Volker Surmann

 4,3 Sterne bei 98 Bewertungen
Autorenbild von Volker Surmann (©Martin Herz)

Lebenslauf

Volker Surmann ist Autor, Satiriker, Verleger und Exil-Ostwestfale in Ostberlin. Er veröffentlichte Romane, Kurzgeschichten und Anthologien, schreibt für die Wahrheit der „taz“ und andere Printmedien, verlegt Bücher in seinem Satyr Verlag, liest bei der Lesebühne »Brauseboys« und tritt bei Poetry Slams im gesamten deutschsprachigen Raum auf. Zuletzt erschienen von ihm die Geschichtensammlung „Kein Schweiß aufs Buch! Saunageschichten“ (2022) und das Jugendbuch „Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit“ (2024).

Alle Bücher von Volker Surmann

Cover des Buches Mami, warum sind hier nur Männer? (ISBN: 9783442482078)

Mami, warum sind hier nur Männer?

(31)
Erschienen am 14.09.2015
Cover des Buches Das war ich nicht, das waren die Hormone! (ISBN: 9783746628073)

Das war ich nicht, das waren die Hormone!

(14)
Erschienen am 12.03.2012
Cover des Buches Bloßmenschen (ISBN: 9783944035833)

Bloßmenschen

(9)
Erschienen am 01.02.2017
Cover des Buches Ein Bauernsohn macht sich vom Acker (ISBN: 9783404607624)

Ein Bauernsohn macht sich vom Acker

(7)
Erschienen am 20.12.2013
Cover des Buches Sex - Von Spaß war nie die Rede (ISBN: 9783492273060)

Sex - Von Spaß war nie die Rede

(3)
Erschienen am 10.11.2011
Cover des Buches Die Schwerelosigkeit der Flusspferde (ISBN: 9783944035260)

Die Schwerelosigkeit der Flusspferde

(2)
Erschienen am 19.12.2013
Cover des Buches Extremely Cold Water (ISBN: 9783863910884)

Extremely Cold Water

(2)
Erschienen am 08.08.2014

Neue Rezensionen zu Volker Surmann

Cover des Buches Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit (ISBN: 9783958542112)
Elchdames avatar

Rezension zu "Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit" von Volker Surmann

Elchdame
Leons Blick auf die Welt – anders, ehrlich, eigen

Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Woran das lag, kann ich gar nicht genau sagen – vielleicht einfach daran, dass er anders ist als das, was ich sonst lese. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass die Geschichte aus der Sicht von Leon, einem 13-jährigen Jungen, erzählt wird – und sich das auch sprachlich bemerkbar macht.

Doch schon nach ein paar Seiten war ich ganz drin in der Geschichte – und von da an hat sie mich nicht mehr losgelassen. Ich war mitten im Geschehen.

Leon ist, wie bereits im Klappentext erwähnt, 13¾ Jahre alt und depressiv. Oder, wie er selbst sagt: „depri light“, weil er selbst das mit der Depression angeblich nicht richtig hinbekommt. Er ist kein fröhlicher Typ und hat nur wenige Kontakte.

Im Ethikunterricht behandelt seine Klasse das Thema Tod, und Leons persönliche Auseinandersetzung damit zieht sich auf kluge, manchmal berührende Weise durch das ganze Buch. Trotz dieses ernsten Themas ist die Geschichte überraschend humorvoll – ich musste oft laut lachen.

Gleichzeitig erlebt Leon zum ersten Mal echte Freundschaft, was ihn Stück für Stück über sich hinauswachsen lässt.

Sehr gelungen fand ich auch die kleinen Illustrationen zu Beginn jedes Kapitels, die jeweils zum Inhalt passen und die Stimmung oder ein zentrales Motiv visuell einfangen. Sie fügen sich unaufdringlich, aber wirkungsvoll in das Gesamtbild des Buches ein.

Mit seinen 224 Seiten ist das Buch eher kurz, aber es bleibt lange im Kopf: eine gelungene Mischung aus Witz und Tiefgang.

Gelungenes, tiefgründiges und fesselndes Jugendbuch

Story:
Das Referat in Ethik zum Thema Tod und Trauer setzt Leon Hertz komplett in den Sand – zum Glück bekommt er die Chance den Vortrag zu wiederholen und nimmt sich vor mehr über die Hintergründe eines Straßenkreuzes herauszufinden, an dem er tagtäglich auf dem Schulweg vorbeikommt. Gemeinsam mit dem stillen, in sich gekehrten Rouven deckt er nicht nur die Hintergründe des Holzkreuzes auf, er bemerkt auch, dass die beiden mehr verbindet – eine ähnlich gelagerte Traurigkeit, die Tatsache, dass beide wöchentliche Therapie-Sitzungen haben und dass sie beide mit großen und kleinen Problemen zu kämpfen haben …

Eigene Meinung:
Mit „Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit“ legt Volker Surmann erstmals einen Roman für Jugendliche ab 12 vor, nachdem sich seine Werke bisher eher an erwachsene Leser*inne richteten. Die 224 Seiten starke Geschichte um Leon erschien im Februar 2024 im mixtvision Verlag und mit kleinen, passenden Illustrationen von Tine Schulz versehen.

