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mabuerele

vor 3 Jahren

(24)

„...Man muss den Gegner voraus sein, seine Züge studieren und daraus auf seinen Charakter schließen...“

Sammy ist eine Trickbetrügerin. Sie verfügt über die Gabe, durch geschickte Gespräche aus ihrem Gegenüber die Kreditkartennummer oder das Kennwort des Tresors zu erfahren. Leider ist die Russenmafia auch am Tresorinhalt interessiert. Sammy kann zwar fliehen, die Kassette aber versinkt im Wasser.

Der Fabrikant Billinger wird von einem seiner Angestellten bedroht. Tarp, Kommissar der Polizei von Bad Ems, will jedes Aufsehen vermeiden. Er schickt zwei Polizisten, Sawinsky und Stettner, zu den Erpresser. Der hat vorgesorgt. Sawinsky wird schwer verletzt, Stettner wird bezichtigt, einen Alleingang unternommen zu haben.

Der Autor hat einen spannenden und lange Zeit undurchsichtigen Krimi geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Das lag auch an den ungewöhnlichen Protagonisten.

Tarp ist ein korrupter Polizist, der die Wahrheit nach seinem Ermessen zurechtbiegt. Billinger hat ein ganzes Dorf in der Hand, denn seine Arbeitsplätze sind begehrt. Deshalb wird es auch zähneknirschend hingenommen, dass keine Frau vor ihm sicher ist.

Sammy hatte sich nach ihrer Flucht bei einer Servicefirma beworben und war so in Billingers Haus gelangt. Was sie dort sieht, wird zur Bedrohung für ihre Leben.

Stettner hat den Polizeidienst quittiert. Allerdings hält er Kontakt zu Moretti, einem jungen italienischen Polizist, der ebenfalls in Bad Ems angestellt ist. Der sorgt dafür, dass Stettner als Privatdetektiv für Sammy arbeitet.

Der Schriftstil des Buches ist abwechslungsreich. Sammys Sarkasmus und Billingers Überheblichkeit sind nur zwei der sprachlichen Nuancen. Für Tarp sind die Menschen nur Figuren auf einem Schachbrett, wie obiges Zitat zeigt. Aussagekräftige Dialoge bringen nicht nur die Handlung voran, sie erlauben auch einen Einblick in die Psyche der Protagonisten. Gekonnt werden Rückblicke in die Vergangenheit in das Geschehen eingeblendet. Ein fast mythisches Moment sind die vielen Raben, die immer gegenwärtig sind. Unterschwellig klingt an verschiedenen Stellen eine harsche Gesellschaftskritik an.

Die Beziehungen der Protagonisten untereinander sind nicht so klar, wie es im ersten Moment scheint. Dadurch wird der Spannungsbogen erhöht, denn das offene Miteinander kann ein verstecktes Gegeneinander sein.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Autor hat es auf spannende Weise verstanden, darzulegen, wie aus einer falschen Entscheidung eine Lawine wird, die man kaum stoppen kann. Gleichzeitig hat er ein interessantes Stück weit zurückliegender Historie mit eingearbeitet.

Autor: Volker C. Dützer
Buch: Treibsand
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