Volker Kutscher

 4.3 Sterne bei 888 Bewertungen
Autor von Der nasse Fisch, Der stumme Tod und weiteren Büchern.
Volker Kutscher

Lebenslauf von Volker Kutscher

Krimis aus der Nazizeit: Der 1962 geborene Autor hat nach seinem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte als Tageszeitungsredakteur gearbeitet. Seine schriftstellerische Karriere begann 1996 mit seinem Debütroman „Bullenmord“. Es folgten weitere Regionalkrimis wie „Vater unser“ (1998) oder „Der schwarze Jakobiner“ (2001) bevor er 2007 die erfolgreiche Buchreihe um den Kriminalkommissar Gereon Rath mit „Der nasse Fisch“ ins Leben rief. Die Ermittlungen finden im Berlin der 30er Jahre statt. Der Schriftsteller veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien auch einige Kurzgeschichten, die im Gereon-Rath-Kosmos angesiedelt sind. Die Rath-Romane bescherten ihm mehrere Auszeichungen wie den Berliner Krimipreis Reinickendorfer Krimifuchs, den Burgdorfer Krimipreis und den Publikumspreis des Online-Magazins Krimi-Couch und wurden 2017 als Serie verfilmt. In „Babylon Berlin“ ermittelt Volker Bruch als Gereon Rath. Volker Kutscher lebt mit seiner Familie in Köln.

Neue Bücher

Marlow

 (5)
Neu erschienen am 30.10.2018 als Hardcover bei Piper. Es ist der 7. Band der Reihe "Kommissar Gereon Rath".

Marlow

 (2)
Neu erschienen am 30.10.2018 als Hörbuch bei OSTERWOLDaudio.

Lunapark

 (7)
Neu erschienen am 26.09.2018 als Hörbuch bei Argon.

Die Akte Vaterland

 (7)
Neu erschienen am 26.09.2018 als Hörbuch bei Argon.

