Wagner Antje

 4,3 Sterne bei 69 Bewertungen
Autor von Schattengesicht.

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Cover des Buches Schattengesicht (ISBN: 9783897414136)

Schattengesicht

 (69)
Erschienen am 01.02.2018

Neue Rezensionen zu Wagner Antje

Cover des Buches Schattengesicht (ISBN: 9783897414136)L

Rezension zu "Schattengesicht" von Wagner Antje

Ein recht düsterer Roman
Lilli33vor 2 Monaten

Broschiert: 190 Seiten

Verlag: Crimina/Ulrike Helmer Verlag (1. Februar 2018)

ISBN-13: 978-3897414136

Preis: 12,00 €

auch als E-Book erhältlich


Ein recht düsterer Roman


Inhalt:

Die junge Lehramtsreferendarin Mila und das Mädchen Polly sind seit ihrer Kindheit befreundet - und auf der Flucht. Wie es dazu kam, erzählt Antje Wagner in Rückwärtsschritten.


Meine Meinung:

Zuerst möchte ich sagen, dass ich die Klassifizierung als Thriller nicht gelungen finde. Zwar geht es um die kranke Psyche eines Menschen und auch um Verbrechen, aber das reicht meiner Meinung nach nicht für einen Thriller aus. Nichtsdestotrotz ist das Buch spannend erzählt, aber nicht so, dass es einem den Atem raubt. 


Da ich jedoch schon andere Bücher von Antje Wagner kenne, weiß ich, dass sie nicht unbedingt klassische Thriller schreibt und war daher offen für diesen Roman. Er konnte mich auch gut fesseln. Gerade durch die rückwärts gerichtete Erzählung entstand viel Spannung, da man sich die ganze Zeit fragt, wie es zum aktuellen Stand der Dinge kommen konnte und was vorher wohl alles passiert sein musste. 


Zwar war mir einiges schon recht früh klar, doch gab es noch genügend Überraschungen, um mich  bei der Stange zu halten. Nicht alles wird detailliert ausgearbeitet; die Autorin lässt den Lesenden auch viel Freiraum für eigene Gedanken, was mir gut gefallen hat. 


★★★★☆


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Cover des Buches Schattengesicht (ISBN: 9783897414136)S

Rezension zu "Schattengesicht" von Wagner Antje

Düster und spannend
SillyTvor 4 Jahren

Schon seit ihrer Kindheit sind Mila und Polly beste Freundinnen, die einfach alles miteinander teilen. Doch nun ist etwas geschehen, dass die Frauen zur Flucht zwingt. Mit einem schlecht bezahlten Job als Zimmermädchen in einem Hotel schlägt Mila sich durch, während Polly sich in einem alten Haus versteckt hält. Doch schon wieder passiert etwas, was die beiden jungen Frauen zur Flucht treibt.
Meine Meinung
Vor kurzem habe ich ein Jugendbuch gelesen, das die Autorin Antje Wagner in Gemeinschaftsarbeit mit einer weiteren Autorin geschrieben hat, dementsprechend neugierig war ich auf einen Thriller aus der Feder der Autorin
Wie man schon an meiner sehr knappen Inhaltsangabe sehen kann, ist das Buch auch sehr schwer inhaltlich wiederzugeben, ohne zu viel zu verraten. Die Autorin baut hier nämlich auf beinahe jeder Seite wichtige Aspekte für die Handlung ein und spoilern möchte ich bei dieser besonderen Geschichte auf keinen Fall.
Der Schreibstil der Autorin Antje Wagner gefällt mir richtig gut, es ist sehr angenehm zu lesen und man spürt hier in den Worten das Geheimnisvolle, das Mysteriöse. Während man durchaus eine Ahnung hat, was hier im Argen liegt, wird vieles lediglich angedeutet und auf der Suche nach Antworten wird das Buch ein wahrer Pageturner.
Es ist spannend und das vom ersten Augenblick an. Dabei geschieht gar nicht unsagbar viel, sondern es ist genau das, was nicht ausgesprochen wird, was voran treibt beim Lesen. Die Stimmung ist sehr düster, man hat als Leser Vorahnungen, kommt ins Grübeln und doch bleibt vieles im Dunklen.
Sehr interessant ist der Aufbau der Geschichte, denn Antje Wagner beschreibt das Leben der Protagonistin rückwärts. Abschnittsweise lernen wir mehr von den Freundinnen kennen und kommen so langsam den Hintergründen auf der Spur. Im Vordergrund steht hier auf jeden Fall Mila, die Protagonistin und deren Entwicklung, bzw. wie diese zu solch einer Entwicklung geriet. Das Vorgehen der Autorin in dieser Darstellung ist rundum gelungen, denn auch wenn man immer wieder auf Ungereimtheiten stösst, bekommt man diese immer wieder schlüssig dargelegt.
Aus der Ich-Perspektive Milas verfolgt der Leser diese Geschichte und hat dabei großen Anteil an der Psyche der jungen Frau. Man spürt hier eine tiefe Traurigkeit bei der jungen Frau, doch so wirklich greifbar wird sie erst nach und nach. Stückchenweise wird Preis gegeben, wer Mila ist und auch wie sie ist.
Mila ist eine sehr ruhige Persönlichkeit, sie hält Abstand zu anderen, wirkt schüchtern und unsicher. Ganz im Gegensatz dazu steht Polly, die direkt und mutig in ihrem Auftreten erscheint. Nebencharaktere gibt es hier wenige, allerdings sind diese durchaus wichtig für die gesamte Entwicklung und Handlung.
Mein Fazit
Eine sehr düstere, still wirkende Geschichte, subtil erzählt. Genau das ist es auch, was diese Geschichte wirklich ausmacht, denn man muss als Leser selbst in die Gedanken und Handlungen der Charaktere eindringen und diese zu fassen bekommen. Ich mag ganz besonders den Schreibstil der Autorin, denn sie schafft es, mich bereits auf der ersten Seite abzuholen und neugierig zu machen und dieses Wissen wollen, wie es weitergeht, hält sie bis zum Schluss aufrecht. Leseempfehlung!

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Cover des Buches Schattengesicht (ISBN: 9783897414136)B

Rezension zu "Schattengesicht" von Wagner Antje

Geheimnisvoll, drückend und spannungsgeladen - ein großartiges Leseerlebnis!
buchstabentraeumerinvor 4 Jahren

BLEIB BEI MIR, DACHTE ICH. BLEIB BEI MIR, UND NICHTS WIRD JEMALS SCHIEF GEHEN. (SEITE 104)

Wer auf der Suche nach einem Geheimtipp ist, der sollte unbedingt einen Blick in „Schattengesicht“ von Antje Wagner werfen, denn ich war der Geschichte von der ersten Seite an verfallen. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich übte sie eine enorm starke Sogkraft aus. Auf dem Cover steht „Thriller“, doch es steckt so viel mehr darin.

In „Schattengesicht“ geht es um Mila und Polly, zwei enge Freundinnen, die in einer heruntergekommenen Wohnung zusammen leben. Mila arbeitet als Zimmermädchen in einem Hotel, Polly hingegen verlässt die Wohnung fast nie. Sie scheinen auf der Flucht zu sein, sie verstecken sich. Doch wovor? Das erfährt der Leser nicht. Überhaupt bleibt vieles von der Handlung über weite Strecken hinweg unklar.

Nur eine Sache lässt sich früh erahnen. Doch das macht nichts, denn es geht Antje Wagner, so meine Annahme, nicht darum, ihre Leser möglichst lange im Dunkeln tappen zu lassen. Vielmehr geht es darum, Klarheit über das „Warum?“ zu erlangen, denn hinter jedem Tun von Mila und Polly steht diese Frage, der Antje Wagner sprachlich virtuos nachgeht. Sie nimmt die Empfindungen ihrer Protagonistin auseinander und verpackt sie gleichzeitig wieder in beinahe schmerzhaft schöne Bilder. Schmerzhaft ist ein gutes Stichwort, denn würde ich die Geschichte von Mila und Polly in einem Wort zusammenfassen müssen, wäre es das: schmerzhaft.

ICH DACHTE NIE, DASS MIR ETWAS PASSIEREN KÖNNTE. CARSTEN UND INA VERWECHSELTEN MICH MIT JEMAND ANDEREM. MIR KONNTE NICHTS GESCHEHEN, NUR DIESER TOCHTER, DIE ES NICHT GAB. (SEITE 137)

Anfangs ist es ein nicht wirklich greifbarer Schmerz, der sich durch die Gedanken und Erinnerungen von Mila zieht. Doch er ist vorhanden, er zeigt sich in kurzen Momenten, in Situationen, in denen Mila unsicher und zögerlich ist, in denen sie sich verletzlich fühlt. Später wird der Schmerz sehr real und nimmt dadurch eine neue Dimension ein. Man ahnt, dass man dem Ursprung des Schmerzes auf der Spur ist, dass man ihm mit jeder gelesenen Seite näherkommt und damit auch der Erklärung für all die Ungereimtheiten.

Antje Wagner geht hier brillant subtil vor. Sie streut Andeutungen und reichert ihre Geschichte Stück für Stück weiter an. Dazu trägt in großem Maße bei, dass „Schattengesicht“ rückwärts erzählt wird. So ist es ein logischer Prozess, dass die Hintergründe erst im Verlauf des Lesens aufgedeckt werden, denn sie liegen in der Kindheit von Mila vergraben.

ICH SANK IN DIE ERINNERUNG, IN DAS GEFÜHL EINER FREMDEN EINSAMKEIT, DAS ICH AN JENEM NACHMITTAG IN HALBREICH VERSPÜRT HATTE, UND MEHR ALS ALLES FÜHLTE SICH DIESE ERINNERUNG WIE EIN ZUHAUSE AN. (SEITE 154)

In gleichem Maße, wie Seite für Seite das Verstehen zunimmt, wächst auch das Verständnis für Mila. Zu Beginn wurde ich nämlich nicht recht schlau aus ihr. Sie ist ein eigenwilliger Charakter. Weder Gespräche noch die Handlung trugen dazu bei, sie besser verstehen zu können. Mila ist ein einziges großes Rätsel und es ist ein faszinierender Prozess, sie kennenzulernen. Ebenso Polly. Wer ist sie? Ohne Frage ist sie ein mutiger Dickkopf, der sich für andere einsetzt. Schon früh erlebt man sie in Aktion. Doch was macht sie darüber hinaus aus? Was hat sie alles erlebt? Welche Rolle spielt sie in Milas Kindheit? Fragen über Fragen.

Eines ist klar: „Schattengesicht“ ist eine Geschichte, in der dem Leser Raum geschenkt wird, seinen eigenen Ideen und Vermutungen nachzugehen. Könnte hier nicht ein Zusammenhang bestehen? Was, wenn sich dies oder jenes zugetragen hätte…? Sehr anregend! Noch dazu spielt Antje Wagner teils herrlich bewusst mit den Erwartungen. Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Fazit

„Schattengesicht“ von Antje Wagner ist ein Thriller, der mich mit seiner Sprache, seiner Bildgewalt, seiner Charakterentwicklung und seinem Aufbau begeisterte, wie lange kein Buch zuvor. Die Stimmung ist düster, geheimnisvoll, drückend und spannungsgeladen und man wird mit einem Verdacht durch die Geschichte getragen, bis dieser sich erhärtet und alles sich zu einem großen Ganzen fügt. Für mich eine der großartigsten Entdeckungen in diesem Jahr.

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