Wade Albert White

 4,4 Sterne bei 95 Bewertungen
Autorenbild von Wade Albert White (©Light & Lens Photography)

Lebenslauf

Wade Albert White wird in Nova Scotia, geboren und wächst dort auf. Nach dem Highschool-Abschluss in Yarmouth besucht er verschiedene Universitäten in New Brunswick, Nova Scotia und in Toronto. Weil sein erster Vorname und sein Nachname beide nur eine Silbe lang sind, entschließt sich White dazu, unter seinem vollen Namen zu veröffentlichen, allerdings wünschte er, sein zweiter Vorname würde mit einem „O“ beginnen, damit seine Initialen nicht „WAW“ ergeben hätten. Neben dem Schreiben geht er anderen Tätigkeiten nach, zum Beispiel als Teilzeitdozent einer örtlichen Universität oder als Leiter eines Sommercamps. Er sagt über sich, er sei kein Spion, würde es aber auch nicht verraten, wenn er einer wäre, und dass er außerdem den Rekord für den langsamsten 10km-Lauf aufgestellt hat. Sein erstes Buch, „Saint Lupin’s Academy“, erschien 2017. Wade Albert White lebt heute mit seiner Familie in Annapolis Valley, Nova Scotia.

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Neue Rezensionen zu Wade Albert White

Cover des Buches Saint Lupin´s Academy 2: Drachen spucken auch nur Feuer (ISBN: 9783522505512)

Rezension zu "Saint Lupin´s Academy 2: Drachen spucken auch nur Feuer" von Wade Albert White

Ein LovelyBooks-Nutzer
Gelungenen Fortsetzung

Anne, Penelope und Hiro sind zurück. Nach dem ich den ersten Band der Saint Lupin’s Academy Serie von Wade Albert White gelesen hatte, war ich gespannt, wie es weitergeht. Und White bleibt sich treu. Es ist witzig geschrieben, hat tolle Einfälle und ist eine wunderbare Verbindung von Fantasy und Science Fiction ohne allzu sehr bei den berühmten Konkurrenten abzukupfern. Während im ersten Band Zutritt nur für echte Abenteurer ein Feuerwerk an spritzigen Innovationen gezündet wird, fällt dies im zweiten Teil deutlich ab, was unter anderem natürlich daran liegt, das vieles aus dem ersten Band wieder Erwähnung findet. Der zweite Band ist allerdings auch nicht mehr so Generationenübergreifend und wendet sich nun mehr einem jüngeren Publikum zu. Drachen spucken auch nur Feuer ist also ein klassisches Jugendbuch, das die Serie aber humorvoll weiterspinnt.

Der zweite Band setzt denn auch direkt dort an, wo der erste endet. Die drei Freunde sollen einen Preis verliehen bekommen für „die beste illegale Mission, bei der beinahe die gesamte Welt zerstört worden wäre“. Selbstverständlich als Ehrung für ihre Stufe 13 Mission im ersten Band. Doch, wie könnte es anders sein, gerät alles durcheinander und unversehens finden sich die drei Freunde in einer neuen ungewollten Mission wieder. Natürlich ist es nicht einfach irgendeine Mission, sondern eine geheime „Drachentöter Mission“. Nicht, dass das bereits schrecklich genug wäre, Drachen zu töten ist natürlich verboten. Und wenn’s kommt, dann kommt’s richtig: es muss selbstverständlich die Drachenkönigin sein.

Damit wäre der Abenteuerrahmen abgesteckt. Was folgt sind wieder turbulente Abenteuer, die White mit seinem Sprachwitz und lustigen Crossover Einfällen wunderbar umsetzt. Zwischen den Kapiteln finden sich wieder herrlich skurrile und absurde Hinweise aus der Parallelwelt des Trios. Wer den ersten Teil gerne gelesen hat, wird auch am zweiten seinen Spaß haben. Allerdings kann White das innovative Überraschungsmoment aus dem ersten Teil nicht wieder einfangen. Und ältere Leser*innen kommen auch nicht mehr ganz so auf ihre Kosten. Dennoch eine feine Fortsetzung.

