Volker Weidermann

 4,1 Sterne bei 274 Bewertungen
Autor von Ostende, Das Buch der verbrannten Bücher und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Literatur aus allen Perspektiven: Volker Wiedermann wurde 1969 in Darmstadt geboren und absolvierte nach seinem Abitur ein Studium der Politikwissenschaft und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Er arbeitete einige Jahre lang als Literaturkritiker bei der tageszeitung, bevor er 2001 als Literaturredakteur zur neu gegründeten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wechselte, deren Feuilleton er ab 2003 gemeinsam mit Claudius Seidl leitete. 2015 wechselte er zum SPIEGEL und moderiert seitdem auch die Neuauflage der erfolgreichen ZDF-Sendung „Das Literarische Quartett“.

In seinen Büchern beschäftigt sich Wiedermann hauptsächlich mit Autoren und Werken der deutschen Literaturgeschichte. So auch in dem 2008 erschienenen „Buch der verbrannten Bücher“, in dem er die Autoren der Buchverbrennungen von 1933 porträtiert und für das er mit dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik ausgezeichnet wurde.

Auch in seinen bekannten belletristischen Werken "Ostende", "Träumer“ und "Das Duell" spielt Weidermann mit dem Perspektivenwechsel und weiß sich gekonnt in Autoren wie Stefan Zweig, Joseph Roth, Erich Mühsam, Thomas Mann oder Oskar Maria Graf hineinzuversetzen, um historische literarische Ereignisse spannend zu vermitteln.

Alle Bücher von Volker Weidermann

Cover des Buches Ostende (ISBN: 9783462055818)

Ostende

(93)
Erscheint am 05.11.2026
Cover des Buches Das Buch der verbrannten Bücher (ISBN: 9783462309638)

Das Buch der verbrannten Bücher

(33)
Erschienen am 11.06.2015
Cover des Buches Lichtjahre - (ISBN: 9783442736423)

Lichtjahre -

(26)
Erschienen am 06.08.2007
Cover des Buches Mann vom Meer (ISBN: 9783462002317)

Mann vom Meer

(25)
Erschienen am 07.06.2023
Cover des Buches Das Duell (ISBN: 9783462051094)

Das Duell

(19)
Erschienen am 12.09.2019
Cover des Buches Wenn ich eine Wolke wäre (ISBN: 9783462008630)

Wenn ich eine Wolke wäre

(12)
Erschienen am 09.10.2025
Cover des Buches Brennendes Licht (ISBN: 9783746639116)

Brennendes Licht

(10)
Erschienen am 11.04.2022

Neue Rezensionen zu Volker Weidermann

Cover des Buches Wenn ich eine Wolke wäre (ISBN: 9783462008630)
L

Rezension zu "Wenn ich eine Wolke wäre" von Volker Weidermann

Lustaufbuch
»Ach ist das Leben seltsam ... «

»Ach ist das Leben seltsam ... Ich denke immer noch, es muss ein Traum sein, besonders da alles sich so eins ins andre fuegt, – – vom Kleinsten begonnen, wie einst. Wunder.? Wunder/Zufall?«


Mascha Kaléko, die Getriebene. Verfasserin von Lyrik, die Gefühle und Wahrnehmung ohne Umschweife schildert und dadurch unzählige Menschen berührt. Immer auf der Suche, ihren Traum – als Dichterin – zu erfüllen und als das möglich schien, wurde er abrupt zunichte gemacht. Nach zwei kurz aufeinanderfolgenden Lyrik-Bänden, floh sie mit ihrem zweiten Mann Chemjo Vinaver und dem gemeinsamen Sohn Evjatar – später Steven genannt – nach Amerika. 

Nach siebzehn Jahren, in denen sie ihr geliebtes Deutschland nicht besucht hat, wird es 1956 Zeit, wieder mal ihre Heimat zu besuchen. Es folgt ein Jahr, das sie emotional aufleben lässt als wären diese siebzehn Jahre nie geschehen. Als könnte sie da weitermachen, wo sie vor dem Krieg aufgehört hat. Als wäre nichts passiert. In unzähligen Briefen schildert sie ihrem Mann, der in New York geblieben ist, was sich verändert hat und was sie erlebt. Mal direkt und manchmal nur zwischen den Zeilen bringt sie ihren Wunsch zum Ausdruck, wieder nach Berlin zurückzukehren, in der Hoffnung nochmal neu anfangen und an ihren Erfolg anknüpfen zu können. 


