Volker Weidermann

 4,1 Sterne bei 196 Bewertungen
Autor von Ostende, Das Buch der verbrannten Bücher und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Volker Weidermann

Literatur aus allen Perspektiven: Volker Wiedermann wurde 1969 in Darmstadt geboren und absolvierte nach seinem Abitur ein Studium der Politikwissenschaft und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Er arbeitete einige Jahre lang als Literaturkritiker bei der tageszeitung, bevor er 2001 als Literaturredakteur zur neu gegründeten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wechselte, deren Feuilleton er ab 2003 gemeinsam mit Claudius Seidl leitete. 2015 wechselte er zum SPIEGEL und moderiert seitdem auch die Neuauflage der erfolgreichen ZDF-Sendung „Das Literarische Quartett“.

In seinen Büchern beschäftigt sich Wiedermann hauptsächlich mit Autoren und Werken der deutschen Literaturgeschichte. So auch in dem 2008 erschienenen „Buch der verbrannten Bücher“, in dem er die Autoren der Buchverbrennungen von 1933 porträtiert und für das er mit dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik ausgezeichnet wurde.

Auch in seinen bekannten belletristischen Werken "Ostende", "Träumer“ und "Das Duell" spielt Weidermann mit dem Perspektivenwechsel und weiß sich gekonnt in Autoren wie Stefan Zweig, Joseph Roth, Erich Mühsam, Thomas Mann oder Oskar Maria Graf hineinzuversetzen, um historische literarische Ereignisse spannend zu vermitteln.

Alle Bücher von Volker Weidermann

Cover des Buches Ostende (ISBN: 9783462046007)

Ostende

 (80)
Erschienen am 08.03.2014
Cover des Buches Das Buch der verbrannten Bücher (ISBN: 9783462039627)

Das Buch der verbrannten Bücher

 (32)
Erschienen am 10.03.2008
Cover des Buches Lichtjahre (ISBN: 9783462036930)

Lichtjahre

 (22)
Erschienen am 16.03.2006
Cover des Buches Das Duell (ISBN: 9783462051094)

Das Duell

 (14)
Erschienen am 12.09.2019
Cover des Buches Brennendes Licht (ISBN: 9783351037949)

Brennendes Licht

 (6)
Erschienen am 22.09.2020
Cover des Buches Max Frisch (ISBN: 9783462042276)

Max Frisch

 (4)
Erschienen am 18.11.2010
Cover des Buches Ma.Lu.Lu.Ka. – Ein Ratekrimi (ISBN: 9783737351478)

Ma.Lu.Lu.Ka. – Ein Ratekrimi

 (3)
Erschienen am 20.08.2015

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Volker Weidermann

Cover des Buches Lichtjahre (ISBN: 9783462036930)Magicsunsets avatar

Rezension zu "Lichtjahre" von Volker Weidermann

Ein interessanter Querschnitt
Magicsunsetvor 2 Monaten

„So ist ein Buch entstanden, das die Geschichte der letzten sechzig Jahre der deutschsprachigen Literatur in vielen einzelnen Porträts beschreibt, in Lebens- und in Werkporträts, die hoffentlich am Ende ein zusammenhängendes Bild ergeben.“ (Zitat Seite 10)

 

Thema und Inhalt

Der Untertitel dieses Sachbuches beschreibt bereits Thema und Inhalt: „Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute“ und beginnt, ergänzt durch entsprechende Rückblicke, im Mai 1945 und endet 2005. Die Auswahl der über 140 Schriftstellerinnen und Schriftsteller (teilweise nur mit einem kurzen Absatz erwähnt) hat der Autor selbst getroffen. Die Werke selbst nehmen einen eher kleinen Teil der jeweiligen Kapitel ein, den Hauptteil bilden geschichtliche Rückblicke und vor allem Anekdoten aus dem Leben der Autoren und Autorinnen.

 

Umsetzung

Mentor und großes Vorbild von Volker Weidermann war Marcel Reich-Ranicki und ähnlich wie dieser bekannte Literaturkritiker wertet auch Volker Weidermann in diesem Buch teilweise sehr subjektiv und ordnet auch gleich das literarische Schaffen der besprochenen Autoren und Autorinnen je nach politischer Gesinnung in gut und schlecht ein. Das erste Kapitel dieses Sachbuches beginnt mit der Frage „Wo waren sie am 8. Mai?“, nämlich im Mai 1945, und stellt sofort das Werk von Schriftstellern wie Thomas Mann, Hermann Hesse, Heinrich Böll und natürlich Heimito von Doderer ins künstlerische Abseits, lästert über Erich Fried, während er Seite um Seite mit Maxim Biller verbringt. Dass auch er Peter Handke ausschließlich nach „Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morava und Drina“ be- und verurteilt, hat mich in diesem Wertungskontext nicht überrascht. Von „Scharfzüngig und humorvoll“ spricht der Verlag im Zusammenhang mit diesem Querschnitt durch 60 Jahre Literaturgeschichte, für mich lesen sich manche Abschnitte eher als abwertend, denn als scharfzüngig, kombiniert mit Volker Weidermanns leicht überheblichem, belehrenden Schreibstil. Abgesehen davon jedoch ist dieser Ausflug in die deutsche Literatur ein gelungener, anregender Querschnitt, der neugierig macht, bisher Unbekanntes zu entdecken und zu erlesen.

