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strickleserl

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben
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Diese Ausbildungszeit muss sehr schwer gewesen sein. Der Druck nach dem Umzug für die Familie zu sorgen, am Telefon Kunden überzeugen müssen, keine freie Stelle in dem gewünschten Bereich. Und dann kommt der Absturz.

In der Psychiatrie werden dann vor allem Medikamente verordnet, aber trotzdem scheint es ihm allmählich besser zu gehen. Es ist sehr schön, dass seine Frau ihm ihre Liebe versichert, gerade da er wohl nicht besonders freundlich zu ihr gewesen ist, und außerdem unehrlich.

Der Versuch alles aus eigener Kraft zu schaffen ist gescheitert. Umso schöner ist die Szene in der Klinik-Kapelle.

Kintsugi - etwas Zerbrochenes wird von Gott veredelt - ein wunderschöner Gedanke.

Babscha

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben
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Das für mich bisher intensivste und zum Nachdenken anregende Kapitel. Man versuchte ja von Beginn an, sich in Volkers Psyche und seine Probleme einzufinden, zu begreifen, was mit ihm los ist. Nicht gerade einfach, aber es wird jetzt doch klarer und logischer. Ein durch und durch von (irrationalen) Ängsten und mangelndem Selbstvertrauen gebeutelter Mann, aus dem Blickwinkel eines „im Leben stehenden“ Menschen schwerlich nachvollziehbar in seiner Art, in dem sich aber dennoch die ganze menschliche Schwäche und Zerbrechlichkeit offenbart und der sich, am vollständigen Tiefpunkt angekommen, in seiner kompletten Unvollkommenheit letztlich outet und Gott/Jesus endgültig anvertraut als der schwache, gescheiterte Mensch, der er ist, der es allein nicht schafft, weder ohne noch mit Betäubungsmitteln. Eine beschwerliche Reise, aber in der Einfachheit der plötzlichen Lösung irgendwie verblüffend. Und zumindest für ihn offensichtlich ja auch alternativlos, denn anders hätte er´s wohl kaum noch geschafft. Absolutes Glück für ihn, eine solche Frau und Kinder zu haben und sich dann doch noch im Glauben fangen zu können. Große Ausnahme, bei den meisten wär´s bei einer solchen psychischen Verfassung sicher anders geendet. Bin gespannt, wie es jetzt weiter geht.

Der Poetry-Slam am Kapitelende ist echt stark, gefällt mir. Und jetzt kennt man endlich den Hintergrund für das Coverbild und den Buchtitel.

Rose75

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben
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Das war ein sehr emotionaler Abschnitt. Volker ist voller Hoffnung mit seiner Familie umgezogen und war bereit für einen neuen Anfang. Als Medienkaufmann musste er verkaufen und stand unter wirtschaftlichem Leistungsdruck.

Zwei Aussagen von Volker habe ich mir rausgeschrieben:
- " .. aufhören Gottes Anwalt zu sein" -- Das ist sehr tiefgreifend und darüber werde ich noch nachdenken
- " ... den viele wollen ein tröstendes Pflaster, aber keine umfassende Heilung" -- das ist ein großes Thema. Viele wollen in ihrem Leid gesehen werden. Es gibt auch den Ausspruch " Leiden ist leichter als Lösen"

Claudias Hingabe ist bewundernswert, trotz der ganzen Schwierigkeit steht sie immer an Volkers Seite. Die Situation in der Kapelle muss für Volker wie eine "Engelserscheinung" gewesen sein.

Mit der Erklärung zu "Kintsugi" ist jetzt sehr deutlich geworden, was mit dem Cover und dem Titel gemeint ist.
Ich habe mit ein paar Bilder von japanischem Porzellan angeschaut. Wirklich toll.

Lesestern

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben
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strickleserl schreibt:
Diese Ausbildungszeit muss sehr schwer gewesen sein. Der Druck nach dem Umzug für die Familie zu sorgen, am Telefon Kunden überzeugen müssen, keine freie Stelle in dem gewünschten Bereich. Und dann kommt der Absturz.

