Volker Braun

 3,4 Sterne bei 46 Bewertungen
Autor von Unvollendete Geschichte, Hinze-Kunze-Roman und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Volker Braun

Volker Braun ist ein mehrfach ausgezeichneter deutscher Schriftsteller. Er wurde am 7. Mai 1939 in Dresden geboren und wohnt derzeit in Berlin. Er machte das Abitur und hat danach einige Jahre damit verbracht, im Berg- und Tiefbau zu arbeiten. Später allerdings studierte er in Leipzig Philosophie und beschäftigte sich mit der Idee eines sozialistischen Staates und den Widersprüchen, die darin lagen. 1960 trat er dann der SED bei und galt in der DDR oft als Staatskritiker. Seine Veröffentlichungen umfassen mehrere Genres, von Gedichten über Theaterstücke bis hin zu Romanen. Er beschäftigte sich vermehrt mit dem Sozialismus, behandelte ihn aber zunehmend kritischer, was auch in seine Geschichten einfloss, weshalb die Protagonisten seiner Geschichten sich oft in deprimierenden Lebenssituationen wiederfinden. 1988 erhielt er dennoch den Nationalpreis der DRR, wenngleich er zunehmend von der Stasi überwacht wurde. Nach der Wende beschäftigte er sich eindringlich mit den Gründen, die für ohn maßgeblich das Scheitern der DDR einläuteten.

Alle Bücher von Volker Braun

Cover des Buches Unvollendete Geschichte (ISBN: 9783518745571)

Unvollendete Geschichte

 (20)
Erschienen am 27.03.2016
Cover des Buches Hinze-Kunze-Roman (ISBN: 9783518380383)

Hinze-Kunze-Roman

 (8)
Erschienen am 26.06.1988
Cover des Buches Werktage I (ISBN: 9783518420485)

Werktage I

 (2)
Erschienen am 25.10.2009
Cover des Buches Die hellen Haufen (ISBN: 9783518422397)

Die hellen Haufen

 (2)
Erschienen am 12.10.2011
Cover des Buches Das Wirklichgewollte (ISBN: 9783518241752)

Das Wirklichgewollte

 (1)
Erschienen am 05.05.2019
Cover des Buches Berichte von Hinze und Kunze (ISBN: 9783518111697)

Berichte von Hinze und Kunze

 (1)
Erschienen am 22.11.1983

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Volker Braun

Cover des Buches Rede über Puschkin am 8. Juni 1880 vor der Versammlung des Vereins "Freunde russischer Dichtung" (ISBN: 9783434501060)

Rezension zu "Rede über Puschkin am 8. Juni 1880 vor der Versammlung des Vereins "Freunde russischer Dichtung"" von Fjodor M Dostojewskij

Rezension zu "Rede über Puschkin am 8. Juni 1880 vor der Versammlung des Vereins "Freunde russischer Dichtung"" von Fjodor M Dostojewskij
Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren

Dostojewskijs Rede wurde der Kulminationspunkt der Puschkin-Feiern im Juni 1880. Den großen Lorbeerkranz, den er am Vormittag bekommen hatte und den er kaum tragen konnte, brachte er nachts zu dem neueröffneten Puschkin-Denkmal und verneigte sich vor seinem `großen Lehrer`. Der Brief an seine Frau, den er in der Nacht vom 8. auf den 9. Juni schrieb, enthält die Schilderung der Festsitzung vom Vormittag. Sie wird von unzähligen Erinnerungen der Teilnehmer und Zeugen bestätigt.

Die Puschkinrede war keine Improvisation. Ihre Grundgedanken hatte er bereits 1861 veröffentlicht.
Stepun, Fedor; Dostojewski Weltschau und Weltanschauung, Carl Pfeffer Verlag 1950



"Heute Morgen fand meine Rede im Saal der Freunde statt. Der Saal war überfüllt . . . Als ich herauskam, erhob sich donnernder Beifall, der mich lange, sehr lange am Lesen hinderte. Ich verbeugte mich, beschwichtigte durch Gesten, bat, mich lesen zu lassen – alles vergeblich; Begeisterung, Enthusiasmus (alles durch die `Karamasows`!) Endlich begann ich zu lesen: Ich wurde tatsächlich nach jeder Seite und manchmal sogar nach jedem Satz durch donnernden Beifall unterbrochen. Ich las laut, feurig. Als ich aber gegen Schluss auf die allweltliche Einigung der Menschen zu sprechen kam, brach in dem Saal eine Art Hysterie aus, und als ich schloss – ich bin außerstande, den Sturm, den Schrei der Begeisterung zu beschreiben:


Unbekannte im Publikum brachen in Tränen aus, schluchzten, umarmten sich und schworen einander, besser zu werden, sich nicht mehr zu hassen, sondern zu lieben. Die Tagesordnung wurde gesprengt, alle stürzten zu mir auf das Podium: Elegante Damen, Studentinnen, Staatssekretäre, Studenten – alles umarmte und küsste sich. Die Mitglieder unserer Gesellschaft, die auf dem Podium gesessen hatten, umarmten und küssten mich, und allen, buchstäblich allen standen die Tränen der Ergriffenheit in den Augen. Man ließ mich ungefähr eine halbe Stunde lang nicht gehen, man schwenkte Tücher . . . "Prophet, Prophet!" rief man in der Menge.
Turgenjew, den ich in meiner Rede anerkennend erwähnt hatte, stürzte mit Tränen in den Augen auf mich zu und umarmte mich.“
Hitzer; Dostojewski - Gesammelte Briefe 1833-1881, Piper 1966

In einer russischen Filmproduktion des Jahres 2011 wird es wie folgt dargestellt.