Cover des Buches Saint Lupin´s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer! (ISBN: 9783522505437)
Grandiose Unterhaltung: witzig, spannend, schnell und herrlich absurd

Waisenkinder, die in einem Bergwerk schuften müssen, um sich ihren kläglichen Unterhalt selbst zu verdienen. Eine schreckliche Aufseherin, die die Kinder ausbeutet, demütigt und hart bestraft. Zwei Freundinnen, die diesem Horror entfliehen und in ihren Träumen Abenteurer (oder wahlweise Pirat) werden wollen – egal Hauptsache es hat etwas mit der Jagd nach Schätzen zu tun. Wade Albert White entfaltet eine fantastische Geschichte, die alles bietet, was ein echtes Abenteuer haben muss. Drachen, Zombiehaie, Sandwölfe, Ritter, Zauberer, Krieger und ein Schmied. Ein Schmied? Vielleicht war es auch ein Dieb? Eine Prophezeiung – oder ein Rätsel oder beides. Eine Waise, die ihre Herkunft nicht kennt und das anstehende Abenteuer so auch zu einer Suche nach sich selbst machen wird.

Fehlt eigentlich nur noch ein magisches Buch. Ne doch nicht, ist auch dabei: „Das ultimative Handbuch für Abenteurer“. Jetzt brauchen die Heldinnen und Helden der Geschichte allerdings noch eine ordentliche Ausbildung in einer der zahlreichen renommierten Abenteurerakademien, dann kann die fulminante Geschichte losgehen. Dumm nur, dass dafür keine Zeit ist. Statt einem Jahr haben die Abenteurer plötzlich nur drei Tage Zeit. Potzblitz. Was stürmt da nicht alles auf die Leserin und den Leser ein. Kaum befreien sich die drei Heldinnen und Helden, Anne, Penelope und Hiro aus einer Gefahr, geraten sie in den nächsten Schlamassel. Manchmal hilft es nicht einmal ein paar Gebäude unter einer Lawine zu begraben. Geht’s noch größer? Klar. Als gäbe es nicht bereits genug Herausforderung für das Trio, hängt auch noch die Zukunft der Welt von ihnen ab.

Und so kann man das Buch auch gar nicht weglegen. Und hey, ich bin nicht mal die Zielgruppe. Empfohlen wird das Buch ab 10 Jahren. Dann allerdings wohl eher mit reichlich Nachfragebedarf bei den Eltern. Saint Lupin’s Academy ist für mich jedenfalls eines dieser wenigen Kinder- und Jugendbücher, die ohne weiteres auch von Erwachsenen gelesen werden können (und sollten). Denn Wade Albert White schickt sich an, der Douglas Adams der Kinder- und Jugendbuchliteratur zu werden. Das Worldbuilding ist ähnlich wunderbar absurd und grotesk. Dabei gehen Humor und Einfallsreichtum Hand in Hand. Wer möchte nicht ein „Nutzer-Anweisendes Vogel-Informationssystem“ haben, kurz Navi? Einen kleinen regenbogengefiederten Vogel, der selbstverständlich sprechen kann, und beleidigen, aber vor allem helfen. Eine Schulleiterin ist die „königliche Hoheit Prinzessin Flauschepelz Schnurrhaar vom Clan der Mäusefänger“ (hier ist die harte Arbeit der Übersetzerin zu erahnen) und diese ist eine Katze. Eine magische Katze, eine sprechende Katze? Nö. Eine richtige Katze. Terry Pratchett hätte seine Freude daran.

„Saint Lupin´s Academy. Zutritt nur für echte Abenteurer!“ ist grandiose Unterhaltung: witzig, spannend, schnell und herrlich absurd. Wer es interpretieren möchte, erhält zusätzlich noch eine Geschichte über die Suche nach der eigenen (jugendlich-fragilen) Identität, über Freundschaft, Mitgefühl, Mut und die Herausforderungen und Abenteuer des Erwachsenwerdens.

