Volker Braun

 3,7 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor*in von Unvollendete Geschichte, Hinze-Kunze-Roman und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Volker Braun ist ein mehrfach ausgezeichneter deutscher Schriftsteller. Er wurde am 7. Mai 1939 in Dresden geboren und wohnt derzeit in Berlin. Er machte das Abitur und hat danach einige Jahre damit verbracht, im Berg- und Tiefbau zu arbeiten. Später allerdings studierte er in Leipzig Philosophie und beschäftigte sich mit der Idee eines sozialistischen Staates und den Widersprüchen, die darin lagen. 1960 trat er dann der SED bei und galt in der DDR oft als Staatskritiker. Seine Veröffentlichungen umfassen mehrere Genres, von Gedichten über Theaterstücke bis hin zu Romanen. Er beschäftigte sich vermehrt mit dem Sozialismus, behandelte ihn aber zunehmend kritischer, was auch in seine Geschichten einfloss, weshalb die Protagonisten seiner Geschichten sich oft in deprimierenden Lebenssituationen wiederfinden. 1988 erhielt er dennoch den Nationalpreis der DRR, wenngleich er zunehmend von der Stasi überwacht wurde. Nach der Wende beschäftigte er sich eindringlich mit den Gründen, die für ohn maßgeblich das Scheitern der DDR einläuteten.

Alle Bücher von Volker Braun

Cover des Buches Unvollendete Geschichte (ISBN: 9783518745571)

Unvollendete Geschichte

(20)
Erschienen am 29.03.2016
Cover des Buches Hinze-Kunze-Roman (ISBN: 9783518380383)

Hinze-Kunze-Roman

(8)
Erschienen am 28.06.1988
Cover des Buches Die hellen Haufen (ISBN: 9783518422397)

Die hellen Haufen

(3)
Erschienen am 12.10.2011
Cover des Buches Werktage I (ISBN: 9783518420485)

Werktage I

(2)
Erschienen am 27.10.2009
Cover des Buches Das Wirklichgewollte (ISBN: 9783518241752)

Das Wirklichgewollte

(1)
Erschienen am 07.05.2019
Cover des Buches Berichte von Hinze und Kunze (ISBN: 9783518111697)

Berichte von Hinze und Kunze

(1)
Erschienen am 24.11.1983

Neue Rezensionen zu Volker Braun

Cover des Buches Die hellen Haufen (ISBN: 9783518422397)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Die hellen Haufen" von Volker Braun

Hubertus_Feldmann
Psychogramm von Verlierern

Oder: „Keine Gewalt“ schlägt um in „GEWALT“. Was hier auf wenigen Seiten aufgeblättert wird ist eine einzige Anklage. Eine Anklage gegen die Umstände, wie es nach der sogenannten Wende gelaufen ist, wie sich West-Unternehmen den Osten gekrallt haben, ohne auf die Menschen groß Rücksicht zu nehmen, auf ihre Befindlichkeiten, auf ihre Ängste. Wer geduckt aufwächst, kann sich nur schlecht wehren. Es gab zig Möglichkeiten es auch anders hinzukriegen, einen guten Chef gab es zumindest bei der Treuhand, die die Abwicklung der „volkseigenen Betriebe“ in eine positive Richtung lenken, im tatsächlichen Wortsinn das Volkseigentum betreuen wollte: „Der dritte, Rohwetter, der auch die Sache begriff, wurde erschossen.“

Diese wie auch andere historische Begebenheiten bestimmen den ersten Teil des Buches, doch im Verlauf übernimmt die Fiktion die Regie, um Möglichkeiten aufzuzeigen, wenn Volkes Zorn nicht mehr zu bändigen ist, obwohl das Grundelement „Keine Gewalt“ dabei erhalten bleiben soll. Wie kann man sich sonst Gehör verschaffen, wenn nicht durch die schiere Masse der Unzufriedenen, der Enttäuschten, der Verlorenen (den ohne Arbeit bis du nichts …). Dabei war das „Salz des Ostens“ qualitativ hochwertiger als die von dem Westunternehmen Kali + Salz geförderten Salze. Das galt nicht unbedingt für den subventionierten Mansfelder Kupferschiefer. Wie auch immer, die hier tätigen Menschen hatten ihr Auskommen, ihre Sicherheiten – und dafür schufteten sie und hätten es gerne weiter getan.

Wie sich das, trotz guter Voraussetzungen, anders entwickelte und drehte wird in diesem in spröden Worten gesetzte Werke eindrücklich dokumentiert. Man spürt die Verzweiflung der Menschen, die sich schließlich in einem Marsch der Haufen, der sich zum „Heerhaufen“ anwächst, entlädt. Das der Autor den Zusammenprall von Staatsvolk und Staatsmachen auf einer ausgedienten Abraumhalde stattfinden lässt, sprich für sich. Die Gefühle der betroffenen Menschen kann man kaum nachvollziehen, doch hier erhalten sie zumindest eine Sprache: „Bänsch [ein Teilnehmer des Protestzuges] rechnete: 149 Meter hoch, achteinhalb Millionen Kubik […]. Dunkelgrau entsprechend der Tönung des Unteren Zechsteins. Es war der Rückstand, den sie hinterlassen hatten. Der Beleg, den sie vorweisen konnten, ein Monument ihrer Mühe und Maloche, der Verbohrtheit in den Berg und die Beute. […] Sie hockten auf dem finsteren Exkrement, dem giftigen Schutt, dem Rest ihres Daseins, das nicht zu verteidigen war. Einem Besitz, den sie nicht besessen hatten, einem Leben, für das man das eigene nicht in die Schanze schlägt. Sie selbst der Abraum, ausgeworfen, abgetan, ein Menschenm*ll, schieferfarben, indem sie nun selbst auf der Halde lagen.“

Cover des Buches Unvollendete Geschichte (ISBN: 9783518381601)
Elises avatar

Rezension zu "Unvollendete Geschichte" von Volker Braun

Elise
Rezension zu "Unvollendete Geschichte" von Volker Braun

Ich hatte dAs Buch an einem Tag durch. Es ist recht kurz, hat aber eine hohe Dichte von Gedanken und Gefühlen in sich. Sie lesen sich wie ein Strom, in dem sich Innere und äußere Handlung vermischen. Es ist eine traurige Handlung, die einen nachdenklich werden lässt.

Rezension zu "Oktober 1997" von Anton G. Leitner

Die fünfte Ausgabe der Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik "Das Gedicht" befasst sich mit den Themen "Das Gedicht in Europa", "Poesie aus Lateinamerika" und veröffentlicht jede Menge an Lyrik bekannter und weniger bekannter Lyriker. Die ausführliche Bibliographie hat immer wieder interessante Anregungen für neuen Lesestoff parat. Die kontroverse Auseinandersetzung mit der Überlegung und Fragestellung von Ulrich J. Beil "Gibt es das "europäische" Gedicht?" offenbart die unterschiedlichsten Gesichtspunkte und Stellungnahmen namhafter Autoren.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

54 Bibliotheken

1 Merkzettel

1 Leser*innen

Worüber schreibt Volker Braun?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks