Volker Kutscher Die Akte Vaterland

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Inhaltsangabe zu „Die Akte Vaterland“ von Volker Kutscher

Ertrunken im Lastenaufzug - unter merkwürdigen Umständen kommt ein Spirituosenlieferant im legendären Berliner Vergnügungstempel 'Haus Vaterland' ums Leben. Der rätselhafte Fall kommt Kommissar Gereon Rath mehr als ungelegen, denn er hat schon Ärger genug: Seine Ermittlungen gegen einen mysteriösen Auftragsmörder, der die Stadt in Atem hält, treten auf der Stelle, und dann kehrt seine große Liebe Charlotte 'Charly' Ritter aus Paris zurück und fängt als Kommissaranwärterin am Alex an - ausgerechnet in der Mordkommission. Der Tote im Aufzug scheint Teil einer Mordserie zu sein, deren Spur weit nach Osten führt. Während Charly als Küchenhilfe ins 'Haus Vaterland' eingeschleust wird, ermittelt Rath in einer masurischen Kleinstadt nahe der polnischen Grenze und gerät in eine fremde Welt. Er macht Bekanntschaft mit wortkargen Ostpreußen, schwarzgebranntem Schnaps und den Tücken der Natur. Die Widerstände gegen den Ermittler aus Berlin wachsen, als er ein lang gehütetes Geheimnis aufzudecken droht. Volker Kutscher entwirft eine packende und komplexe Geschichte vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse des Frühsommers 1932. Während die Straßenschlachten zwischen Nazis und Kommunisten immer mehr Todesopfer fordern, putscht Reichskanzler von Papen die demokratische Regierung Preußens aus dem Amt und mit ihr die Spitze der Berliner Polizei. Damit verschärft sich die Lage auch für Gereon Rath, der sich bisher der Protektion durch Polizeivizepräsident Bernhard Weiß sicher sein konnte.

Ein packender vierter Fall mit Gereon Rath

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

Gereon Rath in Masuren. Ein etwas anderer Krimi der Reihe. Wieder ein gelungener Wurf von Kutscher.

— BerniGunther
BerniGunther

Von Kapitel zu Kapitel spannender. Alte Geschichte zum Glück erst am Ende seicht angewärmt. Ein weiterer wunderbarer Krimi an neuem Ort.

— Hille
Hille

Hier kann auf spannende Weise Geschichte geschnuppert werden.

— vanessabln
vanessabln

Gewohnt gute Mischung aus realem geschichtlichem Hintergrund und spannender Krimihandlung garniert mit masurischen Indianer

— Kerstin-Scheuer
Kerstin-Scheuer

Kutscher wie immer: Einfach überragend gut geschrieben und recherchiert!

— LinusGeschke
LinusGeschke

Überragend wie alles, was ich von Volker Kutscher gelesen habe: Klasse Story, spannend und mit toller Auflösung!

— MSteinhausen
MSteinhausen

Der aufkommende Nationalsozialismus und das Ende der Weimarer Republik werden vor dem Auge des Lesers lebendig.

— RubyKairo
RubyKairo

Erstklassige Kost! Spannend, sprachlich toll. Intelligente Unterhaltung!

— -elviZ-
-elviZ-

Spannender Krimi, kurz vor der Nazizeit

— makama
makama

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Geständnisse

Welch grandioses und doch verstörendes Bucg über Rache und Schuld!

Kleines91

Ermordung des Glücks

Ein wirklich schön geschriebenes Buch, das einen in mit in das große Unglück zieht.

sabsisonne

AchtNacht

Durchaus spannend, habe aber nach der Buchbeschreibung von der Geschichte mehr erwartet.

Fraenn

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Facettenreicher Krimi mit psychologischer Spannungskomponente

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Death Call - Er bringt den Tod

Wie schafft er es nur immer wieder, noch eins drauf zu setzen. Er wird einfach immer besser!

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Spannender Fall und gute Atmosphäre. Der Dialekt hat mich leider beim Lesen sehr gestört

Fleur91

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  • Tanz auf dem Vulkan ...

    Die Akte Vaterland
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    17. August 2016 um 16:55

