Vladimir Vertlib

 4 Sterne bei 43 Bewertungen
Vladimir Vertlib

Lebenslauf von Vladimir Vertlib

Einzelschicksale und Romane mit viel Witz und Ironie: Vladimir Vertlib wurde am 2. Juli 1966 in dem heutigen St. Petersburg geboren. 1971 emigrierte er über Zwischenstationen in Israel, Österreich, Italien, den Niederlanden und den USA schließlich 1981 zusammen mit seinen Eltern endgültig nach Österreich. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Wien und arbeitet seit 1993 als freiberuflicher Autor. Für sein Werk wurde ihm unter anderem der Chamisso-Förderpreis und der Österreichische Förderungspreis für Literatur verliehen. Sein Debütroman "Abschiebung" ist 1995 erschienen. Sein Roman „Lucia Binar und die russischen Seele“ erschien 2015 und stand auf der Longlist beim Deutschen Buchpreis. Seine Werke wurden schon in mehrere Sprachen, unter anderem ins Russische, Italienische, Tschechische und Slowenische übersetzt. Vertlib lebt in Salzburg und Wien und veröffentlicht Romane, Erzählungen, Essays und Artikel für Zeitungen und Zeitschriften.

Alle Bücher von Vladimir Vertlib

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Lucia Binar und die russische Seele

Lucia Binar und die russische Seele

 (18)
Erschienen am 07.07.2017
Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur

Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur

 (7)
Erschienen am 01.01.2003
Zwischenstationen

Zwischenstationen

 (6)
Erschienen am 01.06.2005
Am Morgen des zwölften Tages

Am Morgen des zwölften Tages

 (3)
Erschienen am 01.09.2012
Schimons Schweigen

Schimons Schweigen

 (3)
Erschienen am 21.08.2015
Letzter Wunsch

Letzter Wunsch

 (3)
Erschienen am 01.03.2006
Viktor hilft

Viktor hilft

 (1)
Erschienen am 20.08.2018
Mein erster Mörder

Mein erster Mörder

 (1)
Erschienen am 01.02.2008

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Neue Rezensionen zu Vladimir Vertlib

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Petriss avatar

Rezension zu "Viktor hilft" von Vladimir Vertlib

Vom Flüchtlingskind zum Flüchtlingshelfer
Petrisvor 3 Monaten

Ich habe bereits mehrere Romane des Autors gelesen und mag seinen Stil. Die Themen Flucht, Fremdsein, Ankommen, Anpassen,… beschäftigen mich gerade sehr, da war es schnell klar, dass dieser Roman auf meine Leseliste 2018 kommt. Dazu das wunderschöne Cover (mir gefällt einfach alles daran, Farben, Motiv, Schrift, genau das, was mich in Buchhandlungen „anspringt“), definitiv etwas für mich.

Der einzige Haken, es handelte sich mal wieder um einen (teils) autobigrafischen Roman. Ein Genre, das ich nicht besonders mag, weil ich finde, dass das selten funktioniert. Autobiografische Romane rutschen ganz oft ins Selbstverliebte ab.

Das konnte ich hier allerdings nicht feststellen. Es verschwimmen die Grenzen zwischen realer Geschichte und Fiktion und ich habe schnell gar nicht mehr versucht zu entscheiden, was, was ist und bin in die Geschichte eingetaucht.

Viktor, Jude, selber als Kind als Flüchtling nach Österreich gekommen, engagiert sich 2015 in der Flüchtlingshilfe. Die Nachricht einer Jugendfreundin, die ihre Tochter sucht (deren Vater er angeblich ist), bringt sein in ruhigen Bahnen verlaufende Leben durcheinander. Er macht sich auf zur Tochter, die Unterschlupf bei einer AfD Familie in Deutschland gefunden hat und lernt hier die andere Seite der Medaille kennen.

Mich hat die Geschichte sehr berührt, vor allem die Schilderungen aus dem Flüchtlingslager, oft hatte ich Tränen in den Augen und musste an meine eigenen Erfahrungen hier in Oberösterreich denken. Aber auch wie differenziert er die AfD-Funktionäre, bei denen die angebliche Tochter Aufnahme findet, darstellt, ohne ihr Denken und Handeln zu beschönigen, gefällt mir.

Ein Roman, der berührt, zum Nachdenken anregt, aber den*die Leser*in immer wieder schmunzeln lässt. Von mir gibt es eine Empfehlung!

