Volker Kaminski

 5 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Rot wie Schnee, Auf Probe und weiteren Büchern.
Volker Kaminski

Lebenslauf von Volker Kaminski

Volker Kaminski wurde 1958 in Karlsruhe geboren; dort wuchs er auf und ging zur Schule. Nach dem Abitur und diversen Jobs zog er 1980 nach Freiburg, wo er ein Jahr später das Studium der Germanistik und Philosophie aufnahm. Nach dem Grundstudium wechselte er 1983 an die Freie Universtität Berlin, wo er 1990 sein Magisterstudium abschloss. In diese Zeit fallen viele literarische Versuche, die 1988 zu einer ersten Veröffentlichung im Sender Freies Berlin führten (Christian Brückner las die Erzählung "Gakellupo"). 1994 veröffentlichte er die Novelle "Die letzte Prüfung" im renommierten Verlag Klaus Wagenbach. Die Folgejahre brachten die Veröffentlichung weiterer Romane in großen Literaturverlagen (z. B. Deutsche Verlagsanstalt). Zeitgleich entstanden viele Kurzgeschichten, die in Zeitschriften wie Das Magazin, Sprache im technischen Zeitalter, Am Erker, FAZ publiziert wurden. Neben der literarischen Arbeit hat der Autor die journalistische Textform Glosse für sich entdeckt. Diese Prosatexte erscheinen in regelmäßigen Abständen im Feuilleton der Berliner Zeitung. Regelmäßig rezensiert er auch Romane, vor allem aus dem arabischen/persischen/türkischen Sprachraum, die in deutscher Übersetzung vorliegen. Zu lesen sind diese Rezensionen überwiegend auf dem Online-Portal der Deutschen Welle und des Goethe-Instituts "www.qantara.de", bzw. in Zeitschriften wie zum Beispiel "Kulturaustausch" oder "Am Erker". Prägend waren einige Aufenthaltsstipendien, vor allem im Künstlerdorf Schöppingen, wo sich ein spannender und bleibender Kontakt zu Künstlern aus aller Welt ergab, und im Künstlerhaus Edenkoben. Auch Lesungen und das direkte Gespräch mit dem Publikum zählen für Kaminski zu den angenehmen Seiten des Schriftstellerberufs.

Alle Bücher von Volker Kaminski

Volker KaminskiRot wie Schnee
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Rot wie Schnee
Rot wie Schnee
 (8)
Erschienen am 05.09.2016
Volker KaminskiAuf Probe
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Auf Probe
Auf Probe
 (3)
Erschienen am 01.05.2018
Volker KaminskiGesicht eines Mörders
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Gesicht eines Mörders
Gesicht eines Mörders
 (2)
Erschienen am 10.03.2014
Volker KaminskiSöhne Niemands
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Söhne Niemands
Volker KaminskiLebenszeichen
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Lebenszeichen
Volker KaminskiDie letzte Prüfung
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Die letzte Prüfung
Volker KaminskiSpurwechsel
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Spurwechsel
Spurwechsel
 (0)
Erschienen am 30.11.2001

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Neue Rezensionen zu Volker Kaminski

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A

Rezension zu "Auf Probe" von Volker Kaminski

Ein Buch, das wie ein Zauberstab funktioniert.
avencebrolvor 3 Monaten

Kann ein Buch gut sein, obwohl der Autor von Jazz keine Ahnung hat? War geneigt, die Frage zu verneinen, bis ich das Buch „Auf Probe“ von Volker Kaminski gelesen habe.

Es schönes Buch, vor allem sprachlich. Mit diesem Buch hat mir meine Freundin Dulcinea, die für ihren exquisiten literarischen Geschmack und für ihre Blaubeermuffins stadtbekannt ist, eine große Freude gemacht. Ich wurde beim Lesen wie durch einen Zauberstab erlöst von Arbeitsstau und Alltagstrübsinn.

Die Story ist schnell erzählt. Nicht mehr ganz junger Mann (Philipp Gaudi) wagt den Ausstieg aus seinem stressigen Beruf. (Werbebranche). Genug von der Terminhetze, genug von dem aufgeblasenen Getue der Chefs, den Worthülsen, genug von der Jagd nach Marge und Quote. Sehnsucht nach wirklichem Inhalt.

