Walter Kappacher Rosina

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Inhaltsangabe zu „Rosina“ von Walter Kappacher

Rosina ist jung, sie kommt vom Land, immer schon hat sie vom aufregenden Leben in der Stadt geträumt. Tatsächlich schafft sie es, in kurzer Zeit zur rechten Hand von Herrn Fellner zu werden, dem Chef der kleinen Firma, bei der sie arbeitet, und auch außerhalb der Arbeitszeit greift Fellner gern auf ihre Dienste zurück. Doch nach einem Unfall wird der jungen Frau die schreckliche Enge ihres Daseins bewusst. In "Rosina", erstmals 1978 erschienen, setzt sich der Büchner-Preisträger Walter Kappacher mit der Anpassung des Menschen an scheinbar vorgezeichnete Lebensmuster auseinander.

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  • Rezension zu "Rosina" von Armin Ayren

    Rosina
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    28. February 2012 um 14:25

    Im Jahr 1978, als der damals noch junge Schriftsteller Walter Kappacher diese Erzählung veröffentlicht hat, war er in der Welt der Literatur noch ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Die Rezeption dieser eindringlichen Erzählung von einer Frau namens Rosina, die, vom Land kommend, in der Stadt nicht nur zur rechten Hand ihres Chefs wird, sondern auch zu seiner Geliebten, der für sie eigens eine Wohnung anmietet, war kaum wahrnehmbar. Kaum besprochen und bald verramscht, verschwand das Buch bald von der Oberfläche. Erst mit weiteren Büchern, des Autors, erst recht aber nach der Verleihung des Büchnerpreises wurde Walter Kappacher und damit auch sein Frühwerk bekannter. Das war auch gut so. Denn der Erzählung „Rosina“ gelingt es in einer dichten und präzisen Sprache etwas zu vermitteln von der Fähigkeit von Menschen, sich anzupassen auch an Verhältnisse, die sie letztlich zu Gefangenen ihrer selbst machen, wie sie in dieser Weise so lange nicht zu lesen gewesen waren. Zuletzt im Jahr 2005 bei Deuticke wieder aufgelegt, hat für die hier vorliegende Ausgabe der mittlerweile mit vielen Preisen dekorierte Autor sein Frühwerk überarbeitet. Ich wünsche dem Buch, dass es in seiner neuen Fassung auch Lesergenerationen erreicht, die bei seiner Erstveröffentlichung noch gar nicht geboren waren.

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  • Rezension zu "Rosina" von Armin Ayren

    Rosina
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    08. September 2010 um 11:36

    Walter Kappachers Erzählung „Rosina“ wurde 1978 erstmals veröffentlicht. Der Deuticke Verlag hat nun eine vom Autor revidierte Neufassung veröffentlicht. In knapp über hundert Seiten erzählt Walter Kappacher die Geschichte einer jungen Frau „vom Land“, die in die Großstadt flüchtet, um mehr Chancen im Leben zu haben und ihre nicht allzu ausgefallenen Träume zu verwirklichen. In kurzen, zeitlich immer wieder springenden Abschnitten, auch wechselnden Erzählperspektiven, erfährt man, wie Rosina von der Hilfskraft zur rechten Hand des Chefs des Autohauses aufgestiegen ist, wie sie seine Geliebte wurde, was vorher war, was nachher passierte. Langsam entsteht so das Psychogramm eines sehr einsamen, traurigen Menschen, der die Enge seines Lebens nach vielen Jahren der Anpassung sieht, aber nicht weiß, was er dagegen unternehmen kann. Großartig, wie virtuos Walter Kappacher alle Bojen der Banalität umschifft, wie facettenreich und fein diese Charakterstudie geworden ist. Auch wenn die Erzählung in Salzburg stattfindet, könnte die „Großstadt“ fast jede beliebige sein, da der Autor jegliche Salzburgfärbung vermeidet. Fellner, der Chef, ist nicht nur ein Frauen ausnutzender schwarz-weiß gezeichneter Schuft und Rosina entwickelt Gefühle für Fellner, die sie sich nicht eingestehen will. Da der quasi als Katharsis dienende Unfall nicht genau beschrieben wird, man vermutet als Leser nur, dass es scheinbar ein Autounfall war, der unter Alkoholeinwirkung stattgefunden hat, weiß nicht, ob Absicht, oder Unfall und wie genau Rosinas Beteiligung war, erlaubt der Text unzählige Deutungen, die Walter Kappacher bewusst im Raum stehen lässt. Interessant ist auch der im Anhang abgedruckte Text einer ganz kurzen frühen Erzählung, die eindeutig als Ausgangspunkt für „Rosina" gesehen werden kann. Eine andere Erzählperspektive, andere Namen, doch fast eine kurze, weniger ausgefeilte Zusammenfassung des späteren Texts. „Rosina“ ist ein eindringlicher, stiller, introspektiver, sprachlich wunderbar ausgefeilter Text, der danach ruft, in Bälde erneut gelesen zu werden.

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