Wallace Stroby Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman

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Inhaltsangabe zu „Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman“ von Wallace Stroby

Crissa Stone ist Profi – und knallhart. Die clevere Meisterdiebin ist gut im Geschäft. Wenn es allerdings um ihren Lover geht, bekommt die scheinbar undurchdringliche Fassade Risse. Um ihn aus dem Knast zu holen, braucht sie Geld. Viel Geld. Durch den Überfall auf eine hochkarätig besetzte Pokerrunde gerät Crissa ins Visier eines Auftragskillers namens »Eddie der Heilige«. Denn Eddie ist ein Profi – und auch er will die Beute für sich haben.

Lesespaß in Reinkultur. ein Krimi in bester amerikanischer Tradition!

— RitaLeseviel

Hart, direkt und schnörkellos. Bad Girl vs. Very Bad Guy.

— Gulan

Mehr schwärmen kann ich fast nicht – „Hardboiled as it can be“ mit einer klaren und starken Berufsganovin als Heldin. So soll es sein!

— DunklesSchaf

The Next Big Thing! Bitte schnell mehr davon!

— WortGestalt
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  • Dinge, die uns nicht umbringen, machen uns härter

    Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman

    RitaLeseviel

    18. June 2017 um 15:31

    „Drei Minuten nachdem sie durch den Haupteingang gekommen war, hatte Crissa den Manager und die zwei Angestellten mit dem Gesichtern auf den Boden, die Hände mit Kabelbindern auf den Rücken gefesselt.“ Sie kommt, räumt ab und verschwindet wieder. Crissa Stone ist Räuberin, Ganovin, Einbrecherin. Keine Femme fatale, kein Herzchen, welches auf High Heels versucht, Männern den Kopf zu verdrehen oder gar eine 130 Kilo Amazone. Crissa ist eher eine hübsche Durchschnittsfrau, die nicht aus der Masse hervorsticht und somit eher attraktiv-unauffällig wirkt. Sie setzt sich in ihrem „Geschäftsfeld“, einer Männerdomäne, durch. Das geht nicht immer ohne Blessuren ab. Waffen gehören zu ihrem Arbeitsmaterial, dienen zur Abschreckung und weniger dazu Menschen tatsächlich zu verletzen oder zu töten. Um einen guten Bruch zu machen nutzt sie ihr Köpfen. Kann gut abschätzen, ob sich der Einsatz tatsächlich lohnt oder ob zu viele Komplikationen auf sie warten. Bis zu dieser Sache im Süden. Es schien nicht einfach, aber durchführbar. Etwas läuft aus dem Ruder und unversehens landet Crissa in einer Geschichte aus Rache und Gier, welche sie mit dem Leben bezahlen könnte.   Eine weibliche Räuberin, die nicht mit Reizen punktet. Schurkin, Heldin und Opfer in einer Person. Kein schießwütiges Flintenweib, keine perfekte Kampfsportmaschine, die mit ihrem kleinen Finger mehr Unheil anrichtet, als eine Herde wild gewordener Büffel. Crissa ist eine teamfähige Einzelkämpferin mit Gewissen und einer Schublade voller persönlicher Dämonen, welche sie immer wieder einholen.   „Als Casco sich vorbeugte, sein Gesicht im Safe, setzte Eddie ihm einen Fuß zwischen die Schulterblätter, um ihn dort zu halten und schoss ihm zwei Mal in den Hinterkopf.“   Womit wir bei Crissas Gegenspieler währen. Der heilige Eddie. Ein böser Bube, ohne Gewissen, welcher dem Roman erst richtig Spannung und Tempo gibt. Ihm muss sich Crissa entgegenstellen, will sie nicht ihr Leben verlieren.   „Ich mochte die Idee einer starken, aber verletzlichen Frau, die sich in einer Männerwelt behauptet“, schreibt Wallace Stroby über seine Hauptdarstellerin. Meiner Ansicht nach hat der Autor dieses perfekt getroffen und umgesetzt. Ohne Schnickschnack und Adjektiv-Heischerei bringt Wallace Stroby seine Geschichte auf den Punkt. Personen und Orte sind klar und nicht überzeichnet, so dass die Phantasie des Lesers gefordert wird und er aus den gesetzten Eckpunkten sich selbst, ohne großes Federlesen, eine Vorstellung von dem machen kann, was er gerade liest. Das liegt an Wallace Schreibstil, welcher in bester, klassischer amerikanischer Manier daher kommt. Hard-Boiled nennt sich dieses Genre, in dem die Protagonisten viele Actionreiche Szenen erleben dürfen und selbst die vermeintlich ruhigeren Abschnitte nicht ohne Spannung bleiben.   Die Geschichte ist linear erzählt aus der Perspektive des personalen Erzählers. Somit gibt es keine Rückblicke in die Vergangenheit der Figuren, es sei denn, sie erzählen davon. Der Roman ist, trotz seiner Reminiszenz an Serien wie z.B. 77th Sunset Strip, modern und aktuell, aber eben mit klassischen Motiven wie im Mafiagenre.   Leseempfehlung? Ein ausgesprochener Lesespass mit großer Sogwirkung.

