Volker Reinhardt Pontifex

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Inhaltsangabe zu „Pontifex“ von Volker Reinhardt

<p>Hüter einer ewigen Ordnung: So sehen sich die Päpste, deren Institution durch ihre lange Kontinuität fasziniert. Volker Reinhardt zeigt, dass diese Unveränderlichkeit eine Fiktion ist. Er erzählt höchst spannend, wie sich das Papsttum immer wieder neu erfunden hat, und vollbringt das Kunststück, dabei jedem Pontifikat in seinen theologischen, politischen und kulturellen Besonderheiten gerecht zu werden.<br /> Volker Reinhardt legt nach dreißigjähriger Forschung zur Geschichte Roms und des Papsttums mit diesem Buch die seit Langem erste Gesamtgeschichte der Päpste aus der Feder eines Historikers vor. Er schildert, wie die Bischöfe von Rom in der Antike den Primat über alle anderen Bischöfe durchsetzten, im Mittelalter die Hoheit über Könige und Kaiser gewannen, als weltliche Herrscher den Kirchenstaat vergrößerten und dabei jahrhundertelang die Erhöhung der eigenen Familie im Blick hatten. Unzählige Kunstwerke zeugen bis heute von diesem vielfältigen Machtanspruch, und die meisten entstanden in Renaissance und Barock, als die Machtfülle schon bröckelte. Bis weit ins 20. Jahrhundert stemmten sich die Päpste gegen die Moderne und handelten dem Papsttum das Stigma des Ewiggestrigen ein. Aber der Ruf nach Reformern ist, wie die fulminante Darstellung zeigt, so alt wie das Papsttum.</p>

Hervorragende Zusammenfassung von den Anfängen des Papsttums bis in die heutige Zeit.

— Sikal
Sikal

Beeindruckendes Werk, das das Wirken der Päpste aus der Sicht eines objektiv und kritisch schildernden Historikers

— Wedma
Wedma

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  • LovelyBooks Challenge Sachbücher und Ratgeber

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    Wedma

    Wedma

       LovelyBooks Challenge 2017 Sachbücher und Ratgeber Liebe Leserinnen und Leser, LovelyBooks lädt im neuen Jahr zu einer neuen, spannenden Challenge ein: „Sachbücher und Ratgeber“. Liest du gerne Sachbücher und Ratgeber? Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich. Jetzt gibt es die Möglichkeit, sich auf Lovelybooks darüber auszutauschen! 12    Bücher (6 Sachbücher und 6 Ratgeber) möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen und rezensieren. Es gelten alle Bücher in deutscher oder englischer Sprache, die als Sachbücher oder Ratgeber bezeichnet werden können. Ausschlaggebend sind hier die Angaben der Verlage. Auch andere Formate wie E-books, Hörbücher sind willkommen. Die Regeln: Melde dich mit einem Beitrag hier im Thread an. Hier kannst du aus den aufgeführten Bereichen deine Leseliste festlegen. Diese kannst du jederzeit verändern. Die vordefinierten Bereiche sind lediglich als Gedankenstütze da. Wenn ein Bereich, aus dem du gerne lesen willst, nicht aufgeführt ist, wird er eingepflegt. Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Mitmachen, sich austauschen und Spaß dabei haben sind primären Ziele unserer Challenge. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks und verlinke diese in deinem einzigen Sammeleitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag wird unter deinem User-Namen zu der Teilnehmerliste verlinkt und gilt als dein Teilnahmeschein, eine wichtige Grundlage zur Ermittlung der Gewinner. Die Preise, die du gewinnen kannst. Ein Buchpaket von Lovelybooks wird unter allen Teilnehmern, die die Challenge geschafft haben, verlost. Ein weiteres Buchpaket wird an den fleißigsten Leser/ die fleißigste Leserin vergeben, der/die mengenmäßig am meisten an Sachbüchern und Ratgebern in 2017 gelesen hat. Ein tolles Buch, Neuerscheinung 2017, wartet auf den Teilnehmer/die Teilnehmerin, der/die die Challenge geschafft hat und dabei die schönste, i.e. aussagekräftigste Rezension in gutem Stil und nötiger Portion Begeisterung geschrieben hat. Entdeckerpreis (unter Neuerscheinungen 2017) gibt es ebenfalls. Im Anhang findest du die Liste der Neuerscheinungen 2017. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient lediglich der Inspiration. Die Bereiche bei Sachbüchern und Ratgebern dienen ebenfalls der Inspiration und können ergänzt werden, wenn Bücher aus noch nicht aufgeführten Bereichen rezensiert werden. Anzahl der Bücher in den Buchpaketen kann erst zum Schluss ermittelt werden. Die oben genannte Zahl der zu verlosenden Bücher ist lediglich ein Richtwert und wird 5 Bücher übersteigen! Nimmst du die Herausforderung an? Ich freue mich auf Eure Anmeldungen!  Teilnehmerliste: aliinaa1309Ambermoon ban-aislingeach Bellis-Perennis Bücherwurm CelinaS Cornelia_Ruoff ech fasersprosse Filzblume Ginevra gst Igelmanu66 kellerbandewordpresscom Kleine8310 Kopf-Kino leucoryx Mabuerele Mattder peedee Ratzifatz Schluesselblume Seschat Sikal StefanieFreigericht Talathiel Tallianna wandablue Wedma widder1987

