Wäis Kiani Hinter dem Mond

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Inhaltsangabe zu „Hinter dem Mond“ von Wäis Kiani

"Ich weiß nicht, wen ich am meisten hassen soll - meine Mutter, meinen vater oder Chomeini, der uns den ganzen Scheiß eingebrockt hat. Oder den Schah, weil er sich einfach verpisst hat." Lilly ist neun, als ihre Eltern beschließen, das kleine ostfriesische Dorf, in dem sie geboren wurde, zu verlassen und dorthin zurückzukehren, wo sie herkommen: Teheran, Iran. Jetzt muss sich Lilly in dem fremden Land, das ihre Eltern Heimat nennen, durchschlagen. In Teheran versteht Lilly die Welt nicht mehr: Nicht die prächtigen Villen mit Kristalllüstern, nicht die zahlreiche persische Verwandtschaft, die das ihr unverständliche Farsi spricht, nicht die Eltern, die sie plötzlich nicht mehr Fahrrad fahren lassen. Aber Lilly passt sich nicht an, ihr bleibt ihr Eigensinn und die Wut, von den Eltern in eine fremde Welt verschleppt worden zu sein. Dann verlässt eines Tages der Schah das Land, Bomben fallen auf Teheran und Chomeinis Sittenwächter dringen auch in die abgeschlossene Welt der persischen Oberschicht ein. Was Lilly bleibt, ist die Sehnsucht nach Deutschland, nach Abendbrot, Fahrradfahrten und Apfelbäumen. Wäis Kiani beschreibt humorvoll, schonungslos ehrlich und sehr bewegend eine Jugend in Teheran und die unüberwindbare Kluft zwischen zwei vollkommen gegensätzlichen Kulturen.

Gut geschrieben, interessante Thematik - aber die Hauptperson ist unerträglich!

— Tini2006
Tini2006

Ein Buch wie aus 1001 Nacht!

— Cellissima
Cellissima

Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich warte auf die Fortsetzung!

— aba
aba

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  • Gut geschrieben, interessante Thematik - aber die Hauptperson war für mich kaum auszuhalten....