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  • [Rezension #31] Kalter Schuss ins Herz

    Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman

    KiraNear

    17. January 2017 um 14:37

    Name: Kalter Schuss ins HerzAutor: Wallace StrobyGenre: Krimi, ActionPreis: € 13,99 Kindle Version, € 15,99 Taschenbuch | Ich hab es für ein paar Euro beim Aldi bekommen.Seiten: 351Sprache: DeutschErscheinungsjahr: 2015ISBN: ISBN-10: 3865324878 | ISBN-13: 978-3865324870Verlag: Pendragon Rückentext:Crissa Stone ist rational, vorsichtig und nie impulsiv - kurz eine ausgezeichnete Diebin. Doch als bei einem Überfall auf eine illegale Pokerrunde ein Komplize die Nerven verliert, ändert sich alles. Ein Schuss fällt, und der Spross eines Mafiaclans ist tot.Crissa und ihre Komplizen geraten ins Visier des organisierten Verbrechens. Ein skrupelloser Killer nimmt ihre Spur auf und bekommt nicht genug - auch dann nicht, als der Ermordete längst gerächt ist. Es wäre für Crissa ein Leichtes, sich abzusetzen und den gefährlichen Killer abzuschütteln. Wäre da nur nicht Maddie ... Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):Das Buch hier ist ok, aber mehr irgendwie auch nicht. Der Rückentext fasst quasi alles wichtige des gesamten Inhalts zusammen, überhaupt passiert von der Handlung her nicht viel. Auch werde ich hier mit den Charakteren nicht warm, was zum einen daran liegt, dass sie irgendwie blass wirken (und ich hab sie auch wieder untereinander verwechselt). Der eine agiert mit dem, verrät den usw. Ich bin irgendwann nicht mit den ganzen Leuten mitgekommen, wusste nicht mehr, wer mit wem zusammenarbeitet und wer wen tot sehen möchte. Zum anderen liegt es daran, dass die Leute hier wie die Fliegen wegsterben. Wie schon der Buchrücken sagt, bringt der Killer alle um. Und ja, er bringt einfach mal alle um, die das Pech haben, nur seinen Weg zu kreuzen. Fast jeden von ihnen hat er vorgemacht "Mach dies und das und du bleibst am Leben", nur um ihnen dann einen Kopfschuss zu verpassen. "Kalter Schuss ins Hirn" wäre allerdings der passendere Titel gewesen. Oftmals ist der Tod des jeweiligen Charakters so unnötig gewesen, dass ich mir oft dachte: Ja, der Typ ist böse, wie oft muss er noch Leute umbringen, bis der Autor glaubt, dass wir es kapiert haben. Für eine kurze Zeit musste ich an GTA denken, aber als das mit dem sinnlosen Morden weiterging ... Mann, da hat ja sogar Trevor (GTA V) mehr Moral als der Kerl. Auch läuft alles bei den Leuten so perfekt, so glatt. Hier ne neue Identität, da untertauchen ... ich bin keine Kriminelle, daher kann ich nicht einschätzen, dass es so einfach geht. Aber dass es dabei anscheinend nie Schwierigkeiten gibt? Ich fand es daher als eine tolle Abwechslung, als sie am Ende auf ihre falsche Identität verzichten und sich eine neue holen musste. Das Buch ist unterhaltsam zu lesen, nur von Tod zu Tod rollen einem immer mehr die Augen. Auch frage ich mich oft: Warum lebt sie dieses Leben? Warum sucht sie sich nicht einfach einen normalen Job und zieht ihre Tochter selbst auf, anstatt sie bei Verwandten zu lassen? So richtig werden diese Fragen nicht beantwortet, es ist halt einfach so. Anscheinend sehnt sie sich nach einem normalen Leben ... vielleicht will sie es führen, wenn sie das Geld für ihren Partner zusammenbekommen hat. Allerdings wäre es wohl schlauer gewesen, vorher einen besseren Weg einzuschlagen. Nur weil man einen kriminellen Partner hatte, muss man es nicht selbst werden. Auch werfen sie oft, um Spuren zu verwischen, Waffen usw in irgendwelche Flüsse oder Mülleimer. Dass das keinem auffällt, wundert mich jedes Mal aufs neue. Leseprobe (die ersten 10 Sätze):Drei Minuten nachdem sie durch den Haupteingang gekommen war, hatte Crissa den Manager und die zwei Angestellten mit den Gesichtern auf den Boden, die Hände mit den Kabelbindern auf den Rücken gefesselt. Sie nahm ihnen ihre Waffen ab - stupsnäsige Revolver in Gürtelholstern - und war sie in den Abfalleimer an der Wand. Alle drei hatten sie offenbar getragen, aber nicht versucht, an sie heranzukommen. Sie hatte die Glock in der Hand gehabt, war schnell um den Schalter herum, hatte auf den Boden gedeutet. Ohne Protest waren sie auf die Knie gegangen, die Hände hinter dem Kopf. Sie wussten, wie so etwas lief. Ihr Leben war ihnen mehr wert als das Geld.Sie steckte die Glock weg, ging zurück und sperrte den Eingang zu. Regen schlug schräg aus dem grauen Himmeln, lief das verspiegelte Fenster hinunter. Erst 16:00 Uhr, aber schon beinahe Nacht. Fazit:Wie gesagt, das Buch ist ok, aber mehr auch nicht. Man muss es nicht unbedingt lesen, es gibt viele Leute, denen es anhand ihrer Rezis und Bewertungen besser gefällt, aber Geschmäcker sind glücklicherweise unterschiedlich. Das Cover gefällt mir richtig gut, aber dennoch werde ich das Buch nicht behalten, sondern es ebenfalls einer Freundin anbieten. Möglicherweise gefällt es ihr besser. Die Grundidee find ich gut, wie gesagt, ich musste kurzzeitig an die GTA-Reihe denken. Aber das viele sinnlose Töten und die in meinen Augen grauen Charaktere haben mir das Buch dann doch ein wenig vermiest. Besonders das erstere. Daher kann ich dem Buch leider nur 3 Rubine geben.