Alle Bücher von Volker Kutscher

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Der nasse Fisch

Der nasse Fisch

 (269)
Erschienen am 25.08.2008
Der stumme Tod

Der stumme Tod

 (146)
Erschienen am 20.04.2010
Goldstein

Goldstein

 (144)
Erschienen am 10.10.2011
Die Akte Vaterland

Die Akte Vaterland

 (107)
Erschienen am 08.03.2014
Märzgefallene

Märzgefallene

 (72)
Erschienen am 10.03.2016
Lunapark

Lunapark

 (51)
Erschienen am 09.05.2018
Moabit

Moabit

 (16)
Erschienen am 05.10.2017
Durchmarsch

Durchmarsch

 (8)
Erschienen am 27.09.2016

Neue Rezensionen zu Volker Kutscher

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leserattebremens avatar

Rezension zu "Marlow" von Volker Kutscher

Ein beeindruckender Roman
leserattebremenvor einem Tag

Berlin 1935: Gereon Rath hat sich zwar von Unterweltboss Johann Marlow losgesagt, dennoch pfuscht er ihm wieder ins Handwerk, wenn auch dieses Mal ungewollt. Rath wird zu einem Verkehrsunfall gerufen, ein Fahrer ist frontal mit Vollgas gegen einen Brückenpfeiler gefahren, er und sein Fahrgast sind tot. Als herauskommt, dass der Fahrer an einer tödlichen Krankheit litt und Rath auch noch Geheimakten des SD in dem Wagen findet, ahnt er, dass mehr hinter der Sache steckt. Auch Charly, seine Frau, verstrickt sich mal wieder in Ungereimtheiten. Sie ermittelt mit dem ehemaligen Polizisten Böhm inzwischen als Privatdetektivin und in einer alten Geschichte scheint es Überschneidungen zu Gereons Fall zu geben. Gibt es eventuell sogar einen gemeinsamen Drahtzieher zwischen dem Unfall und dem Tod von Charlys Vater vor acht Jahren?
„Marlow“ ist der inzwischen siebte Band rund um den Kriminalkommissar Gereon Rath und seine Frau Charly, die eigentlich Rechtsanwältin werden wollte, sich inzwischen aber von den Nazis ausgebremst sieht. Frauen gehören an den Herd und nicht ins Büro, eine Karriere wird ihr so verbaut. Grundsätzlich merkt man dem ganzen Roman an, dass die Stimmung sich immer dramatischer verändert. Während Gereon versucht, sich immer hindurch zu schmuggeln, ohne wirklich bei den neuen Machthabern anzuecken, macht Charly keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen die Nationalsozialisten, was für die beiden und ihren Pflegejungen Fritz viele Probleme mit sich bringt. Das Personal des Romans ist größtenteils bekannt, es werden hier kaum neue Figuren eingeführt, das ist für die Story aber auch unnötig. Es ist die Vergangenheit von Charly, die etwas näher beleuchtet wird und als Leser erfährt man endlich etwas mehr über diese faszinierende Frau. Von Gereon wünscht man sich bei der Lektüre in vielen Fällen politisch etwas mehr Haltung gegen die Nazis, aber gerade durch sein etwas schwammiges Verhalten ist er vermutlich so typisch für die damalige Zeit. Es wird deutlich, wie groß der Druck inzwischen ist, wie wenig Widerspruch noch geduldet wird. Bereits in diesem Band deutet sich an, dass Charly und Böhm Verfolgten helfen, die aus Deutschland fliehen wollen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie weit die beiden in ihrem Widerstand gehen werden und ob das nicht letztendlich zu weiteren Probleme zwischen Gereon und Charly führen wird.
So spannend die historische Komponenten des Romans ist, so gelungen ist „Marlow“ auch als Krimi. Natürlich lässt sich der Fall kaum losgelöst von den politischen Entwicklungen sehen, denn Gereon Rath sieht sich immer wieder mit SD und SS konfrontiert, doch auch unabhängig davon ist der Fall sehr spannend beschrieben und lückenlos logisch aufgebaut. Es gibt viele überraschende Wendungen, die einen mitreißen und die Geschichte zu einem wahren Schmöker machen, bei dem man sich immer wieder dabei erwischt, mit dem Lesen einfach nicht aufhören zu können. Die Mischung aus Kriminalfall und realistischer Beschreibung der historischen Gegebenheiten ist dem Autor Volker Kutscher wieder auf geniale Weise gelungen.
„Marlow“ ist ein großartiges Buch, das man auch in der heutigen Zeit jedem ans Herz legen möchte. Es zeigt im Rahmen des Kriminalromans sehr deutlich, welche Gefahren davon ausgehen, wenn Meinungen aus Angst nicht mehr geäußert werden können und Menschen in einem politischen System nicht mehr auf den Rechtstaat vertrauen können. Der Roman ist großartig geschrieben, ein beeindruckendes Buch, das ich uneingeschränkt allen Leserinnen und Lesern empfehlen kann. 

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Matzbachs avatar

Rezension zu "Marlow" von Volker Kutscher

Intrigen, wo das Auge hinblickt
Matzbachvor 6 Tagen

Gewohnt fundiert und spannend schreibt der Autor Volker Kutscher seinen mittlerweile siebten Gereon-Rath-Roman, der dieses Mal im Sommer 1935 angesiedelt ist, dem Jahr, in dem die berüchtigten "Nürnberger Gesetze" auf dem dort stattfindenden Reichstag verkündet wurden, welcher im Roman eine nicht ganz unbedeutende Rolle spielt.

Eher zufällig gerät Oberkommissar Rath in einen brisanten Fall. Bei einem Verkehrsunfall sterben ein Taxifahrer und sein Fahrgast, der zunächst nicht identifiziert werden kann. Rath, in der Mordkommission faktisch kaltgestellt, wird zum Unfallort beordert und findet im Auto eine Aktentasche des Fahrgasts, in der sich Dokumente mit dem Stempel "Geheime Reichssache" befinden. Um sich Ärger zu ersparen schickt Rath diese ungelesen weiter an den vorgesehenen Adressaten. In der Unfallsache selbst stößt er auf einige Ungereimtheiten. Der Fahrer hatte einen Hirntumor, was als Auslöser des Unfalls durchgehen könnte, der Fahrgast entpuppt sich als ein höheres SS-Mitglied, welches sich unter einem falschen Namen an die Sekretärin Görings herangemacht hatte, die wiederum kurze Zeit später selbst zum Opfer eines Verkehrsunfalls wird. Und warum hat die Witwe des Fahrers plötzlich Geld, wo die Familie zuvor am Hungertuch nagen musste?