    Hinter dem Mond
    Tini2006

    Tini2006

    30. July 2017 um 08:10

    Als Lilly 9 wird, beschließen ihre persischen Eltern, wieder zurück in den Iran zu gehen. Für Lilly, die sich in dem ostfriesischen Dorf, das bisher ihre Heimat war, äußerst wohl fühlte, ein Schock. Persien und die bis dato unbekannte Verwandtschaft liegen ihr so gar nicht, und somit verweigert Lilly bis zuletzt die Integration. In diesem Buch beschreibt sie das Leben in Persien und die Umstände aus ihrer (externen) Sicht.Ich war auf dieses Buch sehr gespannt. Ich habe mehrere persischstämmige Freunde und Bekannte, daher interessiert mich das Land, die Zeit vor und nach dem Schah, die Kultur, das Essen.... Flüssig und sprachlich gewandt führt uns die Autorin im Stile der Ich-Erzählerin durch knappe sieben Jahre im Leben der Lilly, die eigentlich "Leily" heisst. Auch, wenn mir das Buch insgesamt nicht so wahnsinnig gut gefallen hat (dazu komme ich noch!), möchte ich betonen, dass die Autorin eine absolute Könnerin ist und das Schreiben und Geschichten erzählen beherrscht.Was mir nicht gefallen hat, war diese unerträgliche Hauptperson Lilly, die das Geschehen aus der Sicht der Ich-Erzählerin erzählt. Schon als Kind in Norddeutschland ist Lilly aggressiv, gewaltbereit, frech...aus meiner Sicht genau das Kind, von dem man seine eigenen fernhalten möchte. Die Eltern von Lilly kümmern sich quasi um nichts. Das behalten sie bis zur letzten Seite bis auf wenige Aussetzer, die mehr mit wütender Hilflosigkeit als mit Erziehung zu tun haben, bei. Im Gegenteil: Lilly wird extrem verwöhnt (es wird für sie extra gekocht, jeder Wunsch wird ihr erfüllt) , ihre fragwürdigen Aktionen teilweise noch gutheißen. Lilly hält sich selbst für die allerbeste und tollste, als sie nach Teheran kommt, und alle, die das nur annähernd in Frage stellen bzw. nicht für sie interessieren, für "scheiße". Dieses Wort fällt im Buch des Öfteren, genauso wie "Arschloch" und ähnliches. In Teheran wird Lilly auf eine deutsche Schule geschickt; was anderes bleibt auch kaum übrig, denn Lilly kann nicht mal persisch. Die Eltern haben sich - wie schon gesagt - um nichts gekümmert. Auch auf der deutschen Schule ist erstmal alles "scheiße". Lillys Leistungen sind miserabel, sie macht nie Hausaufgaben, lernt nichts, die Eltern kümmern sich nicht darum, halten aber fest an der Idee, dass ihre Tochter irgendwann Abitur macht und studiert. Lilly schimpft auf das Schulsystem und sieht kein Eigenverschulden bei sich, sondern spottet über alle, die fleißig lernen. Dass sie  in ihrem verherrlichten Deutschland schon lange vom Gymnasium geschmissen worden wäre, damit setzt sie sich nicht auseinander. Nur gegen Ende des Buches streift sie mal der kurze Geistesblitz, dass sie nie Medizin studieren können wird, weil sie das (geistig) eben nicht schafft.Lillys mangelnde Reflexion, gepaart mit Ignoranz und Dummheit, haben dieses Buch für mich zu einer harten Kost gemacht. Ich kann aufgrund von eigenen Erfahrungen durchaus verstehen, wie es ist,  mit 9 Jahren in einen anderen Kulturkreis geschmissen zu werden und wie furchtbar es sich anfühlt, in einer neuen Schule (anderssprachige, anders sozialisierte) Freunde finden zu müssen. Was ich nicht nachvollziehen kann, war Lillys Totalverweigerung in jeder Hinsicht. Sie kapiert bis zuletzt nicht, dass sie nicht für ihre Elter, nicht für ihre Lehrer, nicht für diese verhasste Schule lernt, sondern nur für sich und ihre Zukunft. Aber vielleicht liegt da der Hund begraben, denn Lilly ist eine absolut geistige Flachzange und beschäftigt sich von jeher lieber mit ihrem flachen, dunklen Bauch, ihren tollen Haaren, ihren Klamotten und später auch den Burschen, als sich über irgendetwas tiefere Gedanken zu machen. Sie zerstört absichtlich Besitztümer anderer (z.B. die Brille eines Mitschülers), verletzt andere auch körperlich, macht aus ihrem Hass für ihre Eltern keinen Hehl.Die Eltern. Ein Kapitel für sich. Als ich die ersten Seiten las, dachte ich: es muss ja einen Grund haben, dass dieses arme Kind so ist, dass es sich so schlimm entwickelt. Ich wartete daher immer darauf, mehr über dieses persische Paar zu erfahren: er Arzt, sie eine bezaubernd schöne Hausfrau, die mit 19 schwanger wurde. Sie sprechen gut Deutsch und Englisch, führen ein ziemliches weltoffenes Leben, essen Schweinefleisch und trinken Alkohol und haben mit Religion nichts am Hut. Mit ihrer Tochter allerdings auch nicht. Der Vater sieht sich nur dann in der Pflicht, wenn es auf hart auf hart kommt - Lilly also etwas anstellt, was ihm sauer aufstößt, oder wenn er gerade schlechte Laune hat. Die Mutter ist unreif, uninteressiert, eine verzogene Göre, die sich mit nichts auseinandersetzen will außer mit sich selbst. Ich hätte gerne mehr über diese Eltern erfahren, doch ihre Charaktere blieben leider fragmentarisch - was eben halt leider auch daran liegt, dass das Buch aus der Ich-Perspektive von Lilly erzählt wird und diese sich absolut nicht für ihre Eltern interessiert.Interessant fand ich die Einblicke in das Leben der persischen Oberschicht zu Zeiten des Schahs. Ich kann die Erzählungen meiner Bekannten jedenfalls nun besser einordnen. Gestört hat mich jedoch diese ewige Schwarzweißmalerei: Deutsche sind toll, Perser sind sch....e! "Überaus gelungen, weil man nicht umhinkann, Lillys schonungslosem Blick zu folgen", lautet die Buchrezension der deutschen Frauenzeitschrift FREUNDIN. Ich habe mich beim Lesen dieses unreflektierten Elaborats an Vorurteilen und Hasstiraden gegen die persische Kultur immer wieder gefragt, was die FREUNDIN wohl geschrieben hätte, wenn die Autorin nicht persische Wurzeln hätte, sondern, wenn es sich um eine stinknormale Deutsche handelt. Vermutlich wäre das Buch dann gar nicht verlegt worden, so politisch inkorrekt, wie es ist...oder besser gesagt; hasserfüllt. Ich nehme mal an, die Autorin hat sich damit ihr eigenes Kindheitstrauma von der Seele geschrieben; ihre Kurzbiographie legt das zumindest nahe.  Ich kann ihr und ihrem Umfeld jedoch nur wünschen, dass sie ansonsten nichts mit Lilly gemeinsam hat!

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  • Das Buch verspricht mehr, als es halten kann

    Hinter dem Mond
    Kristine_liest

    Kristine_liest

    30. December 2014 um 21:58

    Der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil macht einfach Spaß beim Lesen. Ich hätte mir etwas mehr Tiefe gewünscht, etwas mehr Einblicke und Informationen aus der damaligen Zeit. Leider blieb das Buch doch sehr an der Oberfläche, es wird halt das Leben eines Teenagers aus der Sicht des Teenagers erzählt. Wenn ich nun also die Messlatte für einen historisch fundierten, ernsten Roman anlege, dann wurde ich sehr enttäuscht. Wenn ich mich aber darauf einlasse, dass das Buch "einfach nur" unterhalten will vor dem Hintergrund der Zeit des Umbruchs im Iran, wenn ich mich auf die verzogene Göre einlasse und ihre teenagertypische Engstirnigkeit, dann bekomme ich genau das: Unterhaltung. Gute 3,5 Sterne vergebe ich. Mein Blog

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  • 4,5 Sterne für einen Auflug in den Iran

