Wallace Stegner Die Nacht des Kiebitz

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Inhaltsangabe zu „Die Nacht des Kiebitz“ von Wallace Stegner

Eine subtile Ehestudie von hoher RaffinesseJoe Allston, Literaturagent im Ruhestand, ist ein Unsentimentaler: Ein Leben lang hat er die Sicherheit ehelicher Stabilität dem Sturm möglicher Leidenschaften vorgezogen. Auch jetzt setzt er dem tendenziell aussichtslosen Unterfangen später erotischer Eskapaden die stoische Haltung des Beobachters entgegen. Ruth will ihn zum Schreiben animieren, doch Allston erinnert sich stattdessen an eine ungelebte Liebe: Die denkwürdigen, mitunter abstrusen Geschehnisse auf einer Jahrzehnte zurückliegenden Reise nach Dänemark lesen sich wie ein Krimi. Gleichzeitig entfaltet sich das subtile Porträt einer Ehe.

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  • Rezension zu "Die Nacht des Kiebitz" von Wallace Stegner

    Die Nacht des Kiebitz
    sumsidie

    sumsidie

    27. January 2012 um 11:23

    "Es bedeutet schon etwas - und es kann alles bedeuten - einen Mitvogel gefunden zu haben, mit dem man in den Dachbalken sitzen kann, während unten gezecht, geprahlt, rezitiert und gestritten wird; einen Mitvogel, für den man sorgen kann, dem man Körner und Raupen bringen kann, der dir die Wunden salbt und die zerzausten Federn richtet und dich tröstet, wenn du zufällig in etwas hineingeflogen bist, was zu viel für dich war."

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  • Rezension zu "Die Nacht des Kiebitz" von Wallace Stegner

    Die Nacht des Kiebitz
    AnnaChi

    AnnaChi

    13. August 2011 um 09:32

    Eine Studie über eine Ehe - klingt langweilig, ist aber teilweise spannend wie ein guter Thriller. Ein 70jähriger Mann, ehemaliger Literaturagent, stoisch den Beschwernissen des Alters und den Gewohnheiten einer langjährigen Ehe gegenüber, erinnert sich an eine jahrzehntelang zurückliegende Reise nach Dänemark und ihre Ereignisse, die vieles in Frage stellten ... Eine raffiniert komponierte Geschichte, geschrieben mit feiner Ironie, sprachlich großartig und herzergreifend.

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  • Rezension zu "Die Nacht des Kiebitz" von Wallace Stegner