Raths alter Vorgesetzter, der ehemalige Kommissar Böhm, der nun gemeinsam mit Charly, Raths Gattin, eine Detektei betreibt, erfährt von dem Fall und stellt Parallelen zu einem frühreren fest, sein Verdacht: Todkranke werden als Killer eingesetzt, um missliebige Personen zu töten, was im Nachhinein als Unfall durchgeht. Teils gemeinsam, teils gegeneinander ermitteln nun Rath, Böhm und Charly in dieser Angelegenheit, die sie in Verstrickungen höchster Nazikreise und Profiverbrecher verstrickt. Dabei wird auch ein Geheimnis aus Charlys Vergangenheit geklärt.

Der Roman "Marlow" spielt vor dem Hintergrund der Machtkämpfe innerhalb der zweiten und dritten Garde der Nazis, der sogenannten Paladine, die sich in Hitlers Glanz sonnten und ansonsten eifersüchtig darauf achteten, das niemand sie an Rang übertraf. In diesem Sinne gab es tatsächlich ein munteres Hauen und Stechen, welche die Vorlage zu den Intrigen im Roman abgibt. Rath selbst gerät mehrfach in den Fokus der SS, seine kleine Familie muss am Ende ebenfalls leiden. Und er selbst sieht sich für die Zukunft einem weit mächtigerem Gegner als dem Berufsverbrecher Marlow ausgeliefert.

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Marlow" von Volker Kutscher

‚Die SS war eindeutig auf dem Weg nach oben [...].'
sabatayn76vor 11 Tagen

‚Die SS war eindeutig auf dem Weg nach oben, und das war immer auch die Richtung, die Johann Marlow bevorzugte.‘ (Seite 242)

Deutschland im Sommer und Herbst 1935: Die Nationalsozialisten haben das Land fest in der Hand, nach dem Röhm-Putsch im Sommer 1934 erstarkt die SS immer mehr, und die Gestapo sorgt dafür, dass man sich nicht mehr traut, offen über Missstände und Unzufriedenheit zu sprechen.

Auch Gereon Rath leidet unter der politischen Situation in Deutschland und ist nicht mehr zufrieden mit seinem Job, bei dem er sich - aufgrund mangelnder Parteizugehörigkeit und fehlender nationalsozialistischer Gesinnung - eher auf dem Abstellgleis fühlt. Da wird er mit einem Fall konfrontiert, der sich als sehr brisant herausstellt: Ein gewisser Gerhard Brunner stirbt bei einem Unfall, als er mit einem Taxi unterwegs ist und der Fahrer frontal und ungebremst gegen eine Wand fährt. Beim Durchsuchen des Unfallwagens findet Rath eine Aktentasche, in der sich ein brauner Briefumschlag befindet, den er kurzentschlossen öffnet - und sich wünscht, es nicht getan zu haben, denn der Umschlag enthält geheime Akten, in denen kein Geringerer als Hermann Göring, der zweitmächtigste Mann im Reich, erwähnt wird. Rath hofft, dass ihn keiner beobachtet hat und sorgt schließlich dafür, dass sich der Umschlag wieder auf den Postweg macht.

Bald wird die Angelegenheit jedoch noch obskurer, denn ausgerechnet Görings Sekretärin Irene Schmeling meldet einen gewissen Ferdinand Heller vermisst, und dieser Heller ist in Wirklichkeit der verunglückte Brunner, dessen SS-Uniform mittlerweile auch in einem Schließfach am Anhalter Bahnhof gefunden wurde. Wieso sich Obersturmführer Brunner als ein anderer ausgegeben hat und wieso er Göring ausspioniert hat, das liegt jedoch im Dunkeln.

Ich habe alle Rath-Romane gelesen und kenne (und liebe) auch ‚Moabit‘ von Volker Kutscher, was von Kat Menschik wunderbar illustriert wurde und auch als Hörbuch absolut großartig ist. Nun bin ich mit dem Buch und dem Hörbuch zu ‚Marlow‘ wieder ins Berlin der 1930er Jahre eingetaucht, habe den Weg von Gereon, Charly und Fritze verfolgt, die Angst im Land gespürt und zudem die Lebensgeschichte des Unterweltkönigs Johann Marlow besser kennengelernt.

