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Johannes_Fenn

vor 2 Monaten

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
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Spannend, spannend, spannend. Das Buch packt mich vom ersten Augenblick an. Lässt tief blicken, sehr offen und ungeschützt. Das ist mutig.

strickleserl

vor 2 Monaten

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
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Nach dem ersten Teil muss ich sagen, dieses Buch gefällt mir wirklich sehr gut. Persönlich stören mich die gelegentlichen Kraftausdrücke, zum Glück ist es nicht zu viel. Ich finde es schade, dass die Sprache sich immer mehr so verändert, dass solche Ausdrücke auch in Büchern normal werden.
Aber der Inhalt des Buchs gefällt mir sehr gut. Mir war nicht bewusst, wie schwer es ein Pfarrer hat. Zum einen ist er für viele Gemeindemitglieder ein Vorbild, aber wohin dann mit seinen Schwächen. Zum anderen ist er dafür verantwortlich die Streitigkeiten zu schlichten.
Die vielen Konflikte fand ich schrecklich und in einer Gemeinde völlig fehl am Platz. Da ist, denke ich, gar nicht verstanden worden, was Christsein bedeutet. Wenn dann noch einflussreiche Gemeindemitglieder ihre Macht spielen lassen, ist das einfach nur schrecklich.
Bis jetzt ist nicht klar, ob der Klinikaufenthalt vor allem von der belastenden Arbeitssituation verursacht wurde. Das war wohl der Auslöser, aber es scheint mehr dahinter zu stecken, auf das der Autor noch nicht eingegangen ist.
Die Beobachtung aus Seiten 42/43, dass bibeltreue Christen oft besonders hart und unbarmherzig sind ist traurig. Wer sich nach der Bibel ausrichtet sollte wohl versuchen zu lieben wie Jesus, und sollte auch demütig sein.
Die Erfahrungen in der Klinik kann ich nicht nachvollziehen. Die beschriebenen Therapien finde ich abstoßend, z.B. das Liegen auf einer anderen Person, die wie verrückt schreit. Auch der händchenhaltende Spaziergang ist merkwürdig.
Auf jeden Fall scheint alles nicht viel geholfen zu haben. Es macht den Eindruck wie ein Pflaster auf einer eiternden Wunde.
Die Wut auf Gott war vielleicht heilsam. Ich glaube Gott ist es lieber wir sind ehrlich, auch wenn das heißt wir klagen ihn an. Scheinheiligkeit mag er, denke ich, gar nicht. Ich kann mir aber gar nicht vorstellen wie der Autor danach noch Pastor sein konnte.
Sehr traurig finde ich, wie er an dieser Stelle seine Ehe beschreibt. Heimlichkeiten, kein Vertrauen, wütende, gegenseitige Vorwürfe…
Ich bin gespannt wie es weitergeht und ich bin dankbar, dass der Autor so offen schreibt. Ich kann mir vorstellen, dass das sehr viel Mut kostet.

Babscha

vor 2 Monaten

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
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Bei den geschilderten Rahmendaten seines Lebens (Herkunft aus dem Bergischen Land, Alter etc.) habe ich schon mal ein wenig Verbindendes zwischen mir und dem Autor festgestellt und in dem verwiesenen Bibeltext Römer 8,28 (S. 23), den er hier für seine heutige Denkweise Gott gegenüber zitiert, sogar meinen eigenen Konfirmationsspruch wiederentdeckt. Interessant finde ich den im Prolog beschriebenen Vergleich seines Lebens mit einem Progrock-Song, also den typischen, oft eine ganze LP-Seite beanspruchenden (grandiosen) Endlosstücken der 70er, bei denen sich Passagen verschiedenster Tempi und Stimmungen zum Ende hin immer mehr zu einem großen Ganzen verdichten (mal zum Guten wie bei Eric Burdons/Wars „Tobacco Road“, mal eher zum gefühlt Apokalyptischen wie in Pink Floyds „Atom Heart Mother“). Ein guter, gelungener Vergleich, wie ich finde, ein stimmiges Bild.

Noch nicht ganz nachvollziehen kann ich seine heutige Aussage und Lebensphilosophie, dass man sich seine eigene grundsätzliche Machtlosigkeit einfach eingestehen und die Kontrolle eben abgeben muss (Jesus wird es für mich schon richten). Diese Denke ist für mich bislang noch nicht ganz fassbar.

Habe mich während der Lektüre des 1. Teils wiederholt gefragt, wie jemand –ungeachtet der massiven Betäubungsmaßnahmen- 40 Jahre mit einer so dissonanten Persönlichkeitsstruktur wie der des Autors durchhalten kann, bevor es endlich knallt. Vor allem auch, wo die wirklichen Ursachen für seine ganzen Probleme liegen, auf die er aber offensichtlich im Teil 2 ja jetzt näher eingehen wird. Offensichtlich kommt alles aus ihm selbst heraus, zumal er von einem stabilen Elternhaus ohne schlimme prägende Erfahrungen berichtet. Absolut fehlendes Selbstvertrauen, Angst vor jeder Art von Kontrollverlust bzw. „Gottes Zorn“, Minderwertigkeitskomplexe („mit Junkies und Psychos kann ich, nicht aber mit Managertypen“), permanente Zweifel. Eine wahrhaft komplexe Persönlichkeit, in die ich gerne noch weiter eintauchen möchte.

