Volker Reinhardt Machiavelli

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Inhaltsangabe zu „Machiavelli“ von Volker Reinhardt

Volker Reinhardt legt mit diesem Buch die erste Biographie über Machiavelli seit Jahrzehnten vor. Er beschreibt dessen Kindheit und Jugend im Florenz der Renaissance, den Aufstieg zum Politiker und Diplomaten sowie sein Leben als Literat und von den Mächtigen verfolgter Provokateur. Das Ergebnis ist ein neues Bild von Machiavelli als einem Theoretiker der Macht, der in seinem eigenen Leben und Werk auf Macht und Täuschung verzichtete. Machiavellis Lehre, wie man Macht erlangt, ist bis heute eine kalte Dusche: Moral, Recht und Religion soll der Fürst als Fassade einsetzen, um seine Gegner in falscher Sicherheit zu wiegen. Keinesfalls darf er selbst daran glauben. Viele haben sich voller Abscheu von Machiavelli abgewandt, aber es gibt auch eine Reihe von Bewunderern, die von Friedrich Nietzsche über Hannah Arendt bis zu heutigen populären Nutzanwendungen für den Alltag reicht. Wie lebt jemand, der die Techniken der Macht durchschaut, aber selbst keine Macht hat? Volker Reinhardt zeigt, dass sich hinter dem illusionslosen Zyniker Machiavelli ein Idealist verbirgt, der an die perfekte Republik und das gute Leben glaubt. Gerade dieser Machiavelli hat uns bis heute etwas zu sagen.

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  • Rezension zu "Machiavelli" von Volker Reinhardt

    Machiavelli
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    15. February 2012 um 13:57

    Idealist, Zyniker und Provokateur „Ich sage Euch, dass ihr ein durch und durch schädlicher Mensch seid......“. Zumindest urteilt in dieser Form damals der päpstliche Gouverneur von Modena und verweist Machiavelli seines Hauses. Er spricht damit aus, was das Bild Machiavellis über Jahrhunderte hinweg zumindest mitbestimmte, wenn nicht sogar fast alleine prägte. Gut, dass Volker Reinhardt sich nun dieser, so scheint es, bekannten und doch in manchen wichtigen Facetten im Buch neu überraschenden Figur der Geschichte genähert hat. Gut, weil Reinhardt hinter die Fassade zu schauen pflegt und Machiavelli näher und tiefer ergründet als die verkürzten Darstellungen eines strategischen Machtspielers, der vielfach überall dort zitiert wird, wo es nur um vermeintliche Macht und Gewinne geht. 1469 wird Niccolo Machiavelli in Florenz in machtfernen Verhältnissen geboren. Mitten hinein in die Renaissance, in die Blüte italienischer Kultur und Macht. Eine politische Macht, in der Machiavelli seit 1498 eine Rolle spielt als Sekretär der Regierung und mehrfacher Gesandter der Republik Florenz. Ränkespiele, das Ringen um Einfluss, die Unterordnung sämtlicher „Spielregeln“ unter den strategischen Machterfolg und das von allen Seiten der beteiligten großen und kleinen Mächte, dies sind die Zeichen der Zeit, die Machiavelli prägen und innerhalb derer er bald schon beginnt, seine eigenen Beobachtungen und Strategien zu entwickeln. Das Streben allein nach eigenem Vorteil, nicht nur der Name Borgia ist mit diesen „Zielen“ eng verbunden, die gesamte Zeit atmete dieses rein machtorientierte Leben. Eine Atmosphäre, die Reinhardt gelungen im Buch darstellt und dem Weg Machiavellis in all diesem nachgeht. Ein nicht ungebrochener Weg im Übrigen. Nach einer Niederlage und Wendung des Kriegsglücks gegen Florenz kehren die Medici als Machthaber zurück, Machiavelli wird seiner Ämter enthoben, verhaftet und gefoltert, nur eine Amnestie rettet letztlich sein Leben. Politisch kaltgestellt verfasst er „De Principatibus“, aber auch Komödien und ein reichhaltige Korrespondenz und so manche Schriften. Vor allem aber verbleibt er den Medici gegenüber in kritischer Haltung bis zu seinem Tod 1527. Diese äußeren Eckdaten versteht Reinhardt, mit Atmosphäre und Leben zu versehen. Die Entwicklungen Machiavellis werden von Beginn an detailliert dargestellt, sein Weg zu einem strategisch versierten „Gesandten im Auftrag der Macht“ zeichnet Reinhardt ebenso nachhaltig nach, wie er es allerdings auch versteht, immer wieder den Blick hinter die Fassade des kühl, hart und zynisch wirkenden Mannes zu werfen. Gerade in seiner, inneren wie äußeren, Auseinandersetzung mit den Medici in seinen letzten Lebensjahren wird deutlich, dass Machiavelli eine klare und durchaus ideale Vorstellung des politischen und allgemeinen Lebens hatte. Machiavelli kritisiert vernehmlich, dass oftmals Talente und Möglichkeiten der Mächtigen nicht „zum Wohl der Republik“ eingesetzt werden, sondern nur für das eigene Klientel. In dieser Einordnung und diesen Maßstäben an „die Macht und die Mächtigen“ wird Reinhardts Buch in der Darstellung der Werte und Ideale Machiavellis äußerst fruchtbar für die Gegenwart, denn viel verändert hat sich ja nicht unbedingt in der Ausrichtung der Macht. Das Buch ist verständlich geschrieben, nachvollziehbar in der Darstellung der Entwicklungslinien Machiavellis und öffnet noch einmal eindrücklich den Blick auch auf die auf Größeres ausgerichtete innere Haltung Machiavellis und zeigt so ein differenziertes Bild einer oft verkürzt dargestellten Persönlichkeit. Ein Buch über einen Mann, aber auch über die Politik, die Abläufe der Macht und das, was an der Ausrichtung an Idealen oft fehlt in der Machtpolitik aller Zeiten. Sehr empfehlenswert.

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