Volker Reinhardt

 4,1 Sterne bei 75 Bewertungen
Autor von Die Macht der Seuche, Die Borgia und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Volker Reinhardt

Volker Reinhard ist seit 1992 Professor für Allgemeine und Schweizer Geschichte der Neuzeit an der Universität Freiburg. Seine Expertise der italienischen Renaissance durchdringt seine Publikationen: von »Leonardo da Vinci. Das Auge der Welt« (2019) bis zu »Blutiger Karneval. Der Sacco di Roma 1527« (2. Aufl. 2009). Für seine Machiavelli-Biografie erhielt er den »Golo-Mann-Preis für Geschichtsschreibung«.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die Macht der Seuche (ISBN: 9783406790386)

Die Macht der Seuche

Neu erschienen am 15.09.2022 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Volker Reinhardt

Cover des Buches Die Macht der Seuche (ISBN: 9783406767296)

Die Macht der Seuche

 (10)
Erschienen am 15.03.2021
Cover des Buches Die Borgia (ISBN: 9783406753671)

Die Borgia

 (7)
Erschienen am 08.04.2021
Cover des Buches De Sade (ISBN: 9783406665158)

De Sade

 (6)
Erschienen am 14.07.2014
Cover des Buches Leonardo da Vinci (ISBN: 9783406724732)

Leonardo da Vinci

 (5)
Erschienen am 09.05.2019
Cover des Buches Geschichte Italiens (ISBN: 9783406750540)

Geschichte Italiens

 (6)
Erschienen am 02.12.2019
Cover des Buches Pontifex (ISBN: 9783406703812)

Pontifex

 (4)
Erschienen am 29.01.2018
Cover des Buches Voltaire (ISBN: 9783406781339)

Voltaire

 (4)
Erschienen am 26.01.2022
Cover des Buches Alexander VI. Borgia (ISBN: 9783406626951)

Alexander VI. Borgia

 (4)
Erschienen am 07.04.2017

Neue Rezensionen zu Volker Reinhardt

Cover des Buches Voltaire (ISBN: 9783406781339)Kristall86s avatar

Rezension zu "Voltaire" von Volker Reinhardt

Eine besondere Biografie für einen besonderen Menschen
Kristall86vor 3 Monaten

Klappentext:

„Der Philosoph, Aufklärer und Spötter Voltaire (1694 – 1778) hat unzählige Briefe, Dramen, sarkastische Gedichte, philosophische Erzählungen und weltgeschichtliche Abhandlungen hinterlassen und ist doch ein großer Unbekannter. Volker Reinhardt erzählt fesselnd von einem Literaten, der sich an einer staatlichen Lotterie bereicherte, über die Mächtigen und Etablierten spottete, die Hofgesellschaften in Versailles und Potsdam provozierte, sich virtuos zu tarnen verstand und schließlich in Ferney sein eigenes Reich schuf. Voltaires abenteuerliches Leben ist, wie seine Werke, ein eindrucksvolles Manifest für die Freiheit in einer autoritätsgläubigen Welt.


Voltaire ist ein Monument der Aufklärung, verewigt im Panthéon, verhasst als Zerstörer aller etablierten Ordnung. Sein «Traktat über die Toleranz» war nach den Anschlägen auf «Charlie Hebdo» 2015 eines der meistverkauften Bücher Frankreichs. Und doch ist der große Philosoph ein Unbekannter. Volker Reinhardt hat das riesige Oeuvre und die Quellen neu gelesen und entdeckt einen Lebenskünstler, der seine Fluchtwege immer im Blick hatte. Voltaire wurde reich, weil er eine Lotterie austrickste, erforschte zusammen mit einer Physikerin die Natur, düpierte die Versailler Hofgesellschaft, verärgerte Friedrich den Großen, kämpfte gegen die verlogene Kirche, deckte Justizskandale auf, warb der Stadt Genf für sein eigenes kleines Reich die Uhrmacher ab und verfolgte Rousseau mit grenzenlosem Sarkasmus. Volker Reinhardt erzählt von einem Abenteurer der Freiheit, der in einer Welt voller Krisen mit scharfem Verstand, beißendem Spott und menschenfreundlicher Toleranz seinen Garten bestellte und unserer eigenen Zeit den Spiegel vorhält….“


Autor Volker Reinhardt hat sich „getraut“ eine Art Biografie über Voltaire zu verfassen. Viele Autoren sind daran bislang gescheitert, waren ungenau in ihren Notizen oder einfach zu schwach. Mit der Figur „Voltaire“ ist es nicht einfach! Er benötigt einen speziellen Autor für sein Gemüt. Reinhardt zeigt aber mit diesem Werk ganz klar auf: es geht und es geht perfekt! 