‚Marlow‘ ist meiner Meinung nach der bislang spannendste Rath-Roman, der den Leser direkt ins Herz des Dritten Reichs führt: ins direkte Umfeld Görings und zum Nürnberger Reichsparteitag. Schon diese Entwicklung fand ich sehr gelungen, doch auch der Kriminalfall an sich ist ungeheuer spannend und fesselnd.

Das Hörbuch, das ich nach dem Auslesen des Romans gehört habe, wurde von David Nathan, den ich als Hörbuchsprecher sehr schätze, meisterhaft eingelesen. Ich kann Nathan, der bereits Haruki Murakami kongenial eingelesen hat, wirklich stundenlang zuhören, und in Verbindung mit dem spannenden Plot von ‚Marlow‘ kann ich jedem das Hörbuch ans Herz legen, obwohl es gekürzt ist.

Übrigens empfehle ich jedem, der ‚Moabit‘ noch nicht kennt, das Büchlein aber noch lesen will, dies vor der Lektüre von ‚Marlow‘ zu tun, denn im siebsten Rath-Band wird sehr viel Bezug auf ‚Moabit‘ genommen, und es werden viele Details der Geschichte verraten.

Wer immer noch nicht versteht, was in Deutschland und der Welt derzeit in Sachen Xenophobie, Islamophobie, Antisemitismus und Intoleranz geschieht, und wer zu faul ist, ein Geschichtsbuch zu lesen, dem lege ich die Kriminalromane von Kutscher sehr ans Herz, denn neben den spannenden Kriminalfällen und den persönlichen Entwicklungen der Figuren kann man hier sehr gut im Detail verfolgen, wie Hass entsteht, wie er sich potenziert und wohin der Weg schließlich führt.

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Gespräche aus der Community

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Daniliesings avatar
Im letzten Jahr war es bereits in der Hardcover-Ausgabe auf der Shortlist für den Leserpreis dabei und jetzt ist endlich auch die Taschenbuchausgabe erschienen. Klar, dass es dazu eine Leserunde geben muss, oder? Es geht um den spannenden dritten Fall um Gereon Rath von Volker Kutscher. Wer "Goldstein" von Volker Kutscher aus dem KiWi Verlag in einer Leserunde lesen möchte, der sollte jetzt weiterlesen. Hier aber erstmal mehr zum Inhalt: "Ein jüdischer Gangster aus Brooklyn mischt Berlin auf Berlin 1931: Wirtschaftskrise, gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen SA und Rotfront, Machtkampf unter den Ringvereinen. Gereon Rath bekommt den Auftrag, den US-Gangster Abraham »Abe« Goldstein zu beschatten. Aus einer Gefälligkeit für das Bureau of Investigation wird ein tödlicher Wettlauf. Rath langweilt sich auf seinem Beobachtungsposten im Hotel Excelsior und ahnt nicht, dass Goldstein sich längst frei und bewaffnet in der Stadt bewegt. Als der Unterweltboss Marlow Rath zu einer privaten Ermittlung zwingt, gerät er zwischen die Fronten des Bandenkriegs. Charly Ritter, seine Nochimmernicht-Verlobte, hat den Vorbereitungsdienst angetreten, und als sie eine junge Obdachlose, die ohne Fahrschein in der S-Bahn erwischt wurde, bei der Vernehmung entwischen lässt, berühren sich ihre Ermittlungen mit denen Gereons – und sie bekommen richtig Krach." ***** Bewerbung ***** Wir suchen jetzt 25 Testleser für das Buch "Goldstein", über das Leserin Kiara sagt: "Ein unglaublich guter Krimi vor einer zugleich interessanten wie auch erschreckenden historischen Kulisse, die diesen Krimi zu etwas ganz besonderem macht!" Wenn ihr das Buch gemeinsam mit anderen lesen, euch hier darüber austauschen und abschließend eine Rezension schreiben möchtet, dann bewerbt euch jetzt. Verratet uns dafür einfach bis einschließlich 30.11. unter "Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner" wieso ihr gern bei der Leserunde dabei sein möchtet und was euch besonders am Buch interessiert.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Volker Kutscher wurde am 26. Dezember 1962 in Lindlar (Deutschland) geboren.

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