Volker Häring

 4.1 Sterne bei 28 Bewertungen
Autorenbild von Volker Häring (©privat)

Lebenslauf von Volker Häring

Geboren im Nachrevolutionsjahr 1969 in der bayrischen Provinz, zog es Volker Häring nach dem Abitur in die weite Welt. Mitte der 1990er-Jahre studierte er in Peking Chinesisch und Theater und unterrichtete Deutsch am Goethe-Institut. Nach seiner Rückkehr in die Heimat gründete er 2001 den Spezialreiseveranstalters »China By Bike« und organisiert seitdem Rad- und Aktivreisen in China und Südostasien. Wenn er nicht gerade durch Asien radelt, lebt Häring als freier Journalist in Berlin und schreibt seit einigen Jahren regelmäßig für verschiedene Magazine, Wochen- und Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer China- und Asien-Reiseführer. Mit seiner Band »Alptraum der Roten Kammer« bringt er als Sänger und Gitarrist chinesische Rockklassiker auf deutsche Bühnen.

Alle Bücher von Volker Häring

Cover des Buches Beijing Baby9783958891005

Beijing Baby

 (24)
Erschienen am 01.06.2016
Cover des Buches 101 Nepal - Reiseführer von Iwanowski9783861971993

101 Nepal - Reiseführer von Iwanowski

 (1)
Erschienen am 17.01.2018
Cover des Buches Berlin 1519783958891043

Berlin 151

 (0)
Erschienen am 01.10.2016
Cover des Buches Ein Bus namens Wanda9783945309018

Ein Bus namens Wanda

 (0)
Erschienen am 16.07.2014

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Neue Rezensionen zu Volker Häring

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Rezension zu "Beijing Baby" von Volker Häring

Ein China-Krimi
NiWavor einem Jahr

Mitten im Innenhof des Zentralen Theaterinstituts in Peking stürzt eine Studentin vom Dach eines Wohnheims herab. Eindeutig ist, dass es kein Selbstmord war. So ermittelt Kommissarin Xiang in ihrem ersten Fall in der Pekinger Mordkommission.

Es stellt sich heraus, dass Mordopfer Xian Fang ein zweites Gesicht hatte, das Kommissarin Xiang in das Pekinger Rotlichtmilieu bis hin zu hochrangigen politischen Akteuren führt. Für Xiang steht ihre Karriere auf dem Spiel, während sie immer tiefer in die Geschichte des Mordopfers gerät.

In "Beijing Baby" steht nicht die Krimihandlung im Mittelpunkt, sondern dieser Roman lebt von der lebendigen chinesischen Kulisse, die fernab von gängigen Klischees an den Leser vermittelt wird.

Volker Häring bedient sich drei zentraler Figuren, anhand dieser ein Blick auf das gegenwärtige China geworfen wird.

Xiang ist frisch von der Provinz in die chinesische Hauptstadt gekommen. Hier arbeitet sie mit dem altgedienten Kollegen Wang zusammen, welcher den ehrwürdigen Traditionen der Mao-Zeit hinterher trauert. Xiang und Wang könnten gegensätzlicher nicht sein. Die junge Frau Xiang steht für die Moderne, das Neugierige und Offene, während der alte Wang mit eigenbrötlerischem Charme in seinen Traditionen verwurzelt ist.

Hinzu kommt der deutsche Student Phillip, der am Zentralen Theaterinstitut studiert. Er nimmt nicht nur eine tragende Rolle in der Krimi-Handlung ein, sondern hilft dem westlichen Leser, die chinesische Kultur zu verstehen, weil seine Perspektive viele Gepflogenheiten erklärt.

Anhand dieser Figuren-Konstellation schafft Volker Häring ein reges Bild des Pekinger Lebens, des Alltags und der Arbeit des Polizei-Apparats. Häring thematisiert den Generationenkonflikt, die Schnelllebigkeit und sprachliche Entwicklungen genauso wie politische Veränderungen, Einmischungen und Vorschriften.

Besonders gut hat mir der Einblick in die chinesische Online-Welt gefallen. Es ist für mich kaum vorstellbar, dass die Chinesen mit dem Internet auf vorgegebene Dienste beschränkt sind. Egal ob Google, Facebook oder Tinder - für diese Services gibt es ein chinesisches Pendant, das seine Bürger vor westlichem Einfluss schützt.

Wie bereits erwähnt, ist der kriminalistische Anteil des Romans eher bescheiden, und fängt ausschließlich die Stimmung des chinesischen Lebens ein. Obwohl Xiang und Wang ermitteln, haben sie rasch die Decke erreicht, weil sie auf politischen Widerstand stoßen. Ihre Arbeit ist auf wenige Verhöre, verzweifelte Mutmaßungen und übermütige verdeckte Ermittlungen beschränkt, die eher durch Zufall als durch Können zu einer Spur führen.