    Die Nacht des Kiebitz
    emeraldeye

    emeraldeye

    21. December 2010 um 16:26

    Joe Allston ist siebzig Jahre alt, Literaturagent im Ruhestand und hat sich mehr oder weniger vom Leben zurückgezogen. Er ist mit seiner Frau in einen wenig spektakulären Teil von Kalifornien gezogen und verbringt seine Tage damit, so zu tun, als würde er endlich einen eigenen Roman schreiben. Ruth, die sich mit seinem Gleichmut nicht abfinden will, hat ihn dazu gedrängt. Und so verschwindet er jeden Morgen in sein "Atelier", schließt die Tür hinter sich und schaut für ein paar Stunden den Vögeln draußen vor seinem Fenster zu, während er seinen Erinnerungen und ungelösten Lebensfragen nachhängt. Er bezeichnet sich selbst als "schlaumeiernden Trittbrettfahrer im Leben anderer Leute und ein Tourist im eigenen". In seinem Leben gibt es kein bedeutsames Ereignis, das er selbst herbeigeführt hätte. Er ist immer mit dem Strom geschwommen wie ein Stock, hat sich in Strudeln verfangen und wurde weiter geschwemmt, hat nur halb verstanden, woran er vorbeigetrieben ist, und mit jedem Jahr immer weniger begriffen. Und getreu dieser Erkenntnis will er sein Leben dem Ende zutreiben lassen. Doch dann hat er eine Begegnung mit einem Freund, der viel älter als er ist, doch vor Lebenslust überschäumt, und mit einem anderen Freund, der nur noch wenige Monate zu leben hat. Und er findet die Postkarte einer Frau im Briefkasten, von der er seit 20 Jahren nichts mehr gehört hat. Sie erinnert ihn an das einzige Mal in seinem Leben, das er von sich aus aktiv geworden ist. Ausgelöst durch den frühen, unverständlichen Tod seines einzigen Sohnes, begibt er sich mit Ruth auf die Suche nach seinen Wurzeln. Er reist nach Dänemark! Und schreibt während dieser Zeit Tagebuch. Als er diese Tagebücher wiedergefunden hat, verlangt Ruth von ihm, sie vorzulesen. Eigentlich will er nicht, aber Ruth bleibt beharrlich. Und so entfaltet sich, bruchstückhaft zwar, aber deswegen nicht weniger überraschend, tiefgründig und geradezu schockierend eine Zeitspanne, die von Joe Entscheidungen verlangt hat, die er nie zuvor und nie mehr danach treffen mußte. Eigentlich mag ich Literatur, die das Alter und das Altern thematisiert, nicht. Mir reicht es, live mitzuerleben, wie ich selbst älter werde. Philip Roth´s Aussage "Das Alter ist kein Kampf, es ist ein Massaker" kann ich nur voll und ganz zustimmen. Darüber muß ich nicht auch noch lesen und kostbare "Jugendzeit" verschwenden. Aber es ist witzig, geistreich und oft angenehm direkt, wie Wallace Stegner seinen Protagonisten über das Alter sinnieren und damit umgehen läßt. Er gibt ihm das Recht, sich zu beklagen und verpassten Gelegenheiten nachzuträumen. Dies aber stets mit einem guten Schuss ironischer Distanz, so dass Joe nur selten wehleidig oder gekränkt wirkt. Er ist ehrlich zu sich selbst. Kein rosaroter Schleier trübt seinen Blick auf sich, seine Frau und sein kleiner gewordenes Leben. Seine misanthropischen Anwandlungen werden durch seinen Humor und durch immer noch vorhandene Liebe und Neugier gemildert. Die Reise nach Dänemark, die er vor über 20 Jahren unternommen hat, wird durch das Lesen, besonders aber durch das Vorlesen seiner Tagebücher wieder lebendig und verändert ein zweites Mal seinen Blick auf sich und andere. Wallace Stegner hat eine weise, humorvolle und, wenn man von der am Rande erwähnten gesellschaftlichen Situation Amerikas in den 70iger Jahren absieht, immer noch aktuelle Geschichte über zwischenmenschliche Beziehungen und die Veränderungen, denen sie unterworfen sind, geschrieben. Wer sich nicht fürchtet, über das Altern und seine unabwendbaren Folgen zu lesen, wird diesen Roman genießen und auch seinen schockierenden Kontrapunkt verkraften.... Wallace Stegner: "Wenn man nach Selbsterkenntnis strebt, wie es uns Sokrates seit so vielen Jahrhunderten beizubringen versucht-befasst man sich dann wirklich mit dem eigenen Leben oder nur mit den Schatten, die es auf das Leben der anderen wirft? Geht es um Dinge oder um die Beziehungen zwischen den Dingen? Um objektive Realität oder um den Fluchtpunkt einer Betrachtung aus verschiedenen Perspektiven? Um das Prisma oder um den Regenbogen, den es erzeugt? Und was, wenn man die Wand ist? Wenn man nie einen eigenen Schatten geworfen, einen Regenbogen erzeugt hat, sondern nur das auffängt, was andere einem zuwerfen?"