    Hinter dem Mond
    MsBookeria

    MsBookeria

    10. September 2014 um 00:00

    Leily ist neun als ihre Eltern entscheiden aus einem kleinen Dorf in Ostfriesland zurück in den Iran zu ziehen. Kurzerhand und ohne Kompromisse wird sie auf den Rücksitz des neuen Autos gesetzt und ab geht die Reise durch ganz Osteuropa bis nach Teheran. Leily ist alles andere als glücklich mit dem Umzug. In Deutschland hatte sie alle Freiheiten. Ganz anders geht es dann in Teheran zu. Ständig fühlt sie sich beobachtet und belagert durch ihre Verwandten, die sie noch nicht einmal verstehen kann, da sie kein persisch spricht. Alleine darf sie nun nicht mehr durch die Stadt ziehen. In der internationalen Schule muss sie sich mit der neuen Sprache und neuen Mitschülern auseinandersetzen, worauf sie nur mäßig Energie drauf verschwendet. Doch alles wird noch schlimmer, als der Schah vertrieben wird und die Mullah Regierung an die Macht kommt. Alkohol wird verboten, ebenso internationale Musik und Zeitschriften. Die internationalen Schulen werden geschlossen, Familien mit einem deutschen Elternteil verlassen möglichst schnell das Land. Mädchen und Jungen werden nun getrennt voneinander unterrichtet, Mädchen müssen in der Öffentlichkeit Kopftuch und Kittel tragen. Es werden Ausgangssperren verhängt und der Iran erklärt dem Irak den Krieg. Die Situation im Land verändert sich zusehends und die aufmüpfige und unzufriedene Leily ist mitten drin. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist sehr interessant zu lesen, wie Leily den Iran mit ihrer sehr direkten Art aus der Sicht eines Europäers beschreibt. Die Andersartigkeit der Familienbande, den Einschränkungen, der Lebensstil. Alles kann der Leser sehr detailiert und mit einer unverblümten Sprache durch ihre Augen kennenlernen. Mir haben besonders die Beschreibungen der Gepflogenheiten der Iraner gefallen und auch sämtliche Familienmitglieder geben ein weites Spektrum an interessanten Persönlichkeiten ab, durch die es nie langweilig wird. Durch Leilys sarkastische und auch etwas verzogene Art, bekommt man schnell eine Verbindung zu ihr. Auch ihre Mutter ist nicht ganz konventionell und auch wenn ich auch oft den Kopf schütteln musste über ihr Verhalten, ist sie mir in anderen Passagen sogar auf eine Weise wieder sympathisch. In diesem Buch wird Vieles aufgegriffen: das Erwachsen werden, die erste Liebe, Freundschaften und ebenfalls die interkulturellen Konflikte zwischen der westlich eingestellten Leily und ihren recht traditionell geprägten iranischen Eltern. Wer mal etwas anderes lesen möchte und sich besonders für andere Länder, Kulturen und Sitten interessiert, dem empfehle ich, in dieses Buch einmal reinzuschauen. Da es nicht viele Romane gibt, die sich in dieser Art und Weise mit dem Iran beschäftigen, ist es sicherlich eine gute Chance mehr über dieses Land und einen kleinen Teil seiner Geschichte zu erfahren.

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  • ein Teenager zwischen den Kulturen

    Hinter dem Mond
    robbylesegern

    robbylesegern

    23. August 2014 um 18:09

    "Hinter dem Mond", der erste Roman der Schriftstellerin Wäis Kiani, besticht durch seinen frechen Schreibstil. Er erzählt die Geschichte der jungen Lilly, die in ihrer Pubertät den Kulturschock zwischen Persien und Deutschland erleben muss. Das Buch spielt in den siebziger und achtziger Jahren in Deutschland und dem Iran. Lilly wird in Deutschland geboren und lebt in einem kleinen Dorf in Ostfriesland. Ihr Vater ist Arzt und Lilly lebt ein unbesorgtes und freies Leben . Sie fährt Fahrrad, spielt mit ihren Freunden , bleibt aber trotzdem ein kleiner Außenseiter. Als Lilly 9 Jahre alt ist, geht die Familie zurück, in den noch vom Schah regierten Iran. Lilly lebt das Leben eines Oberschichtkindes, da in Deutschland studiert Ärzte dort sehr angesehen sind. Doch Lilly rebelliert. Sie will nicht in diesem Land wohnen, in dem sie noch nicht einmal allein mit dem Fahrrad auf der Straße fahren darf. Auch die deutsche Schule gefällt ihr nicht. Sie will keine Freunde, will die persische Sprache nicht lernen und will einfach nur zurück nach Deutschland. Als dann Khomeni an die Macht kommt und die Sittenpolizei das Leben der Teheraner Bevölkerung noch mehr einengt mit ihren Verboten, will Lilly nur noch weg, doch dann verliebt sie sich....... Das Buch wird aus der Sicht von Lilly geschrieben. Sie verlebt mehr als fünf Jahre im Irak und fährt das volle Programm eines pubertierenden Teenagers auf. Sie rebelliert , wo sie nur kann, die Schule ist ihr egal, sie provoziert ihre Eltern, die damit überhaupt nicht umgehen können und kein bisschen Empathie zeigen für Lillys Gefühle. Die Situation Lillys und ihr Gefühlsleben werden sehr gut beschrieben, was durch die schnoddrige, freche und manchmal auch nervige Ausdrucksweise des Teenager noch verstärkt wird. Manchmal führt sie sich nur noch wie ein verwöhntes Gör auf und die Eltern, die meinen, mit Geld alles ausgleichen zu können, merken nicht, dass Lilly diese Wendung in ihrem Leben nicht verkraften kann. Mir hat dieses Buch gut gefallen. Das Leben im Iran wird, da es aus Lillys Sicht beschrieben wir, natürlich nicht politisch gesehen, sondern Lilly beschreibt nur die Einschränkungen unter denen sie zu leiden hat und ihre Situation als junges Mädchen in einem Land, in dem Frauen keinen Stellenwert besitzen. Ihre Beziehung zu ihren Eltern, die keinerlei Rücksicht auf ihre Gefühle nehmen, sondern immer nur sich selbst und ihre Probleme sehen, erschweren dem Mädchen die Zeit im Iran noch mehr. Ich habe das Buch, dass sehr anschaulich und flüssig geschrieben ist, in einem Rutsch gelesen und konnte mich wirklich gut in die Gefühlswelt Lilly's hineinversetzen. Die Figur Lilly fand ich mehr als gelungen, obwohl sie nicht immer sympathisch rüberkam, was aber bei Pubertierenden wohl öfter der Fall ist. Die Eltern von Lilly, die auch eine große Rolle spielen, vor allem die Mutter, fand ich einfach nur unsensibel, egoistisch und mehr als unsympathisch und dies durchgehend. Für mich ein interessantes Buch, dass die Gefühlswelt einer Pubertierenden gut widerspiegelt.