Nichtsdestotrotz hat mir dieser China-Krimi richtig gut gefallen. Ich mochte den Einblick ins chinesische Denken, die Art und Weise wie diese Gesellschaft ihre Kultur zwischen Tradition und Moderne lebt, und ich habe das Hintergrundwissen als ansprechend und aufschlussreich empfunden.

Wer sich für die chinesische Kultur interessiert oder polizeiliche Ermittlungen außerhalb der westlichen Normen anstellen will, dem kann ich „Beijing Baby“ auf jeden Fall empfehlen, weil es informativ und gut zu lesen ist.

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Rezension zu "Beijing Baby" von Volker Häring

Kultur und die Moderne in Peking
Annejavor 2 Jahren

    Nach Japan, durfte ich nun meinen ersten China-Krimi lesen und freute mich ungemein darauf, da ich die Mischung aus Kriminalfall und kulturellen Informationen sehr spannend finde. Leider musste ich sehr schnell feststellen, dass man mehr Wert auf die Kultur legte als auf den Fall und das dieses Konzept nicht wirklich aufging. 

    Wieso? Weshalb? Warum?



    Eigentlich ging man recht clever an die Geschichte heran, da man sie aus 2 Perspektiven erleben durfte. Neben der Kommissarin Xiang Xia, war für mich Philip sehr interessant, da er als deutscher Student, zumindest mir, einen besseren Einblick in diese Welt geben konnte, da er einfach anders dachte. Die Verkörperung der Personen gelang ebenfalls sehr gut, hörte dann leider aber auf, da die Entscheidungen der Charaktere einfach zu fragwürdig waren. Wer lässt sich von einem Fremden ansprechen und findet es dann nicht einmal komisch, das er ständig in seiner Nähe auftaucht? Oder die Frau Kommissarin. Sie weiß wie schwer es für Frauen im Land ist, warum riskiert sie ihren Fall für eine Liebesbeziehung, die so plötzlich da war, dass ich sie aus purer Überraschung einfach hinnehmen musste? Das Buch ist voller Fehlentscheidungen, wobei dies nicht einmal das Schlimmste war, denn den ersten Platz nahm eindeutig die Auflösung des Falles ein. Ich verrate sie natürlich nicht, aber ich war selten so enttäuscht. 



    Peking, zwischen Tradition und Moderne



    Wo der Fall zu wenig bot, war die Kultur zu viel. Um ehrlich zu sein, freute ich mich sehr auf die kleinen aber feinen Einzelheiten der Kultur, die das Land des Lächelns zu bieten hatte. Doch von Kleinigkeiten war hier nicht mehr die Rede. Ich fühlte mich förmlich erschlagen, da die Informationen nur so auf mich einprasselten. Musik, Bücher, Schauspiel, Politik, ständig wurden mir chinesische Namen um die Ohren gehauen, die ich entweder kaum aussprechen konnte oder die irgendwann, irgendwo einmal wichtig waren. Doch das war zu viel. Mir hätte es vollkommen gereicht, wenn gesagt worden wäre, das er hinter sich eine Bücherwand mit chinesischer Literatur hätte, anstatt sie mir einzeln aufzuzählen. 

    Natürlich gab es auch interessante Dinge, wie die Hutongs, welche die Gassen der Altstadt bezeichnen und die denkmalgeschützt sind. Weitere dieser Informationen gab es schließlich am Ende des Buches, im Glossar. Dieses bin ich bereits aus den Japan-Krimis gewöhnt und habe es zu schätzen gelernt, da hier die wichtigsten Begriffe erklärt wurden. So auch diesmal. 



    Die Hülle macht die Musik



    Auch wenn die Geschichte nicht so ganz meinen Nerv traf, war es die Schreibweise, die dafür sorgte, das ich unbedingt weiter lesen wollte. Man merkte einfach, das der Autor sich sehr mit der Kultur auseinandergesetzt und dieses Land mehr als einmal besucht hatte. Die Liebe zum Detail bemerkte ich dann übrigens noch im Cover, das von weiten sehr einfach aussieht, aber bei genauerer Betrachtung viele Kleinigkeiten wie Lampions enthält. Es ist eindeutig ein Buch, das ich mir gerne ansehe.


    Mein Fazit



    Leider schaffte es dieses Buch nicht das Gleichgewicht zwischen Kriminalfall und Kultur herzustellen. Der Fall war unspektakulär und die Information zu überladen. Ich kam aufgrund der Schreibweise zwar sehr gut voran, hatte aber trotzdem meist eine Denkfalte auf der Stirn. Schade, denn ich hatte große Hoffnungen in dieses Buch.