In seinem Werk geht er nicht nur auf den Menschen Voltaire ein, er beleuchtet zudem auch sein Schaffen, seine Werke und auch diese dürfen wir sehr genau udn detailliert betrachten, hinter die Kulissen blicken sozusagen.

Reinhardt hat mit seinem Werk ein besonders gutes Händchen bewiesen. Er beleuchtet nicht nur die Person sondern auch gewisse Mitstreiter bzw. Weggefährten Voltaires. Er zeigt die Zeit von damals auf. Wir dürfen mit ihm in die Vergangenheit reisen und komplett abtauchen. Sein Schreibstil ist fesselnd und ganz und gar nicht langweilig. Man hatte das Gefühl, man lese eher einen Roman über Voltaire aber keine biografische Literatur. Voltaire war nicht nur wegen seinen Stücken besonders, er hatte eine spitze Zunge (für die damalige Zeit etwas zu spitz) aber dennoch immer auf den philosophischen Aspekt bedacht. Autor Volker Reinhardt erzählt hier wirklich brillant! Man hat das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. 

Für diese Biografie vergebe ich sehr gern 5 von 5 Sterne!

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Cover des Buches Voltaire (ISBN: 9783406781339)_

Rezension zu "Voltaire" von Volker Reinhardt

Eine der besten Biografien
_leserin_vor 5 Monaten

Mit großer Begeisterung habe ich dieses Werk gelesen – der Name ist schon Begriff und Programm, jedoch wusste ich in Wahrheit kaum etwas über Voltaire.

 

Das Buch umfasst nicht nur Voltaires Leben, sondern wird eingebettet in den Kontext seiner Zeit: das Ancien Régime und die Zeit danach, bis zur Französischen Revolution, die zwar erst 1789 ausbrach, sich jedoch seit 1766 langsam zuspitzte. Was hatte es bedeutet, Texte zu verfassen, die gegen Monarchie und Kirche waren? Die Zensur im französischen Staat vernichtete nicht nur kritische Schriftstücke, sondern verhängte hohe Strafen bis zum Aufenthalt in der Bastille, Folter und Tod oder Verbannung standen für die Verfasser*innen auf dem Spiel.

 

Viele seiner Dramen, Theaterstücke, Texte und Schriften werden ausführlichst dargestellt und interpretiert: auf wen wird angespielt, wer und was ist gemeint, an wen geht die Kritik. Und hier wäre auch der Platz für eine klitzekleine Kritik: zu viel Text, zu überladen, zu tief. Das macht auch das Buch zwischendurch etwas langatmig und nicht ganz einfach zu lesen.

 

Besonders deutlich geht hervor, dass in der Zeit nach Ludwig XIV. bis zur französischen Revolution von Seiten des Staates und der Kirche alles versucht wurde, um Kritisches im Keim zu ersticken.

 

Dass Voltaire so unangepasst und so provokant war, ist mir nicht bekannt gewesen. Er konnte es sich leisten; schließlich trickste er die staatliche Lotterie aus und konnte so bis an sein Lebensende finanziell unabhängig sein.

 

Ein so lesenswertes und bereicherndes Buch, das die Sensation der Aufklärung deutlich vor Augen führt. Absolute Empfehlung.

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Cover des Buches Voltaire (ISBN: 9783406781339)L

Rezension zu "Voltaire" von Volker Reinhardt

Die große Freiheit
Lesefreund6203vor 7 Monaten

Die große Freiheit

 

Ob es die Borgia betrifft, Machiavelli, die Geschichte des Papsttums und jede Menge anderer biographischer Betrachtungen von einzelnen Personen oder Epochen, von Institutionen und Kulturepochen , Volker Reinhardt hat wieder und wieder eindrucksvoll nachgewiesen, dass er Geschichte und Biographien fesselnd, erzählerisch dicht, in manchen Teilen gar spannend zu erzählen verseht. Ohne in rein Populäre zu verfallen, sondern immer mit einem profunden, konkreten Fachwissen über die jeweiligen Themen und Personen und mit spürbar breiter Recherche im Vorfeld der Verfassung seiner Werke.

