Volker Kaminski Rot wie Schnee

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Inhaltsangabe zu „Rot wie Schnee“ von Volker Kaminski

„Tom war sich sicher, dass der Junge nach ihm rief. Er glaubte seine helle Stimme zu hören, während er den Flur zwischen Küche und Atelier durchquerte. Er knipste das Neonlicht an und betrat das Atelier. Mach dich nicht verrückt, dachte er, es ist doch nur ein Bild.“ Tom Lautenschläger, ein seit Jahren gefragter, erfolgreicher Maler großer Bilderserien vom „schönen mondänen Leben“, thematisiert eines Tages – mehr oder weniger ungewollt – Kriegserfahrungen und Gewalt. Er malt ein Bild vom „roten Schnee“ – ein Bild, das er aus den Fluchterzählungen seines Vaters kennt. In der Folge kommt es in seinem Atelier zu aberwitzigen Verwicklungen. Er erhält Besuch von seinem toten Vater, mit dem er unversehens in einen Dialog über den Zweiten Weltkrieg tritt und der ihm in seine Arbeit hineinzureden versucht.

Ein Gegenwartsroman, ein Künstlerroman, ein phantastischer Roman, ein spannender Roman und dies alles auf einmal. Toll.

— avencebrol

Spannende Reise in die Vergangenheit

— BarbaraZoeke

sehr beeindruckend und berührend!

— cuisine

Wunderbar, gefällt mir sehr gut

— Valerie_Springer

Spannend führt einen das Buch durch die Schaffenskrise des Malers Tom. Empfehlenswert

— BerndMann

Ein interessanter Künstlerroman, der verschiedene Realitäten umfasst. Eine spannend geschriebene Vater-Sohn-Geschichte.

— Katzenfan

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  • Ungewöhnlich vielschichtig. Sehr lesenswert

    Rot wie Schnee

    avencebrol

    03. March 2017 um 21:46

    Ich lese normalerweise keine zeitgenössische deutsche Literatur, aber jemand, der es gut mit mir gemeint hat oder mich wachrütteln wollte, ich kenne den genauen Grund nicht, hat mir dieses Buch geschenkt. Ich soll es lesen, ist klasse. Ich war zuerst skeptisch, ich mag ferne Gegenden, spannende Krimis, fantastische Literatur und nicht deutsche Gegenwart, aber schon nach den ersten beiden Seiten war ich angenehm überrascht. Der Roman ist wirklich klasse, der Bekannte hat Recht. Es ist kein Krimi, aber ein Krimi könnte nicht spannender sein. Und mein Verlangen nach Phantastik kommt überhaupt nicht zu kurz. Der Roman handelt von dem in eine Schaffenskrise geratenen Maler Tom Lautenschläger und seinem neuesten Werk. Eine Person auf dem Gemälde, ein junger Mann, verändert sich über Nacht und ohne Toms Zutun. Man denkt sofort an Oskar Wilde und „Das Bildnis des Dorian Gray“. Der Maler ist unschlüssig, wer die Person ist. Ist es sein Vater, hat er den eigenen Vater gemalt oder jemand anderes? Wer die Person in Wirklichkeit ist, das erfährt man in dem Roman, das macht die Spannung der Handlung aus. Die Spannung ist hoch, es gibt tolle Dialoge, es ist eine Kunst, so leicht zu schreiben und doch so viel Nachdenkliches und Philosophisches damit zu erfassen und auszudrücken. Nachdenklich wird das Ganze durch das Verhältnis von Vater und Sohn. Was der Vater an Kriegserlebnissen und Nachkriegsschrecken erlebt hat und nicht verarbeiten konnte, verarbeitet der Sohn in seiner Kunst. Das Buch reiht sich ein in eine Reihe von Büchern der letzten Jahre, in denen das Thema Traumatisierung in der zweiten Generation verhandelt wird. Außerdem geht es um das faszinierende Verfahren der historischen Erinnerung. Was wir erinnern, ist nie exakt, darf gar nicht exakt sein, wenn wir erfahren wollen, was gewesen ist. Schummeln, Täuschen, Ausweichen, Verfremden, Verschieben gehört zum Erinnern dazu, nur so kommt es zum Verstehen und wird Verzeihen möglich.

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  • Zwischen Realität und Traum

    Rot wie Schnee

    Krimgow

    15. February 2017 um 09:35

    "Rot wie Schnee" läßt an ein bestimmtes Märchen denken und einen starken Farkontrast. In Volker Kaminskis Roman geht es um die Malerei und Geschichten aus Kriegszeiten. Flucht und Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkrieges, die der Maler, ein Künstler der Gegenwart aus den Erzählungen seines Vaters verarbeitet. Auf groß- flächigen Formaten entstehen in eindringlichen Farben einige Szenen dieser Schreckenstage. Die so erschaffene Bildwelt verfolgt ihn nun in seinen Träumen und droht ein Teil der Realität zu werden. Im Gegensatz dazu steht die Malerexistenz zwischen Galerienszene und dem Ringen um die künstlerische Formensprache. Man fühlt sich er- innert an "Dorian Gray", vielleicht auch an symbolhafte Kompo- sitionen des Leipziger Malers Neo Rauch. Der flüssig geschriebene Text ist von einer durchgehenden Spannung gekennzeichnet, die  das Lesen des Buches angenehm und nachdenkenswert macht. 

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  • Zurück und Weiter

    Rot wie Schnee

    BarbaraZoeke

    04. February 2017 um 12:23

     Volker Kaminski ( www.volkerkaminski.wordpress.com) bietet mit seinem Roman „Rot wie Schnee“ dem Leser ein spannendes Vexierspiel an. Es handelt sich um die Geschichte einer künstlerischen und familiären Spurensuche, die in immer neuen geradezu labyrinthischen Wendungen der Frage nachgeht, welche Wahrheit die „Richtige“ sei. Gibt es sie überhaupt, die einzige und richtige Wahrheit? Und wenn es um Kindheit, Familie und um die Kantschen Fragen nach Woher und Wohin geht: Wie sicher können wir unseres Wissens und unserer Erinnerung sein? “Memory re-writes history“, fasst die zeitgenössische Gedächtnisforschung den gegenwärtigen Erkenntnisstand zusammen. Gleichzeitig formuliert die Kognitionspsychologie: Man sieht, was man weiß. Um diese (unausgesprochenen) Prämissen kreist die Geschichte des erfolgreichen Malers Tom Lautenschläger, der - seiner bisherigen, als gefällig und allzu bunt gekennzeichneten Serien überdrüssig - nach einer neuen Thematik, einer neuen Ästhetik für seine Bilderzyklen sucht. Sein jüngstes Gemälde ‚Junge im Schnee’, einerseits sehr geplant und bedacht gemalt, andererseits in einem merkwürdigen Zustand geistiger Abwesenheit hergestellt, wird nach und nach zu einem Drehpunkt seiner Erinnerungen. Zunächst an seinen Vater und dessen Flucht aus Ostpreußen im Winter 1945: Schnee, zerbrochene Wagen, verstreute Habseligkeiten, verstörte Menschen - die Folgen eines mörderischen Krieges und die angstauslösenden Szenen einer Nachkriegskindheit. Aber nicht nur die Erinnerungen an das Schicksal des Vater und seine Bewältigungsversuche tauchen auf, auch die Erinnerungen an seinen Jugendfreund, den Tom für viele Jahre völlig aus seinem Bewusstsein (und damit aus seinem Leben) verbannt hatte, vermutlich, weil er damals nichts wie weg wollte, weg aus der Enge und dem Grau der deutschen Provinz, hinein in den Glanz großer Städte. Und jetzt, Jahrzehnte danach, seit langem in Berlin ansässig, seit langem als Maler erfolgreich und im Kunstbetrieb etabliert, holen ihn die Bilder dieser Beziehung ein. Fast jeder Erwachsene kennt genau das: dieses Auftauchen von Erinnerungen, die sich als Schlüsselszenen der eigenen Biografie erweisen. Und die Erkenntnis, dass keiner allein aufwächst, dass jeder das Produkt seiner Eltern ist, dass jeder ihr Leben ein Stück weit fortsetzen muss, sogar ihre Träume (so der Autor S. 235), führt auch zu einer neuen Stufe der Erwachsenheit, einer Stufe, die schließlich gestattet, die Flut der erinnerten und der gemalten Bilder zu verlassen, um die vernachlässigte Gefährtin Emma zu suchen und wieder für sich zurückzugewinnen. Volker Kaminski ist ein vielschichtiger Roman gelungen: Ein Künstlerroman, ein Vater-Sohn-Roman, ein Roman über die Probleme der bis heute in der Forschung übergangenen Nachkriegsgeneration, aber auch ein verspäteter Coming-of-Age-Roman - wer Freude an der Vielschichtigkeit von Themen hat und Dialoge schätzt, die analysieren und differenzieren, wird dieses Buch sehr gerne lesen (Spannung garantiert). Dr. Barbara Zoeke, Dozentin und Autorin

