Volker Reinhardt

 4.2 Sterne bei 46 Bewertungen
Autor von Die Borgia, Geschichte Italiens und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Leonardo da Vinci

 (2)
Neu erschienen am 28.08.2018 als Hardcover bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Volker Reinhardt

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Pontifex

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 (5)
Erschienen am 29.01.2018
Die Borgia

Die Borgia

 (6)
Erschienen am 20.08.2013
Geschichte Italiens

Geschichte Italiens

 (6)
Erschienen am 16.12.2011
De Sade oder Die Vermessung des Bösen

De Sade oder Die Vermessung des Bösen

 (4)
Erschienen am 14.07.2014
Alexander VI. Borgia

Alexander VI. Borgia

 (3)
Erschienen am 20.12.2011
Die Medici

Die Medici

 (3)
Erschienen am 14.08.2013
Der Göttliche

Der Göttliche

 (3)
Erschienen am 15.02.2010

Neue Rezensionen zu Volker Reinhardt

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Rezension zu "Leonardo da Vinci" von Volker Reinhardt

Leonardo da Vinci – ein Phänomen
Sikalvor 2 Monaten


 

Leonardo da Vinci (1452 – 1519) - Wer kennt ihn nicht? Als Maler der Mona Lisa ist er weltbekannt. Viele Touristen besuchen nur wegen diesem Gemälde den Louvre in Paris. Doch da Vinci war mehr, er war ein Visionär, ein begnadeter Zeichner, ein guter Beobachter der Natur. Viele Stationen seines Lebens sind bekannt und doch wissen wir nicht alles über ihn, können nur Vermutungen angestellt werden.

 

Der Autor Volker Reinhardt, Professor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Fribourg, gehört zu den führenden Renaissance-Experten und versucht mit dieser Biographie vieles zu hinterfragen. Er hat die zum Teil vernachlässigten Notizbücher Leonardos gelesen, in denen dieser seine Beobachtungen katalogisiert hatte und interpretiert diese Recherchen nun mit enormer Fachkompetenz. Zum Glück schafft es Reinhardt, dass dies trotzdem noch für den kunstinteressierten Laien gut lesbar ist.

 

Das Buch ist in 6 Kapitel gegliedert und begleitet Leonardo von seinen ersten Jahren in Florenz, über die Jahre in Mailand, die Suche nach den Kräften der Natur, die späten Wanderjahre, den Ausflug nach Rom sowie als Abschluss den wiedergefundenen und erfundenen Leonardo.

 

Reinhardt schafft es, einen groben Überblick über das Genie Leonardo zu schaffen, der als Meisteringenieur durch seine Konstruktionen wie z.B. einen Hubschrauber seiner Zeit voraus war, auch werden seine Eigenheiten und zum Teil sonderbaren Charaktereigenschaften hervorgehoben – z.B. aß er kein Fleisch, ließ aber Tiergedärme aufblasen und platzen.

 

Zu seinen vielen Interessen gehörte auch die Mathematik. Leonardo verstand unter Mathematik die Erforschung der Naturgesetze, viele mathematische Schriften blieben ihm verwehrt, weil diese in Latein verfasst waren und er diese Sprache nicht beherrschte.

 

Er war fasziniert von Körpern und studierte diese genau. Anfangs begnügte er sich mit einer genauen Konstruktion des menschlichen Körpers, doch es beeindruckte ihn immer weiter in die Tiefe zu gehen. Zahlreiche Zeichnungen und Notizen belegen seine Anatomiestudien.

 

Gut hervorgehoben werden seine Rivalitäten mit Michelangelo, die Verbindung zum Adel, den Familien Sforza und Medici, seine Unzuverlässigkeit und Abarbeitung von Aufträgen. Oft mussten seine Auftraggeber sehr energisch eine Leistung einfordern (nicht immer mit Erfolg).  Reinhardt analysiert auch viele bekannte Werke da Vincis, versucht dessen Beweggründe darzulegen und Legenden zu drum herum zu widerlegen.

 

Leonardo konnte Zeit seines Lebens seine Neugier aufrechterhalten und erinnert uns daran, dass es zu wenig ist, Wissen anzusammeln – dieses zu hinterfragen, Phantasie auszuleben und vor allem gegen den Strom zu schwimmen, bringt uns im Leben weiter.

Gerne vergebe ich für diese gelungene Biographie 5 Sterne.