Wenn er Gott doch als eine derartige Bedrohung und Einengung seiner selbst empfunden hat, wie er es beschreibt und die dann in seinem Wutbrief und seiner kompletten Auflehnung in Bad Herrenalb eskaliert, wieso ist er dann ausgerechnet Pfarrer geworden und vor allem auch nach 2007 geblieben? Mal ganz zu schweigen von der selbstgemachten Hexenküche seiner „Gemeindegeschwister“, die er hier überraschend oft und offen thematisiert (wieso ist das eigentlich dort so?) und die ihn ja auch im Laufe der Jahre zusätzlich terrorisiert und an den Rand gebracht hat. Hoffe, dass sich diese Fragen im Laufe der weiteren Lektüre auch noch besser aufhellen werden.

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peedee

vor 1 Monat

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
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BookishBonnie schreibt:
Nichtsdestotrotz wirkten die ersten vier Kapitel zunächst sehr wirr; die einzelnen Stationen wurden fast stichpunktartig abgearbeitet. Die Einweisung, die ersten Lebensjahre, kurze Einblicke in den Kampf gegen die Depressionen und die Alkoholsucht - mal hintereinander, dann wieder durcheinander wurden die Themen vorgestellt.

Für mich war das nicht wirr, denn irgendwo muss man ja mal anfangen und manchmal kann auch nicht stur chronologisch abgearbeitet werden, da die Zusammenhänge dann wegfallen würden.

peedee

vor 1 Monat

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
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BookishBonnie schreibt:
Gerade die befremdlichen Methoden der Klinik nahmen viel Raum ein. Meiner Meinung nach werden diese Anekdoten wenig dazu beitragen, vorliegende Missverständnisse über den Alltag in einer Psychiatrie auszuräumen. Gleichzeitig stellt das ja auch nicht die Aufgabe des Autors dar, der zudem deutlich macht, dass es sich um ein besonderes Therapiekonzept handelt - und der Aufenthalt ohnehin nur ein erster Versuch war, sich den titelgebenden Rissen zu nähern.

Es ist doch so, wer schon vorgefasste Meinungen gegenüber psychischen Krankheiten hat (im Sinn von "der soll sich nicht so anstellen"), wird dieses Buch sicher nicht lesen. Zudem ist es, wie Du auch sagst, nicht Volkers Aufgabe, für das Therapiezentrum zu werben.

BookishBonnie

vor 1 Monat

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
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peedee schreibt:
Für mich war das nicht wirr, denn irgendwo muss man ja mal anfangen und manchmal kann auch nicht stur chronologisch abgearbeitet werden, da die Zusammenhänge dann wegfallen würden.

Das stimmt. Ich stelle es mir auch wirklich schwer vor, so etwas Komplexes wie das eigene bisherige Leben einleitend zusammenzufassen und erst später auf Details eingehen zu dürfen, wie es in den weiteren Kapiteln erfolgt. Außerdem muss die von mir empfundene Verwirrung ja nicht unbedingt abschreckend oder unpassend sein, denn im Nachhinein kam mir der Gedanke, dass psychische Krankheiten nun einmal so sind - kaum einzufangen, wenig greifbar. Umso besser, dass der Autor trotzdem den Versuch wagt.

BookishBonnie

vor 1 Monat

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
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peedee schreibt:
Es ist doch so, wer schon vorgefasste Meinungen gegenüber psychischen Krankheiten hat (im Sinn von "der soll sich nicht so anstellen"), wird dieses Buch sicher nicht lesen. Zudem ist es, wie Du auch sagst, nicht Volkers Aufgabe, für das Therapiezentrum zu werben.

Das mag wohl (leider) stimmen, auch wenn ich manchmal ganz idealistisch hoffe, dass solch augenöffnende Berichte vielleicht doch in die Hände derer geraten, die derartige Meinungen über Personen mit psychischen Erkrankungen hegen.
Und um Werbung ging es mir gar nicht, eher um Aufklärung, da ich mir vorstellen kann, dass Nicht-Betroffene keine oder eben "falsche" Vorstellungen vom Alltag in der Psychiatrie haben - und die Erfahrungen des Autors sind nun mal auch nicht die Regel.

peedee

vor 1 Monat

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
@BookishBonnie

Ja, die Hoffnung, dass solche Berichte andern die Augen öffnen könnte, dürfen wir nicht aufgeben (Deinen Post habe ich übrigens auch nicht als Werbung oder so verstanden).

strickleserl

vor 1 Monat

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
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BookishBonnie schreibt:
Zu diesem Punkt möchte ich gern auch noch etwas anmerken bzw. als Frage in den Raum stellen: Wurde seine "Abrechnung mit Gott" nicht ziemlich bald nach seinem Klinikaufenthalt veröffentlicht? So hätten seine Zweifel der Gemeinde doch bekannt gewesen sein dürfen. Dass der Autor mit seinen Ansichten, dem Zulassen von Ambivalenz im theologischen Verständnis, teils auf Missgunst stieß, deutet er ja an.

Ich glaube er hat den Brief anonym eingesandt, und er wurde auch erst später veröffentlicht. Darum denke ich, dass seine Gemeinde nicht wusste, welche innere Kämpfe er hatte.

Lesestern

vor 1 Monat

Vorwort bis Teil 1 Die Risse
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strickleserl schreibt:
Ich glaube er hat den Brief anonym eingesandt, und er wurde auch erst später veröffentlicht. Darum denke ich, dass seine Gemeinde nicht wusste, welche innere Kämpfe er hatte.

Das kann natürlich sein; an diese Möglichkeit habe ich noch nicht gedacht.

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