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    • 1709
    • 01. January 2018 um 23:59
  • Hoch aktuelle Geschichte

    Pontifex
    Rabenschnabel

    Rabenschnabel

    16. July 2017 um 09:54

    Die Päpste scheinen sich selber als die Bewahrer einer vorgegebenen Schöpfungsordnung zu sehen. Tatsächlich fasziniert das Papstamt viele Menschen, sogar wenn sie einen Abstand zur Kirche haben, wegen seiner Kontinuität durch zwei Jahrtausende, in denen die Päpste das ihnen Anvertraute zu bewahren schienen. Der Autor räumt jedoch mit solchen Mythen auf, indem er darlegt, dass die Päpste ihr Amt im Lauf der Geschichte immer wieder neu definiert haben. Volker Reinhardts Buch ist die Frucht einer dreißigjährigen intensiven Forschung über das Papsttum, - informativ, spannend zu lesen und hoch aktuell. 

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  • Ein Meisterwerk

    Pontifex
    Sikal

    Sikal

    16. July 2017 um 08:42

    In Volker Reinhardts großartigem Werk „Pontifex“ über die Geschichte der Päpste wird ein Bogen über den Ursprung des Papsttums bis zum heutigen Status der katholischen Kirche gespannt. Auf über 900 Seiten findet man hier viele Personen, die neben den Päpsten eine Rolle spielten und ihren Einfluss auf die Kirche – auf welche Art und Weise auch immer - geltend machten (z.B. Medici, Borgias, Martin Luther). Bereits zu Beginn verweist der Autor auf die (selbst auferlegte) Funktion des Papstes, als Vermittler zwischen Gott und Mensch, als Interpret von Bibelstellen, als Machtinstanz im weltpolitischen Kontext. Reinhardt stellt das „Petrus-Problem“ in den Fokus und weist darauf hin, dass viele Glaubensgrundsätze historisch und wissenschaftlich nicht belegbar sind (natürlich wird in der Kirchengeschichte dieser Passus anders dargestellt und ist dort auch belegbar). War er nun der erste Bischof von Rom? Liegt er unter dem Petersdom begraben oder ganz woanders? Vieles wird vom Autor hinterfragt und plausible Recherchen geben hier einleuchtende Antworten. Trotz des ausgiebigen Umfangs des Buches (über 900 Seiten) sind die einzelnen Kapitel überschaubar und zusätzlich noch in kleinere Abschnitte unterteilt. Von den ersten Machtkämpfen, über die „Konstantinische Wende“ und das doppelte Primat, die Diskrepanzen zwischen Rom und Konstaninopel – immer mit den jeweiligen Vertretern, die die jeweiligen Epochen begleiteten. Als weiteres Kapitel sei der Zeitabschnitt „Am langen Arm von Byzanz“ erwähnt, der Aufbruch gen Westen mit diversen Kämpfen und Intrigen bis hin zur radikalen Kirchenreform unter Gregor VII, die Hegemoniekämpfe, den Kampf gegen Barbarossa, die Ketzerbekämpfung und staufische Umklammerung. Immer begleitet vom Kampf um die Vormachtstellung der Kirche, die Regeln/Gesetze werden den jeweiligen Päpsten angepasst und je nach Gegebenheit oder Bedarf verändert. Als komplett neue Denkrichtung wurde während der Renaissance-Zeit die Begeisterung der Kirche für Kunst und Kultur entwickelt, begleitet von Türkenkrieg, der Machtstellung der Borgias und dem genießerischen Leo X. Immer wieder faszinierend zu lesen, wie sich die Reformen erst entwickelten und dann wieder mit Rückschritten aufwarteten. Über die barocke Prachtentfaltung zieht sich die Geschichte über Napoleons Papst (Pius VII) bis ins Mittelalter und letztendlich in die jüngere Geschichte der Päpste, wie die allseits bekannten Namen Johannes Paul II, Benedikt XVI und Franziskus I. Auf vielen Abbildungen, Karten, Grafiken erkennt man die enorme Recherchenarbeit des Autors. Der Schreibstil selbst ist zwar sachlich, doch sehr leicht verständlich. Durch das ausführliche Literaturverzeichnis ist es ein leichtes, sich einzelnen Personen bzw. Pontifikaten vertiefend zu widmen. Trotz dem enormen Umfang des Werkes wäre es für den Autor ein unmögliches Unterfangen, die einzelnen Päpste ausführlich und umfassend darzustellen. Was ihm auf alle Fälle gelungen ist, ist die enge Verbindung zwischen Politik und Kirche, die unterschiedlichen Machtebenen sowie die historischen Vernetzungen zu hinterfragen.