    Die Serie rund um den unkonventionellen Mordermittler Gereon Rath geht weiter. Wir befinden uns im Jahr 1932. Die politischen Entwicklungen stehen auf Sturm. Noch immer erkennen die wenigsten, die heraufziehende Gefahr durch die Nazis. Man tanzt den Tanz auf dem Vulkan.Im „Haus Vaterland“, einem bekannten Vergnügungsetablissement, wird ein Toter gefunden. Schnell ist klar, dass er auf sonderbare Weise ums Leben gekommen ist: durch ein indianisches Pfeilgift betäubt und anschließend im Fahrstuhl ertränkt. Als dann weitere Mordopfer gefunden werden, die ebenso ermordet wurden, ist klar – ein Serienmörder geht um. Wer mordet auf solche Weise? Die wenigen verwertbaren Spuren führen die Ermittler nach Ostpreußen, in die Spirituosenfabrik „Mathée“, die für ihren Luisenbrand bekannt ist.Man schickt Rath nach Ostpreußen, um ihn wieder einmal mit beinahe aussichtslos erscheinenden Fällen zu beschäftigen. Diesmal hat der Autor für Charlotte „Charly“ Ritter eine größerer Rolle vorgesehen. Sie beginnt ihre Arbeit als Kommissaranwärterin im Berliner Alex. Allerdings ist sie der Inspektion G (weibliche Kriminalbeamte) zugeteilt, die sich hauptsächlich mit kriminellen Jugendlichen und Frauen beschäftigen. Doch auf Grund ihres kriminalistischen Spürsinns, wird sie an die Mordkommission ausgeliehen. Dort hat sie sofort mit Vorurteilen und dem Macho-Gehabe so mancher Mitarbeiter zu tun.Dieser nun vierte Fall für Gereon Rath ist politischer denn je. Er beschäftigt sich unter anderen mit der Situation der Masuren in Ostpreußen, die nach der Entstehung Polens, nur über den polnischen Korridor erreichbar sind. Das kleine Städtchen Treuburg, in dem Rath wegen seiner Ermittlungen festsitzt, ist Symbol für Deutschland zu jener Zeit. Die Menschen dort fühlen sich von der aktuellen Regierung verlassen. Die Stimmung ist explosiv. Niemand traut sich gegen die Mitglieder der SA und NSDAP aufzutreten, obwohl einigen die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Todesfällen bekannt sind. Das einzige, das mir nicht ganz stimmig und ein wenig bemüht erscheint, ist die Szene in der Gereon in den masurischen Sumpf gelockt und dort allein gelassen wird, letztendlich aber vom Hauptverdächtigen gerettet wird. Während Rath in Treuburg festsitzt, wird in Berlin geputscht. Die aktuelle Führungsspitze der Berliner Polizei wird gegen Nazi-Affine ausgetauscht. Welche Konsequenzen wird das in Zukunft für Gereon Rath und Charly Ritter haben?Ganz toll wieder das Cover, auf dem das Vergnügungsetablissement „Haus Vaterland“ abgebildet ist.Der interne Codename der Ermittlungen „Akte Vaterland“ ist für mich ein Symbol des Niedergangs des bisher bekannten Vaterlandes.Fazit:Das Buch ist spannend aufgebaut und hervorragend recherchiert, sodass man es unmöglich aus der Hand legen kann. Ein absolutes Muss für politisch Interessierte und Krimifans.

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    • 3
  • Besser als der Vorgänger!

    Die Akte Vaterland
    sofie

    sofie

    12. May 2016 um 18:33

    Gereon Raths vierter Fall führt ihn diesmal nach Ostpreußen – und ich muss sagen, mir hat dieser Teil doch wieder deutlich besser gefallen als der dritte! Durch den Ortswechsel kommt etwas Spannung auf und endlich ist auch der völlige Alleingang von Kommissar Rath erklärbar. Denn dass er seinen ostpreußischen Kollegen nicht so ganz traut, kann man als Leser auch nachvollziehen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Charly und Gereon tritt diesmal zum Glück etwas in den Hintergrund und dominiert nicht so sehr das Geschehen. Die historischen Fakten werden wieder sehr geschickt in die Krimihandlung eingeflochten und ich bin langsam sehr gespannt, wie sich die immer mehr zuspitzende politische Situation im nächsten Fall auf die Arbeit der Polizei auswirken wird. Insgesamt hat mir „Die Akte Vaterland“ also sehr gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Buch der Reihe!

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  • Berlin in den 30er Jahren

    Die Akte Vaterland
    Daphne1962

    Daphne1962

    21. January 2016 um 13:21

    Kommissar Gereon Rath lebt in Berlin. Wir schreiben das Jahr 1932 und die Braunhemden machen die Gegend unsicher. Da wird im "Haus Vaterland", einem legendären Vergnügungs-Tempel am Potsdamer Platz, eine Leiche im Lastenfahrstuhl gefunden. Wunderlich ist allerdings, das der Tote ertrunken sein soll. Es deutet jedenfalls alles darauf hin. Wie ist das möglich?   Zu den privaten Schwierigkeiten, die Gereon Rath plagen kommen noch die schleppenden Ermittlungen in einem anderen Fall hoch. Er tritt auf der Stelle und seine große Liebe Charlotte Ritter fängt als Kommissaranwärterin am Alex an. Ein Krimi unter Zeitgeschichte hat Volker Kutscher hier wieder zu Papier gebracht. Ein Krimi, der nicht nur in Berlin spielt sondern den Leser auch in das schöne Ostpreußen führt. Meine Vorfahren stammen daher und daher war es für mich schon interessant mich in diese Zeit zurück versetzen zu lassen. Alleine wie beschwerlich damals noch das Reisen war und wie schwierig, einen Telefonapparat zu finden. Wenn man ein Postamt aufsuchte musste man damit rechnen, das es wegen Mittagsruhe geschlossen hatte. Die heutige Handy-Generation kann sich das gar nicht mehr vorstellen.   So kam es auch, das Gereon Rath länger nichts von sich hören ließ, um seine Kollegen in Berlin auf den neuesten Stand zu bringen. Denn, nachdem es nicht bei dem einen Leichnam blieb und sich eine Verbindung fand, wurde Rath kurzerhand nach Ostpreußen geschickt. Kommissar Rath ist ein Mensch, der so seinen eigenen Kopf hat. Immerhin wurde er schon vom Rheinland strafversetzt nach Berlin. Er nimmt auch schon mal Ärger mit Vorgesetzten in Kauf. Das macht ihn halt so sympathisch, denn der Krimi spielt in einer Zeit, die schon sehr düster war. Die Nationalsozialisten waren auf dem Vormarsch, machten dem gemeinen Volk das Leben schwer. Dagegen hielten dann noch die Kommunisten. Bin gespannt, wie sich Gereon Rath sein Leben entwickelt in dieser düsteren und schwierigen Zeit. Der nächste Band ist schon bestellt.

