Die Ringe des Saturn

von W.G. Sebald 
4,4 Sterne bei29 Bewertungen
Die Ringe des Saturn
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Lysanders avatar

literarisch anspruchsvoll, stellenweise fesselnd - stellenweise für meinen Geschmack etwas zu langatmig

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Ein Mann, der spazieren geht. Klingt langweilig, ist es aber nicht.

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Inhaltsangabe zu "Die Ringe des Saturn"

Im August, dem Monat, der von alters her unter dem Einfluss des Saturn steht, wandert W. G. Sebald durch die einsame Heidelandschaft der englischen Grafschaft Suffolk, besichtigt verfallene Landschlösser, spricht mit alten Gutsbesitzern und stößt immer wieder auf die Spuren wundersamer Geschichten. So erzählt er von den Glanzzeiten viktorianischer Schlösser, berichtet aus dem Leben Joseph Conrads, erinnert an die unglaubliche Liebe des Vicomte de Chateaubriand oder spürt dem europäischen Seidenhandel bis China nach. Mit klarer und präziser Sprache protokolliert er jedoch auch die stillen Katastrophen, die sich mit dem gewaltsamen Eingriff der Menschen in diesen abgelegenen Landstrich vollzogen. So verwandelt sich der Fußmarsch letztlich in einen Gang durch eine Verfallsgeschichte von Kultur und Natur.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446249745
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:27.07.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Jaris avatar
    Jarivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Mann, der spazieren geht. Klingt langweilig, ist es aber nicht.
    W.G. Sebald - Die Ringe des Saturn

    Aufmerksam gemacht wurde ich auf W.G. Sebald durch die "Zeitschrift für interkulturelle Germanistik", in der es einen Artikel über den deutschen Schriftsteller gab. Neugierig gemacht holte ich mir eines seiner berühmtesten Werke aus der Bibliothek: Die Ringe des Saturn.
    Ein Mann, der spazieren geht. Klingt langweilig, ist es aber nicht. Tatsächlich fühlt es sich während des Lesens so an, als würden wir neben Sebald hergehen, uns die englische Landschaft anschauen und über Gott und die Welt diskutieren.
    Denn genau das tut der Autor. Seine Beobachtungen bringen ihn auf immer neue Ideen, Zusammenhänge und Gedanken. Wir machen unterschiedliche Zeitreisen, lernen fremde Kulturen kennen und reisen einmal um die Welt, während wir durch das idyllische Suffolk flanieren. Gebannt lauscht der Leser den Erzählungen Sebalds, die mit ausserordentlich vielen Informationen aufwartet, teilweise biographisch angehaucht ist und manchmal auch ein paar Fantasiegebilde hervorbringt.
    Ausgestattet ist das Buch sogar mit einigen Fotografien, die das Geschilderte darstellen. Damit hätte ich nicht gerechnet, aber es ist eine angenehme Überraschung. Da man sich so die Details, die Sebald erwähnt, besser vorstellen kann. Leider sind die Bilder bloss schwarz-weiss, sodass einige Kleinigkeiten in Tinte verschwinden.
    Schriftstellerisch bewegt sich Sebald auf einem hohen, ausgereiften Niveau, jedoch ohne intellektuelle Hochnäsigkeit. Er drückt sich gewählt aus, verwendet auch viele Sach- und Fachwörter, sodass ich einige Ausdrücke nachschlagen konnte. Doch trotzdem wirkt diese Sprache passend, als ob sich der Autor auch persönlich im Alltag ihrer bedienen würde. Dies macht mir Sebald sehr symapthisch und es steht nicht ausser Frage, dass ich wieder zu einem Buch dieses Schriftstellers greifen werde.

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    Die Buchprüferins avatar
    Die Buchprüferinvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Ringe Des Saturn" von Winfried Georg Sebald

    Nur mal angenommen, ich würde fragen: „Wer will mal ein richtig deprimierendes Buch lesen?“, würden sich wahrscheinlich nicht viele Hände heben. Für mich war die Lektüre dieses Buches eine derart deprimierende Erfahrung, dass ich es eilig hatte, es wieder in die Bibliothek zurückzuverfrachten.