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    • 3
  • Hervorragend

    Pontifex
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    28. March 2017 um 13:20

    HervorragendÜberaus detailliert und fachkundig, dabei im Stil eher an einen Roman erinnernd als an ein Fachbuch, immer wieder hat Volker Reinhardt einzelne Personen der Weltgeschichte auf seine anregend, bestens zu lesende und intensiv den Personen nachgehende Art und Weise dem Leser nahegebracht.Machiavelli, Luther, Deutsche Familien mit großem Einfluss oder auch einen „unheimlichen (Borgia-) Papst.In seinem neuesten Werk kann man fast von einem Opus Magnus sprechen, nicht nur, was den Umfang und das Format des Buches angeht. Die Papstgeschichte im Gesamten stellt Reinhardt dem Leser vor Augen und das, interessanterweise, nicht primär chronologisch „abhakend“, sondern durchdacht thematisch geordnet.Was stand an an „Kirchengeschichte“, die über lange Jahrhunderte ja nichts Anderes war als Weltgeschichte. Wie war der jeweilige Papst beteiligt, welche Impulse gab er, wo wurde nur reagiert, wo intensiv agiert?Phasen der Kirchengeschichte sind es, die Reinhardt je zum Thema seiner Kapitel setzt und dann die entsprechenden Päpste ihrer Zeit je zuordnet.Von der Entwicklung des zentralistischen Papsttums bei Linus angefangen vor allem dann über Stephan I. und Sixtus II. hin zu Marcellus dem I.Das „doppelte Primat“ im Rahmen der langen Streitigkeiten zwischen Rom und Konstantinopel mit Damasus I. als „erstem Papst“, Anastasius I. und Bonifaz I. als prägende Figuren bis hin zu Anastasius II. und Johannes II. im Anblick der „Goten“.Die Zeiten „am langem Arm von Byzanz“, die folgten mit dem Niedergang des Weströmischen Reiches, die Expansion nach Westen, nach „Europa“ hinein, Schlachten und Kriege, Intrigen und Machtansprüche pflastern den Weg der Päpste, nicht nur in dieser frühen Zeit des Papsttums.Wie all dies Weltgeschichte Machte zu Zeiten, als Reiche gegründet wurden, die über Jahrhunderte das Gesicht Europas bestimmten zeigt der Blick in die Mitte des Mittelalters von Hadrian II. über die Stellung für oder gegen Otto I. hin zu „Drei sind einer zu viel“ was Benedikt IX., Silvester III. und Gregor VI. angeht zum Ende dieser Zeitphase um 1050 n.C. herum.Um nahtlos überzugleiten in Hegemonialkämpfe, ständiges Ringen um die Vormacht, erste Reformen der Kirche, bis hin zum Schisma unter Urban VI. und dessen Folgen.Wie neue Anfänge gesetzt wurden in der Rennaissance, die Kirche Kunst und Kultur mit vereinnahmte, Konzile und die Grenzen der Erneuerung sich einstellten bis dann die „barocke Prachtentfaltung“ eine tiefe Dekadenz zum Vorschein brachte, all dies liest sich spannend, zügig und sehr fließend bei Reinhardt. Bis hin zu den „schwankenden Haltungen der Gegenwart“ zwischen Restauration und Öffnung für die Welt und die „neuen Zeiten“.Ein Werk, das in der Zusammenschau erst vor Augen führt, wie eng „Welt und Kirche“, zumindest in Form der Päpste immer verknüpft waren, wie sehr der „Geist der Abschließung“ und, vor allem, der Bewahrung des eigenen Einflusses auf allen Ebenen oft und oft die „Botschaft“ gekennzeichnet hat, das ist hoch interessant zu lesen.Was schon zu Beginn des Buches beginnt, denn jene Behauptung, nach der eine direkte Linie zu Petrus besteht und dieser überhaupt der erste aller Jünger und damit der erste aller Päpste war (eine Doktrin, aus der sich ja fast der gesamte Machtanspruch der katholischen Kirche und der Päpste ableitet). Das „Petrus Problem“, das Reinhardt an den Anfang der Betrachtungen setzt, macht deutlich, wie letztendlich fragil all diese Ansprüche und Dogmen sind, wenn man sie historisch-kritisch hinterfragt. Petrus zumindest als die Person, die behauptet wird, ist außerhalb christlicher Quellen kaum zu belegen. Und weiterhin gilt bei allem um Petrus herum: „Starke Interessen waren von Anfang an mit dem, Apostel verbunden“, gerade was seine Rolle für Rom und seinen vermeintlich dortigen Todesort angeht. „Geschichtsmächtig“ ist die Rolle des Petrus, aber das eher imaginär, wissenschaftlich gilt vielfach eher das Gegenteil dessen, für was diese Person in der Papstgeschichte steht.Da sind es fast Nebensächlichkeiten, dass im Lauf der Geschichte nicht selten das „theologisch undenkbare“ durchaus geschehen ist: Päpste wurden mehrfach gegen ihren Willen abgesetzt und zur Seite geschoben.Eine hervorragende Lektüre, in der Reinhardt seinem eigenen Anspruch gerecht wird, ein ganzheitliches Profil der Päpste und ihres Pontifikats zu schildern. Nicht im kleinsten Detail, aber in den wichtigen, großen Linien ist dies gelungen.