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  • Männerbranche

    Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. February 2016 um 09:21

    Crissa Stone arbeitet in einem Bereich dem man gut als Männerdömane bezeichnen kann. Nein, sie ist keine Kfz-Mechanikerin, auch keine Physikerin. Crissa ist Vollzeitdiebin oder Ganztagsverbrecherin. In dieser Welt, die noch hauptsächlich von der männlichen Seite dominiert wird, muss Crissa sich erst einmal behaupten und ihren Platz in diesem Bereich finden. Doch das gelingt ihr gut. Sie ist clever, handelt sowohl überlegt als auch vorsichtig, ist nach außen hin eiskalt und zuverlässig.  Im ersten Band der Thriller-Reihe möchte die Gaunerin Wayne Boudreaux, den Mann der ihr am Herzen liegt aus dem Gefängnis holen. Allerdings benötigt sie dazu eine Menge Geld. Da kommt ihr natürlich ein relativ einfacher Geldraub mit hohem Gewinn genau richtig. Bei dieser absolut sicheren Sache gibt es aber dann einen Toten. Ungünstig nur, dass der Tote der Schwiergersohn eines Mafiabosses war. Damit fängt der Ärger erst richtig an. Wallace Strobys Idee seinen Gangsterthriller von einer weiblichen Protagonistin handeln zu lassen, kann ich nur befürworten. Crissa hat bereits ihren Platz in der Szene gefunden und wie es scheint, hat sie sich dort bereits einen Namen gemacht. Auf dem ersten Blick scheint die Frau abgeklärt und relativ "abgebrüht" zu sein. Doch der Autor bringt ein Kind ins Spiel, so dass an diesen Stellen sehr wohl ihre weibliche und ja auch ihre eher verletzliche Seite durchblitzt.  Die beschriebene Gangsterszene ist sehr glaubhaft beschrieben. Genau so stelle ich mir sie vor. Die Verbrecher sind alle relativ unberechenbar, skrupellos, man kann ihnen nicht trauen und einige von ihnen sind wirklich derb. Eine Gesellschaft, in der man sich nicht unbedingt aufhalten möchte. Ein paar Mal erschienen mir die Charaktere allerdings etwas zu derb. Für meinen Geschmack wäre das nicht notwendig gewesen. Strobys Erzähltempo hat mir, an manchen Stellen, ehrlich geschrieben den Atem verschlagen. In den jeweiligen Szenen geht es zack zack und schon ist man in der nächsten Situation. Diese Ortswechsel werden aber z.B. nicht durch einen Absatz oder vielleicht sogar einem neuen Kapitel gekennzeichnet. Lange Erklärungen im Voraus bzw. zum Ende des Geschehens hin sucht man ebenso vergebens. Viel eher muss man sich einfach im nächsten Satz in der nächsten Zeite neu orientieren und bemerkt mit einem Mal, dass sich Crissa z.B. schon wieder auf ihrer Heimreise in New York befindet. Der Leser muss schnell kombinieren. Durch die schnellen Wechsel, ist das Erzähltempo sehr hoch und die Spannung baut sich dadurch, wie ich finde, noch mehr auf. Herzrasen war, während des Lesens, mein ständiger Begleiter. Es hätten nur noch feuchte Hände und Schweißperlen auf meiner Stirn gefehlt. Fazit: Eine gut skizierte Heldin mit einem nervenaufreibenden Job, die ihren männlichen Kollegen in nichts nachsteht.

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  • Bad Girl vs. Very Bad Guy.

    Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman

    Gulan

    Sie senkte das Handy, dachte an das, was Jimmy Peaches ihr gesagt hatte. Die ganze Sache eine Farce. […] Es machte sie wütend auf Stimmer, wütend auf sich selbst. Wayne wäre vorsichtiger gewesen, hätte selbst recherchiert, bevor er zusagte. Halt ein Auge offen für Problem, sagte er immer, und dann umgehe sie. Zu spät dafür, dachte sie. Sie warf das Handy auf den Beifahrersitz. Du bist jetzt mittendrin. Und der einzige Weg heraus ist mittendurch. (S.231-232) Crissa Stone ist ein absoluter Profi in Sachen Raubüberfällen. Bei ihrem letzten Job ist deutlich weniger abgefallen als vorher gedacht und so lässt sie sich untypisch schnell zu einem weiteren Raubzug anheuern. In einem Hotel in Fort Lauderdale überfällt sie mit zwei Partnern eine illegale Pokerrunde. Alles scheint glatt zu gehen, doch kurz bevor sie abhauen können, verliert einer ihrer Kompagnons die Nerven und erschießt einen der Pokerspieler. Dessen Tod bringt einen gefährlichen Mann ins Spiel: Eddie der Heilige, der sich von nun an unerbittlich an Crissas Fersen heftet. Der Autor Wallace Stroby begann nicht ganz unüblich für amerikanische Krimischriftsteller seine Karriere in den 1980ern als Polizeireporter in New Jersey. Seinen Debütroman „The Barbed-Wire Kiss“ veröffentlichte er 2003. „Kalter Schuss ins Herz“ ist sein vierter Roman, der erste einer Reihe, von der in den USA bereits vier Bände veröffentlicht wurden. Stroby bringt in diesem Roman eine frische Serienheldin hervor, die ganz in der Tradition vergangener hardboiled-Helden steht. In mehreren Besprechungen und auch im Nachwort von Alf Mayer wird der ganz große Name dieses Subgenres zitiert: Parker, der knallharte, kompromisslose Berufskriminelle aus der Feder Richard Starks alias Donald E. Westlakes. Crissa Stone ist aus ähnlichem Holz geschnitzt, intelligent, taff, kühn und in ihrem Metier ein absoluter Profi. Sie ist also ziemlich hartgesotten, und doch sie keine billige weibliche Kopie Parkers. Ihr fehlt diese gnadenlose Unerbittlichkeit und Skrupellosigkeit, vielmehr ist sie durchaus zu Loyalität und Empathie fähig. Wayne, ihr Partner im Leben und im Job, sitzt in einem texanischen Gefängnis. Er hat die Chance auf vorzeitige Haftentlassung, aber dafür braucht Crissa verdammt viel Kohle und macht sie unvorsichtiger als gewohnt. Zudem gibt es bei ihr noch eine besondere Achillesferse: Ihre Tochter Maddie lebt bei ihrer Cousine in der alten texanischen Heimat. Als Casco sich vorbeugte, sein Gesicht im Safe, setzte Eddie ihm einen Fuß zwischen die Schulterblätter, um ihn dort zu halten, und schoss ihm zwei Mal in den Hinterkopf. Terry schreckte auf. Der Schuss hallte von den Wänden wider. Messinghülsen klackerten auf den Boden. Eddie nahm seinen Fuß weg. Cascos Körper sackte nach vorne, rollte dann langsam zur Seite, Gesicht nach oben. Terry sah weg. […] Als Terry sich nicht bewegte, ging Eddie zu ihm hinüber, umfasste seinen Nacken und drückte ihn. „Sieh mich an“, sagte er. „Du musst dich für mich zusammenreißen.“ Terry nickte, sah immer noch auf Cascos Leiche. Eddie ließ ihn los. „Damit dir eines klar ist“, sagte er. „Hier ging es nicht ums Geld. Es ging ums Prinzip.“ (S.47-48) Wenn Crissa Stone im Klappentext als das „beste bad girl“ der Kriminalliteratur angekündigt wird, dann darf aber auch nicht unterschlagen werden, dass es in dieser Geschichte auch einen „very bad guy“ gibt. Wobei „very“ schon fast untertrieben ist, denn Eddie Santiago, genannt Eddie der Heilige, ist ein richtig übler Typ, der Crissa für meinen Eindruck mächtig die Show stiehlt. Schon die Anfangsszenen, als Eddie von seinem alten Partner Terry aus dem Knast abgeholt wird und sich erst mal bei einem Schuldner Kohle abholt und diesen mal eben „aus Prinzip“ plattmacht, sind bezeichnend. Vor allem bei den Gesprächen zwischen dem unterwürfigen Terry und dem latent unterschwellig bösartigen Eddie stellen sich beim Leser fast schon die Nackenhaare auf. So einen will man sich garantiert nicht zum Feind machen, aber genau das passiert Crissa Stone. Die Story spielt über weite Strecken in des Autors Heimat New York/New Jersey im kriminellen Milieu. Direkt zu Beginn startet die Geschichte in medias res mit einem Raubüberfall. Ein Delikt, dass mich im Krimi schon immer fasziniert hat. Diese Raubzüge sind irgendwie altmodisch, aber werden sie mit viel Finesse erzählt. Auch schön zu lesen, dass es trotz aller möglicher Gangsterbanden, Mafiaclans und Syndikate noch durchaus ein paar Selbstständige in diesem Business gibt. Stroby schildert diese Gangsterstory sehr straight, präzise, hart und ohne großen Schnickschnack. Einfach eine mitreißende, richtig gut erzählte Story mit einer Heldin, von der man gerne auch noch mehr lesen möchte.

