Volker Harry Altwasser Letzte Haut

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Inhaltsangabe zu „Letzte Haut“ von Volker Harry Altwasser

Es ist die unwahrscheinliche und doch wahre Geschichte eines Richters, dessen Auftrag es war, die Korruption in den Konzentrationslagern zu bekämpfen. Karrieresüchtig und blind für die Barbarei in den Lagern bewies Dr. Kurt Schmelz schließlich in einem verbrecherischen Regime Mord mit Mord und verkörpert so die unvorstellbare Perversion einer Zeit in Deutschland. 18 Monate untersucht der SS-Ermittlungsrichter und Polizeibeamte Dr. Schmelz 1943/44 die Verhältnisse im KZ Buchenwald. Ausgerüstet mit einem personengebundenen Geleitbrief hat er freie Einsicht in alle Bereiche des Lagers. Noch im Winter 1944 wird der Kommandant des Konzentrationslagers, Karl Koch, in einem Geheimprozess wegen Wehrkraftzersetzung, Unterschlagung und Mord zum Tode verurteilt. Dies gelingt Schmelz, weil er nach hartem Ringen mit sich selbst zum Mörder an zwei sowjetischen Kriegsgefangenen wird: Er beweist mit dem Prinzip der Ausschließlichkeit persönlich motivierte Morde - mit Mord. Mit diesem atemberaubenden und erschütternden historischen Roman, wird der Staffelstab des Erzählens über die Verbrechen des Nationalsozialismus an die Enkelgeneration übergeben.

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  • Das Unrecht im noch größeren Unrecht bekämpfen.

    Letzte Haut
    Monsignore

    Monsignore

    10. August 2016 um 20:28

    Eine aberwitzige Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Da wird ein promovierter Richter, Jahrgangsbester und in SS-Uniform, in Konzentrationslager geschickt, um die Korruption beim Leitungspersonal vor Gericht zu bringen. "Die SS soll sauber bleiben", hat der Reichsführer gesagt und meint es ernst. Der Richter gilt als hochverdienter Korruptionsjäger. Ausgestattet mit Vollmachten von allerhöchster Stelle und mit Kriminalassistenten an seiner Seite sieht er alles, was in den Lagern geschieht - und legt Akten über Unterschlagung, Bereicherung und Dienstvergehen an. Erst spät kommt er auf den Gedanken, dass das Geschehen in den Lagern auch etwas mit Mord zu tun haben könnte. Doch hierfür NS-gerichtstaugliche Beweise zu finden, ist sehr schwierig.Im Buch heißt der Richter Kurt Schmelz. Der tatsächliche Richter hieß Konrad Morgen und hat tatsächlich einen KZ-Kommandanten an den Galgen gebracht. Wieviele Morde und Folterungen der Richter selbst auf dem Gewissen hat, ist historisch unklar. Allerdings traf er beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess als Zeuge der Verteidigung auf und schilderte die Konzentrationslager als friedliche, beschauliche Orte. Er war bis 1979 als Rechtsanwalt in Frankfurt/Main tätig.Je mehr man über diesen Stoff recherchiert, desto aberwitziger wird die ganze Geschichte. Und so ist es auch beim Lesen, man gerät von einer unfassbaren Geschichte in die nächste. Das Thema "Haut" durchzieht den gut konstruierten Roman, der aber auch einige Längen hat, Kürzungen hätten dem Buch gut getan. Dabei geht es nicht nur um die hautbespannten Lampenschirme - das Lebensende des Richters im Nachkriegs-Frankfurt ist beherrscht von einer grausamen Krankheit: er verfault bei lebendigem Leib, seine Haut löst sich vom Körper ...

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  • Rezension zu "Letzte Haut" von Volker Harry Altwasser