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    Rezension zu "Beijing Baby" von Volker Häring

    Faszination China mit etwas Krimi
    Igelmanu66vor 2 Jahren

    »Die Tote hatte also Freunde in der Partei? … Freunde, die ein Interesse an der Aufklärung haben. Oder darauf achten, dass gewisse Details nicht bekannt werden?«

     

    Inspektor Wang ist nicht gerade begeistert, dass ihm eine junge, ganz neu in Peking eingetroffene Kommissarin zur Seite gestellt wird. Der altgediente Inspektor ist sehr traditionsbewusst und kennt vor Ort alles und jeden. Die Aufklärung des aktuellen Falls wäre bestimmt kein Problem für ihn, die gewollte Mitarbeit von Xiang Xia muss also einen Grund haben.

     

    Auch Xiang Xia hatte sich ihren ersten Arbeitstag in Peking anders vorgestellt. »Die Partei zählt auf Sie!«, hat man ihr mitgeteilt. Was das aber zu bedeuten hat, ist ihr nicht ganz klar. Und nun steht sie vor der Leiche einer jungen, bildhübschen Schauspielstudentin im Innenhof des Pekinger Theaterinstituts, neben sich einen griesgrämigen Dinosaurier, der offenbar gewillt ist, es ihr so schwer wie möglich zu machen und für den Computer und Smartphone immer noch Fremdworte sind.

     

    Dieses Buch hat mich wirklich begeistert! Ich habe beim Lesen so viel über China erfahren, über das Leben der Menschen, die stetigen Konflikte zwischen Tradition und Moderne. Die beiden Ermittler verkörpern zwei Extreme, die täglich versuchen müssen, miteinander klar zu kommen. Das ist sehr reizvoll und die Fremdartigkeit – auch des modernen Chinas – ungemein reizvoll. Zusätzliche Brisanz bringen die politischen Aspekte, denn offenbar hatte die Ermordete Beziehungen in entsprechende Kreise. Da fragt man sich beim Lesen, ob eine Aufklärung des Falls überhaupt möglich sein wird.

     

    Ein weiteres Thema ist das Miteinander von Chinesen und dort lebenden Ausländern, insbesondere verfolgt man hier das Schicksal des deutschen Studenten Phillip. Wie man sich vorstellen kann, ist das Verhältnis nicht immer konfliktfrei und von gegenseitigen Vorurteilen geprägt.

     

    Der Stil ist sehr lebendig, das Buch liest sich leicht und man bleibt gerne dran. Immer wieder konnte ich auch herzhaft lachen, aufgrund witziger Szenen oder amüsanter Wortwahl. Auch die diversen Exkurse in die offenbar vorhandene chinesische Kunst zu schimpfen, die mit einer enormen Kreativität in Sachen Neuschöpfung von Schimpfwörtern einhergeht, fand ich sehr unterhaltsam!

     

    Der Krimi allerdings kommt ein bisschen kurz. Sicher wird ermittelt, aber im Fokus stehen die anderen Aspekte, eine kleine Liebesgeschichte kommt auch noch dazu. Ich finde das Buch wirklich klasse, man muss sich nur darauf einstellen, keinen puren Krimi vor sich zu haben.

     

    Fazit: Faszination China mit etwas Krimi. Habe ich sehr gerne gelesen!

     

    »Ehrlich gesagt möchte ich Sie nur warnen … China ist für einen Ausländer manchmal relativ kompliziert. Es gibt Sachen, die sehr speziell sind.«

    Kommentare: 6
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    Gespräche aus der Community

    Neu
    Cover des Buches Beijing Babyundefined
    "China ist ein riesiger Puff, an dessen Eingang man ein Schild mit der Aufschrift `Disneyland‘ gehängt hat."

    Eine Schauspielstudentin wird tot im Innenhof des Zentralen Theaterinstitutes Peking aufgefunden. Zunächst deutet alles auf einen Selbstmord hin, doch dann tauchen Zweifel auf.

    Die junge Kommissarin Xiang, gerade frisch aus der Provinz nach Peking versetzt, stürzt sich in die Ermittlungen. Nach und nach gerät sie in einen Sumpf aus Macht und Intrigen. Denn schon bald stellt sich heraus, dass das Opfer ein gefährliches Doppelleben im Pekinger Nachtleben führte und Liebschaften zu hochrangigen Politikern unterhielt ...

    Beijing Baby nimmt Euch mit in das moderne Peking, wo Tradition und Reform unerbittlich aufeinanderprallen, Geld die Moral bestimmt und politischer Einfluss tödlich sein kann. Ein China jenseits aller Klischees.
    189 BeiträgeVerlosung beendet

    Zusätzliche Informationen

    Volker Häring wurde am 07. Januar 1969 in Nürnberg (Deutschland) geboren.

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