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    • 10

    clary999

    23. January 2016 um 22:00
  • Ernstzunehmende Konkurrenz für die harten Kerle

    Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman

    Havers

    11. December 2015 um 07:44

    „Kalter Schuss ins Herz“ ist, dem Pendragon Verlag sei Dank, der Auftakt einer neuen Thrillerreihe des amerikanischen Autors Wallace Stroby, in der, untypisch für dieses Genre, eine Frau im Zentrum des Geschehens steht. Allerdings ist sie weder Cop noch Privatermittler, sondern steht auf der andere Seite. Crissa Stone, so der Name der Protagonistin, ist ein abgebrühter Profi und hat immer ein offenes Ohr, wenn sie einen Tipp für einen lukrativen Raubüberfall bekommt. Größere Beträge Bargeld benötigt sie immer, denn sie fühlt sich verpflichtet, ihren Lebensgefährten auf legalem Weg aus dem Gefängnis zu holen. Und dazu bedarf es dieses erstklassigen Anwalts, dessen Honorarforderungen immens sind. Außerdem muss Crissa auch noch für den Lebensunterhalt der gemeinsamen Tochter aufkommen, die bei einer Verwandten aufwächst. Genügend Gründe also, auch einmal einen Job durchzuziehen, bei dem man ein ungutes Gefühl hat. Als sie mit einem neuen Team den Tisch einer hochkarätigen Pokerrunde abräumen möchte, verliert ihr Komplize die Nerven und erschießt einen der Spieler. Zu dumm, dass dieser ausgerechnet der Schwiegersohn eines Gangsterbosses ist. Und der lässt nicht mit sich spaßen. Eddie Santiago, genannt „Eddie der Heilige“, frisch aus dem Gefängnis entlassener Killer ohne Skrupel, wird von ihm beauftragt, das Geld wiederzubeschaffen und den Schuldigen zu liquidieren. Die Hatz beginnt… Es ist offensichtlich, dass Wallace Stroby seine Klassiker gelesen hat. Aber anstatt eine weitere männliche Hauptfigur einzuführen, hat er sich für die toughe Crissa Stone entschieden, die es auf ganzer Linie mit den Parkers des Genres aufnehmen kann. Allerdings konnte es sich der Autor dennoch nicht verkneifen, ihr die eine oder andere Eigenschaft zuzuschreiben, die eher als typisch weiblich gilt. Sie prügelt sich zwar wie ein Kerl und weiß sich durchaus zu verteidigen, aber eigentlich ist ihr Gewalt zuwider. Sie ist fürsorglich, kümmert sich um ihren inhaftierten Lebensgefährten und nimmt für ihn auch Risiken auf sich, die sie ansonsten wahrscheinlich vermieden hätte. Um das Wohl ihrer kleinen Tochter ist sie sehr besorgt. Sie möchte nicht, dass sie erfährt, womit ihre leibliche Mutter ihren Unterhalt bestreitet. Ebenso will sie vermeiden, dass das Kind im Falle ihrer Verhaftung der staatlichen Fürsorge überstellt wird, weshalb sie sie bei einer Verwandten aufwachsen lässt, die an dem Kind Mutterstelle vertritt. Was aber nicht heißt, dass dieser Verzicht ihr leicht fällt. Aber Crissa hat dieses Leben bewusst gewählt und ist auch bereit, dafür die Konsequenzen zu tragen. Straff, schnörkellos und mit Tempo erzählt, vereint „Kalter Schuss ins Herz“ alle positiven Eigenschaften eines Hardboilers der „alten Schule“. Neben der spannenden und actionreichen Handlung gibt es immer wieder auch Passagen, in denen die Dialoge mit lakonischem Humor glänzen. Dazu noch die detailliert ausgearbeiteten Personen – dafür gibt es eine nachdrückliche Leseempfehlung meinerseits. Und da im englischsprachigen Original bereits drei weitere Thriller mit Crissa Stone vorliegen, hoffe ich natürlich auf eine zügige Komplettierung der Reihe.  