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  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    evalovesbooks

    evalovesbooks

    17. October 2012 um 19:32

    "Ich weiß nicht, wen ich am meisten hassen soll - meine Mutter, meinen Vater oder Chomeini, der uns den ganzen Scheiß eingebrockt hat. Oder den Schah, weil er sich einfach verpisst hat." Lilly ist neun, als ihre Eltern beschließen, das kleine ostfriesische Dorf, in dem sie geboren wurde, zu verlassen und dorthin zurückzukehren, wo sie herkommen: Teheran, Iran. Jetzt muss sich Lilly in dem fremden Land, das ihre Eltern Heimat nennen, durchschlagen. In Teheran versteht Lilly die Welt nicht mehr: Nicht die prächtigen Villen mit Kristalllüstern, nicht die zahlreiche persische Verwandtschaft, die das ihr unverständliche Farsi spricht, nicht die Eltern, die sie plötzlich nicht mehr Fahrrad fahren lassen. Aber Lilly passt sich nicht an, ihr bleibt ihr Eigensinn und die Wut, von den Eltern in eine fremde Welt verschleppt worden zu sein. Dann verlässt eines Tages der Schah das Land, Bomben fallen auf Teheran und Chomeinis Sittenwächter dringen auch in die abgeschlossene Welt der persischen Oberschicht ein. Was Lilly bleibt, ist die Sehnsucht nach Deutschland, nach Abendbrot, Fahrradfahrten und Apfelbäumen. Wäis Kiani beschreibt humorvoll, schonungslos ehrlich und sehr bewegend eine Jugend in Teheran und die unüberwindbare Kluft zwischen zwei vollkommen gegensätzlichen Kulturen. Meine Meinung Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil mir der Schreibstil gefällt und ich die Unterschiede zwischen zwei Welten interessant finde.

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  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    kathrineverdeen

    kathrineverdeen

    11. October 2012 um 21:48

    Neun Jahre ist Lilly in den späten 1970ern, als ihre persischen Eltern beschließen, ihre bisherige Heimat – ein kleines ostfriesisches Dorf - zu verlassen, um nach Teheran zurückzukehren. „Hinter dem Mond“, so kommt es Lilly vor, denn sie kann weder die Sprache, noch versteht sie die Sitten und Bräuche. Sie tut sich sehr schwer, weil im Iran plötzlich ganz andere Regeln gelten als in Deutschland. Doch Lilly passt sich nicht an, bleibt eigensinnig und ist wütend, weil sie in ein ihr fremdes Land verschleppt wurde. „Ich wusste damals nicht, wie es sein konnte, dass ich als Einzige ein ganzes Volk und seine Gewohnheiten mitsamt dem Land, in dem es lebte, so ablehnen musste. Aber für mich war einfach fast alles eine Enttäuschung oder peinlich oder unerträglich bis zur Schmerzgrenze“ Seite 143 In „Hinter dem Mond“ von Wäis Kiani geht es hauptsächlich um die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens zwischen zwei verschiedenen Kulturen. Wir begleiten Lilly, Tochter einer Oberschichtfamilie Teherans und lernen ihre privilegierte Welt kennen, in der kaum Wünsche offen bleiben, die mit Geld zu bezahlen sind. Doch Geborgenheit lässt sich nicht kaufen und ihre tiefe Sehnsucht nach Freiheit wächst. Erschwert wird ihre Situation durch einen Machtwechsel im Land. Plötzlich gibt es Sittenwächter, die auch in der sonst abgeschlossenen Oberschicht eindringen. Lillys Eltern haben ihrem Kind in Deutschland sehr viele Freiheiten gegeben, denn es gab eigentlich kaum Grenzen für sie. Die einen sagen antiautoritäre Erziehung, andere wiederum nennen es Desinteresse am Kind. Das hat Lilly zu einem für mich sehr interessanten Charakter gemacht. Viele Leser werden Lilly als oberflächlich, renitent und verwöhnt empfinden. Das ist sie auch, aber wenn man sich auf ihre Geschichte einlässt, erkennt man auch eine andere Seite. Eine sehr starke, denn sie kämpft erbittert für ihre Freiheit obwohl sie eigentlich ständig mit ihrem unkonventionellen Verhalten aneckt und sich so viele Strafen einheimst. Wäis Kiani hat mit „Hinter dem Mond“ ein dichtes, packendes und bewegendes Buch über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens geschrieben. Geschildert von einer sehr starken Persönlichkeit mit einem schonungslosen Blick auf die Welt, die von den politischen Hintergründen noch interessanter wurde, und den Leser noch einige Zeit nach dem Lesen beschäftigen. Mit Spannung warte ich jetzt auf eine Fortsetzung, denn Lilly war für mich eine ganz besondere Jugendliche, von der ich gerne noch ein bisschen mehr lesen möchte.