Aber was ist wirklicher Inhalt? Als erstes muss man sich die Zeit nehmen. Am besten man hört zu arbeiten auf und lebt eine Weile von der Abfindung. Philipp, der neben dem Brotberuf in einer Rockband Gitarre spielt, will endlich ernst machen mit der Musik. Musik soll nicht mehr bloß Hobby sein, sie soll Daseinszweck werden. Philipp will sein Spiel verfeinern, er will komponieren, er glaubt, dass sich beim unermüdlichen Üben und Komponieren die Tore ins Himmelreich öffnen, gattungsübergreifend das Himmelreich von Hendrix, von Mozart, von Goethe und Michelangelo.

Und nun sind wir genau an dem Punkt angelangt, weshalb dieses Buch großartig ist. Die Geschichte von der Mutter und dem heimlichen Liebhaber, der sich im weiteren Verlauf als Philipps richtiger Vater erweist, ist schön und versetzt zurück in die Stimmung der frühen Sechziger Jahre, als Italienurlaube für die Deutschen noch etwas ganz Besonderes waren. Aber das Außerordentliche besteht in der visionären Sprache, in der Philipps Erfahrungen mit der plötzlichen Freiheit geschildert werden. Das Antlitz der Stadt verändert sich, die gewohnte Stadt wird zur geheimnisvollen Stadt, nun, da niemand mehr drängt, Meetings und Abgabefristen festsetzt, und Philipp genau das machen kann, was er schon immer gewollt hat. Das Kopfsteinpflaster, die Hauswände und Fenster, die Fahrzeuge,, stehende und fahrende, ein Rockkonzert mit Tausenden von Teilnehmern, und immer wieder die Wolken am Himmel und ihr verändertes Antlitz, jedes Detail des großen Zusammenhangs aus Stadt und Lebenswelt fügt sich neu zusammen, wie sich im schöpferischen Prozess eine Komposition zusammenfügt. Der Autor riskiert an diesen Stellen viel. Seine Schilderungen suchen die Nähe zur Rockmusik, die in ihren Songtexten das große Pathos nie gescheut hat. Es existiert aber auch eine Nähe zum literarischen Expressionismus, zu den Autoren der Gedichtsammlung „Menschheitsdämmerung“ und ihren eruptiven Metaphern, mit denen sie dem Lebensgefühl der ruhelosen neuen Zeit vor Anbruch des ersten Weltkriegs Ausdruck verliehen haben.

Zum Schluss gerät Philipp an einen echten Profi, eine erfolgreiche Jazz-Vokalistin und Bandleaderin, und es scheint nicht ausgeschlossen, dass ihm der große Sprung in ein neues, von der Kunst bestimmtes Leben gelingt.

Ich verzeihe Kaminski sein Jazz-Banausentum und fordere möglichst viele potentielle Leser zur Lektüre auf. Nicht nur „Auf Probe“, sondern bis zum letztem Satzzeichen, in diesem Fall einem Punkt.


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C

Rezension zu "Auf Probe" von Volker Kaminski

Es braucht Mut!
cuisinevor 5 Monaten

Was für ein Roman! Volker Kaminskis neuer Titel „Auf Probe“ bietet alles, was das Leserherz begehrt. Da ist zum Einen eine klug und stimmig gebaute Geschichte, erzählt aus der Sicht von drei Hauptfiguren, deren Schicksale immer mehr miteinander verwoben werden. Der Fortgang der Handlung ist stringent und spannend erzählt. Dann sind da die interessanten Charaktere, sehr unterschiedlich in ihrer Art, mit dem Leben und bestimmten Situationen umzugehen, aber alle drei wachsen einem ans Herz. Volker Kaminski leuchtet ihre innere Gedanken- und Gefühlswelt, ihre Visionen, ihren ganz eigenen Blick aufs Leben aus, ohne allzu sehr ins Psychologisieren zu geraten. Schließlich muss noch die kraftvolle, bilderreiche Sprache hervorgehoben werden. Man findet Formulierungen und Sätze, die man sich gerne anstreichen würde, wenn dadurch das Buch nicht verunstaltet würde. Dass Kaminski hier zuweilen etwas dick aufträgt, verzeiht man ihm ohne Weiteres.