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  • Geschichte schnuppern

    Die Akte Vaterland
    vanessabln

    vanessabln

    14. February 2015 um 15:05

    Nun habe ich auch den vierten Fall ausgelesen, wobei besonders nach "Goldstein" die Messlatte hoch war. Die ersten 100 Seiten lang war ich etwas enttäuscht und tatsächlich beim Überlegen, ob ich noch weiterlese, denn es kam nicht so richtig etwas in Bewegung. Dann jedoch kam doch noch Spannung auf, die sich bis zum Schluss hielt. Für alle, die etwas Geschichte schnuppern wollen, sind die Rath-Krimis genau richtig. Die deutsche Geschichte und das Flair des alten Berlins werden hier verbunden mit einer gut konstruierten Krimi- und Romanhandlung, wenn man auch etwas Geduld mitbringen muss. Bin bereits neugierig auf den nächsten Fall und wie sich die Personen im Laufe der politischen Ereignisse entwickeln werden. P.S.: Was doch etwas stört, ist die dauernde Erwähnung des Herausnehmens und Ansteckens einer Overstolz.

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  • Rath zum Vierten

    Die Akte Vaterland
    PaulTemple

    PaulTemple

    Die historischen Kriminalromane haben mit Volker Kutschers Kommissar Gereon Rath wieder einmal ihren Meister gefunden. Die beschriebene Atmosphäre des Berlins 1932, sei es der Alltag oder die politische gesellschaftliche Stimmung, sucht ihresgleichen. Ich fühlte mich wie live dabei, was leider nicht bei allzu vielen Krimis der Fall ist. Geschickt wird hier ein Gesellschaftspanorama der zerissenen Weimarer Republik aufgetan, was dem Leser anschaulich und detailreich das Leben im damaligen Berlin näherbringt. Zudem weiß der Kriminalfall an sich zu überzeugen, weniger durch seine Glaubwürdigkeit zum Schluss hin, sondern vielmehr durch seine Komplexität und die gelungenen parallelen Handlungsstränge. Absolute Leseempfehlung!

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    • 6
  • Mysteriöse Morde zwischen Berlin und Masuren

    Die Akte Vaterland
    RubyKairo

    RubyKairo

    22. August 2014 um 22:52

    Spannende Geschichtsstunden...Volker Kutscher lässt das Berlin zu Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts wieder aufleben. Im legendären Kempinski wird ein Toter gefunden. Die Todesart ist mysteriös, zudem sind tief im Westen Deutschlands zwei Männer auf die gleiche Art gestorben. Ein Serienmord ? Gereon Rath`s Ermittlungen führen ihn von Berlin weit nach Ostpreußen und besonders hier ist die Allgegenwärtigkeit sowie die zunehmende Durchdringung des Alltags durch die Nazis und ihre SA-Gruppen spürbar. ‘Die Akte Vaterland‘ ist ein Kriminalroman im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist nicht nur ein äußerst spannender Krimi, sondern ebenso ein wirklich gut geschriebener Roman. Als vierter Krimi in einer Reihe mit Gereon Rath als ermittelndem Kommissar macht er neugierig auf die ersten drei, kann aber auch gut für sich alleine stehen. Gereon Raths 4. Fall führt ihn zum Vergnügungspalast "Haus Vaterland" wo eine Leiche im Aufzug gefunden wird, Herbert Lamkau, Spirituosenhändler gebürtig aus Treuburg in Masuren. Im Laufe der Ermittlungen werden noch zwei Verbrechen entdeckt die im Zusammenhang mit Lamkaus Tod stehen. Gereon Rath wird für weitere Ermittlungen nach Treuburg geschickt und muss feststellen, dass viel mehr als nur Schwarzbrennerei hinter den Morden steckt. Die Entscheidung der Treuburger fürs geliebte deutsche Vaterland spielt auch eine Rolle. Volker Kutscher schafft es wieder brilliant die Athmosphäre der zeit darzustellen. Besser als jede Geschichtsstunde!