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  • Die Rote und der Heilige

    Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman

    Stefan83

    Es ist gerade mal ein bisschen mehr als einen Monat her, seit ich  - gemeinsam mit Jochen König - Günther Butkus und Eike Birck am Stand von Pendragon auf der Frankfurter Buchmesse einen Besuch abgestattet und mit ihnen zwanglos über das aktuelle Programm und die zukünftige Planung geplaudert habe. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand neben „Kolbe“ und den Neuauflagen älterer „Spenser“-Krimis vor allem der kommende James Lee Burke-Titel „Mississippi Jam“ (orig. „Dixie City Jam“), mit dem der Bielefelder Verlag einen weiteren bisher unübersetzten Titel aus der Robicheaux-Reihe veröffentlicht und meine langjährige Hoffnung nährt, irgendwann hierzulande doch in den Genuss aller Bände zu kommen. Gänzlich unbeachtet – zu meiner nachträglichen Schande – blieb größtenteils Wallace Strobys „Kalter Schuss ins Herz“. Und obwohl Kollege König schon zum damaligen Zeitpunkt durchaus voll des Lobes war, ging ich ein paar Wochen später die Lektüre mit eher moderaten Erwartungen an, da Stroby mir bis dato schlichtweg kein Begriff und der vom Titel ausgehende Lockreiz doch etwas verhalten war. Tja, was bleibt mir im Nachhinein übrig als zu sagen: Himmel, welch fatale Fehleinschätzung. Eine Fehleinschätzung, für die es nicht mal eine gute Entschuldigung gibt, hat doch Pendragon bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie einen untrüglich guten Riecher für genau die hochkarätigen Juwelen haben, die andere Verlage übersehen oder lippenschürzend links liegen lassen. Und „Kalter Schuss ins Herz“, der Auftakt einer bisher vier Bände umfassenden Serie mit der professionellen Diebin Crissa Stone, macht doch kurz vor Ladenschluss den Kampf um Platz eins in meiner hauseigenen Jahres-Bestenliste nochmal so richtig spannend. Warum – dazu später. Nun erst einmal kurz zum Inhalt: Die Zeiten sind schlecht für die Wahl-New-Yorkerin Crissa Stone seit ihr Mentor und Lebensgefährte Wayne im weit entfernten Texas seine Haftstrafe absitzen und sie allein auf Raubzüge gehen muss. Ihr letzter Coup, ein Überfall auf eine Wechselstube, ging zwar vom Ablauf her reibungslos über die Bühne, der letztliche Ertrag war aber enttäuschend, zumal Crissa, von Freunden liebevoll „Rote“ genannt, schnellstmöglich 250.000 Dollar braucht, um eine frühzeitige Entlassung Waynes in die Wege leiten zu können. Hinzu kommt ihre persönliche Situation. Die gemeinsame Tochter Maddie hat sie schweren Herzens in die Obhut ihrer Cousine gegeben. Auch als Vorsichtsmaßnahme aufgrund der Gefahren ihres „Geschäfts“ beobachtet sie sie nur aus der Ferne. Doch zumindest für den Lebensunterhalt will sie aufkommen, weshalb Crissa nun selbst Jobs in Erwägung zieht, die sie früher nicht angenommen hätte. Gemeinsam mit den beiden Profis Stimmer und Chance macht sie sich auf den Weg nach Fort Lauderdale, dem „Venedig Amerikas“, wo ein High Rollers Kartenspiel die Beute von einer Million Dollar und mehr verspricht. Zur gleichen Zeit verlässt Eddie „der Heilige“ Santiago den Knast. Schon früher Ausputzer für die Mobster, verschwendet er keinen zweiten Gedanken an Resozialisierung und macht sich sogleich daran, seine alte berufliche Tätigkeit wieder aufzunehmen. An seiner Seite der ehemalige Junkie Terry, der mehr gezwungen als gewollt die Rolle des Sidekicks übernimmt und dem Eddie nur so lange vertraut, wie dieser ihm bereitwillig folgt. Crissas Aktion ist derweil in vollem Gang und läuft reibungslos nach Plan, bis Stimmer augenscheinlich die Nerven verliert und einen der Pokerspieler noch am Tisch sitzend erschießt. Aus dem coolen Abgang wird nun eine hektische Flucht, denn der Getötete ist niemand geringeres als der Schwiegersohn des alten Gangsterbosses Tino Conte – Eddies Arbeitgeber. Obwohl Conte sich bei der Beauftragung des Heiligen mit der Liquidierung Stimmers zufrieden gibt, macht der erst gar keine Anstalten sich zurückzuhalten. Dieser Job verspricht Geld – und Geld ist alles was Eddie interessiert. Crissa und Chance tauchen unter, doch beiden ist klar, dass über diese Sache kein Gras wachsen, ihr Verfolger die Sache nicht auf sich beruhen lassen wird. Und dieser hat auch noch einen Trumpf im Ärmel – er weiß genau, für wen Crissa ihr Leben riskieren würde. Eine Hetzjagd beginnt... Bei der Besprechung eines Buches kann man Dutzende Fehler machen – der größte ist es aber wohl, vorab Rezensionen anderer zu lesen. Nicht unbedingt, weil man sich dadurch in seiner Bewertung beeinflussen lässt, sondern weil es Wort- und Schwerpunktwahl zusätzlich erschwert. In „Kalter Schuss ins Herz“ kam dies in meinem Fall besonders zum Tragen, ist es doch schier unmöglich, diesen Krimi einer näheren Betrachtung zu unterziehen, ohne genau diejenigen Vergleiche aufzulisten, welche auch anderen Rezensenten sogleich ins Auge gefallen sind. Und auch die kurze obige Inhaltsbeschreibung sollte bei Kennern des Genres sogleich die Glocken klingen lassen, welchem