    Kriege, Massenmorde, Ausbeutung. Einzelne, die aus der Masse der plündernden Horden heraustreten, um den Schwachen beizustehen, werden einen Kopf kürzer gemacht. Das ist die Menschheitsgeschichte – und damit auch die Kolonisationsgeschichte Englands – nach Sebald. Unerbittlich, hat ihn eine Freundin von mir genannt, die seine Bücher mehr zu schätzen weiß als ich, ihn aber ebenso wenig zu Ende lesen konnte. Unerbittlich sticht er dort hinein, wo es weh tut, wo man am liebsten nicht zu lange hinschauen möchte als mitfühlender Mensch, unerbittlich hält er dein Auge offen, die Lider gespreizt, bis dir die Tränen runterlaufen.

    Sebalds sehr eigener Stil zieht die Leserin mit auf eine mäandernde Wanderung – weniger durch seine Wahlheimat England als durch die Historie. Die Beschreibung von Schlössern wird überwuchert vom allgegenwärtigen Verfall, von erzählten Verlusten, Schmerzen, Schandtaten. „Präzise“ nennt der Klappentext seine Sprache, und da muss ich zustimmen; „klar“ nennt er sie auch, und da stimme ich nicht zu. Dafür sind halbseitige Sätze einfach zu lang; Satzstellungen, die von der gewohnten sich unterscheiden (so wie ich hier das „sich“ nach hinten gezogen habe) und mir manchmal als etwas manieriert erschienen, erschweren den Lesefluss zusätzlich.

    Versteht mich bitte recht: Ich habe überhaupt nichts Grundsätzliches einzuwenden gegen lange Sätze oder einen besonderen Stil (im Gegenteil!); auch mit diversen schlimmen Kapiteln der Geschichte habe ich mich befasst und befasse mich noch. Aber hier kommt für mich irgendwie zu viel zusammen. In den „Ringen des Saturn“ schrumpft das Schöne neben dem übermächtigen Schrecklichen zu kleinen Fußnoten, das Wunderbare, das Menschen einander geben können, geht im Grauen unter, und das Fröhliche – das kommt vor lauter Traurigem schlicht gar nicht vor.

    Und das finde ich einfach nicht richtig. Ich glaube nicht daran, dass es uns besser geht, wenn wir unseren Blick ausschließlich auf das Tragische fixieren. Aus meiner Sicht ist das nicht gut für die/den Einzelnen, und nicht gut für uns als Gesamtheit.
    Ich halte es mehr mit Ecos William von Baskerville, der das Lachen liebt und danach trachtet, es zu bewahren.

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    atlass avatar
    atlasvor 11 Jahren
    Rezension zu "Die Ringe Des Saturn" von Winfried Georg Sebald

    Diese Wanderung durch Suffolk kann man an der Seite Sebalds betreiten - welch ein Glück! Jedes Kapitel ein neuer Griff in die Vergangenheit. Sebald versteht es, Geschichte fühlbar zu machen. Und seine Sprache ist unvergleichlich.

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    rudithewanderervor 11 Jahren
    Rezension zu "Die Ringe Des Saturn" von Winfried Georg Sebald

    Eine Meditation entlang von Spaziergängen von Sebald und von Blicken aus seinem Arbeitszimmer in East Anglia. Eines der faszinierendsten Bücher, die ich in Jahren gelesen habe, fesselnd, selbst wenn man oft über viele Seiten nicht festmachen kann, wovon uns Sebald eigentlich erzählt - er nimmt uns einfach, ohne lange zu fragen auf seine Wege mit.

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    Lysandervor einem Jahr
    Kurzmeinung: literarisch anspruchsvoll, stellenweise fesselnd - stellenweise für meinen Geschmack etwas zu langatmig
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    Maulbeeres avatar
    Maulbeerevor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Im besten Sinne Bildungsliteratur. Dabei sehr unterhaltsam und sprachlich feinsinnig. Es hinterlässt ein Kaleidoskop wunderbarer Eindrücke.
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    Schelmuffsky
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