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  • Anspruchsvoll und lesenswert.

    Pontifex
    Wedma

    Wedma

    17. February 2017 um 11:12

    „Pontifex“ von Volker Reinhardt ist ein opulentes Werk von 928 Seiten mit 109 schwarz-weiß Abbildungen und 4 Karten, das das Leben und Wirken der Päpste von Petrus bis Franziskus beschreibt. Die äußere Gestaltung des Buches passt prima zum Inhalt: Ein 5 cm dickes Foliant, fester Einband, einfarbig in dunkel bordeaux gehalten. Auf dem Umschlag sieht man das Porträt von Papst Innozenz X, gemalt von Diego Vélazquez. Ein Lesebändchen, in der Farbe des Einbands, ist auch dabei. Man hat gute Menge Text pro Seite. Die Schriftgröße hätte gerne etwas größer ausfallen können. Aufbau: Nach einer 10-Seitigen Einleitung folgen 14 Kapitel, je ca. 40-60 S., darin wird jeder Papst und sein Wirken auf ca. 3-13 Seiten beschrieben. Anschließend gibt es Karten auf 5 S., Liste der Päpste und Gegenpäpste auf 5 S., Literaturhinweise 3 S., Bildnachweis 2 S., Personenregister 15 S., Bibliographie 23 S., dabei sind viele Quellen außer Deutsch, auf Englisch und Italienisch. Jedes Kapitel hat Fotos, die z.B. Portraits der Päpste, ehemalige Papstpaläste, Fresken und andere Kunstwerke zeigen. Darunter gibt es Kurztexte, die diese Bilder erklären. Die Päpste und ihr Wirken sind chronologisch aufbereitet, von 309/310 im ersten Kapitel bis zu unserer Zeit. Einige Beispiele: Kapitel 11. „Nepotenherrlichkeit und barocke Prachtentfaltung“ beschreibt auf 46 Seiten 6 Päpste von „Paul V. bis Clemens X. (1605-1676)“, darin: „Verflechtung und Ängstlichkeit: Paul V.“ (S. 603-612); „Aktives Intermezzo: Gregor XV.“ (S. 612-618); „Der Kosmos der Barberini: Urban VIII.“ (S. 618-630); „Die ‚Päpstin‘ und ihre Skandale: Innozenz X.“ (S. 630-640); „Den Sonnenkönig im Nacken: Alexander VII.“ (S. 640-649); „Maß und Maßlosigkeit: Clemens IX., Clemens X.“ (S. 649-654). Kapitel 14: „Schwankende Haltungen zur Gegenwart. Von Benedikt XV. bis Franziskus I. (1949 bis heute)“ behandelt auf 51 Seiten 7 Päpste, darin: „Zwischen den Fronten: Benedict XV.“ (S.821-826); „Mussolinis Papst: Pius XI.“ (S. 826-836); „Der letzte Papst im alten Stil: Pius XII.“ (S. 836-846); „Aufbruch in die Gegenwart: Johannes XXIII.“ (S. 846-851); „Das Konzil und die Folgen: Paul VI., Johannes Paul I.“ (S. 851-860); „Polen in Rom: Johannes Paul II.“ (S. 860-866); „Disziplin und Fürsorge: Benedikt XVI., Franziskus I.“ (S. 866-872). Kapitel 13, S. 743-812: „Selbstabschließung und Sackgasse. Von Pius VII. bis Pius X. (1800-1914); Kapitel 12, S. 655-737: „Wider den Geist der Zeit. Von Innozenz XI. bis Pius VI. (1676-1799), etc. In der Einleitung beschreibt Volker Reinhardt zunächst das Amt eines Papstes, seine wichtigsten Funktionen und sagt anschließend: „Keine andere Institution der Geschichte hat ihre eigene Geschichte so oft und so kreativ neu erfunden und einen so umfassenden und häufigen Gestaltwandel erlebt wie das Papstum.