W.G. Sebald Die Ringe des Saturn

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Inhaltsangabe zu „Die Ringe des Saturn“ von W.G. Sebald

Im August, dem Monat, der von alters her unter dem Einfluss des Saturn steht, wandert W. G. Sebald durch die einsame Heidelandschaft der englischen Grafschaft Suffolk, besichtigt verfallene Landschlösser, spricht mit alten Gutsbesitzern und stößt immer wieder auf die Spuren wundersamer Geschichten. So erzählt er von den Glanzzeiten viktorianischer Schlösser, berichtet aus dem Leben Joseph Conrads, erinnert an die unglaubliche Liebe des Vicomte de Chateaubriand oder spürt dem europäischen Seidenhandel bis China nach. Mit klarer und präziser Sprache protokolliert er jedoch auch die stillen Katastrophen, die sich mit dem gewaltsamen Eingriff der Menschen in diesen abgelegenen Landstrich vollzogen. So verwandelt sich der Fußmarsch letztlich in einen Gang durch eine Verfallsgeschichte von Kultur und Natur.

literarisch anspruchsvoll, stellenweise fesselnd - stellenweise für meinen Geschmack etwas zu langatmig

— Lysander
Lysander

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  • Rezension zu "Die Ringe Des Saturn" von Winfried Georg Sebald

    Die Ringe des Saturn
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    17. December 2009 um 12:01

    Nur mal angenommen, ich würde fragen: „Wer will mal ein richtig deprimierendes Buch lesen?“, würden sich wahrscheinlich nicht viele Hände heben. Für mich war die Lektüre dieses Buches eine derart deprimierende Erfahrung, dass ich es eilig hatte, es wieder in die Bibliothek zurückzuverfrachten. Kriege, Massenmorde, Ausbeutung. Einzelne, die aus der Masse der plündernden Horden heraustreten, um den Schwachen beizustehen, werden einen Kopf kürzer gemacht. Das ist die Menschheitsgeschichte – und damit auch die Kolonisationsgeschichte Englands – nach Sebald. Unerbittlich, hat ihn eine Freundin von mir genannt, die seine Bücher mehr zu schätzen weiß als ich, ihn aber ebenso wenig zu Ende lesen konnte. Unerbittlich sticht er dort hinein, wo es weh tut, wo man am liebsten nicht zu lange hinschauen möchte als mitfühlender Mensch, unerbittlich hält er dein Auge offen, die Lider gespreizt, bis dir die Tränen runterlaufen. Sebalds sehr eigener Stil zieht die Leserin mit auf eine mäandernde Wanderung – weniger durch seine Wahlheimat England als durch die Historie. Die Beschreibung von Schlössern wird überwuchert vom allgegenwärtigen Verfall, von erzählten Verlusten, Schmerzen, Schandtaten. „Präzise“ nennt der Klappentext seine Sprache, und da muss ich zustimmen; „klar“ nennt er sie auch, und da stimme ich nicht zu. Dafür sind halbseitige Sätze einfach zu lang; Satzstellungen, die von der gewohnten sich unterscheiden (so wie ich hier das „sich“ nach hinten gezogen habe) und mir manchmal als etwas manieriert erschienen, erschweren den Lesefluss zusätzlich. Versteht mich bitte recht: Ich habe überhaupt nichts Grundsätzliches einzuwenden gegen lange Sätze oder einen besonderen Stil (im Gegenteil!); auch mit diversen schlimmen Kapiteln der Geschichte habe ich mich befasst und befasse mich noch. Aber hier kommt für mich irgendwie zu viel zusammen. In den „Ringen des Saturn“ schrumpft das Schöne neben dem übermächtigen Schrecklichen zu kleinen Fußnoten, das Wunderbare, das Menschen einander geben können, geht im Grauen unter, und das Fröhliche – das kommt vor lauter Traurigem schlicht gar nicht vor. Und das finde ich einfach nicht richtig. Ich glaube nicht daran, dass es uns besser geht, wenn wir unseren Blick ausschließlich auf das Tragische fixieren. Aus meiner Sicht ist das nicht gut für die/den Einzelnen, und nicht gut für uns als Gesamtheit. Ich halte es mehr mit Ecos William von Baskerville, der das Lachen liebt und danach trachtet, es zu bewahren.

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  • Rezension zu "Die Ringe Des Saturn" von Winfried Georg Sebald

    Die Ringe des Saturn
    atlas

    atlas

    08. January 2008 um 10:23

    Diese Wanderung durch Suffolk kann man an der Seite Sebalds betreiten - welch ein Glück! Jedes Kapitel ein neuer Griff in die Vergangenheit. Sebald versteht es, Geschichte fühlbar zu machen. Und seine Sprache ist unvergleichlich.

  • Rezension zu "Die Ringe Des Saturn" von Winfried Georg Sebald

    Die Ringe des Saturn
    rudithewanderer

    rudithewanderer

    09. December 2007 um 14:31

    Eine Meditation entlang von Spaziergängen von Sebald und von Blicken aus seinem Arbeitszimmer in East Anglia. Eines der faszinierendsten Bücher, die ich in Jahren gelesen habe, fesselnd, selbst wenn man oft über viele Seiten nicht festmachen kann, wovon uns Sebald eigentlich erzählt - er nimmt uns einfach, ohne lange zu fragen auf seine Wege mit.