Kommentare: 4
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GernotUhls avatar

Rezension zu "De Sade oder Die Vermessung des Bösen" von Volker Reinhardt

Der Ur-Sadist
GernotUhlvor 8 Monaten

Aus: https://www.eulengezwitscher.com/single-post/rezension/de-sade

Er war ein Schocker-Schriftsteller: der Marquis de Sade. Die Gewalt- und Sexorgien in seinen Romanen haben den Namenspatron des Sadismus an der Schwelle zum 19. Jahrhundert in den Kerker und beinahe aufs Schaffot gebracht. Dabei hat der Marquis, der heute vor 200 Jahren gestorben ist, anders als seine Fantasiefiguren keineswegs schwangere Bäuche aufgeschlitzt oder Ritualmorde begangen (allenfalls hat er ab und an die Peitsche geschwungen). Vielmehr zeigte er sogar menschliche und moralische Züge. Diesem Rätsel de Sade ist der routinierte Biograf Volker Reinhard nun auf den Grund gegangen. 

Seit Daniel Kehlmanns biografischem Roman "Die Vermessung der Welt" (über Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt) wird im literarischen Betrieb immer mal wieder gerne etwas vermessen. Nun hat sich der Schweizer Historiker Volker Reinhard in seiner jüngst bei C.H. Beck erschienen Biografie über den Marquis de Sade der Vermessung des Bösen angenommen. Anders als so oft ist dieser Titel allerdings tatsächlich Programm. Reinhardt vermag es, sich seinem von so gegensätzlichen Emotionen wie Ekel, Lust, Verdammung und Befreiung aufgeladenen Protagonisten nahezu unbefangen zu nähern: Wer sich mit de Sades Diagnose, dass die Welt durch und durch böse ist, auseinander setzen will, muss sein Leben kennen. Dieser Linie bleibt Reinhardt treu. De Sades eigene (aus heutiger Sicht eher harmlose) Eskapaden porträtiert Reinhardt ebenso nüchtern wie die biografischen Folgen der Exzesse seiner Romanfiguren: Für seine zu Papier gebrachten Unmenschlichkeiten (mitunter verleugnet de Sade die Autorenschaft) wandert er jahrelang ein, weil man sich vor der Gewalt seiner Fantasien fürchtet. Reinhardt beschönigt die rohe Brutalität nicht, aber er weidet sich auch nicht daran. Er zeigt de Sade als überlegten Provokateur, der die dunkelsten menschlichen Abgründe ans Licht bringt - wohlwissend um ihre skandalisierende Kraft. Es gibt allerdings einen Preis für die akademische Unbestechlichkeit: De Sade und sein Leben bleiben weitgehend Forschungsobjekte und diese (wenn auch legitime) Herangehensweise verhindert, dass der Marquis selbst zwischen den Buchdeckeln neu auflebt. Möglicherweise ist das aber auch gar nicht nötig. Denn so gelingt es Reinhardt, das Schockerlebnis de Sade in unsere Zeit zu übersetzen - und das ist sein selbst gestecktes Ziel.

Fazit: Diese Biografie ist nichts für Moral-Apostel - aber auch nichts für Gewaltsex-Voyeure. Volker Reinhardt porträtiert den legendären verhassten und verklärten Marquis de Sade in keiner Weise einseitig. Der Schweitzer Historiker bleibt bei den Quellen und differenziert konsequent zwischen Leben und Lebenswerk. Das geht zwar manchmal auf Kosten der Lebendigkeit, aber Volker Reinhardt will auch keine fesselnde Lebensgeschichte erzählen. Er holt den heute vor 200 Jahren gestorbenen Marquis de Sade als Mahner in die Gegenwart: als feinsinnigen und berechnenden Provokateur, der dazu anregen will, über menschliche Abgründe nachzudenken, die heute oftmals durch mediale Abstumpfung und Verharmlosungen gut getarnt, aber umso gefährlicher sind.

Eulengezwitscher. Bücher, Biografien und Blog von Gernot Uhl

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Scribas avatar

Rezension zu "Luther, der Ketzer" von Volker Reinhardt

Luther, der Ketzer
Scribavor 9 Monaten

Trotz der vielversprechender Werbung durch den Verlag, war das Buch wenig überzeugend. Auch wenn der Autor Fachmann für die Geschichte um Florenz sein mag, so ließ die eigentliche Thematik um Luther doch zu wünschen übrig. 


Wirklich neue Erkenntnisse konnte ich leider nicht finden. Die Intrigen der Päpste (inklusive der Familien Borgia und Medici) sind ebenfalls reichlich bekannt und in diesem Buch viel zu ausführlich beschrieben. Der Titel lautete schließlich Luther, ...

Ständige und reichhaltige Wiederholungen des Autors erwecken den Anschein, dass das Buch so krampfhaft gestreckt wurde. 
Für mich sehr enttäuschend.


Aber grundsätzlich und glücklicherweise ist alles Geschmackssache.

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