“ S. 20. Gleich im ersten Kapitel, „Das Petrus-Problem“ räumt er mit manchen Mythen auf, z.B. ob Petrus unter dem Petersdom in Rom begraben liegt, ob er, als Fischers Sohn, der erste Bischof von Rom wurde, etc. Zu seiner Vorgehensweise schreibt der Autor: „Als wissenschaftliche Darstellung der Papstgeschichte behandelt das vorliegende Buch alle Fragen des Glaubens als reine Ideen und Vorstellungen… Auch wer mit der Geschichte der Päpste höhere, transzendente Wahrheiten verknüpft, sollte an dieser Beschränkung keinen Anstoß nehmen: Als Wissenschaft vom Menschen ist die Geschichte im Sinne Voltaires die Summe menschlicher Erfahrungen…“S. 19. Ein weiterer Moment, auf den der Autor hinweist, ist, dass es hier um die öffentlichen Profile der Päpste geht, da der privat-menschliche Aspekt kaum greifbar ist. Alles, was ein Kardinal macht, ist öffentlich und somit Gegenstand der Inszenierung. „Die Kurie ist früh eine höfische Gesellschaft, in der die Akteure Masken tragen. Der Historiker kann diese Inszenierungen beschreiben und deuten… in das „Wesen“, das „Ich“, das dahintersteht, hat er jedoch kaum je Einblick.“ S. 21. Allerdings wird das Werk dem selbst aufgestellten Anspruch: „Die vorliegende Geschichte will ein ganzheitliches Profil der Päpste und ihrer Pontifikate bieten. Dazu gehört eine Bestandaufnahme ihrer Tätigkeiten in den Hauptfeldern der Kirchenherrschaft, der moralisch-politischen Aufsicht über die christlichen Herrscher, der Machausübung in Rom und dem übrigen Kirchenstaat, des Nepotismus sowie der Mediennutzung und Propaganda im weitesten Sinne.“ S. 21, nicht in allen Kapiteln vollauf gerecht. Das ist z.T. aus der Anzahl der in Anspruch genommenen Seiten sichtbar. Gerade die Moderne wurde eher sparsam behandelt: Benedikt XVI. wurde auf 3,5 Seiten und Franziskus I auf 3 Seiten recht knapp beschrieben. Obwohl der Text recht dicht ist, was ein enormes Wissen auf dem Gebiet voraussetzt, in einer sachlichen und aussagekräftigen Sprache, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Wirken bestimmter Päpste auf nur paar Seiten für die Laien zugänglich darzulegen eine sehr ehrgeizige wie kaum erfüllbare Aufgabe darstellt.  Bei manchen Kapiteln bekam ich den Eindruck, dass man mehr Wissen auf dem Gebiet mitbringen müsste, um voll in den Genuss dieser Ausführungen zu kommen. Manchmal bleibt man mit offenen Fragen zurück und liebäugelt mit weiterführender Literatur. Fazit: Ein Werk, in dem sichtbar Jahre intensiver Arbeit wie Recherche, Aufbereitung, Analyse, etc. stecken, das das Wirken der Päpste von Petrus bis Franziskus I. aus der Sicht eines objektiv und oft kritisch schildernden Historikers darlegt. Anspruchsvoll und lesenswert.

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