 

Dies trifft uneingeschränkt auch in Form und Stil auf sein neues Werk, die Biographie Voltaires zu. Der große „Philosoph der Freiheit“, der eine ebenso „freies Leben“ persönlich lebte, sich durchaus zu behaupten wusste, dabei aber selbst für seine Zeitgenossen, Freunde (und nicht wenige Feinde) kaum wirklich „greifbar“ war.

 

„Tarnung“, das ist ein Wort, dass nicht nur auf dem Begleittext hinten auf dem Werk zu finden ist, sondern tatsächlich eine sehr gute und treffende Beschreibung für diese bewusste und durchaus kluge Art Voltaires, in seiner Zeit bei aller Offensive seiner Gedanken und Haltungen nach außen hin sich nicht „am Schlawittchen“ packen zu lassen.

 

Was allerdings auch für den geneigten Betrachter im historischen Nachgang nun nicht einfach ist und von Reinhardt ebenfalls umfassend zunächst dargestellt werden muss. Denn fast uferlos sind die Notizen, Briefe, Stücke, Essay, kurze und lange Gedanken, die Voltaire im Laufe seines regen Lebens immer wieder verfasst hat- Gut somit, dass Reinhardt biographisch Schritt für Schritt nachvollzieht, den „Aufstieg“ Voltaires „hin zu einem eigenen Namen“ mit den einzelnen Etappen vor die Augen des Lesers legt, um dann die vielen Jahre des „Hauptwerkes“ ebenso Revue passieren zu lassen, um an wichtigen Momenten auch in die Tiefe dieser Gedanken und Phasen Voltaires vorzudringen.

 

Sei es Geburt und Aufwachsen, die Zeit am Hof (und dann im Exil), die (geschickte, nicht immer ganz „astreine“) Suche Voltaires nach Vermögen, materieller Unabhängigkeit und Ruhm, die „wilden“ Zeiten von Flucht, Aufenthalt in Preußen, der Lebens-Gemeinschaft (frei, natürlich) mit Emilie des Chatelet, die Lust an der Mathematik, ebenfalls aber an den „schönen Künsten“ der Literatur (Voltaire hat Stücke verfasst), an „eleganten Schlängellinien“ samt dem Wissen, wann man mal besser im Blick auf eine langfristige Unabhängigkeit auch „das Knie beugt“, statt für den kurzfristigen Stoltz „auf stur“ zu schalten.

 

Persönliche Dramen wie der Tod Emilies, die Auseinandersetzungen mit Friedrich dem Großen über „den Krieg“, um dann, irgendwann, in Ferney sesshaft zu werden und diese Umgebung tatsächlich weitestgehend nach den eigenen, libertären Gedanken und den persönlichen Haltungen auch im äußeren Leben dort zu gestalten.

 

Bis zu den letzten Jahren Voltaires, die (ebenfalls) wieder angefüllt waren mit Spott, Reibung, Provokationen an ganze europäische Länder, Feindschaft mit Rousseau und vielen, vielen Schriften und anderen „Aufregungen“.

 

Volker Reinhardt erzählt viel. Weil es viel zu erzählen gibt. Und er erzählt das Thema genau zu einer Zeit, in der überaus wichtig ist. Dass die weltweit unter Druck geratene Freiheit der Meinung, des Denkens, des Rechtes, alles Ideologien frei hinterfragen zu dürfen und diese Meinungen auch veröffentlichen zu können jede individuelle Freiheit bedroht, für die Voltaire umfassend mit Person und Werk eingestanden war und noch einsteht.

 

Ein „lebenslanger Provokateur“, dem „Zersetzung“ mannigfaltig vorgeworfen wurde, der aber tatsächlich, wie Reinhardt immer wieder argumentativ schlüssig aufzeigt, konstruktiv im Denken verankert war. Auch wenn er sich stets verweigerte, jenen Fehler zu begehen, gegen den er ja beständig antrat: ein eigenes, festes System zu entwerfen. Für Voltaire schl0ß sich das nicht aus Unfähigkeit, sondern aus seinen Grundüberzeugungen heraus einfach aus. Es ist am Ende der Lektüre das Verdienst Reinhardts, dass die Person Voltaires, die dieser selbst immer wieder fragmentierte und „nebulös versteckte“, für den Leser so griffig wie nur möglich dann im Raume steht.

 

Eine empfehlenswerte, gar wichtige Lektüre für die Gegenwart.

 

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