Kommentare: 3
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Sikals avatar

Rezension zu "Lucia Binar und die russische Seele" von Vladimir Vertlib

Mohren- oder doch besser Möhrengasse
Sikalvor 2 Jahren

Lucia Binar ist 83 und hat schon einiges erlebt in ihrem bisherigen Leben. Jetzt will sie eigentlich nur noch in Ruhe ihren russischen Dichtern frönen und irgendwann mal in ihrer Wohnung einschlafen. Als es an der Tür klingelt, ahnt sie noch nicht, welche Veränderungen ihrem Leben plötzlich bevorstehen. Und damit hat nicht nur Student Moritz zu tun, der sie um eine Unterschrift für die politisch nicht mehr korrekte Mohrengasse bitten – diese soll nämlich (zumindest wenn es nach Moritz und seiner Truppe ginge) ab sofort Möhrengasse heißen. Lucia denkt erst Moritz macht Witze, doch dem ist nicht so. Dabei hat Lucia ihre eigenen Probleme – und Hunger. Denn ihr „Essen auf Rädern“ kommt nicht und als sie sich telefonisch beschwert, rät ihr die Dame vom Callcenter, sich doch übers Wochenende von Knäckebrot und Mannerschnitten zu ernähren. Als dann auch noch Hausbesitzer Willi die leerstehenden Wohnungen Obdachlosen, Asylanten und Junkies zur Verfügung stellt, diesen Mietern eine laute Musikanlage zur Verfügung stellt und die Toiletten unbenutzbar macht, sowie den Strom zeitweise abdreht, reicht es Lucia. Sie macht sich auf den Weg, um erst der Dame vom Callcenter einen Besuch abzustatten, den diese nicht so schnell vergessen wird und bei der Gelegenheit gleich mal Willi die Leviten zu lesen …

Der Autor Vladimir Vertlib wurde in Leningrad geboren, emigrierte erst nach Israel und übersiedelte in den 80er Jahren nach Österreich. Heute lebt er in Salzburg und Wien als erfolgreicher Schriftsteller. Dieser Roman schaffte es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015.

Die Charaktere des Romans sind durchwegs authentisch, die rüstige alte Dame musste in ihrem Leben bereits viele Prüfungen bestehen und sich durchkämpfen. Sie hat nun keinen Nerv mehr, sich von etwaigen Wichtigtuern schikanieren zu lassen. Lucia Binar ist selbstbewusst, kritisch und lässt sich nicht einschüchtern. Viele gesellschaftskritische Themen hat der Roman zu bieten, wie z.B. die Vereinsamung älterer Menschen in der Großstadt, Rassismus, Korruption, …

Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen (ohne den nötigen Tiefgang vermissen zu lassen), gewürzt mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und Humor. Mystische, surreale Sequenzen ergänzen diese Geschichte und warten am Ende noch mit einer gehörigen Portion „russischer Seele“ auf, die mir letztendlich beinahe zu verworren und absurd erschien.

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leseleas avatar

Rezension zu "Lucia Binar und die russische Seele" von Vladimir Vertlib

Kaleidoskop an Surrealitäten
leseleavor 3 Jahren

Lucia Binar ist 83 Jahre alt und hat für ihr Leben nur noch ein Ziel: Sie möchte in der Großen Mohrengasse, in der sie seit Langem lebt, sterben. Davon wird sie weder der Verein Straßennamen gegen Rassismus noch die miesen Pläne ihres Vermieters Willi, die alten Bewohner aus ihren Wohnungen zu verjagen, abhalten! Doch ihre ruhigen Tage werden durch die von Willi zur Abschreckung einquartierten Obdachlosen und Flüchtlinge sowie dem Versagen des Essen auf Räder-Services gestört. Als ihr dann noch die unfreundliche Frau des Telefondienstes rät, sich einfach von Manner-Schnitten zu ernähren, reicht es Lucia Binar: Sie wird sich von keinem mehr auf der Nase herumtanzen lassen und sowohl Willi auch als die Mitarbeiterin zur Rede stellen…

Das ist die Ausgangslage des von Vladimir Vertlibs geschriebenen Romans Lucia Binar und die russische Seele, der es 2015 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat und der mit seinem bunten Cover und seiner rüstigen Protagonistin den Eindruck erweckt, eine humorvolle, leicht skurrile Geschichte zu erzählen. Diese Erwartungen kann das Buch dabei durchaus erfüllen: Lucia ist eine sympathische, kluge alte Dame, der man als Leser gerne zuhört – sei es, dass sie ihre Umwelt scharfsinnig analysiert, ihren „Widersachern“ Konter gibt oder sich an ihre Kindheit im 20. Jahrhundert erinnert.

Gleichzeitig ist Lucia Binar und die russische Seele mehr als ein heiterer Roman über eine ältere Frau. Das Buch ist auf subtile Weise gesellschaftskritisch und greift aktuelle Themen des politischen und sozialen Lebens auf (Gentrifizierung, prekäre Arbeitsbedingungen, Vereinsamung alter Menschen, Verzahnung von Wirtschaft und Politik etc.). Darüber hinaus verwebt Vertlib den Erzählstrang um Lucia mit der Geschichte von Alexander, einem baschkirischen Russen, und seiner Freundin Elisabeth, besagte Mitarbeiterin des Telefondienstes, die im Dienste des Magier Viktor Viktorowitsch Vint stehen, der Blockaden löst und russische Seelenreisen ermöglicht. Damit würzt Vertlib seinen Roman mit einer gehörigen Portion Surrealismus, Metaphysik und Zauberei.