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  • Leserunde zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    Daniliesing

    Daniliesing

    In wenigen Tagen erscheint im Hoffmann und Campe Verlag das bewegende Debüt von Autorin Wäis Kiani. "Hinter dem Mond" ist ein gleichermaßen humorvolles wie berührendes Buch, das schonungslos ehrlich von einer Jugend in Teheran erzählt. In einer Leserunde möchten wir dieses Buch gemeinsam entdecken und uns darüber austauschen. Mehr zum Inhalt: Lilly ist neun, als ihre Eltern beschließen, das kleine ostfriesische Dorf, in dem sie geboren wurde, zu verlassen und dorthin zurückzukehren, wo sie herkommen: Teheran, Iran. Jetzt muss sich Lilly in dem fremden Land, das ihre Eltern Heimat nennen, durchschlagen. In Teheran versteht Lilly die Welt nicht mehr: Nicht die prächtigen Villen mit Kristalllüstern, nicht die zahlreiche persische Verwandtschaft, die das ihr unverständliche Farsi spricht, nicht die Eltern, die sie plötzlich nicht mehr Fahrrad fahren lassen. Aber Lilly passt sich nicht an, ihr bleibt ihr Eigensinn und die Wut, von den Eltern in eine fremde Welt verschleppt worden zu sein. Dann verlässt eines Tages der Schah das Land, Bomben fallen auf Teheran und Chomeinis Sittenwächter dringen auch in die abgeschlossene Welt der persischen Oberschicht ein. Was Lilly bleibt, ist die Sehnsucht nach Deutschland, nach Abendbrot, Fahrradfahrten und Apfelbäumen. --> Leseprobe zum Buch Habt ihr Lust gemeinsam mit Lilly das für sie fremde Land zu entdecken und diesen Roman mit einer ganz besonderen Atmosphäre zu lesen? Wir suchen 25 Testleser für "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani. Wenn ihr genug Zeit habt und mitmachen möchtet, dann könnt ihr euch bis einschließlich 15. August 2012 für eines der Freiexemplare bewerben. Verratet uns unter "Bewerbung als Testleser" dafür einfach, wieso ihr gern dabei wärt und was euch besonders am Buch interessiert.

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    • 474
    aba

    aba

    11. October 2012 um 11:53
    IraWira schreibt Und ich hoffe einfach mal sehr, dass diese Familie nicht exemplarisch ist für das Familienleben dort...

    Sind sie aber auch nicht.

  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    Jorma171

    Jorma171

    04. October 2012 um 13:38

    Dieses Buch von der kleinen Lilly, die glücklich und zufrieden in einem ostfriesischen Dorf gelebt hat und dann in die Heimat ihrer Eltern, nach Teheran in den Iran, mußte, hat mich sehr berührt. Lilly beschreibt die Zustände in den 80er Jahren, die sich sicher bis heute nicht verändert haben, aus der Sicht eines jungen Mädchens. Dabei hat Lilly in Deutschland gelernt, ihre Meinung zu sagen und diese auch zu vertreten. Im Iran ein No Go. Sie erlebt eine Welt, die für Frauen unzumutbar ist und die Frauen zu Menschen ohne Wert degradieren. Ich war beeindruckt davon, wie dieses junge Mädchen immer wieder versucht hat, ihren Weg zu gehen. Ein gefährlicher Weg! Der Iran ist ein islamisches Land, in dem Frauen Gebärmaschinen sind ohne Wert. Sie haben dem Mann untertan zu sein und keine Wünsche zu äußern. Lilly hatte ein wenig Glück, weil ihre Familie für iranische Verhältnisse sehr reich war und sie damit einen anderen Status hatte. Aber lebenswert und glücklich macht das ein Leben im Iran immer noch nicht. Leider entzieht sich mir persönlich das Verständnis für dieses islamischen Strukturen und deren Wertigkeiten. Die Schriftstellerin hat mir als Leser einen starken Einblick in diese Lebensstrukturen gegeben. Ich bin froh, in einem christlichen Land zu leben und mich äußern zu dürfen, mich kleiden zu dürfen wie ich möchte und auch einen Beruf haben zu können, und ich bin froh, selbst eintscheiden zu können, ob ich Kinder möchte oder nicht. Lilly hat schlußendlich noch Glück gehabt, sie konnte zurück in ihr früheres Leben. Ich kann nur sagen: Glück gehabt! Es ist interessant gewesen, dieses Buch zu lesen, und ich kann es sehr empfehlen. Wirklich gut geschrieben!

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  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    Winterzauber