Neu war für mich, neben Einblicken in das Leben Mascha Kalékos, Ernst Rowohlts Haltung während der NS-Diktatur. 


Auch wenn ich Volker Weidermanns Erzählstil – leider! – oft etwas trocken und langatmig empfinde, obwohl die Themen seiner Bücher für mich gar nicht ansprechender sein könnten, hat mich dieses Buch etwa ab der Hälfte begeistert. Insbesondere das Verlorensein Kalékos innerhalb des Exils und noch viel mehr nach ihrer Reise 1956 nach Berlin – ihrem Sehnsuchtsort. 


Durch dieses Buch erfährt man nicht nur von ihrem Leben – zerrissen hinsichtlich ihrer deutsch-jüdischen Identität –, sondern bekommt auch Lust, mehr von ihr zu lesen und sich ausführlicher mit ihrer Biografie zu beschäftigen. Denn ihre Lyrik wird bis heute – nicht ohne Grund und völlig zurecht – von vielen geschätzt und geliebt. 


Cover des Buches Lichtjahre - (ISBN: 9783442736423)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Lichtjahre -" von Volker Weidermann

Trishen77
Nach dem Lesen möchte man seine Regale mit vielen neuen Büchern füllen!

Man kann die vielstimmige Kritik der Leser nachvollziehen, die meinen, in diesem Buch würde Literaturkritik betrieben. Allerdings: würde ihnen das auch auffallen, wenn sie selbst keine Literaturpolitik im Sinn hätten?

Für einen an der Literaturpolitik wenig interessierten Leser ist Volker Weidermanns Buch wie ein riesiges Aquarium gewöhnlicher wie exotischer Fische, eine geradezu plötzliche Begegnung mit der Fülle an deutscher Literatur!

In kurzen biographischen Abrissen, eingewickelt in den literarischen Werdegang, mit Zooms auf bestimmte Werke und einer schnellen, meist in einen einzigen Satz wie in einen Bart genuschelten Bewertung, arbeitet sich der Autor durch die Protagonisten der deutschen Nachkriegsliteratur; durch die Querschläger und Propheten, die Ausreißer und die, die mittendrin sind, durch die Schwerfälligen und Leichtfüßigen.

Es gelingt ihm, die Anreize ihrer Gedichte und Prosawerke schillernd zu malen (vielleicht manchmal über Gebühr) und die existenziellen Elemente ihrer Werke mehr als einmal wunderbar herauszustreichen.

Positive Aspekte dieses Buches: Es ist eine wunderbare Straßenbahnlektüre. Es macht Lust aufs Lesen. Es macht Lust darauf, deutschsprachige Literatur zu kaufen und zu lesen. Es macht Lust darauf, deutsche Literatur als eine reiche, schöne Welt zu sehen. Mehr muss eine Literaturgeschichte wirklich nicht leisten, auch wenn sie mehr könnte. Aber darum geht es bei diesem Buch wirklich nicht. Es geht um einen Einblick, eine volle Hand deutscher Literatur. Und die wird einem gereicht.

Cover des Buches Das Duell (ISBN: 9783462051094)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Das Duell" von Volker Weidermann

Trishen77
Gute Doppelbiographie

Die Geschichte vieler Autor*innenbiographien der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist mit seinem Namen verwoben, manchmal nur in ein-zwei Fädchen, manchmal elementar: Marcel Reich-Ranicki, Kritikerpapst, Chef des literarischen Quartetts, selbsternannter Kanon-Verwalter, Urteilssprecher über die deutsche Literatur von einst bis in die Gegenwart. Mit einem Autor hat er sich ganz besonders gebalgt, hat viele seiner Bücher verrissen und doch unermüdlich den Glauben an sein Talent beteuert: Günter Grass.