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  • Gereon Raths vierter Fall

    Die Akte Vaterland
    labbelman

    labbelman

    13. August 2014 um 14:58

    Wir schreiben das Jahr 1932, es ist Juli und ein Schnapslieferant stirbt im Lastenaufzug in einem der angesehensten Häuser Berlins, im Vergnügungstempel „Haus Vaterland“ am Potsdamer Platz. Kommissar Gereon Rath wird beauftragt diesen Fall zu lösen, denn der Getötete starb durch Ertrinken. Aber wie soll das nur in einem Lastenaufzug möglich sein? Rath verfolgt eine heiße Spur, die ihn alsbald nach Treuburg in Ostpreußen führt und er macht dort eine außerordentliche Entdeckung, die ihn das Leben kosten könnte. Weitere Morde folgen und Kommissar Rath gerät immer mehr in die Schusslinie. Der Autor präsentiert sehr realistisch wie die Zeit damals war. Zum einen zeigt er den Rassenhass auf (Bsp.: Masuren wollen lieber Preußen als Polen sein, Charly trifft sich mit einem Farbigen, was die Leute tuscheln lässt), aber auch wie Frauen in der damaligen Zeit behandelt wurden (Bsp.: Charly wird mehrfach sexuell belästigt, man traut ihr den Polizistenjob nicht zu). Auch die politischen Auseinandersetzungen werden authentisch dargestellt. Während sowohl Anfang als auch Ende äußerst gelungen sind, schwächelt der Mittelteil doch sehr stark. Hier geraten die Ermittlungen doch sehr ins Stocken und der Leser muss dem Kommissar mehr beim Rauchen, Trinken und Fremdgehen beobachten, statt beim Lösen des Falls. Mir persönlich war der Herr Kommissar auch einfach an einigen Stellen zu arrogant und zu sehr darauf bedacht, den Fall allein zu lösen, auch wenn er sich dadurch in außerordentliche Schwierigkeiten gebracht hat. Gesamt betrachtet war das Buch durchaus unterhaltsam, aber man musste sich hierfür auch wirklich sehr viel Zeit nehmen, um alles zu verstehen und mit verfolgen zu können. Den Roman liest man ganz bestimmt nicht mal so nebenbei weg. Dies war mein erster Gereon Rath Fall und wird wohl bis auf Weiteres auch der letzte gewesen sein, da ich nicht weiß, ob ich dem werten Kommissar noch eine Chance geben kann. Fazit: Nur bedingt empfehlenswert. Schon spannend, aber eben eine echte Leseherausforderung!

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  • Mord im Jahre 1932

    Die Akte Vaterland
    makama

    makama

    06. June 2014 um 19:47

    Dieser Krimi spielt in Berlin und Masuren im Jahr 1932. Man spürt deutlich die Spannungen der damaligen Zeit. Die Nazis sind auf dem Vormarsch, aber noch nicht an der Macht. Hier mus Gereon Rath ein mysteiösen Fall klären. In einem Aufzug wird eine Leiche gefunden, die Ertrinkungsmerkmale aufweisst. Der Fall erinnert an zwei Tote, die auf ähnliche Weise ums Lebengekommen sind. Kein leichter Fall für Gereon Rath, der auch private Probleme hat. Seien langjährige Freundin ist zurück in Berlin und arbeitet ebenfalls in dr Mordkommission. Gereon muss bis nach Masuren reisen, um den Fall zu lösen und seine Freundin ist auch an der Aufklärung beteiligt. Dieses Buch ist kein thriller, sondern eher ein leiser Krimi, der aber spannend und gut erzählt wird. Es geht um Korruption, Fremdenhass, falsche Verdächtigungen und vertuschte Morde. Gereon muss sein ganzes Können einsetzen, um diesen verzwickten Fall zu lösen. Ich gebe 4 Sterne. PS Gestört hat mich der doch recht mssiver Zigarettenkonsum (mit Markennamen) ohne vorher zu fragen, ob es recht ist. Es war zwar eine andere Zeit, aber für mich ist es eine Frage der Höflichkeit, auch damals.

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  • Gereon Raths 4. Fall

    Die Akte Vaterland
    odenwaldcollies

    odenwaldcollies

    19. August 2013 um 21:54

    Berlin 1932: Kommissar Gereon Rath wird zu einem mysteriösen Todesfall in dem Vergnügungspalast Haus Vaterland gerufen, die Leiche eines Spirituosen-Lieferanten wurde im Aufzug gefunden, augenscheinlich ertränkt. Die ersten Ermittlungen deuten in Richtung Schnapspanscherei und führen Rath nach Masuren. "Die Akte Vaterland" ist der vierte Fall für den Berliner Kommissar Gereon Rath, Band 1 und 2 hatte ich bis dahin bereits gelesen. Sicherlich kann man dieses Buch auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände lesen, aber ich finde es dennoch von Vorteil, wenn man sie kennt, da zum einen öfters auf frühere Fälle angespielt und zum anderen z.B. die Entwicklung der Beziehung zwischen Gereon und Charly Ritter verständlicher wird. Das Buch beginnt mit einem Prolog, der im Jahr 1920 spielt und eine Tat beschreibt, die man als Leser zunächst nicht in die Handlung im Berlin 1932 einordnen kann. Im Laufe des Buches ahnt man jedoch, wie das alles zu dem Berliner Todesfall passt. Auch wenn ich recht früh geahnt habe, wer der Täter ist, tat das meinem Lesevergnügen keinen Abbruch, zumal Rath zu dem Zeitpunkt noch ziemlich im Dunkeln tappt. Außerdem gab es dennoch die eine oder andere überraschende Wendung in dem Buch. Ein paar kleinere Handlungsstränge hätten meinem Geschmack nach noch aufgelöst werden können, aber evtl. kommt der Autor darauf auch im nächsten Band noch zurück. Die Charaktere sind genauso vielschichtig beschrieben, wie schon in den Vorgängerbänden. Gereon Rath ist nicht der einfachste Charakter: er ist zwar ein sehr guter Kriminaler, aber leider hapert es bei ihm an der Teamfähigkeit, mit seinen Alleingängen kam er schon öfters mit Kollegen und Vorgesetzten in Konflikt. Von seinen dubiosen Beziehungen zur Berliner Unterwelt sollten diese besser auch nichts erfahren. Auch in seiner Beziehung zu Charlotte Ritter steht er sich immer wieder mit seiner Eifersucht und seiner Sprachlosigkeit selbst im Weg. Ich finde aber gerade diesen Gegensatz spannend - und in diesem Band lassen sich auch durchaus Entwicklungen in eine positivere Richtung bei ihm erkennen. Was mir sehr gut an den Romanen von Volker Kutscher gefällt, ist seine historische Detailtreue: nicht nur Schauplätze und bekannte Persönlichkeiten sind genauestens recherchiert, teilweise erscheinen sogar Nebenpersonen, die es tatsächlich so gegeben hat. Spannend finde ich auch, die politische Situation und ihre Veränderungen aus Sicht der Hauptcharaktere zu erleben; im Gegensatz zu den Romanfiguren weiß man als Leser um die dunklen Jahre, die Deutschland damals noch bevorstanden. Mir hat dieser 4. Band wieder sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den nächsten Fall von Gereon Rath, der dann sicherlich im Jahre 1933 spielen wird. Ich bin gespannt, wie die Figuren diese Zeit erleben werden und welche persönliche Entwicklung sie weiterhin durchlaufen.