Der Planet Verlag, der „Girl“-Ableger (warum das denn?) vom Thienemann-Esslinger Verlag, hat zu der fantastischen Geschichte ein entsprechend wunderschönes Buch herausgebracht. Die 3-D Prägung des Titels auf Buchvorderseite und Buchrücken verleihen dem Buch eine außergewöhnlich schöne Haptik – falls jemand Wert darauflegt; ich find’s schön.

Warum im Deutschen den Titeln allerdings immer so viel Gewalt angetan wird, bleibt ein ewiges Rätsel. In der Filmwirtschaft geht man ja nun endlich über, den Titel möglichste getreu, bzw. ihn gar nicht mehr zu übersetzen. Bei Büchern wird es wohl noch etwas dauern. Im Original lautet der Titel: The Adventurer’s Guide to Successful Escapes. Und in Anbetracht dessen, dass die Nachfolgebände wohl ähnlich heißen werden, ist der Titel nicht ganz so gelungen. Die Fortsetzung hat Wade Albert White angekündigt als „The Adventurer’s Guide to Dragons (and Why They Keep Biting Me)“.

Was habe ich gelacht

Da sowohl Covertext, als auch eine ganze Reihe von aussagekräftigen Rezensionen, die man im Internet finden kann inhaltlich schon alles sagen, will ich auf diesen gar nicht so recht eingehen.

Was mich als Erwachsenen an diesem Buch von Wade Albert White so sehr zum Lachen und schon fast hingebungsvollem Lesen gebracht hat ist seine Mischung von bereits bestehenden Klischees.
Da ist das Waisenhaus, in dem Anne aufwächst. Alles ist trist in einer nahezu geregelten und perspektivlosen Welt. Die Beschreibung der Szenerie mitsamt den eher untypischen Helden erinnerte mich stark an Inszenierungen von Tim Burton in seinen Filmen. Nachdem Anne diesem Leben entfliehen kann (mit Hilfe einer Gönnerin, die schon Züge von Marry Poppins aufweist) und an die eigentliche Abenteurer Akademie kommt, weckte das „Registrierungsverfahren“ Erinnerungen an Pen&Paper-Spiele, in denen der Zufall die Rolle des Spielers in einem Abenteuer festlegt. Und da gab es noch mehr an Anspielungen. Die Prägnanteste jedoch waren die Auszüge aus dem sich immer anpassenden „Handbuch für Abenteurer“ und sonstigen kleinen Anmerkungen am Ende eines jeden Kapitels. Wer Douglas Adams gelesen oder auch die Verfilmung von „Per Anhalter durch die Galaxis“ gesehen hat, wird diese netten kleinen, ein wenig wie Nonsens wirkenden Auszüge lieben. Mein Mann und ich fanden sie jedenfalls super. Hier einmal ein kleines Zitat:


DAS ULTIMATIVE HANDBUCH FÜR ABENTEURER
WIE MAN EINEN KAMPF AUF LEBEN UND TOD FÜHRT UND GEWINNT
hat unter Abschnitt „N“ wie „niedergestochen werden, von einem Mitglied des eigenen Trupps“ Folgendes beizutragen:
Ach, das kommt vor. – S. 304 –


Ob das Buch bei älteren Kindern und Jugendlichen, der eigentlichen Zielgruppe auch so gut ankommt kann ich eigentlich gar nicht so recht beurteilen. Wenn ich versuche all die Anspielungen, die ich durch meine Lebenserfahrung habe auszublenden, denke ich dass unter dem Strich eine schöne, durchweg solide Abenteuergeschichte der etwas anderen Art bleibt, die jedoch nicht jedes Kind begeistern wird. Auch Kinder und Jugendliche benötigen eine gewisse Art von etwas absurderem Humor, um richtig tief in diese Welt eintauchen zu können.
Aber es ist schon ein Buch, dass man einmal gelesen haben sollte. Man wird es lieben oder aber nichts damit anzufangen wissen.

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