    Winterzauber

    Die 70er Jahre, Lilly ist 8 und wächst in einem norddeutschen Dorf auf, sie fährt Fahrrad und Kettkar, spielt mit Freunden Verstecken im Matsch und klaut die Äpfel vom Apfelbaum des Nachbarn. Ein ganz normales wildes Kind. Doch die Eltern beschließen Deutschland zu verlassen und in ihre Heimat Persien zurück zu gehen. Für Lilly bricht eine Welt zusammen. In Persien sind die Menschen total theatralisch, der viele, viele Besuch total verlogen, das Essen schrecklich, die Klamotten billig und die Möbel häßlich. Überhaupt ist alles ganz schrecklich. Lilly kann ihrem Heimatland nichts gutes abgewinnen. Die deutsche Schule, wo sie wenigstens Freundinnen findet in einer ähnlichen Situation, ist auch furchtbar. Lilly bekommt meistens das was sie möchte, für sie werden Klamotten geschneidert, wie sie in der Vogue auf den Titelblättern zu finden sind, im deutschen Buchladen werden alle Neuerscheinungen gekauft, die der Markt hergibt und beim deutschen Metzger gibt es frische Wurst, wie sie in Persien nicht hergestellt wird. Die Eltern allerdings sind hier ganz anders, sie erwarten von Lilly, dass sie sich wie ein folgsames persisches Mädchen benimmt ohne Rechte und Freiheit, die sie in Deutschland so genossen hat. Vor allem Lillys Mutter agiert wie eine Furie und überschüttet Lilly ständig mit üblen Schimpfwörtern, das geht bis zur körperlichen Züchtigung. Lilly entschickelt sich zur Meisterin der Lügen, um das machen zu können, was sie will. Mit ihren Freunden rumhängen, einkaufen gehen, die sonnigen Tage am Pool verbringen, im Unterricht Kaugummi kauen und träumen usw. Das Buch ist toll geschrieben. Sehr interessant wird der Weg einer kleinen Rebellin gezeichnet vom Kind auf dem Weg zur Frau. Man lernt ein Persien kennen aus der Sicht eines verwöhnten Kindes aus der Oberschicht und fühlt und leidet mit ihr. Ganz krass wird hier auch der Wechsel beschrieben, als der Schah das Land verläßt und Mädchen nur noch verhüllt rumlaufen dürfen und getrennt von den Jungen Unterricht haben und selbst Männer und Frauen bei einer Hochzeit in getrennten Räumen feiern müssen. Der einzige Minuspunkt ist hier das plötzliche Ende. Es wirkt, als hätte die Autorin keine Zeit mehr gehabt und wollte das Buch schnell zu Ende bringen. Sehr schade, weil ich das Gefühl hatte, mittendrin aufzuhören. Das Buch kann ich sehr weiterempfehlen.

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    • 5
    Winterzauber

    Winterzauber

    01. October 2012 um 23:28
  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    Cho_Butterfly

    Cho_Butterfly

    Lilly ist neun, als ihre Eltern beschließen, das kleine ostfriesische Dorf, in dem sie geboren wurde, zu verlassen und dorthin zurückzukehren, wo sie herkommen: Teheran, Iran. Jetzt muss sich Lilly in dem fremden Land, das ihre Eltern Heimat nennen, durchschlagen. In Teheran versteht Lilly die Welt nicht mehr: Nicht die prächtigen Villen mit Kristalllüstern, nicht die zahlreiche persische Verwandtschaft, die das ihr unverständliche Farsi spricht, nicht die Eltern, die sie plötzlich nicht mehr Fahrrad fahren lassen. Aber Lilly passt sich nicht an, ihr bleibt ihr Eigensinn und die Wut, von den Eltern in eine fremde Welt verschleppt worden zu sein. Dann verlässt eines Tages der Schah das Land, Bomben fallen auf Teheran und Chomeinis Sittenwächter dringen auch in die abgeschlossene Welt der persischen Oberschicht ein. Was Lilly bleibt, ist die Sehnsucht nach Deutschland, nach Abendbrot, Fahrradfahrten und Apfelbäumen. Das Buch ist sehr schonungslos beschrieben und zeigt Lilly teilweise als sehr bockig (man könnte auch sagen verzogen) Sie fühlt sich von ihren Eltern missverstanden, wobei ich aber auch die Eltern nicht wirklich verstehe. Sie scheinen zu ihrer Tochter eine Art Hass-Liebe zu empfinden. Das kommt gerade bei Lillys Mutter an manchen Stellen zum Vorschein. Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen durch gelesen und würde es auch immer wieder lesen! :D

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    • 3
  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    IraWira

    IraWira

    Es ist immer schwer, ein Buch zu bewerten, das viele autobiographische Anteile hat, da man damit ja im Prinzip nicht nur den "künstlerischen" Anteil, sondern ein Stück weit auch das Leben des Autors bewertet. "Hinter dem Mond" ließ mich denn auch ein wenig ratlos hinsichtlich der Bewertung zurück, da ich es zwar einerseits interessant fand, wobei mir oft im Buch selbst Bezüge oder Erklärungen fehlten und weil ich den Eindruck hatte, dass die eigentliche geschilderte Problematik gar nicht so viel mit dem Leben im Iran zu tun hatte. Dies ging aber immer ein wenig unter. Viele Probleme der Protagonistin, die von der Autorin geschildert werden, liegen in der Familie, bzw. in den familiären Verhältnissen der Protagonistin begründet, die äußere Situation verstärkt die Probleme zwar noch, ist aber nicht ursächlich dafür wie mich der Klappentext ursprünglich vermuten ließ. Das Buch liest sich eigentlich gut, ist flüssig und unterhaltsam geschrieben, mir fehlt jedoch bei der Protagonistin eine Entwicklung, die rein über die körperliche Entwicklung hinausgeht. Geistig gereift erscheint sie über die Kapitel hinweg nicht und auch der Rückblick auf die früheren Geschehnisse zeigt keine Entwicklung, keine Veränderung im Denken auf, so dass ich manchmal auch ein wenig ärgerlich wurde. Insgesamt wirken die Hauptcharaktere alle insgesamt doch sehr egozentrisch und in ihrem eigenen Denken und ihrer eigenen Wichtigkeit gefangen. Trotz aller Kritik zeigt das Buch mit Sicherheit auch ein gutes Bild der persischen Gesellschaft, genauer, der persischen Oberschicht zur Zeit der Revolution und auch der Folgen dieser Revolution auf die Menschen. Hier ist ein gewisses Hintergrundwissen allerdings von Vorteil, um die ganzen Geschehnisse und die Schilderungen richtig einordnen zu können. Mir hat das Buch nur bedingt gefallen, zu viel blieb mir hier unreflektiert und ohne Entwicklung, auch wenn man berücksichtigt, dass es aus der Sicht eines Kindes, bzw. einer Jugendlichen geschrieben ist.

