Heilmittel Wasser
“Man beschützt das, was man liebt”.
Ist nicht nur ein Kernsatz, der als Zitat von Celine Cousteau als Motto über das Werk formuliert ist, sondern der Satz trägt in sich auch das Ziel des Buches.
Das Wasser ein zentrales Lebens-Elixir ist, das weiß man natürlich. Nicht länger als drei Tage kann der Mensch ohne Wasser überleben. Aber auch evolutionsbiologisch stellt Nichols überzeugend und angenehm formuliert dar, dass alles Leben auf unserem Planeten „aus dem Wasser“ kommt. Hoch informativ und zentral legt Wallace dann aber vor allem (und darum drehen sich seine Gedanken im Werk) vor Augen, wie wirksam Wasser für das tägliche Wohlbefinden, gar für die Heilung mancherlei Beschwerden und Krankheiten eingesetzt werden kann.
„Als Meeresbiologe, der mit dem Meer ebenso vertraut ist, wie mit dem Land, glaube ich, dass Ozeane, Seen, Flüsse, Teiche, selbst Brunnen unseren Geist unwiderstehlich beeinflussen“.
Und: „Tausende Menschen haben ohne Liebe gelebt, keiner ohne Wasser“.
Was nun diese Faszination ist, diese meditative Ruhe, die vom Wasser ausgeht, wie sich das verhält mit der Entwicklung des Lebens in und aus dem Wasser heraus und wie ein „rotes, graues und / oder blaues Bewusstsein dazu dient, die Gesundheit durch Wasser in vielfacher Form zu fördern, all dem geht Nichols fast meditativ in Stil und Ton nach und verweist den Leser immer wieder darauf, dass die je eigenen „Aggregatzustände“ eng mit dem Verhältnis zum Wasser verbunden sind und dass „in Verbindung treten und zur Ruhe kommen“ eine der wesentlichen Wirkungen von Wasser ist. Wenn man bereit ist, sich diesem ruhig und gelassen zuzuwenden.
Am Ende also bildet dieses Werk weniger ein naturwissenschaftlich-evolutionsbiologisches Nachvollziehen an, sondern ist deutlich im Bereich der Neurowissenschaften angesiedelt und zieht die vielfachen Querverbindungen zwischen dem Verhältnis des Menschen zum Wasser und dem in ihm ruhenden Bewusstsein.
Je mehr man sich dem „Wasser aussetzt“, je klarer man den ruhigen Fluss der Wellen in sich nachschwingen lässt, desto klarer, ruhiger fokussierter und gelassener wird der Mensch ans ich.
Denn am Ende ist der Mensch zu einem hohen Anteil die „Summe seiner Erlebnisse“ und, vertraut man Nichols, dann sollten mehr und mehr „Wasser-Erlebnisse“ in das Leben treten, um die vielfachen Verbindungen zwischen sich und der Welt zu erfassen, zu spüren und zu internalisieren.
Überraschend nähert sich Nichols dem Thema „Wasser“ und bietet dem Leser damit eine bedenkenswerte Sichtweise auf das Leben an sich.