 

Nun doch noch kurz zur Story: Philipp Gaudi erfährt etliche Umbrüche in den Wochen eines nicht enden wollenden Hitzesommers, in dem alle auf Wolkenbruch und Abkühlung hoffen. Job weg, Mutter tot, ein fremder Mann, der behauptet, der leibliche Vater zu sein, eine neue Liebe, und dazu die Frage, ob sich ein alter neuer Traum ernsthaft träumen lässt: das Leben als freier Musiker. Auch für die anderen Figuren stellen sich entscheidende Lebensfragen, neue Wege werden beschritten – zumindest „auf Probe“. Ich wünsche diesem Roman viele Leser und vielen Lesern diese wunderbare Lektüre!

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Auf Probe" von Volker Kaminski

Unfreiwilliger Proband
aus-erlesenvor 5 Monaten

„Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“ – ein wahrer Poet, der Andi Brehme. Philipp Gaudi ist momentan der Einzige, der dem deutschen WM-Helden von 1990 Gehör schenkt und ihm heftig kopfnickend applaudiert. Zuerst verliert er seinen Job, dann die Mutter. Ein Neuanfang in den Vierzigern – nicht unmöglich. Aber das Wort Neuanfang nimmt er erst gar nicht in den Mund. Vielmehr will er sich in sein Hobby, seine Band, stürzen. Als Rockmusiker sein Geld verdienen – klingt gar nicht so übel. Doch die Bandkollegen spielen da nicht mit. Für sie ist es ein Hobby, eine musikalische Gelegenheitsgeschäft. 
Philipp lässt es ruhig angehen. Ihn drängt nichts. Der Tod der Mutter ist zwar traurig, aber nicht das Ende der Welt. Diese gerät jedoch gehörig ins Wanken als Walter Berlau sich bei ihm meldet. Er müsse mit Philipp reden. Er wüsste was über seine Mutter. Er wird Philipp zum Zuhören bewegen können.
Begeisterung sieht anders aus! Philipp will nicht mit Bärlauch, wie er ihn nennt reden. Warum auch? Der Typ meldet sich bei Philipps Kollegin, die ihm ausrichten soll, dass Bärlauch mit Philipp Gaudi reden muss. Die Angelegenheit an sich ist Stoff für einen Song. Doch Philipp sieht darin keine Chance für eine mögliche Musikerkarriere – er ist einfach nur sauer. 
Doch Walter Berlau ist hartnäckig und rückt endlich raus mit der Sprache: Es könnte … könnte … durch aus möglich sein, dass er und Philipp miteinander verwandt seien. Vater und Sohn, um genau zu sein. Dass sein Vater hier da mal am Wegesrand von den Kirschen in Nachbars Garten genascht hat, ist Philipp bekannt. Doch Maria, seine Mutter auch? Das haut ihn dann in gewisser Weise um. Und Bärlauch erzählt noch viel mehr…
Irgendwie scheint sich in Philipps Leben alles nur noch um seine Mutter zu drehen. Thelma eine Jazzpianistin, die erst neulich entdeckt hat, trägt diese Erkenntnis in die reale Welt. Denn das sanfte Klavierspiel seiner Mutter Maria war nur Show. In Wahrheit prügelte sie auf dem Flügel herum, und sein Vater nannte Maria dann immer Selma. 
Jedem Ende wohnt ein Anfang inne. Ob es Philipp nun passt oder nicht, er ist im Kreislauf des Lebens angekommen. Noch fühlt es sich so an als ihn der Strudel in den Abgrund zu ziehen droht, doch die Gleichmäßigkeit der Drehungen haben auch etwas Beruhigendes. Volker Kaminski stellt Philipp Gaudi – für die Kreation dieses Nachnamens allein muss man dem Autor schon dankbar sein, denn auch Gaudis Leben verlief wenig geradlinig – auf die Probe. Was heißt auf eine Probe. Permanent probiert Philipp Neues, probt das Leben am laufenden Band und ist für den Leser der beste Proband vom Kuchen des Lebens zu probieren. Die leisen Zwischentöne in den Gesprächen zwischen Walter Berlau und Philipp Gaudi beim Whiskey sind die Melodien des Soundchecks für den großen Auftritt. 

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Volker Kaminski wurde am 14. Juli 1958 in Karlsruhe (Deutschland) geboren.

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