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  • Verschüttete Erinnerungen

    Rot wie Schnee

    cuisine

    06. December 2016 um 20:59

    Volker Kaminski setzt uns gleich zu Beginn seines neuen Romans „Rot wie Schnee“ auf eine Rätselspur. Es geht um ein Ölbild, den Maler dieses Bildes und um den Jungen, der darin im Schnee in einer verzweifelten Situation zu sehen ist. Tom Lautenschläger, ein angesagter Maler, der aber zurzeit nach einem Neuansatz sucht, ist sich selbst nicht ganz sicher, wen er da so ausdrucksstark porträtiert hat. Ist es sein Vater, dessen Kinderfoto er kürzlich in der Hand hatte und der mit 16 Jahren einen Flüchtlingstreck im Winter 1945 anführen musste und später unaufhörlich davon erzählt hat? Toms Galerist ist begeistert, doch gleichermaßen entsetzt, als sich das Bild im Depot selbständig verändert. Es ist etwas mit dem Gesicht des Jungen passiert.   Lautenschläger hat keine Ruhe mehr vor dem Bild. Es drängt sich ihm auf, zieht ihn an und stößt ihn ab. Er muss immer tiefer in seine Familiengeschichte hinabtauchen um sich dem Verborgenen, das da ans Licht drängt, zu stellen. Wir folgen ihm beim Entwickeln neuer Bilderserien, die ein Schlaglicht auf das Schicksal der Eltern als Vertriebene und die eher traurigen Nachkriegsjahre der Familie Lautenschläger werfen. Der tote Vater erscheint eines Tages im Atelier und kämpft mit seinem Sohn um die Deutungshoheit über jene Jahre. Dieser verbale Schlagabtausch ist von Kaminski äußerst gekonnt in Szene gesetzt, die Dialoge sitzen und entfalten eine oft groteske Dramatik, entbehren aber auch nicht einer leisen Komik.   Spannend bleibt die Geschichte auch deshalb, weil sich immer wieder neue Wendungen auftun, was die Frage nach der Identität des Jungen im Bild betrifft. Erst durch einen entscheidenden Hinweis einer der Schwestern kommt Tom Lautenschläger dahinter, wen er da eigentlich gemalt hat, was die Szene tatsächlich darstellt. Es hängt mit etwas zusammen, das er vergessen, verdrängt hatte. Und dieses Verdrängte bahnt sich durch die Bilder schließlich einen Weg ins Bewusstsein. Gegen Ende kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es fesselt und berührt zugleich und spielt auf der Klaviatur der großen Gefühle, ohne in Kitsch abzugleiten oder pathetisch zu werden. Der Roman besitzt trotz der ernsten Themen eine Leichtigkeit in der Erzählweise, die aber trotzdem in die Tiefe führt und den Leser beglückt entlässt. Klare Leseempfehlung.

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  • Begeistert

    Rot wie Schnee

    Katzenfan

    15. October 2016 um 21:37

    Ich bin begeistert. Ein Roman, der schwebt. Rasant, voller Finten, erzählt Volker Kaminski die Geschichte eines Malers, der in eine Schaffenskrise gerät. Letztlich führt ihn die Auseinandersetzung mit seinem toten Vater heraus aus der künstlerischen Blockade. Gespannt verfolgen wir die verschiedenen Etappen seiner Produktivität. Die schmerzliche Erinnerung an seine Kindheit und Jugend, die von den Kriegs-und Flüchtlingserfahrungen seines Vaters überschattet ist, dient als Folie für seine Bilderfindungen. Anrührende Szenen. In einer letzten Volte wird seine Erinnerung durch die Schwester relativiert. Am Ende des Romans fragen wir uns betroffen: Was ist Realität?

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