"Er versuchte an der Erscheinung Puschkins zu beweisen, daß das tiefste Wesen des Russentums, als dessen echtesten Vertreter er Puschkin hinstellte, im ›Allmenschentum‹, in der Fähigkeit, mit seinem Geiste das Denken und Fühlen aller Völker zu durchdringen und zu umfassen, liege. In diesem Sinne seien alle Russen Westler, und das Westlertum eine spezifisch russische Erscheinung. Da ihm die Gestalt Puschkins nur als Vorwand diente, sein nationales Bekenntnis abzulegen, ist die Charakteristik des Dichters mangelhaft und einseitig geraten. Es war weniger der Inhalt der Rede als die ekstatische Art des Vortrages, was die Zuhörer, vor allem Dostojewskijs Gegner entzündete. Die Slawophilen dagegen waren enttäuscht; so viel Feuer konnten sie nicht ertragen, auch paßte ihnen, was Dostojewskij über das Allmenschentum des Russen sagte, nicht recht in das Konzept."
Eliasberg, Alexander; Russische Literaturgeschichte in Einzelporträts


Skizze Dostojewskis zu seiner Puschkin-Rede


"Dostojewski sieht in Puschkin das einzigartige, von keinem anderen russischen oder ausländischen Dichter erreichte Vermögen, sich vollständig in den Geist anderer Völker hineinzuversetzen. In diesem Sinne sei er eine noch nie dagewesene Erscheinung, und eben in dieser Fähigkeit habe sich am stärksten seine nationale russische Kraft geäußert."
Vgl. Puschkin - Russland und sein erster Dichter S. 153 – 157


„Die Rede zur Puschkin-Feier war der Extrakt einer zwanzigjährigen Arbeit. Schon in den sechziger Jahren finden wir in der Zeitschrift `Die Zeit` Aufsätze gleichen Gedankeninhaltes, nur in weniger vollendeter Form.“
Maurina, Zenta; Dostojewskij - Menschengestalter und Gottsucher S. 157

Vermeintlich haben sich bei diesem Anlass auch Dostojewski und Turgenjew "versöhnt".

„In einer seiner größten Kundgebungen, in der Rede zu Puschkins Gedächtnis, versuchte er dennoch, den Panslawisten zugerechnet, die Synthese herzustellen zwischen den Westlern und den Russophilen. Das Ergebnis war am selben Abend ein glänzendes. Anhänger beider Parteien stürzten auf ihn zu, umarmten ihn und erklärten sich mit seinem Standpunkt einverstanden. Aber diese Einigkeit dauerte nicht lange.“
Adler, Alfred; Praxis und Theorie der Individualpsychologie - Dostojewskij (1918)

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Cover des Buches Unvollendete Geschichte (ISBN: 9783518381601)Elises avatar

Rezension zu "Unvollendete Geschichte" von Volker Braun

Rezension zu "Unvollendete Geschichte" von Volker Braun
Elisevor 10 Jahren

Ich hatte dAs Buch an einem Tag durch. Es ist recht kurz, hat aber eine hohe Dichte von Gedanken und Gefühlen in sich. Sie lesen sich wie ein Strom, in dem sich Innere und äußere Handlung vermischen. Es ist eine traurige Handlung, die einen nachdenklich werden lässt.

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Cover des Buches Das Gedicht. Zeitschrift /Jahrbuch für Lyrik, Essay und Kritik / Das Gedicht in Europa (ISBN: 9783929433555)The iron butterflys avatar

Rezension zu "Das Gedicht. Zeitschrift /Jahrbuch für Lyrik, Essay und Kritik / Das Gedicht in Europa" von Anton G. Leitner

Rezension zu "Oktober 1997" von Anton G. Leitner
The iron butterflyvor 12 Jahren

Die fünfte Ausgabe der Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik "Das Gedicht" befasst sich mit den Themen "Das Gedicht in Europa", "Poesie aus Lateinamerika" und veröffentlicht jede Menge an Lyrik bekannter und weniger bekannter Lyriker. Die ausführliche Bibliographie hat immer wieder interessante Anregungen für neuen Lesestoff parat. Die kontroverse Auseinandersetzung mit der Überlegung und Fragestellung von Ulrich J. Beil "Gibt es das "europäische" Gedicht?" offenbart die unterschiedlichsten Gesichtspunkte und Stellungnahmen namhafter Autoren.

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