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  • Ertrunken im Lastenaufzug?

    Die Akte Vaterland
    nicigirl85

    nicigirl85

    29. July 2013 um 15:48

    "Die Akte Vaterland" ist bereits der vierte Fall um den Berliner Kommissar Gereon Rath, für mich war es jedoch der erste Fall, denn ich mit Kommissar Rath erleben durfte. Der Kriminalroman spielt im Juli 1932, Deutschland befindet sich im Umbruch und die Weimarer Republik steht kurz vor ihrem Ende. In diesen Zeiten kann vieles passieren, so auch der Tod eines Spirituosenlieferanten im Lastenaufzug. Doch wie kann jemand in einem Lastenaufzug ertrinken? Kommissar Gereon Rath wird mit dem Fall betraut, doch der hat noch mit ganz anderen Dingen zu kämpfen. Seine Freundin Charlotte, kurz Charly, ist nach Berlin zurückgekehrt und soll seine Angetraute werden. Doch davon soll nach Möglichkeit keiner im Präsidium etwas mitbekommen, nicht dass ihre Karriere als angehende Kommissarsanwärterin schon vorbei ist, bevor sie überhaupt angefangen hat. Gereon hat bald eine Spur, die ihn ins tiefste Ostpreußen führt, zu den Masuren, wo es noch ganz anders zugeht als in der hippen Metropole Berlin. Doch bei einem Mord bleibt es nicht, so dass unserem Kommissar bald die Zeit davon rennt... Volker Kutscher schafft es authentisch das Leben um 1932 darzustellen mit allen politischen als auch gesellschaftlichen Problemen. Man zweifelt zu keinem Zeitpunkt, dass der politische Umbruch und alles damit Verbundene für Kriminalität und Unruhen sorgt. Der Fall beginnt äußerst spannend. Als Leser habe ich mir manche Szene einfach wie in einem schwarz- weiß Film vorstellen müssen. Der Autor schreibt sehr ausführlich, teilweise hätte er den Detailreichtum auch etwas einschränken können, da ich beispielsweise nicht zig Mal lesen wollte, wie sich irgendjemand zum Wohlbefinden eine Zigarette ansteckt und diese genießt, egal wo. Während die ersten 100 bis 150 Seiten sehr fesselnd und spannend waren, lässt das Buch im Mittelteil doch etwas nach. Die Aufklärungen ziehen sich ein wenig und sowohl Ermittler als auch Leser geraten ein wenig ins Stocken, denn in der Mitte des Buches hat mir ein wenig die Lust gefehlt weiter zu lesen. Doch man möchte ja schließlich wissen, wie der Fall nun endet und so wird man dann auch mit einem durchaus spannenden Ende belohnt. Gesamt betrachtet kann ich daher dann doch feststellen, dass mir das Buch gut gefallen hat und mich zum Großteil fesseln konnte. Fazit: Für Geschichtsinteressierte und all diejenigen, die detaillierte Polizeiarbeit verfolgen wollen ist der Roman ideal. Aus meiner Sicht empfehlenswert!