Vorbild Stroby hinsichtlich der Thematik folgt und nacheifert. Gemeint ist Donald E. Westlake, der als Richard Stark mit seiner Serie um den Berufsganoven Parker Literaturgeschichte (und u.a. dank der Verfilmung des Erstlings unter dem Titel „Point Blank“ mit Lee Marvin in der Hauptrolle auch Filmgeschichte) geschrieben und den klassischen „Noir“ eine ganz neue Perspektive verliehen hat. Wie Stroby unlängst in einem Interview mit Sonja Hartl bekannt und Übersetzer Alf Mayer im informativen Nachwort herausgearbeitet hat, spielte auch Garry Disher eine nicht unwesentliche Rolle in seiner Selbstfindung als Autor – vor allem in der Phase, als Stark eine langjährige Pause bei Parker einlegte. Nun kommt natürlich die Frage, die viele stellen werden: Ist „Kalter Schuss ins Herz“ einfach nur eine weitere Variante mit weiblicher Hauptfigur, welche die Stilelemente ihrer Vorgänger eins zu eins kopiert? Die Antwort darauf kann und muss nach der Lektüre von Strobys Werk nur „Nein“ lauten, da der US-amerikanische Autor nicht nur in der Figurenzeichnung neue und andere Wege geht, sondern einen eigenen schnörkellosen Ton kultiviert. Zwar in der Tradition der Vorgänger, aber nur durch sie inspiriert und mit soviel Individualität, dass man reinen Gewissens behaupten kann: Hab ich so in dieser Art noch nicht gelesen. Auch wenn Strobys Crissa und Starks Parker dasselbe Berufsfeld teilen, unterscheiden sie sich doch stark in deren Ausübung und in der Auffassung eines moralischen Kodexes. Am Ende muss zwar bei beiden der Schnitt stimmen – der Weg dorthin ist aber im Falle von Crissa Stone nicht grundsätzlich mit Leichen gepflastert. Noch weniger als Schusswaffen mag sie deren Einsatz. Die Ausübung von Gewalt, außer im Notfall, sieht sie als die Schwäche eines Amateurs. Und obwohl sie wie Parker auf sich allein gestellt und gegenüber jedem misstrauisch ist, lässt sie gewisse Loyalitäten zu, wohingegen ersterer sich immer selbst am Nächsten ist und sich erst in späteren Bänden wenige sentimentale oder gar mitfühlende Momente erlaubt. Stattdessen bleibt er eckig, kantig, unnahbar und roh. Ein Eindruck, den auch Crissa auf den ersten Blick erweckt und der es ihr erlaubt, in dem dreckigen Tümpel, welcher ihr Milieu ist, auf Augenhöhe mit den meist doch männlichen Partnern ihr Ding durchzuziehen. Ein zweiter Blick offenbart jedoch auch eine verletzliche Seite. Crissa leidet unter der Trennung von ihrer Tochter ebenso wie unter Waynes Gefangenschaft. Verbarrikadiert und zurückgezogen in ihrem Schlupfloch gönnt Stroby uns Lesern einen Blick in ihr Gefühlsleben, ohne dabei – und das ist meiner Ansicht nach eine herausragende Eigenschaft dieses Krimis – die Professionalität der Figur zu untergraben. Im Gegenteil: Durch diesen Blick „hinter die Kulissen“ wirkt Crissa umso stärker nach, gewinnt der Ablauf der Handlung, die Stroby mit einigen wohl dosierten Wendungen gespickt und mit einem steil nach oben führenden Spannungsbogen ausgestattet hat, zusätzlich an Dramatik. Für dessen steilen Anstieg zeichnet insbesondere dann Eddie, „der Heilige“ verantwortlich. Ein eiskalter Killer und Soziopath wie er nur in wenigen Büchern steht und vielleicht einer der besten Antagonisten, der mir in den letzten Jahren zwischen den Seiten unter die Augen gekommen ist. Sobald er die Bühne betritt, sinkt die Temperatur rapide, hallt da ein dünnes, ängstliches „Oh-oh“ genauso zwischen unseren Ohren nach wie böse Vorahnungen, was das jeweilige Gegenüber Eddies angeht. Stroby hat hier einen Charakter geschaffen, dessen Ausstrahlung allein schon die Lektüre des Buches rechtfertigt. In einer Welt, wo die meisten Schriftsteller ihre Bösewichte künstlich aufblähen und zu abartigen Tieren verkommen lassen, ist Eddie dieses glaubhafte, erschreckend ehrliche und äußerst unangenehme Moment, welches uns daran erinnert, dass dort draußen tatsächlich solche Menschen existieren. Jegliche Szene mit ihm hier – garantierte Gänsehaut und nachvollziehbare Gefahr für Crissa Stone, deren Überleben man deshalb – trotz der Kenntnis dreier weiterer Krimis mit ihr – kurzerhand in Zweifel zieht. Abgerundet wird das von einer stilistischen Sicherheit (auch dank Alf Mayers punktgenauer Übersetzung!), die denen der großen Meister vergangener Tage in Nichts nachsteht und einige denkwürdige Passagen hervorbringt, welche atmosphärisch lange nachwirken werden. Ob der Showdown in einem allein stehenden, verschneiten Haus oder der kurze Besuch Eddies bei der schwangeren Lebensgefährtin Terrys – „Kalter Schuss ins Herz“ besticht mit einer plastischen Schärfe, welche den „Ist-doch-nur-ein-Buch-Gedanken“ mit spitzer Feder sogleich zerreißt und es aufs Beste versteht, die Fähigkeiten dieses Mediums maximal zu nutzen. Knackige Dialoge, karge Kulissen, lakonischer Witz und dabei doch nie konstruiert wirkend – genau so will ich meinen Krimi haben, genau so muss „Hardboiled“ aussehen. Bei meiner nächsten Unterhaltung mit Günther Butkus kann es daher nur ein Thema und eine Frage geben: „Günther, wann bringst du den nächsten Stroby?“