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  • Rezension zu "Die Nacht des Kiebitz" von Wallace Stegner

    Die Nacht des Kiebitz
    Clari

    Clari

    29. May 2010 um 01:30

    Subtile Ehegeschichte und Rückschau auf ein langes Leben. Das Alter bedeutet nicht für jeden nur Spaß und Freude! Da gibt es die kleinen Wehwehchen überall, und der Körper will nicht mehr so wie einst. Wallace Stegner weiß lebendig davon zu berichten. Sein alter ego ist Joe Allston, ein pensionierter 69 jähriger Literaturagent, der mit seiner Frau Ruth den Lebensabend im geruhsamen Kalifornien verbringt. Er führte alle die Jahre eine gute Ehe mit ihr und ist seiner Frau stets treu gewesen. Ein kleines Geheimnis blieb lange unentdeckt, bis Joe seine Tagebuchaufzeichnungen aus dem Jahr 1954 wiederfindet. Auf der Reise in die Vergangenheit entdeckt man eine fast kriminelle Familiengeschichte, die es in sich hat. Sein Berufsleben hat Joe in der anregenden und kulturell lebendigen Stadt New York verbracht. Jetzt bestimmen die Gartenarbeit und gelegentliche Geselligkeiten sein Leben. Aber ist Joe wirklich zufrieden? Sein italienischer Freund Césare ist entsetzt über die Abgeschiedenheit seines jetzigen Lebens und den Mangel an abwechslungsreicher Unterhaltung hier im friedlichen Umfeld seiner neuen kalifornischen Heimat. Mit Witz, Ironie und einer guten Portion Sarkasmus bei gleichzeitiger Empfindsamkeit erzählt Joe Allston über seine kleinen Maläsen, über seine lange Ehe mit Ruth und über ihre eingeübten Gewohnheiten, die sehr originell beschrieben sind. Sie witzeln und kennen die Eigenarten des anderen. Gemütlich ist es allemal, wenn sie zusammen sitzen und Musik hören oder fernsehen. Seine Freunde sind ebenfalls alt, und er sieht, wie der eine oder andere schon scheiden muss. Die alltägliche Gegenwart ist absolut witzig und treffend gezeichnet. Gespräche über den Gartenzaun erzeugen eine sehr persönliche Atmosphäre. „ Der Wind rüttelt sanft, doch energisch am Haus. Man hörte den Regen gegen die Scheiben prasseln. Nichts konnte mehr Geborgenheit bieten als das. Und nichts ist so vergänglich.“ Depressionen überfallen ihn heute zuweilen, wenn er die Kürze der Zeit bedenkt, die seine Altersperspektive ihm gewährt. Die Tagebücher, aus denen er Ruth eines Abends vorliest, führen die beiden zurück nach Dänemark, wo sich Joe im Jahr 1954 auf Spurensuche nach seinen Vorfahren begeben hatte. Hier beschreibt er ein mit reisendes Paar als “ fromm, kleinkariert, strikt gegen Rauchen, Trinken, Kartenspiel, Kino, Bücher, Sprachen, Denken.“ Spießbürger par excellence! Die Abenteuer in Dänemark wirken fast wie eine eigene eingeschobene Geschichte, die nur mittelbar mit seinem Lebensbericht in Verbindung steht. Das Bild rundet sich und man beobachtet Joe Allston beim Nachdenken und Sinnieren. Geheimnisse werden aufgedeckt, die seiner Geschichte eine spannende Wende geben. Wallace Stegners Werke handeln vom einfachen Leben, von Freude, Leid und der Vergänglichkeit. Sehr nahe kommt man seinen Empfindungen, denn er schreibt seine Romane wie Berichte an einen guten Freund. So fühlt man sich heimisch bei der Lektüre und meint, man könnte auch zu seinen Gästen zählen. Dieser Autor bietet Geschichten an, in denen es wie im wirklichen Leben zugeht: fröhlich, traurig, ehrlich, aufrichtig und nicht zuletzt oft versöhnlich. Der Autor Wallace Stegner, 1909 -1993, gehört zu den wichtigsten amerikanischen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts. Er wurde mit dem National Book Award 1977 ausgezeichnet.

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