht  zu viel verraten. Rückblickend muss ich sagen, dass mir dieses Buch wirklich gefallen hat, und es unglaublich interessant war in die Geschichte einzutauchen. Wie der Protagonist unser Weltbild mit seinem verschiebt und so die Beziehung als legitim interpretiert, laut ihm gab es ja auch im Altertum Beziehungen zwischen jungen Mädchen und erwachsenen Männern, und es sei sowieso Ansichtssache ab wann man als Erwachsen gilt. Zudem ist die Geschichte unglaublich facettenreich, wir erleben so viel und machen einige Stationen und Jahressprünge mit. Zum Schluss sei noch gesagt, dass auch der Schreibstil angenehm zu lesen war, und gut verständlich. Fazit: Nicht ohne Grund ist dieses Werk ein vielumstrittener Klassiker. Obwohl unsere Generation dieses Art der Beziehung ablehnt beobachten wir fasziniert und interessiert wie der Protagonist sich in Lolita verliebt. Durch die vielen Stationen innerhalb der Geschichte verliert das Buch nie an Spannung oder Unterhaltungswert. Von mir gibt es eine Leseempfehlung, an diejenigen, die auch mal ein solchen verruchten Klassiker widmen wollen.

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  • Wortgewaltig. Verboten. Wunderschön.

    Lolita

    HannaLittra

    30. September 2015 um 02:47

    Faszinierend und Verstörend zugleich nimmt Lolita uns mit auf eine Reise, nicht nur quer durch Europa und die USA, sondern auch durch die Abgründe unserer Seele.

    Keine leichte Kost, aber eine, die sich lohnt!

  • Lolita

    Lolita

    IvWa

    25. April 2015 um 10:27

    Zutiefst traurige Geschichte eines amerikanischen Girls, umhüllt  von der Zarenrobe der großen russischen Erzählkunst. Atemberaubend!

  • Rezension zu "Lolita" von Vladimir Nabokov

    Lolita

    orangenmaedchen

    17. August 2014 um 14:18

    Inhalt: Der vierzigjährige Humbert hat eine krankhafte Faszination für junge Mädchen. Er kann sich dem Charme von kleinen „Nymphchen“, wie er sie liebevoll nennt, einfach nicht entziehen. Als er Bekanntschaft mit der zwölfjährigen Lolita macht, wächst seine Sehnsucht ins Unermessliche. Um Lolita bei sich zu wissen, heiratat er ihre Mutter. Als diese auf tragische Weise ums Leben kommt, sieht Humbert sich am Ziel seiner Träume. Er nimmt Lolita in seine Obhut und fährt mit ihr von nun an quer durch Amerika. Die kleine Lolita wird zu seiner Geliebten und die frühreife Zwölfjährige weiß dies durchaus auszunutzen. Als Humbert sich zunehmend in seine Gefühle für Lolita hineinsteigert und anfängt, sie nahezu wahnhaft zu vergöttern, nimmt das Unheil jedoch seinen Lauf… Meinung: Vladimir Nabokovs Roman ist mit Sicherheit keine leichte Kost und auch kein Buch für zwischendurch. Die Geschichte, die dem Leser als Rückblende aus Sicht von Humbert erzählt wird, ist auf der einen Seite tabubehaftet, erschreckend, abstoßend und nahezu angsteinflößend, auf der anderen Seite aber auch total faszinierend, emotional und berührend. Der Schreibstil ist meiner Meinung nach ganz hohe Kunst. Der Sprache ist sehr reichhaltig, bildlich und voll von Metaphern und künstlerischen Umschreibungen. Trotz einiger etwas langatmiger Passagen lässt sich das Buch relativ schnell und flüssig runterlesen. Allerdings musste ich beim Lesen einige Pausen machen, um die doch sehr schwere Thematik zunächst etwas sacken zu lassen. Als Leser taucht man Schritt für Schritt in Humberts kranke Fantasiewelt ein. Während er sich zunächst danach sehnt, Lolita näher zu kommen, sie zu berühren, mit ihr zusammen zu sein, steigert sich sein Verlagen im Verlauf der Geschichte zu einem regelrechten Wahn. Humbert möchte Lolita besitzen. Er überwacht, kontrolliert und manipuliert sie. Sie gehört ihm und seine Eifersucht und seine Verlustängste nehmen nahezu paranoide Ausmaße an. Auf der einen Seite ist es erschreckend, schockierend, zum Teil fast schon ekelerregend, von welchen krankhaft pädophilen Fantasien sich Humbert leiten lässt und wie er immer wieder versucht, sein Verhalten zu rechtfertigen, auf der anderen Seite spürt man aber auch, wie sehr er leidet, wie zerissen er ist von seinem Verlangen und wieviel Schmerz in ihm steckt. Ich denke, die Geschichte zeigt eindrucksvoll, was für furchtbare Fantasien in den Köpfen von Pädophilen so herumgeistern, verdeutlicht aber auch, mit was für einem immensen Leidensdruck diese Störung verbunden ist. An der ein oder anderen Stelle kann man fast schon Mitleid mit Humbert bekommen. Manchmal hätte ich mir gewünscht, man würde auch einen kleinen Einblick in Lolitas Sichtweise bekommen, aber in der Geschichte bleibt sie für den Leser leider nur das geheimnisvolle kleine „Nymphchen“, dessen Gedanken und Gefühle sich nur erahnen lassen. Wahrscheinlich macht gerade das die Geschichte aber auch aus. Fazit: Für mich persönlich ein Meisterwerk, vor allem auf sprachlicher Ebene. Allerdings auch eine sehr schwierige Thematik und für zartbesaitete Leser wahrscheinlich eher ungeeignet.

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  • Ein Klassiker, der niemals aus der Mode kommt

    Lolita

    sarah9999

    17. April 2014 um 21:38

    Ein älterer Mann verliebt sich unsterblich in ein 12jähriges Mädchen - auf ersten Blick scheint klar zu sein, wie man die Geschichte zu betrachten hat. Umso erstaunlicher ist es, wie es Nabokov gelingt, uns erstmals eine ganz neue Sicht auf das eigentlich eindeutig anmutende Thema Pädophilie zu schenken und uns nicht nur mit seiner gewaltigen Sprache in seinen Bann zieht, sondern uns tatsächlich Sympathie und vielleicht sogar Verständnis für den armen Humbert empfinden lässt. Hummy, für den es nichts gibt, das er nicht für seine bezaubernde Lolita tun würde.

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  • Lieben und Leiden

    Lolita

    rumble-bee

    23. November 2013 um 12:57

    "Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele: Lo - li - ta." Immer noch, auch bei der mittlerweile zweiten Lektüre, haut mich dieser Beginn völlig aus den Socken, und trifft mich irgendwo zwischen Magengrube und Herz. Diese Zeilen kennzeichnen auch die ganze Zwiespältigkeit des Buches. Als Leser schwankt man ständig zwischen emotionaler Betroffenheit und abgrundtiefer Verdammung. Gerade das, zusammen mit der sprachlichen Kunstfertigkeit, macht für mich den Weltrang dieses tabubrechenden Klassikers aus. Ein 40jähriger, der sich in eine 12jährige verliebt, und deren Mutter heiratet, um ihr nahe zu sein. Nach dem überraschenden Tod der Mutter schnappt er sich das Kind, reist mit ihm quer durch Amerika, nutzt es aus, spioniert ihm nach, liebt, leidet, rast. Mal ganz abgesehen von den moralischen Fragen, kann so etwas einfach nicht gut gehen. Es endet dramatisch, und "Humbert Humbert" schreibt seinen Bericht als Rückblick, während er bereits im Gefängnis sitzt. Für mich ist das der genialste Kunstgriff des Autors überhaupt. Die Rückblick-Technik, zusammen mit dem verschrobenen Charakter des Pädophilen, führen zu einer Ausdrucksweise, die es in sich hat. Humbert fährt alle ihm möglichen sprachlichen und rhetorischen Kunststücke auf, rechtfertigt sich, umspielt, beschreibt, witzelt. Ich bin sicher, man könnte das Buch zehnmal lesen, und hätte immer noch nicht alle Sprachspielereien, Anagramme etc. gefunden...! Großartig auch, dass er eigentlich "alles" sagt, ohne einen einzigen vulgären oder pornographischen Ausdruck zu verwenden. Genial gemacht! Gleichzeitig ist das Buch aber auch eine überaus beißende, satirische Darstellung des amerikanischen Mittelstandes der 50er Jahre. Bitterböse, aber zutreffend! Als ich das Buch als Teenager zum ersten Mal las, blieb ich an der Oberfläche, und las rein auf den Plot, das Tabu und die Auflösung hin. Mittlerweile traue ich mich aber zu sagen, dass das Buch für mich eben auch eine Liebesgeschichte ist. Wenngleich auch eine, die fürchterlich verläuft, und noch fürchterlicher endet. Aber Humbert Humbert hat seine Dolly wirklich geliebt, und merkt dies erst, als es zu spät ist. Letztlich schimmert in der Gefängniszelle auch so etwas wie Selbstkritik durch, und eine abgrundtiefe Sehnsucht nach dem Möglichen und Verlorenen. Das berührt mich grundsätzlich sehr... Ein Teil von mir hat sich Humbert Humbert genähert, seine Qual nachvollzogen. Im Grunde ist dieser Mann schon zu Lebzeiten bestraft gewesen. "Lolita" macht für mich deutlich, was nur wahre Kunst zu schaffen imstande ist: gleichzeitig aus zwei Perspektiven zu sehen, ohne eine davon zu verabsolutieren. Meine Sünde, meine Seele: Lo. Li. Ta.

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  • Weltliteratur!

    Lolita

    Bibliomania

    30. April 2013 um 12:44

    Wladimir Nabokov, ein Künstler der Sprache, befasst sich in seinem Buch "Lolita" mit einem absoluten Tabu-Thema: Die Liebe zu einem 12-jährigen Kind. Im pubertären Alter lernt Humbert Humbert in einem Sommerurlaub ein Mädchen kennen, in das er sich Hals über Kopf verliebt. Noch vor Ende des Sommers stirbt das Mädchen jedoch an einer Krankheit. Seitdem ist Humbert Humbert auf der Suche nach diesen Gefühlen, dieser Leidenschaft und projiziert diese Gefühle auf das Nympfchen Dolores Haze. Zu der Zeit ist Humbert allerdings schon 40 Jahre alt. Um seiner "Lolita", wie er sie von Anbeginn nennt, nah zu sein, heiratet er ihre Mutter. Sie kommt um, sodass Humbert nun seine Lolita für sich hat und mit ihr durch Amerika reist. Lolita ist eine freche, vorlaute Göre, die es fausdick hinter den Ohren hat. Sie merkt sofort, dass Humbert ihr Avancen macht, eindeutige Zärtlichkeiten schenkt und führt ihn an der Nase herum. Ein phantastisches Buch, bei dem es kein Wunder ist, dass Nabokov in den prüden 50er Jahren das Buch in den USA nicht gleich 1950 veröffentlichen konnte, soindern 8 Jahre darauf warten musste. Insbesondere die französischen Sätze und Worte, die immer wieder im Verlauf der Geschichte auftauchen, beschreiben die "amour fou" besonders authentisch. Ein absolut lesenswertes Buch!

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