Walter Brumm

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Neue Rezensionen zu Walter Brumm

Cover des Buches Helliconia: Frühling (ISBN: 9783641256579)
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Rezension zu "Helliconia: Frühling" von Brian W. Aldiss

gelesen 1/2024 bis zur Hälfte
gerda_badischlvor 2 Monaten

interessante Idee: ein Planet mit einem Jahreszeiten-Rhythmus von über 1000 Jahren und wie sich das dortige Ökosystem und die später dazugekommen Menschen daran angepasst haben.

Leider erzählerisch und stilistisch sehr schwach. Hier ein Textbeispiel:

... So lebte Yulis kleiner Stamm an den Ufern des gefrorenen Sees, so gut er konnte, angewiesen auf Fische und Wildtiere als Existenzmittel. Die Zuhörer der Geschichten vernahmen immer wieder gern die alten Berichte aus der Zeit der Siedlung am See. Die dort ausgeübten Methoden des Fischfangs waren in der Überlieferung so minuziös beschrieben, daß sie  für den Fischfang im Voral einfach nachgeahmt werden konnten. Um die sehr geschätzten Aale zu fangen, warf man Hirschköpfe in ausgeschmolzene Eislöcher am Flußufer, wie Yuli es einst getan hatte.

Yulis Stamm hatte auch gegen gigantische Stungebags gekämpft, Yelke und wilde Bären getötet und sich gegen Überfälle der Phagoren verteidigt. In den warmen Jahreszeiten hatte man Gerste und Roggen angebaut. Das Blut von Feinden wurde getrunken.

Wenige Kinder überlebten das erste Jahr. In Oldorando wurden sie im Alter von sieben Jahren erwachsen und alterten mit zwanzig. Selbst in den kurzen Sommern, wenn das Leben ein wenig leichter war und sie lachten und scherzten, blieben Frost und Schnee stets ihre Nachbarn.

Der erste Yuli, der gefrorene See, die Phagoren, die durchdringende Kälte, die Vergangenheit war wie ein Traum: diese Elemente der Überlieferung, die schon den Charakter der Legende angenommen hatte, waren jedermann bekannt und wurden immer wieder erzählt. Denn die kleine Menschenherde, die für ihr Leben in Embruddock Unterschlupf gefunden hatte, war eingeschränkt in einer Weise, die ihr selbst nicht bewußt war. Bei den Initiationsriten zur Aufnahme in die Welt der Erwachsenen wurde jedes Mitglied der Dorfgemeinschaft in ein Tierfell genäht; die Tiere gaben ihnen Nahrung und Kleidung, sie sicherten ihr Leben. Aber Träume, und die Vergangenheit, die wie ein Traum war, gaben ihnen zusätzliche Dimensionen, in denen sie alle leben konnten. ...

Ich habe einmal in einem amerikanischen Lehrbuch für angehende Schriftsteller gelesen: "Show, don't tell". Das hat diesem Autor vermutlich nie jemand erklärt.


Cover des Buches Bruder Cadfael und der Aufstand auf dem Jahrmarkt (ISBN: 9783732569298)
sansols avatar

Rezension zu "Bruder Cadfael und der Aufstand auf dem Jahrmarkt" von Ellis Peters

Nette Unterhaltung aber es gibt bessere Cadfael-Krimis
sansolvor 9 Monaten

Als es zu Unruhen auf dem jährlichen Jahrmarkt der Abtei kommt werden wieder Bruder Cadfaels vielseitige Talente gebraucht. Ein ehemaliger walisischer Kreuzfahrer der jetzt als ein kräuterkundiger Mönch lebt - noch entscheidender sind seine Neugier und sein detektivischer Spürsinn.


Immer wieder nette Unterhaltung obwohl es bessere Bände dieser Reihe gibt.

Cover des Buches Die Jahre des schwarzen Todes (ISBN: 9783453527126)
H

Rezension zu "Die Jahre des schwarzen Todes" von Connie Willis

Zeitreiseroman; liebevoll gezeichnete Personen des späten Mittelalters
Helicopter66vor einem Jahr

Zeitreise ins 14. Jahrhundert; einfühlsam charakterisierte Personen und Beschreibung ihres Verhaltens während der Pest-Epidemie im späten Mittelalter und während einer „gleichzeitigen“ Virus-Epidemie im 21. Jahrhundert.

 

Abgesehen von der Möglichkeit zur Zeitreise und wenigen weiteren Ausnahmen schildert der Roman eine Welt in der Mitte des 21. Jahrhunderts auf dem technischen Stand der frühen 1990er Jahre. So hat zum Beispiel die Autorin nicht die Verbreitung von Mobiltelefonen angenommen, sondern macht die schwierige Erreichbarkeit von Personen per Festnetztelefonie zu einem wiederholten Thema in den 2050er Jahren. Der Roman spielt im englischen Oxford und die amerikanische Autorin hat merkbar Vergnügen daran, ein humoristisches Bild eines schrulligen, bürokratischen Englands zu zeichnen.

Eine junge Zeitreisend landet irrtümlich im 14. Jahrhundert zu der Zeit als sich in England die Pest ausbreitet. Da „gleichzeitig“ in Oxford eine Virus-Epidemie ausbricht, ist es ungewiss, ob und wie die Zeitreisende zurückgeholt werden kann. Die besondere Qualität des Romans liegt in der detaillierten Schilderung des mittelalterlichen Englands und vor allem in der berührenden, liebevollen Zeichnung der Personen in diesen widrigen Verhältnissen.

 Die Jahre des Schwarzen Todes wurden 1993 mit dem Locus Award, dem Nebula Award und dem Premio Italia ausgezeichnet. Der Roman ist das erste Buch im Oxford-Zeitreise-Zyklus. Insgesamt erhielt Connie Willis für ihre Werke je elfmal den Hugo und den Locus Award und achtmal den Nebula Award.

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