Vladimir Nabokov Pnin

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Inhaltsangabe zu „Pnin“ von Vladimir Nabokov

Nabokovs Geschichte aus dem Jahr 1957 vom Scheitern des hochgelehrten Slawisten Professor Timofej Pnin an einer kleinen Oststaaten-Universität Nordamerikas ist eines der komischsten und melancholischsten Bücher dieses Jahrhunderts. Im Kleide der Sanftmut treibt erzählerische Schonungslosigkeit den Helden seinem Untergang entgegen. Michael Maar hat Nabokovs berühmtesten Roman mit Pnin verglichen: -Lolita zeigt ihre Raffinesse; Pnin versteckt seine. Trotzdem gehören beide so eng zusammen wie das Paar, dem Nabokov (1899 - 1977) im Nachwort Lolitas die Ringe reicht: Humor und Metaphysik. Nicht in dem Sinn aber, daß Lolita für die Metaphysik aufkommt und Pnin sich um den Humor zu kümmern hat. Mißverstandener Pnin! Es ist Zeit, ihn als das zu würdigen, worauf er in seiner Bescheidenheit nicht selbst hinweist. Pnin hat nicht weniger Geheimnis als sein Schwesterwerk Lolita. Als schöner und komischer Roman ist er anerkannt. Als tiefes und abgründiges Meisterwerk steht er der Entdeckung offen.

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  • Rezension zu "Pnin" von Vladimir Nabokov

    Pnin

    Beagle

    16. March 2013 um 19:17

    Professor Pnin ist aus Russland. Was man unweigerlich an seinem starken Akzent feststellen lässt. An der Universität einer (von Nabokov erfundenen) Kleinstadt im Nordosten der USA lehrt er ein paar Studenten seine Muttersprache, womit er zufrieden ist. Denn Pnin ist ein genügsamer Mensch: er lebt in Zimmern zur Untermiete, die er jedes Jahr wechselt und er braucht auch nicht viele Dinge im Leben, um glücklich zu sein. Nur mit seinen Mitmenschen ist es so ein Problem. Während Pnin meint, sie würden ihn mögen, reißen sie hinter seinem Rücken Witze über das Englisch, das er spricht. Mit Pnin hat Vladimir Nabokov einen Charakter erschaffen, der in seiner Art einzigartig und vor allem liebenswert ist. Immer wieder stolpert Pnin in kleine Alltagsfallen und auch durch Nabokovs Erzählstil selbst, kommt man unweigerlich immer wieder ins Schmunzeln. "Der Bach in der Rinne hinterm Garten, der sonst die meiste Zeit über ein schüchternes Geriesel war, war heute ein lauter Wildbach, der sich dabei überschlug, begierig der Schwerkraft nachzukriechen, während er durch Korridore von Buchen und Fichten die Blätter des letzten Jahres und einige blattlose Äste talwärts beförderte, dazu einen nagelneuen, unerwünschten Fußball, der vor Kurzem vom abschüssigen Rasen ins Wasser gerollt war, nachdem Pnin sich seiner mittels Fenstersturz entledigt hatte." (S. 133 unten)

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  • Rezension zu "Pnin" von Vladimir Nabokov

    Pnin

    Alexander_Bally

    07. October 2011 um 10:45

    Ein scheinbar einfaches Buch um einen liebenswerten Sonderling: Einen Exil-Russen in den USA der 50ger Jahre, der sein Leben fristet, indem er an einer kleinen Hochschule "Luxusveranstaltungen" halten darf: Kaum besuchte Russischkurse. Timofei Pnin ist ein unglücklich veranlagter Mann, einsam und fremd in seiner neuen Heimat und immer wieder neu bedroht von der Tücke des Objekts, von seiner Übervosichtigkeit und von seiner Wehrlosigkeit, wegen der er immer wieder ausgenutzt wird. Dennoch ist er ein ein liebenswerter, schrulliger Gelehrter der sich trotz seinem Hang zu immer neuen Tragödien ein bewundernswerte Heiterkeit des Gemüts bewahrt hat. Das Buch zeigt Pnin in immer neuen Szenen, die zusammen die langsam und bedächtig zeigen, wie Pnin allmählichen beginnt, in seiner neuen Heimat Wurzeln zu treiben und heimisch zu werden. Am Ende, das in mehrfacher Art kunstvoll gelungen ist, aber bleibt Pnin, was er ist: Einer, den das Unglück verfolgt, der verliert, was er aufgebaut hat und der dennoch - unerschütterlich optimistisch wie ein Stehaufmännchen - an seinem Verlust nicht zerbricht. Der Text besticht durch wunderbaren Sprache, exakt, originell und voller Witz, der nie plump wird. Auch wie Nabokov nach und nach Pnins komplette Lebensgeschichte dem Leser nebenbei und mühelos unterjubelt, verdient höchste Bewunderung. Doch ganz besonders der Plot hat es mir angetan. Hier gelingt es Nabokov, die Geschichte zu einem Ring zu schmieden: Der Anfang entpuppt sich als das Ende ... oder das Ende als Anfang.

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