Ich war sehr erpicht darauf, dieses Buch von Volker Weidermann zu lesen: gab es da noch unerzählte pikante Details, konnte die Beziehung zwischen den beiden denn sonst überhaupt genug Material für ein ganzes Buch liefern? Meine Hoffnung auf Enthüllungen wurde jedoch größtenteils enttäuscht, denn das Buch ist, was die Beziehung Grass-Reich-Ranicki betrifft, mehr ein Revue-passieren-Lassen der bekanntesten Geschichten und Zerwürfnisse, ergänzt um die Kenntnis und Erkenntnisse aus Briefverkehr und Aufzeichnungen aller Art, die jedoch zumeist nichts Spektakuläres an sich haben.

Dass das Buch dennoch sehr lesenswert ist liegt zum einen daran, dass es gut geschrieben ist, mit dem gerade richtigen, noch nicht überzogenen Gespür für Spannung und Dramatik, die Weidermann an den richtigen Stellen einstreut, als hätte noch niemand vor ihm diese Geschichte erzählt. Zum anderen ist das Buch gelungen, weil letztlich tatsächlich niemand die Geschichte der beiden Größen in der deutschen Nachkriegsliteratur so erzählt hat, wie Weidermann es tut.

Statt sich nämlich nur und von Anfang an auf die konkreten Überschneidungen und Berührungspunkte zu konzentrieren, ist das Buch eine Doppelbiographie vor dem Panorama einer Zeit, eines Jahrhunderts, das beide Protagonisten prägte (und das sie prägten, sowie sich gegenseitig). Die ersten hundertdreißig Seiten werden ihre Lebenswege getrennt voneinander und in unterschiedlichen Kapiteln geschildert: Grass Jugend in Danzig, Kriegszeit, Soldatenzeit, dann Anfänge als Schriftsteller – Reich-Ranickis Jugend in Polen und Berlin, dann Krieg, Warschauer Ghetto, Flucht und Überleben in einem Keller, Intermezzo beim polnischen Geheimdienst und später Rückkehr nach Deutschland, Anfänge als Kritiker.

Erst mit dem ersten Zusammentreffen führt Weidermann die Stränge zusammen und erzählt von da an ihre jeweiligen Lebensgeschichten nebeneinander, immer auch vor dem Hintergrund ihres Verhältnisses zueinander. Natürlich ist das eine kluge Entscheidung, denn in beiden Fällen ist die biographische Vorgeschichte wichtig für das Verständnis der Persönlichkeit, ihres Schaffens und ihrer jeweiligen wunden Punkte, liefert das Dekor für den Raum, in dem sich viele zentrale Szenen abspielen werden.

Der Titel allerdings erscheint dadurch zunächst etwas reißerisch und klingt auch am Ende noch etwas überzogen (in meinen Ohren – obgleich ich verstehe, warum er seine Berechtigung hat). Meiner Ansicht nach beschreibt der Untertitel des Buches viel besser, worum es vor allem geht: nicht um das Freund-Feind-Verhältnis und die Frage nach dem Sieger des Duells, beides sorgt lediglich dann und wann für die Ausschläge auf dem Spannungsbarometer, sondern um die beiden Persönlichkeiten.

Zu kurz kommt ihre affaire compliquée, ihre nicht zu scheidende Ehe dennoch nicht. Jedoch sollte jedem/r potenziellen Lesenden klar sein, dass es sich bei diesem Buch nicht vorrangig um einen Bericht über literarischen Klatsch handelt (auch wenn er durchaus vorkommt) , auch nicht um einen bestechenden literaturhistorischen Essay, der Werke und Meinungen unmittelbar ins Visier nimmt und/oder ausführlich kommentiert (vielmehr bezieht Weidermann sehr dezent, dafür umso souveräner, Stellung zu einzelnen Ereignissen, Disputen). Sondern eine Doppelbiographie, die sich im zweiten Teil auf eine besondere Verflechtung konzentriert.

Wer ein gut lesbares Stück deutscher Literaturgeschichte erwartet, mit Fokus auf die Biographie der beiden Figuren, wird nicht enttäuscht werden. „Das Duell“ ist gut geschrieben, mitunter hat es etwas Mitreißendes, geschickt abgeschöpft, Längen hat es eher nicht.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Volker Weidermann wurde am 06. November 1969 in Darmstadt (Deutschland) geboren.

Volker Weidermann im Netz:

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

273 Bibliotheken

56 Merkzettel

4 Leser*innen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks