Walahfrid Strabo

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Alle Bücher von Walahfrid Strabo

De cultura hortorum

De cultura hortorum

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Erschienen am 01.01.2002
Zwei Legenden

Zwei Legenden

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Erschienen am 01.06.2012
De cultura hortorum

De cultura hortorum

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Erschienen am 01.02.2017
De cultura hortorum / Über den Gartenbau

De cultura hortorum / Über den Gartenbau

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Erschienen am 18.03.2015
De cultura hortorum (Hortulus)

De cultura hortorum (Hortulus)

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Erschienen am 01.07.2010

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Rezension zu "De cultura hortorum" von Walahfrid Strabo

Ökologie ist ein alter Hut.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Ein kleines Traktat über Pflanzen und dann auch in der Originalsprache Latein; wie langweilig! Langweilig? Nein, denn hier sind die Anfänge einer Literatur zu sehen, so wie wir sie heute kennen. Der Abt Walahfrid Strabo (808-849) schrieb es in einer Epoche nieder, die als die „karolingische Renaissance“ bekannt ist. Eine Erneuerung von Kunst, Architektur, Bildung und Wissen, ausgelöst durch den fränkischen König und Kaiser Karl d. Große. Meist wurden in dieser Zeit theologische Werke in mühsamer handschriftlicher Arbeit verfaßt und als kostbares Gut in den klösterlichen Bibliotheken verwahrt. Hier wird in dichter, beinahe spielerisch-andächtiger Form ein weltlicher Text zu Papier gebracht, der alle Merkmale jener Renaissance in sich vereinigt. Eine klare fast schon wissenschaftlich zu nennende Beobachtungsgabe, der Nutzen der beschriebenen Pflanzen (Botanik wurde in jenen Jahrhunderten zuallererst so verstanden, daß aus den Pflanzen die Arzneien und Tinkturen gewonnen wurden, die Krankheiten kurieren oder zumindest lindern sollten), die Schilderung und somit die Bedeutung eines behutsamen Umgangs mit ihren natürlichen Quellen sowie die Anklänge und Beziehungen zu klassischen Vorbildern im Reich der Botanik, verknüpft mit theologischen Aspekten.
Und keine Angst: Die leserische Mühe wird durch eine deutsche Übersetzung erleichtert, kombiniert mit zahlreichen Erläuterungen im Anhang. Ein kleiner Tipp am Schluß: Gönnen Sie sich eine Reise zur Klosterinsel Reichenau im Bodensee (die Insel ist UNESCO-Weltkulturerbe), wo Strabo gewirkt hat und lassen Sie sich im Kloster- und Kräutergarten der Kirche Sankt Georg einnehmen von Walahfrids Beschreibungen …

 

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tindernesss avatar

Rezension zu "Vita sancti Galli / Das Leben des heiligen Gallus" von Walahfrid Strabo

Eine gar nicht so "christliche" Heiligenlegende
tindernessvor 4 Jahren

Irgendwie habe ich es versäumt, das Gallusjahr 2012, das man in St. Gallen mit allerlei Festivitäten breit gefeiert hat. Ich bin erst später, also dieses Jahr auf Gallus, den Heiligen gestoßen, als ich in einer Pfarrkirche ein Kirchenfenster sah, auf dem er mit einem Bären abgebildet worden war. Das machte mich neugierig. Ich entdeckte, daß es sich bei der Legende des Heiligen Gallus im Wesentlichen um eine "Erzählung" über die christliche Missionierung der Ostschweiz und ein Stück weit auch um die Zähmung der Wildnis in der Ostschweiz im 7. Jahrhundert handelt.

Die Erzählung von Walahfried Strabo, einem dem Abt des Klosters Reichenau in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts, gehört zu einer der drei wichtigsten Quellen zum Leben des Gallus. Wer hier die "wahre" Vita finden will, muß allerdings enttäuscht werden, denn die Heiligenlegenden des Mittelalters erheben diesen Anspruch erst gar nicht. Wahrheit und christliche Symbolik sind hier eins, sodaß die Geschichten nicht eins zu eins gelesen werden können, wohl aber auf tatsächliches Geschehen hinweisen. Die Brutalität, mit der die Missionierung durch die iroschottischen Mönche Kolumban und seines Schülers Gallus geschildert wird, erschrickt aber dennoch und weist auf den wahren Kern der Missionierung hin, die ja nicht gerade zu den Ruhmesblatt des Christentums (aber auch nicht der anderen Abrahamitischen Religionen) gehört. Da werden beispielsweise die Kultgegenstände der keltisch geprägten Einwohner von Bregenz einfach zerstört und ins Wasser geworfen, und dann wird gejammert, daß die beiden Mönche den Ort wegen der Feindseligkeiten der Einwohner verlassen müssen - ein historischer Reflex auf die doch großen Schwierigkeiten, die das Christentum hatte, mit den Naturreligionen dieses Raumes "umzugehen". Viele andere, ähnliche Begebenheiten finden sich in diesem Text.

Aber lest doch selbst: der schmale und sehr preiswerte Reclam Band bietet sowohl die lateinische wie auch die deutsche Übersetzung an. Dort wo Erklärungen notwendig sind, wird das auch angeboten. Der Text liest sich nicht im Mindesten sperrig. Wer aber mehr historische Hintergrund will, dem sei die Gallusbiographie von Max Schär aus dem Jahr 2012 empfohlen, die bald von mir besprochen werden soll.

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