Volker Harry Altwasser Letztes Schweigen

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Inhaltsangabe zu „Letztes Schweigen“ von Volker Harry Altwasser

Die Geschichte eines gedemütigten, vernachlässigten, ungeliebten Jungen, der Kraft seiner eigenartigen Phantasie einen Weg aus der Trostlosigkeit findet und doch der ewige Außenseiter bleiben wird. Mangelnde Liebe, ständig wechselnde Stiefväter, die irgendwann immer als schwere Alkoholiker, als 'Säufersäue', enden – allem zu Trotz entrinnt der Junge der Sprachlosigkeit und erfindet sich neu.

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  • Rezension zu "Letztes Schweigen" von Volker Harry Altwasser

    Letztes Schweigen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. September 2010 um 20:39

    “Wenn es nicht so schwierig wäre, dann wäre es ganz schön leicht.” Volker Harry Altwasser hat mich mit “Letztes Schweigen” sehr beeindruckt. Seine sprachliche Qualität und Wucht, die wunderbaren Sätze und tollen Konstruktionen haben bewirkt, dass ich das Buch vom ersten Satz an nicht mehr aus der Hand legen konnte. Und auch wenn der Text von Demütigung und Vernachlässigung eines Kindes handelt, so schafft der Autor mit seiner Erzählweise doch die nötige Distanz, um das Geschilderte nicht zur Tränendrüsendrückerei werden zu lassen. Schon der Protagonist, der ebenfalls Volker heißt, liest viel, saugt alle gelesenen Worte in sich auf und bleibt dann stumm, um schließlich zur passenden Situationen die nötigen, aber aus einem reichen Fundus gewählten Worte sagen zu können. “Es gebe nur zwei Möglichkeiten zur Flucht für unsereins, die eine sei der Alkohol und die andere seien die Bücher. Solange die Staatsführung die Preise für Schnaps und Bücher gering halte, solange bleibe auch alles beim Alten.” Volker lebt mit seiner Mutter in der DDR. Sie trinkt Alkohol, und zwar viel Alkohol, und ist abhängig von ihrer eigenen Mutter. Diese Mutter-Tochter-Beziehung scheint alles zu zerstören: nicht nur die Ehe, sondern auch die Beziehung zwischen Mutter und Sohn. Die Mutter kann nicht alleine sein, so dass sie immer wieder einen neuen Mann aufgabelt: einen Heiratsschwindler, der sie regelrecht verprügelt und der kleinen Familie alles nimmt, oder einen Alkoholiker, der zu nichts taugt, außer zum Trinken. In solchen Situationen muss der Junge bald feststellen, dass er höchstens von Fremden Hilfe erwarten kann. Dementsprechend ist Volkers Kindheit tragisch und hält nur wenige Lichtblicke für ihn bereit. Da ist zum Beispiel die Lederjacke, die er von seinem Onkel, der nach Westdeutschland geflüchtet ist, bekommt. Oder das Pionierlager, wo er Freunde findet und eine schöne Zeit verbringt, aber auch indoktriniert wird: “Leistet das Beste auf euren Gebieten, und ihr werdet unverzichtbar für den Fortbestand unseres Staates sein. Jeder auf seinem Platz ist wichtig für den Erhalt unserer Demokratie und Volkswirtschaft.” Bereits mit 18 zieht Volker dann in die eigene Wohnung, weil er es mit seiner Mutter nicht mehr aushält. An ihrem Geburtstag kann er schließlich nicht mehr an sich halten und wirft ihr alle aufgestauten Worte und Gefühle an den Kopf. Das kann und will ihm die Mutter nicht verzeihen – aber Volker ihr genau so wenig. Immerhin lernt er bald eine nette Frau kennen, was sein Leben zum Guten wendet. Dennoch verbringt er jeweils die Hälfte des Jahres auf See, um dort zu schreiben – und zu schweigen. Auch wenn das Cover von “Letztes Schweigen” nicht so bunt und hipp ist, wie andere aktuelle Cover, so lohnt sich wirklich ein Blick hinter diese Hülle. Lange habe ich überlegt, warum auf dem Cover ein Apfel und eine Kuh abgebildet sind. Ich kann nur jedem empfehlen, sich bei der Lektüre des Buches selbst auf die Suche nach einer Antwort zu begeben. “Ein Baum kannte keine Angst. Nur Blumentöpfe konnten umkippen.”

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