Und trotzdem ist es für mich ein Wunder, dass er die Ausbildungsstelle im Christlichen Verlag bekommen und auch ein Haus mit Garten für die Familie bekommen hat.
Auch dass sie ihn trotz auftretender Schwierigkeiten so lange behalten haben. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist der Artikel in Aufatmen , seinen Brief mit der Absage an Gott, genau in dieser Zeit abgedruckt worden und diese Zeitschrift gehört ja zum SCM Bundesverlag.
Somit war das ja öffentlich, dass er Gott den Rücken zugekehrt hat.
In dieser Situation für christliche Zeitschriften Aquise zu machen, wirkt auf mich mit dieser Einstellung erstmal paradox, sowohl für ihn, den Verlag und nicht zuletzt doch auch für die zu akquirierenden Kunden.

Erst 2010, also einige Zeit danach ( inzwischen dann auch die Abteilung gewechselt und in der Redaktion tätig, allerdings ohne Zukunftsaussicht auf eine feste Arbeitsstelle), kommt der Absturz.
In der Redaktion, bei der es ja um inhaltliches geht, stelle ich mir, auch wenn es sein eigener Wunsch war, dorthin versetzt zu werden, noch schwieriger vor.
Mit seiner Einstellung in einer Redaktion, in der es um christliche Inhalte geht..

Gott sei Dank hat sein Kollege die Situation seines "Abdriftens" nach der Absage seines Chefs richtig eingeschätzt und sofort gehandelt.
Diese für ihn aussichtslose Situation hätte ganz anders ausgehen können.
Gut, dass er damit nicht alleine gelassen wurde und in die Obhut einer Klinik kam.

Lesestern

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben
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Rose75 schreibt:
Claudias Hingabe ist bewundernswert, trotz der ganzen Schwierigkeit steht sie immer an Volkers Seite.

Ja, da habe ich auch größte Hochachtung: Auf der einen Seite distanziert sie sich von seinem Verhalten und macht ihm klar, dass sie nicht coabhängig werden will und sein Lügengebäude auf keinen Fall unterstützt ( S. 144 oben - nach dem Wodka-Absturz und der Rückfälliglkeit zum Alkohol) und auf der anderen Seite, gibt sie ihn nicht auf.
Diese Haltung zeigt mir, dass sie in ihrem Glauben stark verwurzelt ist und übermenschliche Kraftquellen erhält.

Lesestern

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben
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Rose75 schreibt:
Mit der Erklärung zu "Kintsugi" ist jetzt sehr deutlich geworden, was mit dem Cover und dem Titel gemeint ist. Ich habe mit ein paar Bilder von japanischem Porzellan angeschaut. Wirklich toll.

Dieser Hintergrund und die Beschreibung von " Kintsugi" ist auch für mich faszinierend, davon habe ich noch nie gehört.
Ein ganz wunderbares Bild für Gottes Wirken und Heilen.
Mit dem Cover geht es mir genauso: Das, was für mich vorher sehr merkwürdig und fremd gewirkt hat, hat für mich jetzt eine ganz besondere Ausstrahlung bekommen.

peedee

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben
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Volker macht also ein „freiwillig gottloses Jahr“, durch ihn FGJ abgekürzt. Ich stelle mir das schwierig vor, plötzlich alle Gebete und entsprechende Lektüre einzustellen.

Er erwähnt die Erkrankung „Raynaud-Syndrom“. Ich habe vorher noch nie von diesem Syndrom gehört und daher gegoogelt. Es ist schon bitter, die Bilder zu sehen.

Claudia zu ihrem Mann: „Volker, Gott hat dich nicht aufgegeben, ich habe dich nicht aufgegeben und du solltest dich auch nicht aufgeben.“ Das finde ich eine sehr berührende Aussage und zeigt die grosse Liebe von Claudia.

Es tut weh, zu lesen, wie jemand, der sich doch bemüht, „aus dem Sumpf“ zu kommen, immer wieder hineinrutscht. Aber offenbar war die Zeit noch nicht reif.

peedee

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben

Babscha schreibt:
Absolutes Glück für ihn, eine solche Frau und Kinder zu haben und sich dann doch noch im Glauben fangen zu können. Große Ausnahme, bei den meisten wär´s bei einer solchen psychischen Verfassung sicher anders geendet. Bin gespannt, wie es jetzt weiter geht.

Es ist für mich sehr berührend, dass seine Frau so zu ihm steht. Das muss für sie eine immense Belastung gewesen sein. Klar heisst es "in guten, wie in schlechten Zeiten", aber wenn sich lange Zeit nur schlechte Phasen an schlechte Phasen reihen, wird es definitiv sehr schwierig!

peedee

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben

Rose75 schreibt:
Mit der Erklärung zu "Kintsugi" ist jetzt sehr deutlich geworden, was mit dem Cover und dem Titel gemeint ist. Ich habe mit ein paar Bilder von japanischem Porzellan angeschaut. Wirklich toll.

Ich habe mir das auch angeschaut - wirklich toll. Viele der Behältnisse sehen mit den Sprüngen viel interessanter aus, als vorher.

peedee

vor 2 Monaten

Teil 3 Die Scherben
@Lesestern

Mir war der Begriff "Kintsugi" vorher auch unbekannt, aber mir hat das Cover gleich von Beginn an sehr gut gefallen. Auf mich wirkte es gar nicht fremd.

strickleserl

vor 1 Monat

Teil 3 Die Scherben
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peedee schreibt:
Es ist für mich sehr berührend, dass seine Frau so zu ihm steht. Das muss für sie eine immense Belastung gewesen sein. Klar heisst es "in guten, wie in schlechten Zeiten", aber wenn sich lange Zeit nur schlechte Phasen an schlechte Phasen reihen, wird es definitiv sehr schwierig!

Das denke ich auch! Vor allem wenn das Vertrauen durch Lügen zerstört wird, ist es sicher schwer zum anderen zu stehen.

Ausgewählter Beitrag

BookishBonnie

vor 1 Monat

Teil 3 Die Scherben
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Auch im dritten Leseabschnitt teilt der Autor weiterhin sehr offen seine Erfahrungen, spricht über seinen Versuch, ein Leben ohne Gott (oder besser: seinem von Zwängen und Ängsten geprägten Bild von Gott) zu führen und mit Hilfe einer Umschulung den Neustart zu wagen.
Allerdings war jener Bericht von Anfang an davon geprägt, dass Volker sich rastlos fühlt, unzufrieden ist mit dem nun eingeschlagenen Weg.
Daher kam der Absturz, gefolgt von der Einweisung in die Psychiatrie, wenig überraschend. Umso besser, dass es ihm wieder einmal gelang, die Umstände ehrlich und ungeschönt niederzuschreiben.
Insbesondere der Rückfall in die Alkoholabhängigkeit könnte eine Quelle von Scham darstellen, wird für den Autor jedoch durch das klare Eingeständnis zum Ursprung von Stärke - sicherlich auch für viele andere Betroffene und Angehörige wertvoll!
Besonders eindrucksvoll fand ich Volkers beharrliches Festhalten an Jesus, seiner Person und seinem Wirken, die ihn trotz (oder gerade wegen?) seines krankmachenden Gottesbildes weiterhin an seinem Glauben festhalten ließen - selbst, wenn er an der Oberfläche fest davon überzeugt war, sich lösen zu wollen.
Aus dieser Haltung heraus ergibt auch das titelgebende Bild des Kintsugi Sinn. Die Keramikkunst, die das Zerbrochene zelebriert, sogar ganz bewusst in Szene setzt, war mir vorher nicht bekannt, passt aber ausgesprochen gut zu Volkers Lebensgeschichte und war sicher ein guter Anhaltspunkt, um seine Gottesbeziehung zu überdenken.

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