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    • 7
  • Hardboiled as it can be!

    Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman

    DunklesSchaf

    13. October 2015 um 23:51

    Ich bin dafür, dass es mehr Heldinnen im Hardboiled-Genre geben sollte, wenn aber diese Heldinnen Autorenhänden entspringen, bin ich doch immer ein wenig skeptisch. Gelingt es einem Mann, eine Frau darzustellen, die zwar typisch Hardboiled-Held ist, aber eben trotzdem noch Frau? Dieses Kunststück gelingt bestimmt nicht allen Autoren, die sich daran versuchen, doch Wallace Stroby hat es eindeutig geschafft. Crissa Stone ist eine der genialsten Heldinnen, die ich je getroffen habe. Wenn ich bisher an eine Diebin gedacht habe, dann kam mir immer Parker aus der Serie „Leverage“ in den Sinn und es ist bestimmt nicht unabsichtlich, dass der Name Parker gewählt wurde, denn so heißt ja auch Richard Stark’s (aka Donald E. Westlake) Berufsganove und Protagonist seiner mehrteiligen Serie. Doch jetzt muss ich umdenken, denn Crissa Stone kann sich durchaus mit beiden Parkers messen. Als Diebin ist sie klar strukturiert, mit höchstmöglichem Profit, aber doch durch klare Regeln  begrenzt, eine Art moralischem Kodex aber auch reine Vorsichtsmaßnahmen. Eine „Böse“ mit der man sich als Leser arrangieren kann. Nicht ganz so eckig wie Stark’s Parker, aber genau richtig für eine weibliche Version von Parker, wobei es zu einfach wäre, Crissa Stone als ein Abbild zu betrachten. Da steckt viel mehr dahinter. Stroby plustert Crissa Stone mit keinen Plattitüden aus, sondern lässt sie einfach wirken. Wenn der Leser Crissa Stone kennenlernt, ist sie mitten in einem Überfall, gemeinsam mit zwei anderen. Leider springt nicht so viel heraus wie erwartet und so muss Crissa einem riskanterem Unternehmen mit zwei anderen zustimmen, um das erforderliche Geld aufzutreiben, um den Anwalt für ihren in Haft sitzenden Freund zu bezahlen. Sie überfallen eine private Pokerrunde. Eigentlich eine sichere Sache. Doch dann fällt ein Schuss. Der Tote ist der Sohn von jemanden, der Eddie, den Heiligen, frisch aus dem Gefängnis entlassen, auf die Suche nach dem Mörder schickt und so gerät Crissa Stone in große Bedrängnis. Man beginnt nicht nur mittendrin, sondern bleibt konstant auf einem hohen Spannungslevel. Für Crissa – und somit auch für den Leser – gibt es kaum Verschnaufpausen. Die Sprache ist klar und schnell und treibt die Handlung noch dringlicher voran. Tendenziell ist die Geschichte ein wenig vorhersehbar, also jetzt nicht unbedingt etwas Neues. Doch das besondere Etwas verleiht nicht nur Crissa Stone dem Krimi, sondern auch die Tatsache, dass es eben ein Hardboiled mit Crissa Stone ist. Die Inspiration der großen Meister des Genres kann man hervor blitzen sehen, doch Stroby hat dem ganzen mit der weiblichen Protagonistin eine andere Richtung verliehen. Großartig! Fazit: Mehr schwärmen kann ich fast nicht – „Hardboiled as it can be“ mit einer klaren und starken Berufsganovin als Heldin. So soll es sein! Ich will unbedingt mehr davon!

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