Lucia Binar und die russische Seele ist für mich ein bunter, skurriler Roman, der verschiedene Themen anschneidet. Das Lesen bereitet dabei durchaus Freude: Vertlib hat eine angenehme Schreibe, das Buch lässt sich zügig lesen und lädt hier und da zum Schmunzeln ein. Dennoch war mir der Roman zu überfrachtet: zu viele Schwerpunkte wurden gesetzt, ohne dass sie wirklich ausdiskutiert wurden; eine skurrile Szene jagte die nächste, sodass mit die Erzählung an vielen Stellen zu überdreht vorkam. Letztendlich habe ich mich auch gefragt, was mir die Geschichte sagen soll: Nicht, dass ich von Romanen immer große Weisheiten erwarten, doch erschien mir vieles so bedeutungsschwer, was ich nicht interpretieren konnte, dass ich am Ende den Eindruck hatte, den „Sinn des Ganzen“ nicht ganz verstanden zu haben… Dennoch gebe ich insgesamt für unterhaltsame Lesestunden und eine mir ans Herz gewachsene Protagonistin 3,5 von 5 Sternen!

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Gespräche aus der Community

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Fussel1986s avatar

Fragerunde mit Vladimir Vertlib, dem Autor von "Lucia Binar und die russische Seele"

Im Rahmen unserer Aktion rund um die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 habt ihr die Chance, den Autoren, die mit ihren Werken nominiert sind, Fragen zu stellen und ihre Bücher zu gewinnen. Hier könnt ihr für euren Longlist-Favoriten abstimmen!

Wir freuen uns sehr, am Dienstag, dem 15.09. Vladimir Vertlib in unserer Fragerunde begrüßen zu dürfen! In seinem Roman "Lucia Binar und die russische Seele" erzählt er mit viel Humor die Geschichte einer alten Dame, die entschlossen ist, ihre Würde zu bewahren.

Habt ihr Lust, mehr über den Autoren, seine Arbeit oder seinen wunderbar witzigen, augenzwinkernden Roman zu erfahren? Dann verpasst nicht die Chance, eure Fragen in hier in unserer Fragerunde loszuwerden!

Mehr zum Buch
Lucia Binar ist 83, und sie ist verärgert. Die Große Mohrengasse, in der sie seit langem lebt, soll aus Gründen der politischen Korrektheit in "Große Möhrengasse" umgetauft werden. Und die soziale Einrichtung, die sie versorgt, hat versagt: Ihr Essen wurde nicht geliefert. Der Telefondienst ist in ein Callcenter ausgelagert, dort rät ihr eine Mitarbeiterin, sich von Manner-Schnitten zu ernähren. Lucia ist empört. Sie will die Frau aufsuchen und zur Rede stellen. Dabei hilft ihr ausgerechnet Moritz, ein Student, der die "Anti-Rassismus-Initiative Große Möhrengasse" unterstützt.

Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe!

Mehr zum Autor
Vladimir Vertlib wurde am 2. Juli 1966 in Leningrad (heute St. Petersburg) geboren. 1971 emigrierte er über Zwischenstationen in Israel, Österreich, Italien, den Niederlanden und den USA schließlich 1981 zusammen mit seinen Eltern endgültig nach Österreich. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Wien und arbeitet seit 1993 als freiberuflicher Autor. Vertlib lebt in Salzburg und Wien und veröffentlicht Romane, Erzählungen, Essays und Artikel für Zeitungen und Zeitschriften. Für sein Werk wurde ihm unter anderem der Chamisso-Förderpreis und der Österreichische Förderungspreis für Literatur verliehen. Sein aktueller Roman „Lucia Binar und die russischen Seele“ erschien 2015 und stand auf der Longlist beim Deutschen Buchpreis.

Zusammen mit dem Carl Hanser Verlag verlosen wir unter allen, die sich über den blauen "Jetzt bewerben"-Button mit mindestens einer Frage an Vladimir Vertlib beteiligen, 3 Exemplare von "Lucia Binar und die russische Seele"! Wer bei allen Fragerunden mit den Longlist-Autoren mitmacht, hat zusätzlich die Chance auf ein großes Buchpaket, vollgepackt mit allen nominierten Werken!

Vladimir Vertlib wird am Dienstag, dem 15. September 2015 voraussichtlich zwischen 13 und 22 Uhr eure Fragen beantworten - die Fragerunde wird also gegebenenfalls nicht bis Mitternacht geöffnet sein! Bitte habt Verständnis dafür, dass wir die Fragerunde dann dementsprechend auch schließen.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Spaß und sind schon sehr gespannt auf eure Fragen!
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Zusätzliche Informationen

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auf 15 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

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