Vladimir Zarev Feuerköpfe

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Inhaltsangabe zu „Feuerköpfe“ von Vladimir Zarev

Frühjahr 1946: Bulgarien ist Volksrepublik geworden. Wer mit den Deutschen paktiert und sich nicht rechtzeitig vor dem Einmarsch der Russen in Sicherheit gebracht hat, wird gefoltert. Agitatoren ziehen über die Dörfer und verteilen Broschüren über das neue Leben. Einer davon ist Krum Marijkin. Schwer zu sagen, was zäher ist: seine Muskeln oder sein Wille, die Menschen zum wahren Glauben, dem an den Sozialismus, zu bekehren. Auch sein Cousin, der ehemalige Untergrundkämpfer Weltschev, bekommt eine Karrierechance - doch er ist letztlich nicht skrupellos genug, um sie zu nützen. Im zweiten Band seiner großen Trilogie erzählt Zarev, Schriftsteller aus Bulgarien, von einem System, in dem die Ideologie alles beherrscht, und von der Unmöglichkeit, damit in Würde zu leben.

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  • Rezension zu "Feuerköpfe" von Thomas Frahm

    Feuerköpfe

    Wolkenatlas

    12. September 2012 um 12:00

    Die Irrungen und Wirrungen der Weltschevs im sozialistischen Bulgarien "Feuerköpfe" ist nach "Familienbrand" der zweite Teil der "Weltschev"-Trilogie von Vladimir Zarev. Widin, eine kleine, verschlafene Provinzstadt in Bulgarien, 1946. Der Krieg ist zu Ende, diejenigen, die mit den Deutschen sympathisiert hatten, sind jetzt die Gejagten. Der Sozialismus soll alles bestimmen. Vladimir Zarev zeichnet ein großflächiges Bild einer ganzen Epoche, von 1946 bis tief in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Dabei lässt er eine ganze Armee von Protagonisten auftreten, Menschen, die irgendwie verwandt sind oder miteinander zu tun haben. Anhand der Entwicklung seiner Protagonisten zeichnet er ein detailgenaues Bild der Entwicklung Bulgariens nach dem Zweiten Weltkrieg. Vladimir Zarev folgt dem unehelichen Sohn Ilija Weltschevs, Krum Marijkin, auf seinem Weg. Krum Marijkin ist einer der jungen Männer, die sich durch nichts auf ihrem Weg, die Menschen zum Sozialismus zu bekehren, aufhalten lassen. Unermüdlich kämpft er für diesen Zweck. Der ehemalige Untergrundkämpfer Assen Weltschev, auch Kousin von Krum Marijkin, erhält ebenfalls seine Chance auf Erfolg, kann diese aber letztendlich nicht nutzen, da er nicht skrupellos genug ist. Zarev zeichnet immer wieder herrlich komische Szenen, wie zum Beispiel die Motorradszene gleich zu Beginn, als Krum Marijkin sich das von allen vergessene Motorrad mit Beiwagen einverleibt, repariert und mit einigen Beulen autodidaktisch das Motorradfahren erlernt. Eine Art Situationskomik, die fast etwas grotesk Surreales hat, eine ganz eigenartige Ästhetik des Komischen. Anhand der vielen Lebenslinien, die man als Leser hier verfolgt, führt Vladimir Zarev die einfältige sozialistische Weltanschauung aufs Glatteis und zeigt, wie einfach es ist, bei Mangel an Skrupeln eine glanzvolle Karriere zu machen, aber auch wie unmöglich es ist, diese zu machen, wenn man nicht skrupellos genug ist, um sich der Ideologie würdelos zu unterwerfen. Enteignungen, Liebesgeschichten, Betrug, Ehebruch, Freundschaften, parteifreundliche Blindheit und systembedingte Ohnmacht; das sind die Hauptzutaten dieses 700-Seiten-Wälzers, der die Geschichte Bulgariens im dritten Viertel des vorigen Jahrhunderts aus fast allen Perspektiven beleuchtet. Vladimir Zarevs sehr elegante Prosa ist pointiert und sehr präzise, aber immer wieder auch um eine Spur zu narzisstisch und repetierend, speziell an den Stellen, wo der Autor besonders ironisch auf die Irrungen des Systems hinweisen will. Dadurch geht eine Trennlinie zwischen Autor, Text und Leser verloren, die geholfen hätte, die sowieso schon pittoresken Geschichten vom etwas überheblich weisenden moralischen Zeigefinger zu befreien. Die Dichte und häufige Sprunghaftigkeit der Handlung helfen dem Lesefluss des Romans auch nicht besonders, obschon Zarevs Prosa recht stringent und temporeich ist. Nichtsdestotrotz ist "Feuerköpfe" am Ende ein wichtiger Roman, ein Lesevergnügen mit kleineren Einschränkungen, dem man doch gewillt ist, bis zum Ende zu folgen, auch wenn die immer wieder auftretenden Übersättigungsmomente von Zeit zu Zeit etwas störend erscheinen. (Roland Freisitzer; 09/2011)

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