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    • 6
  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    glorana

    glorana

    Lilly, ein Mädchen, die in Ostfriesland geboren wurde, zieht mit ihren Eltern zurück in den Iran. Für Lilly, die nur ihr kleines ostfriesisches Städchen kennt, unvorstellbar. Eine schwierige Zeit beginnt. Denn plötzlich versteht Lilly die Welt nicht mehr. Alles ist anders. Die Sitten und Gebräuche sind ganz unterschiedlich. In Deutschland ist Lilly sehr offen erzogen worden, alles war machbar und erlaubt. Nun im fernen Iran der 70er Jahre, stellen sich die Eltern total um und sie erfährt, wie es ist „HINTER DEM MOND“ zu leben. Wir erleben eine Lilly, die egoistisch und selbstsüchtig ist; erschreckend manchmal, wie sie umgeht mit Gott und der Welt - aber vielleicht auch nur eine Antwort auf den Umgang der Eltern mit ihrem Kind, denn die Beziehung zwischen Eltern und Kind war teilweise sogar sehr erschreckend. Durch die kleine freche Lilly wird uns das Leben und Erleben im Iran nahegebracht; Wäis Kiani ist es gelungen, die politischen und kulturellen Zustände aufzuzeigen. Sie selber wuchs in Deutschland und Teheran auf und hat ein grosses Stück ihrer eigenen Geschichte mit in das Buch gebracht. Dieses Buch hat mir eine andere Seite gezeigt eines Landes, welches ich wenig kenne. Interessant und lustig , traurig und nachdenklich...

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    • 3
  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    Heaven

    Heaven

    Das Buch Hinter dem Mond von Wäis Kiani erzählt die Geschichte von der kleinen Lilly die mit neun Jahren Deutschland verlässt und mit ihren Eltern nach Teheran zieht. In diesem für sie unbekannten Land muss sie mit Kulturunterschieden, der neuen Sprache und besonders mit ihrer eigenen Familie kämpfen. Sie kann und will sich nicht an die neuen Lebensumstände anpassen und gibt dies auch immer wieder ihren Eltern und Familie zu erkennen. Trotzdem versucht sie ihr Leben so zu leben wie sie es will und lässt sich auch später als Teenager nichts vorschreiben. Das Buch liest sich sehr flüssig und wenn man über die ersten Seiten hinaus ist will man gar nicht aufhören zu lesen. Besonders die unverfrorene Art Lillys führt immer wieder zu spannenden und lustigen Situationen die der Geschichte ein wenig den ernst nehmen. Trotzdem wird immer wieder auf die kalte Art der Eltern gegenüber Lilly hingewiesen die sich mit der Zeit immer mehr von Lilly distanzieren und ihr kaum Liebe sondern nur Geld schenken. Umso näher ich zum Ende kam umso weniger konnte ich ihre Eltern leiden. Durch die angespannte Lage in der Politik und im ganzen Land wollen Lillys Eltern gerade dann wieder nach Deutschland zurück als sie sich das erste Mal verliebt und sich vielleicht zum ersten Mal in Teheran zuhause gefühlt hat. Ich fand es Schade dass sie gerade zu diesem Zeitpunkt wieder zurück musste und hoffe das vielleicht noch ein zweites Buch erscheint in dem wir erfahren ob sie ihre erste große Liebe wieder sieht und wie sie in Deutschland zurück ihr Leben bewältigt. Allgemein hat mir das Buch gut gefallen und ich finde das es auch für Leute geeignet ist die sonst nichts mit dem Genre zu tun haben, da immer wieder durch die unverfrorene Art Lillys die Kulturunterschiede sehr amüsant dargestellt werden und das Buch eigentlich nie langweilig wird.