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  • Die Ermittlungen führen den Kommissar diesmal aus Berlin heraus

    Die Akte Vaterland
    Heimfinderin

    Heimfinderin

    20. April 2013 um 11:11

    Inhalt Berlin 1932: Im Vergnügunspalast „Haus Vaterland“ wird die Leiche eines Spirituosenlieferanten gefunden. Kommissar Gereon Rath wird die Ermittlung im Fall übertragen und aufgrund der Todesart ergibt sich eine Verbindung zu anderen Mordfällen, die Rath aus Berlin heraus- und weit nach Ostpreußen hineinführen, genauer in den Ort Treuburg in Masuren. Während der Kommissar sich dort als Großstädter mit dem Misstrauen der Landbevölkerung und eigenen Befremdlichkeiten herumschlagen muss, versucht seine Freundin Charly direkt im Haus Vaterland den Hinweisen auf Schnapspanscherei und Erpressung nachzugehen. Und Rath kommt trotz der dörflichen Mauer des Schweigens immer mehr Hinweisen auf die Spur, die ihn auch diesmal wieder zu gefährlichen Alleingängen treiben. Meine Meinung Ich habe bisher alle Krimis dieser Reihe gelesen und auch, wenn man die einzelnen Fälle für sich alleine lesen kann, so empfehle ich doch, die Vorgänger "Der nasse Fisch, "Der stumme Tod" und "Goldstein" ebenfalls zu lesen, um die Entwicklung der Figuren, einige Anspielungen auf vorherige Fälle und die fortschreitenden politischen Veränderungen mitzuerleben. Für den Krimi selbst ist die Hintergrundgeschichte vielleicht nicht so wichtig, aber sie erklärt schon das ein oder andere Verhalten Gereons oder Charlys während ihrer Ermittlungen. Was die politischen Veränderungen betrifft, ist es gerade deshalb so spannend, die Bücher in der Reihenfolge zu lesen, da man dann besonders gut spürt, wie sich von Jahr zu Jahr die Stimmung verändert und sich zuspitzt und sich dies auch mehr und mehr auf die Polizeiarbeit und das Privatleben auswirkt, nicht nur durch die verstärkten Straßenschlachten zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Denn das ist eine große Stärke der Krimireihe. Detailliert recherchiert, versteht es der Autor, die Stimmung der damaligen Zeit eindringlich dem Leser rüberzubringen. Es gruselt einen regelrecht, wenn man beobachtet, wie sehr das Erstarken der Nazis noch auf die leichte Schulter genommen wird, wie ein unangenehmes Übel, das man "ja einfach nicht zu wählen braucht", während man aber wie Gereon schon länger aus politischem Desinteresse nicht mehr zur Wahl geht. Beim Lesen verstärkt sich da sehr das Unbehagen, da man ja die kommenden Geschehnisse kennt. Andererseits macht gerade dieses gedankenlose Verhalten vieler neben den mehr und mehr aufkommenden Nazisprüchen anderer, die Figuren besonders authentisch, denn wir im Nachhinein können leicht schlauer sein. Diese so gut eingefangene Atmosphäre lässt mich besonders bangen, was die Zukunft wohl für jeden Einzelnen erwarten lässt. Denn gerade in den noch folgenden Jahren wird sich auch Gereon mit den drohenden politischen Ereignissen wohl ernsthafter auseinandersetzen müssen, als nur seinen Widerwillen zu zeigen. Der Fall selbst ist wieder sehr spannend zu lesen. Inhaltlich will ich gar nicht ins Detail gehen, um nicht zu viel zu verraten. Auf jeden Fall gibt für uns Leser viele Puzzleteile zusammenzuführen, bis man die Zusammenhänge der aktuellen Morde in die Vergangenheit zurückverfolgt hat. Denn Rath gräbt seinem Instinkt folgend in Masuren, dem verbissenen Schweigen der Einwohner zum Trotz, weit in den Tiefen der dort lieber für immer vergrabenen früheren Geschehnisse, auch wenn er sich selbst damit in Gefahr begibt. Und auch wenn ich schnell einen berechtigten Verdacht hatte, konnte ich sehr gut bis zum Ende über die Zusammenhänge und Hintergründe miträtseln. Mir gefiel hier sehr gut, dass Gereon mal aus Berlin herausgezogen wurde und in Masuren mit ihm als Großstädter zwei Mentalitäten aufeinanderprallten und man als Leser ganz nebenbei zudem noch ein paar politische Hintergründe über die Region in Ostpreußen mitgeliefert bekam. Trotzdem konnte man durch Charlys verdeckten Einsatz im "Haus Vaterland" in Berlin auch dort die weiteren Ermittlungen und Entwicklungen zum Fall mitverfolgen. Hier bekam man auch sehr gut die oft frauenfeindlichen Begegnungen im Zusammenhang mit Charlys Berufswahl mit. Das Verhältnis zwischen Gereon und Charly war und ist nicht einfach, auch wenn Charly bisher schon Einfluss auf Gereons Charakter ausüben konnte. Gereon ist einfach ein schwieriger Mensch mit Ecken und Kanten und gerade sein Mangel an Teamgeist, seine zwischenmenschlichen Schwierigkeiten und seine oft fehlende Sensibilität, die doch für eine Partnerschaft so wichtig sind, verursachen bei mir während des Lesens öfter das Gefühl, ihn mal kräftig schütteln zu wollen. Er steht sich einfach selbst sehr oft im Weg, trotzdem erkennt man seinen guten Kern und seinen Sinn für Gerechtigkeit, der ihn immer wieder in seinen Fällen erfolgreich vorantreibt. Ich bin sehr gespannt, wie er sich in Zukunft als bisher politisch Desinteressierter, aber mit einer großen Abneigung gegen das Gebaren der Nazigruppierungen, die er auch gerne mal öffentlich äußert, weiter verhalten wird. Denn sein Beruf als Polizist ist ihm wichtig, sein Gerechtigkeitssinn aber wohl dabei nicht in eine Schublade zu packen.