    Letzte Haut
    Rat_Krespel

    Rat_Krespel

    13. July 2010 um 21:01

    Das Grauen hat ein Gesicht Spätestens seit Jonathan Littells „Die Wohlgesinnten“ gibt es eine Diskussion über die Fiktionalisierung des Nationalsozialismus aus Sicht der Täter. 2009 veröffentlichte der heute 40jährige Volker Harry Altwasser seinen Roman „Letzte Haut“, der eben diesen Weg geht. Allerdings treten bei Altwasser mehr historische Personen selbst auf, wie Ilse und Karl Koch oder Josias Erbprinz Waldeck-Pyrmont. 1943 beginnt der Jurist Dr. Kurt Schmelz (den es tatsächlich gab, allerdings mit einem anderem Namen) im Auftrag des hochrangigen SS-Mannes Waldeck-Pyrmont und mit Rückendeckung von Himmler, gegen den Leiter des KZ Buchenswalds K. Koch zu ermitteln. Der Vorwurf: Korruption und Mord. Nach 18 Monaten gelingt es Schmelz, Koch und seine Helfer vor ein Sondergericht zu bringen, das den ehemaligen Lagerkommandanten tatsächlich zum Tode verurteilt. Erzählt wird dies vom über 70jährigen Schmelz, – zuerst seine Ankunft in Buchenwald 1943 und den Beginn der Arbeit dort. Dann lässt er einen fiktiven Enkel die Zeit von der Geburt bis zu diesem Tag erzählen. Doch schnell wird klar, dass den ehemaligen Juristen etwas verfolgt und es für ihn keinen Weg mehr gibt, sich nicht an seine Schuld zu erinnern. „Und wie albern, sich eines illusorischen Enkels zu bedienen, wie ausgesprochen albern dies doch sei. Als könne er so in eine letzte Haut schlüpfen.“ Doch welche Schuld ist das? Nicht seine Zugehörigkeit zur SS oder seine Unterstützung des Systems, es ist eine ganz persönliche Schuld. Schmelz war zwar Jurist durch und durch, er glaubte an die völlige Unabhängigkeit des Rechts von der Politik. Unbeirrt, oder unter den politischen Gegebenheiten fast schon naiv, verfolgte er diesen Gedanken, was ihm1939 zwei Strafversetzungen und 1941 die Degradierung und den Weg zur Ostfront einbrachte, von wo ihn dann erst Waldeck-Pyrmont zurückholen kann. Doch diese Rechtsauffassung ist von einer Kälte durchzogen, die ein erschaudern lässt. Der Tod von unzähligen Menschen ist für Schmelz kaum ein moralisches Problem, sondern nur eine Frage der fehlenden juristischen Grundlage. Da ist kein Mitleid mit den Menschen, die Koch umbringen lässt, sondern nur der strafrechtliche Vorwurf. Und vielleicht ist das der Grund, dass auch dieser prinzipientreue Jurist sich korrumpiert – um Mord aufzuklären mordet er selbst. Nun, mit über 70 gelingt es Schmelz, der in den Nürnberger Prozessen als Zeuge aussagte und glaubte, sich so reinzuwaschen, nicht mehr zu verdrängen. „Dieses Erinnern werde ihm wohl zur Lebensbeichte. Es werde ihm wohl die Haut vom Leibe reißen.“ Und das tut er wortwörtlich. In den Szenen im Roman, in denen er sich erinnert, beginnt er, sich die Haut aufzukratzen und dann sich diese abzureißen bis zum Tod. „Schuld, die mir unter die Haut gekrochen ist, aber die ist ja ab.“ Altwassers Roman verlangt starke Nerven, manche Szenen aus dem KZ schockieren, auch wenn man noch so viel über das Grauen der Nationalsozialisten gelesen hat. Und wenn der Autor beschreibt, wie sich Schmelz die Haut, die Lippen, die Lider abreißt, dann erinnert das eher an einen Horrorroman. Und das ist gut so, denn sonst würde man zu viel Sympathie entwickeln für einen Mann, der einen der grausamsten Lagerkommandanten vor Gericht brachte, fast schon wie für den guten Kommissar aus einem Krimi. Aber hier liegt auch die größte Schwäche des Romans, in der Charakterisierung seiner Hauptperson. Das ist zu oft holzschnittartig, typisierend. Fast schon larmoyant wirkt es, wenn immer wieder erzählt wird, dass Schmelz im Grunde immer dagegen war.. Das lässt sich auch damit nicht entschuldigen, wenn man diese Haltung als gefärbte Erinnerung des alten Mannes erklären möchte. Und die Erklärung, dass die Zuneigung zu den älteren hohen SS-Funktionären die Suche nach dem Vater ist, den er nie hatte, ist psychologisch viel zu einfach gestrickt. Trotzdem geht dieser Roman unter die Haut und lässt hoffen, dass auch die beiden folgenden Romane „Letztes Schweigen“ und Letzte Fischer“ ein ähnliches Niveau erreichen.

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  • Rezension zu "Letzte Haut" von Volker Harry Altwasser

    Letzte Haut
    AlexanderH

    AlexanderH

    26. March 2010 um 12:42

    Hallo Community, eine deutsche Vita. Während des Holocaust 1943/44 untersucht ein "SS-Ermittlungsrichter" in deutschen KZ's Straftaten der SS-Henker. Die Geschichte ist so unglaublich, daß sie nicht erfunden sein kann. Der Roman "Letzte Haut" von Volker Altwasser ist ein packender und gut recherchierter historischer Roman. Während um den Protagonisten KZ-Häftlinge gequält und hunderttausendfach ermordet werden, ermittelt Dr. Schmelz, der Protagonist, in Konzentrationslagern wegen Korruption und Mordes. Er ermittelt gegen KZ-Kommandanten und andere "SS-Schergen" und bringt einige von ihnen sogar an den Galgen. Der Roman beruht auf historischen Begebenheiten, tatsächlich gab es solche Ermittlungen in dem KZ-System, der Ermittlungsrichter hieß Dr. Konrad Morgen. Später dann war er Zeuge im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess und im Frankfurter Auschwitzprozess. Der Ermittlungsrichter wird "Werkzeug" in einem perfiden Intrigenspiel von "NS-Größen" und er erkennt das auch, aber er ist ein williges "Werkzeug", seiner Karriere willen. Hier wird der Roman stark. Um der Karriere willen läßt sich der Protagonist ohne Not in das "Spiel" ein und wird am Ende, um seine Karriere zu befördern, selbst zum Mörder, indem er aus Beweisgründen vier sowjetische KZ Häftlinge töten läßt, in seinem Beisein, auch dieser Fakt historisch verbürgt. Ein Lehrstück aus der deutschen Geschichte, fesselnd erzählt, stimmig und aus meiner Sicht unbedingt lesenswert." Alexander

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