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    • 2
    aba

    aba

    30. September 2012 um 19:23
  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    Queenelyza

    Queenelyza

    Die kleine Lilly, das einzige Kind persischer Eltern, wächst in Deutschland paradiesisch auf. In einem kleinen ostfriesischen Dorf kann sie spielen und toben, wie sie Lust und Laune hat. Zuhause bei den Eltern wird sie behandelt wie eine kleine Erwachsene, sie bekommt wenig Regeln und Verbote auferlegt, sie soll sich frei entwickeln. Sie wird eine kleine liebenswerte Rabaukin. Doch alles ändert sich, als die Eltern Lilly mit 9 Jahren vor vollendete Tatsachen stellen: sie gehen zurück in den Iran. Ein Kulturschock für alle, und das nicht zu knapp. Im Iran müssen sich die Eltern wieder ihrer Kultur beugen, was ihnen natürlich wesentlich leichter fällt wie ihrer Tochter, die sehr darunter leidet, dass auf einmal alles anders ist. Sie wird von den Eltern vernachlässigt, ist viel alleine. Die Familie versteht nicht, dass Lilly kein Farsi sprechen kann, auch das isoliert sie zusätzlich. Und wenn die Eltern sich ihr einmal widmen, dann wird geschimpft, verboten, gedroht und geschrien. Für ein Mädchen, was aufgrund der geänderten Situation Stabilität bräuchte, absolutes Gift. In Teheran wächst sie heran, rotzig und ungezogen wie eh und je, nur dass hier noch alles viel schlimmer wird. Sie verprügelt ihre Mitschüler, wirft mit Schimpfworten nur so um sich, tut alles,um zu zeigen, dass sie sich nicht anpassen will. Wie denn auch, wenn ihr einziges Zuhause Deutschland ist, immer schon wahr. Sie wird zum Teenie, spielt ihre Macht gegenüber den Jungs aus, gewinnt endlich Freunde und verliebt sich zum ersten Mal. Doch dann ändert sich alles im Land, der Schah muss das Land verlassen, und keiner weiß, wie es weitergehen soll... Zuerst habe ich gespannt gelesen, das Buch hat einen sofort gepackt. Allerdings wendete sich nach ungefähr der Hälfte das Blatt, das Buch wurde für mich zäher und mühsamer. Ich fand es sehr schwer, zu verfolgen, dass sich bei Lilly so gar nichts tut, sie ist immer nur am Schimpfen und am Pöbeln, macht nur wenig Entwicklung durch. Vieles wiederholte sich, und ihre Eskapaden, die ich anfangs teilweise noch charmant fand, fingen an, mich zu langweilen oder sogar zu ärgern. Ich hätte mir noch mehr Informationen und Hintergrundwissen über Land und Leute gewünscht, um auch besser zu verstehen, was in den Eltern vorging, warum sie sich in Persien so verändert haben. Und ich hätte mir gewünscht, dass Lilly mal lernt, zu reflektieren, dass man nicht immer wie ein Bulldozer durchs Leben rasen kann. Ein kitschiges Happy End hätte nicht zu dem Buch gepasst, aber ein paar Zugeständnisse wären schön gewesen. So hinterlässt die Geschichte ein halbgares Gefühl. Die Bewertung des Buches ist für mich schwierig, da ich, nachdem ich ein ausführliches Interview mit der Autorin gelesen habe, ein wenig besser verstehe, warum das Buch so und nicht anders geschrieben wurde. Wäis Kiani ist das Gleiche passiert wie Lilly, auch sie musste aus Deutschland in dieses ferne Land "zurück", sich integrieren und kam doch so wenig zurecht mit den Sitten, Gebräuchen und Eigenheiten. Ich denke, das Buch ist ihre ganz persönliche Abrechnung mit ihrer Geschichte, dargebracht durch die kleine Lilly. Ein Befreiungsschlag, eine Möglichkeit, sich das ganze Leid von der Seele zu schreiben, ohne den eigenen Namen darunter setzen zu müssen. Das hat mich wieder ein wenig mit der Geschichte versöhnt. Trotz allem sind nicht mehr als drei Sterne drin, da mir einfach zu viel gefehlt hat und der Schluss sehr abrupt abgefertigt wird, als hätte der Abgabetermin bereits gelauert.

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    • 3
    aba

    aba

    30. September 2012 um 19:14
  • Rezension zu "Hinter dem Mond" von Wäis Kiani

    Hinter dem Mond
    robotermaedchen

    robotermaedchen

    Neun Jahre alt ist Lilly, geboren und aufgewachsen gegen Ende der sechziger Jahre in einem ostfriesischen Kaff, in dem die Kinder bis zum Anbruch der Dunkelheit auf den Straßen spielen, wo man die Äpfel vom Baum klauen kann und versteht, was die Bauern schimpfen, als ihre Eltern beschließen, in ihre Heimat zurückzugehen. Nach einer abenteuerlichen Autofahrt bis Teheran versteht Lilly die Welt nicht mehr, findet sich nur schwer in der fremden Kultur zurecht, kann sich kaum verständigen. Auch ihre Eltern verändern sich; zu Hause, in Deutschland, genoß Lilly viele Freiheiten und war für ihr Alter sehr selbständig und selbstbewusst. Im Iran wird aus der Zuneigung der Eltern schnell Kontrolle, aus ihrer Freiheit Vernachlässigung. Lilly verbringt also die meiste Zeit alleine, zu spielen, wie sie es gewohnt ist - undenkbar, nicht allein wegen ihrer Unfähigkeit und Ablehnung, das verhasste Farsi zu lernen. In der deutschen Schule, elitär und teuer, bleibt sie die ewige "Fristi", die, die sich noch nicht richtig verständigen kann, die, die sich aus dem Religionsunterricht mogelt, den sie als Tochter muslimischer Eltern besuchen soll und während dessen sich ihr alle Haare sträuben. Integration "andersherum": Lilly muss die Freiheiten und Angewohnheiten, die sie in Deutschland so natürlich kannte, aufgeben. Beim Lesen findet man sich schnell in ihrer kindlichen Gedankenwelt: schonungslos ehrlich analysiert sie die fremde Kultur, in die sie geworfen wird, die eigene Familie, die ihr fremd bleibt und die sie nicht begreifen kann, die Entfremdung von ihren Eltern, die Gewalt an der Schule, die Lilly dort statt Freundschaft täglich erwartet: sie leidet und schlägt selbst zu, verliert ihre Schneidezähne und das Vertrauen in ihre Eltern. Ihre freche, direkte Art lässt mich ständig lachen, mich an meine eigene Kindheit erinnern.. aber ich bin auch getroffen, erschrocken. So sehr einen Lillys raue Art erschreckt, erkennt man doch die verwirrte und verletzte Seele eines "hinter den Mond" verfrachteten Kindes, und man hofft, dass Lilly ihren Weg finden kann.

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    • 2
    aba

    aba

    30. September 2012 um 19:12
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