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  • 'Die Gegenwart versteht man nur, wenn man die Vergangenheit kennt.'

    Die Akte Vaterland
    sabatayn76

    sabatayn76

    22. March 2013 um 21:24

    Inhalt: Im Berlin des Jahres 1932 wird eine Leiche im Lastenaufzug des 'Haus Vaterland' gefunden. Sonderbarerweise scheint der Mann auf den ersten Blick ertrunken zu sein, obwohl er mit dem Auto angereist ist. Bei der Obduktion wird jedoch klar, dass der Mann eine tödliche Injektion bekommen hat, dass er zwar Wasser in der Lunge hatte, daran aber nicht gestorben ist. Bald tauchen weitere Leichen auf, die auch unter diesen merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen sind. Auch im Privatleben von Gereon Rath bleibt es spannend, denn Charly kommt aus Paris zurück und bleibt Gereon vorerst eine Antwort auf seinen Heiratsantrag schuldig. Mein Eindruck: Ich habe bereits die drei Vorgänger-Romane um Gereon Rath gelesen, somit waren mir Gereon und sein Team bereits bekannt, und ich konnte mich schnell auf die Geschichte einlassen. Der Einstieg ins Buch, der den Leser in eine ländliche Gegend fernab der deutschen Hauptstadt führt, sowie die Reise Gereons nach Ostpreußen haben mir sehr gut gefallen. Egal, wo die Handlung gerade spielt, Kutscher gelingt jedes Mal eine authentische Beschreibung der Orte und Personen und das Aufbauen einer stimmungsvollen Atmosphäre. Der Fall selbst ist spannend und fesselnd, in seiner Komplexität überzeugend und voller Überraschungen. Mein Resümee: 'Die Akte Vaterland' ist perfekt dafür geeignet, in die 1930er Jahre einzutauchen, Berlin vor der Machtergreifung Hitlers zu erleben und nebenbei auch noch spannende Ermittlungen zu verfolgen. Da mir die gesamte Reihe um Gereon Rath sehr gut gefällt, würde ich eine Lektüre in der richtigen Reihenfolge ('Der nasse Fisch' - 'Der stumme Tod' - 'Goldstein' - 'Die Akte Vaterland') empfehlen, obwohl es sich jeweils um abgeschlossene Fälle handelt.

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  • Rezension zu "Die Akte Vaterland" von Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland
    ninchen1809

    ninchen1809

    20. January 2013 um 16:19

    Hier liefert uns Volker Kutscher den spannendsten Krimi seiner Krimireihe um Gereon Rath. Der Fall spielt im Juli 1932. Im legendären Vergnügungstempel am Potsdamer Platz liegt ein toter Mann im Lastenaufzug. Alles sieht so aus, als sei dieser Mann ertrunken. Der Tote scheint Teil einer Mordserie zu sein, deren Spur in den Osten führt. Gereon Rath muss für seine Ermittlungen nach Treuburg, d.h. östlich vom damaligen Polen, zugehörig dem damaligen Preußen. Dort deckt er ein gehütetes Geheimnis nach dem nächsten auf und macht sich keine Freunde. Hinzu kommt seine Sorge um Charlotte „Charly“ Ritter, welche als Kommissaranwärterin bei der Mordkommission beginnt und als Küchenhilfe ins Haus Vaterland eingeschleust wird. Während der Ermittlung stellen sich Rath viele Fragen: Wie kann an Land ertrinken? Woher kommt das Pfeilgift Curare? Geht bei dem Mord um Erpressungsversuche wegen selbstgebranntem Alkohol? Warum verhalten sich alle Bürger in Treuburg so schweigsam gegenüber Rath? Volker Kutscher schreibt hier erneut eine packende und komplexe Geschichte, ohne dabei verwirrend oder konstruiert zu wirken, vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse, Während Straßenschlachten zwischen Nazis und Kommunisten immer mehr Todesopfer fordern, putscht Reichskanzler von Papen die demokratische Regierung Preußens aus dem Amt und mit ihr die Spitze der Berliner Polizei. Alle Charaktere des Krimis sind absolut glaubwürdig gezeichnet. Gereon Rath ist ein sehr realer Ermittler, der sich ständig zwischen Legalität und Illegalität bewegt. Auch bei seinem Verhältnis zu Charly ist er nicht immer ganz ehrlich. Eines der besten Krimis, den ich seit langem gelesen habe.