Die Geschichte wird komplett aus Leons Sicht erzählt – er ist der fiktive Autor der Geschichte, der sich die Ereignisse rund um das Straßenkreuz, seine wachsende Freundschaft mit Rouven und seine heimliche Liebe zu einer Klassenkameradin von der Seele scheibt. Der Einstieg gelingt problemfrei – als Leser*in ist man schnell in der Handlung und begleitet Leon bei seinen Recherchen, nachdem sein Ethik-Referat so gar nicht den Kern des Themas Tod und Trauer getroffen hat. Gemeinsam mit Rouven beginnt er von vorne und aus dem unliebsamen Projekt wird mit der Zeit mehr, denn Leon will herausfinden, was es mit dem Kreuz auf sich hat, wer mittels Zettel nach Zeugen für den Unfall sucht, bei dem ein Radfahrer gestorben ist, wer die Blumen am Kreuz regelmäßig austauscht und wo das Opfer beerdigt ist. Während dieser Zeit lernt er auch Rouven besser kennen, der sich sicher ist schwul zu sein und sich erstmals Leon gegenüber anvertraut. Auch sonst haben die beiden viel gemeinsam, was ihre Gespräche miteinander umso intensiver und tiefgründiger macht. Man spürt, wie sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft entwickelt und wie sehr Leon an den Ermittlungen und Rouven wächst. Er wird mutiger, stärker und wachsamer für die Belange anderer, wenngleich er mit seinen leichten Depressionen zu kämpfen hat.
Volker Surmann greift in seinem Jugendbuch viele wichtige, ernste Themen auf – Trauer, Tod, Depressionen, Mobbing, selbstverletzendes Verhalten, Freundschaft, Homosexualität und Selbstfindung. Das ist eine Menge für ein recht dünnes Buch, doch man hat nie den Eindruck, dass es thematisch zu vollgepackt wirkt oder zu aufgesetzt. All diese Themen spielen mal eine kleine, mal eine große Rolle und haben alle ihre Daseinsberechtigung. Die Tatsache, dass Leon mit leichten Depressionen zu kämpfen hat wird so selbstverständlich und unaufgeregt in die Handlung eingebaut, dass man nie darüber stolpert. Ebenso verhält es sich mit all den anderen Themen, die angeschnitten werden. Der Autor weiß, wie man wichtige Themen inklusiv in das Buch einbindet.

Auch di Figuren können überzeugen, wirken realistisch und greifbar. Leon ist ein toller, sympathischer Charakter, der das Herz am rechten Fleck hat und keine Scheu davor hat, sowohl zu seinen Freunden als auch zu seinen Problemen zu stehen. Auch Rouven ist ein guter Freund, der Leon immer wieder einen Schubs in die richtige Richtung gibt und im Laufe der Geschichte spürbar auftaut. Die übrigen Figuren kommen nur am Rand vor, da der Fokus deutlich auf Leon und Rouven, ihrer Freundschaft und ihren Problemen liegt.

Stilistisch legt Volker Surmann ein sehr authentisches, gut geschriebenes Jugendbuch vor, dass durch einen schönen Sprachstil und tolle Dialoge besticht. Gerade die Gespräche zwischen den beiden Jungs, gleich ob verbal oder via Chat, sind das Highlight der Geschichte, denn diese sind mal locker und humorvoll, mal voller Traurigkeit und Tiefgründigkeit. Dank des Schreibstils ist man als Leser*in zudem sehr nah an der Handlung und erlebt das Auf und Ab von Leon hautnah mit. Volker Surmann beweist mit diesem Buch, dass ihm auch Geschichten für ein jüngeres Publikum liegen und man darf hoffen, dass er auch zukünftig immer wieder Bücher für Jugendliche schreibt.

Fazit:
„Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit“ ist ein gelungenes, tiefgründiges und fesselndes Jugendbuch, dass nicht nur für die Zielgruppe (Leser*innen ab 12) geeignet ist, sondern an dem auch Ältere ihren Spaß haben werden. Das Roman besticht durch sympathische, greifbare Charaktere, eine schöne Coming-of-Age-Geschichte, in der viele wichtige Themen aufgegriffen werden und einen humorvollen, lockeren Schreibstil, der hervorragend die Gefühle des jungen Ich-Erzählers transportiert. Volker Surmann beweist, dass er sowohl sprachlich als auch inhaltlich für Jugendliche schreiben kann – es bleibt zu hoffen, dass der Autor auch zukünftig Bücher für jüngere Leser*innen schreibt. Wer authentische, anspruchsvolle Jugendliteratur liest, sollte auf jeden Fall zugreifen.