 

Fazit

Ein Querschnitt durch die deutsche Literaturszene zwischen 1945 bis 2005, wobei der Schwerpunkt weniger auf den Werken der besprochenen Autoren und Autorinnen liegt, sondern auf Gschichterln und Anekdoten aus dem Leben derselben.

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Cover des Buches Brennendes Licht (ISBN: 9783351037949)HEIDIZs avatar

Rezension zu "Brennendes Licht" von Volker Weidermann

Anna Seghers´ Flucht wird lebendig
HEIDIZvor 6 Monaten

... allein daher, dass Weidermann sie so überaus bildhaft erzählt. 
Das Buch liest sich fesselnd und spannend zugleich. Ich hatte es schwer, es aus der Hand zu legen, weil es mich einfach berührt und informiert hat. 
Anna Seghers flüchtet aus dem besetzten Frankreich, anschließend kommt sie mit ihrer Famlie 1941 in Mexiko an.  1947 - sechs Jahre danach - kehrt sie in die Heimat zurück. Das Siebte Kreuz macht sie im Exil zum Weltstar und dort schreibt sie "Transit"Sie liebt die Zeit in Mexiko, dieses Land, dennoch hat sie Sehnsucht nach der Heimat ...
Bisher hat man vom Exil der Anna Seghers recht wenig erfahren, obwohl diese Jahre prägend waren für die Schriftstellerin und den Menschen Anna Seghers. Viele namhafte Künstler kreuzten ihren Weg ....
Somit ist dieses Buch spannend und abwechslungsreich zugleich und breitet ein besonders Kapitel der Geschichte auf - erzählt intensiv lebendig und informativ. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen - es hat mir viel gegeben. "Transit" habe ich noch nicht gelesen - noch nicht ....


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Cover des Buches Brennendes Licht (ISBN: 9783351037949)JoBerlins avatar

Rezension zu "Brennendes Licht" von Volker Weidermann

Im Licht
JoBerlinvor 8 Monaten

Biografische Romane von Volker Weidermann oder auch seine Skizzen zur Literaturgeschichte gehören für mich zur besten Lektüre überhaupt. Neu erschienen ist jetzt "Brennendes Licht", das Anna Seghers' Exiljahre 1941 – 1947 in Mexiko-Stadt zum Thema hat. 

 Überlegt und geradezu behutsam zeigt er Anna Seghers auf der Flucht aus Nazi-Deutschland. Über die Schweiz, Frankreich, Nordamerika geht es, bis die Familie Aufnahme in Südamerika, in Mexiko findet. Ich musste an Stefan Zweigs Flucht nach Brasilien denken, wie unglücklich er dort war, wie ihm die deutsche Sprache gefehlt habe muss. Doch war er 20 Jahre älter als die Seghers, über deren Ankunft und Leben im Exil wir nun hören. 

Viele deutsche Freunde waren da, sie gründete mit Egon Erwin Kisch den "Heinrich-Heine-Club" - für Veranstaltungen, zum Austausch, als Treffpunkt. Gut situiert stand sie da -  "Das siebte Kreuz" wurde mit großem Erfolg in den USA publiziert und dann verfilmt – sie war berühmt. Doch war nicht alles strahlendes Licht, ein Unfall fesselte sie ans Krankenhaus und beeinträchtigte ihr literarisches Schaffen. Und doch wird Anna Seghers später die Jahre in Mexiko als "die schönsten meines Lebens" bezeichnen. Ja. Gut.

Warum Volker Weidermann diese biografische Skizze zeichnet wird mir nicht so ganz klar. Er stellt seiner Literatin - sozusagen als Unterstützung - eine ganz Reihe recht illustrer Dichter, Künstler, Spione, Parteigrößen, rasende Reporter an die Seite, diese machen das Buch interessanter und lebendiger. Überhaupt schreibt Weidermann – so finde ich – am berührendsten, wenn nicht von Anna Seghers die Rede ist.

 1945 – Kriegsende. Nun wollen alle zurück, wollen wieder gebraucht werden, beim Neuaufbau mitwirken. Stefan Zweig hat es nicht geschafft, sein altes, sein geliebtes Europa, es war nicht mehr – und so wollte er auch nicht mehr sein.

Anna Seghers jedoch möchte Europa, möchte Deutschland erneuern. Sie geht nach Ostberlin, in der DDR stirbt sie 1983, hochgeachtet und -dekoriert. Immer fest auf Parteilinie mit Privilegien wie etwa Reisefreiheit ausgestattet - nie wankend, nie zweifelnd, lavierend zwischen konformer Diplomatie, Lüge und Verrat - opfert sie so manche  Freundschaft.  Aber das ist ja erst nach Mexiko und gehört eigentlich nur am äußersten Rande zu Volker Weidermanns Ausführungen. 

 "So ist das mit den Spuren der Literatur in der Wirklichkeit. Sie sind flüchtig, unsichtbar, sie sind in uns Leserinnen und Leser. Anna Seghers hat in Mexiko keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Keine Gedenktafel erinnert an sie." 

Aber in ihren Büchern, da ist sie noch bei uns, da hat sie uns noch viel zu sagen. "Die schönsten Erzählungen", erschienen im Aufbau-Verlag, liegen bereits auf meinem Nachttisch.

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Zusätzliche Informationen

Volker Weidermann wurde am 06. November 1969 in Darmstadt (Deutschland) geboren.

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