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  • Rezension zu "Die Akte Vaterland" von Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland
    cachingguys

    cachingguys

    02. January 2013 um 13:08

    Die Akte Vaterland von Volker Kutscher. Das Buch beginnt mit einem Ertrunkenen im Lastenaufzug in einem Vergnügungstempel in Berlin zu der Zeit kurz vor der Machtergreifung Hitlers (Juli 1932). Wie kann jemand im Aufzug ertrinken? Kommissar Gereon Rath soll ermitteln. Private Probleme kommen hinzu. Seine Geliebte, Charly, kommt nach 10 Monaten aus Paris zurück und soll nun als Kommissaranwärterin im Präsidium arbeiten. Die Geschichte führt Rath nach Ostpreußen, genauer nach Masuren an die polnische Grenze. Hier handelte auch schon der Prolog. Der erste Tote scheint die Tat eines Serienmörders zu sein, denn die bizarre Todesart wiederholt sich. Stück für Stück enthüllt Rath Teile der Geschichte und gerät dabei selbst in Gefahr. Der Autor hat interessante Ideen und Wendungen in die Geschichte eingebaut, so dass man wirklich erst ganz zum Schluss des Buches den ganzen Hintergrund versteht. Toll geschriebene Eindrücke auch von dem geschichtlichen Kontext ( der Machtgewinn der Nazis, der Sturz der Polizeispitze, die Probleme zwischen Deutschen und Polen, die Rolle der Frau). Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet, haben "Ecken und Kanten" und lassen die Vergangenheit für den Leser auferstehen. Mich hat dieses Buch vollends überzeugt, sowohl die historische Atmosphäre als auch die Verstrickungen des Falles und der Ermittler sind überzeugend und komplex dargestellt ohne in Langatmigkeit zu verfallen.

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  • Rezension zu "Die Akte Vaterland" von Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    18. December 2012 um 20:44

    Berlin im Sommer 1932. Kommissar Gereon Rath bekommt es mit einem seltsamen Fall zu tun: im Vaterland, einem Vergnügungstempel, wird ein Spirituosenlieferant tot in einem Aufzug gefunden. Nicht nur die Frage, weshalb der Mann ums Leben kam, sondern auch die Frage, weshalb auf so kuriose Weise - er wurde ertränkt - stellt die Polizei vor ein großes Fragezeichen. Doch nicht nur beruflich ist der Kommissar gefordert. Nach mehrmonatiger Trennung erwartet er seine Geliebte Charly zurück in der Stadt und möchte ihr endlich einen Heiratsantrag machen. Die überschwängliche Freude, die er von ihr beim Wiedersehen erwartet hat, bleibt aus, so geht die Beziehung eher holprig dahin und wird zusätzlich durch Charlys Anfang in Raths Abteilung der Polizei belastet. Die Ermittlungen gehen in vielfältige Richtungen, bald schon zeigt sich, dass es keine Einzeltat war, sondern quer übers Land Männer auf dieselbe Weise ums Leben kamen. Die Spur führt in die Vergangenheit und in die Masuren. Dort ist man wenig erfreut über die Präsenz der Berliner Polizei - obwohl man sehr bemüht ist, die Loyalität und Verbundenheit zum geliebten Vaterland zu demonstrieren. Rath muss nicht nur Dienstvorschriften und Vorgesetzte ignorieren, um den Fall zu lösen, sondern riskiert gleich mehrfach sein Leben - und seine Zukunft mit Charly. Der Mordfall ist gut konstruiert und lässt bis zum Ende Spielraum für Spekulationen. Nur nach und nach lüftet sich das Rätsel und das Ausmaß der Verstrickung wird deutlich. Allerdings hat das Buch viele Längen, bei denen man den Eindruck hat, dass die Handlung über 50 Seiten nicht vorankommt und auch die Entwicklung der Figuren nicht zur Unterhaltung beiträgt. Diese bleiben über weite Strecken unsympathisch. Die Arroganz Raths ist schier unerträglich, seine Verachtung für die Bewohner der Masuren und die Annahme, dass diese pauschal und ausnahmslos dumm sind als Landbewohner, ist auch im Kontext der Zeit weder akzeptabel noch für einen Leser erträglich. Sein mangelndes Feingefühl im Umgang mit all seinen Mitmenschen macht das Buch so manches Mal zu einer Zumutung. Seine Verlobte Charly gleicht das leider auch nicht aus. Einerseits würde sie gerne große Kommissarin spielen, gleichzeitig verfügt sie über gar kein Rückgrat, und beste Anlagen das Heimchen am Herd zu werden. Sie zieht sich lieber darauf zurück zu schmollen oder zu heulen statt ihre Position klar zu machen. Im Beruf noch verständlich, im Privatleben für eine Frau, die zunächst als emanzipierter Charakter vorgestellt wird, irgendwo zwischen verwunderlich und nervig. Das restliche Figurenpersonal besticht auch eher durch disqualifizierendes Verhalten, so dass am Ende kein einziger Sympathieträger bleibt und man eher desinteressiert an deren Ausgang wird. Am Ende bleibt Enttäuschung. Ich hatte mir viel mehr von dem Buch erwartet. Weder die Handlung noch die Figuren konnten mich fesseln, so dass ich das Lesen eher als müßig empfand. Aufgrund des Settings hatte ich eine politischere Einbettung erwartet, das blieb jedoch immer am Rand und unbedeutend. Möglicherweise war es ein Fehler, Band 4 der Reihe ohne die Vorgängerbände zu lesen. Die Bezüge zu älteren Fälle, die am Ende gezogen werden, bleiben völlig unklar und das seltsame Verhältnis von Rath und Charly erklärt sich in diesem Band auch nicht. Viele Handlungsstränge bleiben zwischendurch auf der Strecke und werden völlig vergessen, was ich unbefriedigend finde.

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