Einfühlsames Jugendbuch über Traurigkeit, Tod, Mobbing und Anderssein

Auf das Buch "Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit" von Volker Surmann bin ich aufgrund des Titels und des interessant gestalteten Covers aufmerksam geworden.

Das Buch bietet eine sehr einfühlsam geschriebene Geschichte über Traurigkeit, Angst und Alleinsein, auch die Themen Mobbing und Homosexualität kommen vor. Gleichzeitig ist es aber auch eine Geschichte über Freundschaft und Mut. 

Die Hauptperson Leon fand ich wirklich authentisch und sympathisch dargestellt, auch Rouven und Edda mochte ich sehr. 

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, es ist leicht zu lesen und auch spannend geschrieben. Besonders das Ende fand ich sehr gelungen.

Das Buch ist insgesamt sehr stimmig und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung für Jugendliche ab ca. 12/13 Jahren, aber auch Erwachsene können das Buch gut lesen.

Sicherlich wäre es insbesondere in Bezug auf die Themen Mobbing und Ausgrenzung auch gut als Schullektüre geeignet, um einen Einstieg ins Gespräch über diese Themen zu haben.


"Ich heulte schon ein bisschen, als ich über den Friedhof lief, aber so richtig losgeflammt habe ich erst an Lukas' Grab. Später grübele ich, wieso ich unbedingt dorthin wollte. Vielleicht, weil ich meine Traurigkeit an einen Ort bringen wollte, wo sie niemanden verwirrt. Es sah mich zwar keiner an Lukas' Grab, aber wenn, wäre es auch egal gewesen. Niemand verurteilt einen auf einem Friedhof für Tränen. Dort gehören sie zum Leben dazu. Das gefällt mir."

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit
Mixtvision_Verlags avatar
Mixtvision_Verlag

Herzlich willkommen zur Leserunde zum ersten Jugendroman von Volker Surmann. Wir freuen uns auf großes Interesse, diese besondere Geschichte der Freundschaft zwischen Leon und Rouven kennen zu lernen.
Wir wünschen euch eine intensive, bereichernde und tatsächlich auch sehr vergnügliche Lektüre!

284 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Bloßmenschen
VolkerSurmanns avatar
VolkerSurmann

Komische Geschichten zum Schämen: Nach drei Romanen präsentiere ich nun meine zweite Geschichtensammlung: Ein Best-of zum unterhaltsamsten Gefühl der Menschheit. Wenn man nicht gerade selbst betroffen ist. Um so reizvoller ist es, mit wohligem Schauern davon zu lesen.

Jeder kennt sie: diese Situationen, wo aus Offenheit Entblößung wird; wo die Wirklichkeit auf dem schmalen Grat zwischen Scham und Fremdscham balanciert; sich unvermittelt Wurmlöcher zum Wahnsinn auftun und das Universum für einen kurzen Moment den Atem anhält.

Menschen wie du und ich gestehen in vollen Zügen überraschende Intimitäten. In der Sauna lassen die Gespräche tiefer blicken als die nackten Leiber. Allerorten hängt solcherlei Bloßmenschen kompromittierendes Material öffentlich zum Hirn raus.

Ich lade ein zu einer kleinen Leserunde. Nur nicht rot werden dabei!

116 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Mami, warum sind hier nur Männer?
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VolkerSurmann
Liebe Lovely-Books-Userinnen und -user!

Erstmals biete ich auch eine Leserunde auf Lovely-Books an! Und zwar zu meinem neuen und schon dritten Roman "Mami, warum sind hier nur Männer?", der am 14.9. bei Goldmann erscheint. Ich bin sehr neugierig auf Sie, Ihre Meinungen und Eindrücke!

Worum geht's in dem Buch?

Verkehrte Welt im Gay-Resort auf Sardinien: Hotelier Helmer Klotz, selbst schwul, verachtet seine hedonistische Klientel aus tiefstem Herzen. Dann gewährt er in einer Notsituation Ilka, einer frisch verlassenen Mutter mit ihren zwei Kindern, Unterkunft. Damit treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein können. Denn auf eine Konfrontation mit so viel Heterosexualität sind Helmers Hotelgäste nicht vorbereitet, die aufgeweckte Kleinfamilie stiftet ordentlich Unruhe und Chaos. Und doch sind es am Ende ausgerechnet die von der Liebe enttäuschte Heterofrau und ihre Kinder, die dem bärbeißigen Hotelchef vor Augen führen, dass es unter Homosexuellen durchaus auch liebenswerte Exemplare gibt.

Es geht also um einen turbulenten und bissigen Clash-of-Cultures-Plot, der mir beim Schreiben großen Spaß gemacht hat, aber der m.E. nicht an der Oberfläche bleibt, sondern mit den Figuren und ihrem Leben mitgeht.

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Bewerbungen und Ihre Meinung zu dem Roman!


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