Die beiden Soldaten Dominique Perez und Didier Ceville stehen kurz vor ihrer Entlassung aus dem Militärdienst. Sie werden zu einem letzten Wachdienst in der berüchtigten, französischen Waffenfabrik DAS ARSENAL verdonnert. Dort angekommen müssen sie schnell feststellen, dass sich die Soldaten vor Ort seltsam benehmen, einer rät ihnen sogar, sich in Acht zu nehmen - wovor kann er ihnen allerdings nicht mehr mitteilen. Was geht hier vor? Steckt der gefürchtete und verhasste Oberst Dumas hinter allem oder stehen die Ereignisse mit der alten Legende um einen erhängten Soldaten in Zusammenhang?
Leseeindruck
Als "düsteres Märchen aus Wahnsinn" wird diese äußerst atmosphärische Novelle von Walter Diociaiuti bezeichnet und dem kann ich nur beipflichten. Wunderbar aufgewertet wird diese beinahe klassich anmutende Gruselgeschichte durch 10 Illustrationen von Max „Pedro“ Petrongari. Das Vorwort von T. M. Wright ist äußerst gelungen und macht große Lust auf die Geschichte.
Den Schreibstil kann man nur als bildgewaltig und atmospährisch beschreiben - absolut gelungen. Von der ersten Seite an spürt man das Unheilvolle und Diociaiuti versteht es die Spannung konstant aufrecht zu erhalten. Obwohl diese Geschichte nur wenige Seiten umfasst, gelingt es dem Autor sehr gut, seinen Figuren Tiefe zu verleihen, ihnen eine Stimme zu geben. Es geht um mehr als schlichten Militärhorror: Menschlichkeit, Freund-/Kameradschaft, Hass und Selbstzweifel spielen gleichermaßen eine Rolle und lassen die Story vielschichtig wirken.
"Seine Gedanken glitten im Bett seines geistigen Flusses dahin, als ob ein friedvoller Strom sie tragen würde, der ein Gefühl von ekstatischer Leichtigkeit in dem jungen Soldaten weckte."
Fazit
Insgesamt also eine lesenswerte, düstere und sehr atmosphärische Horrorstory, die mit einem ganz eigenen, leicht wahnsinnigen Charme zu überzeugen weiß.
Walter Diociaiuti
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Das Arsenal
Miasma
Neue Rezensionen zu Walter Diociaiuti
"Miasma" ist eine Horror-Geschichte der mysteriösen Art. Es basiert offenbar auf einem alten italienischen Mythos wonach es eine Alte Wesenheit Menschen überfällt um ein blutiges Schlachtfeld zu hinterlassen. Kühe geben keine Milch mehr, babys sterben und ein Liebespaar findet man auf grausame Weise verstümmelt und ausgeweidet. Was die Opfer nicht mehr berichten können ist, dass sich das Grauen durch einen fürchterlichen Gestank ankündigt. Daher wohl auch der Titel "Miasma", was soviel wie Gestank, giftige Ausdünstung oder auch ansteckend oder krankmachend bedeutet.
Eine Gruppe alter Freunde - unter Ihnen der Horrorautor René und Eros - kommt dem Grauen langsam auf die Spur...
Mich faszinieren Horrorgeschichten, die auf alten Sagen, Legenden und Mythen basieren besonders. Das war bei Thomas Finns "weisser Schrecken" so und gilt auch für andere Autoren, die sich Stoffe vornehmen, von denen schon ihre Großeltern berichteten.
So beschreibt Diociaiuti eindrücklich die Welle an Gestank, die abstrusen Eigenschaften des Wesens. Das erzeugt durchaus einen Grusel und Ekel.
Es ist ein Roman, der sich nicht auf amerikanische Settings und Storyverläufe einlässt, von denen Diociaiuti als Verleger sicherlich genügend Beispiele gelesen hat. Er verzichtet darauf bewusst und orientiert sich nicht an ungeschriebenen Regeln der Horror Branche. Dadurch gelingt ihm ein eigenständiges Werk, dem es vielleicht etwas an einem guten Schluss mangelt, dass aber ein gutes Beispiel für Horror aus einer europäischen Feder ist.
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