Walter Kappacher Silberpfeile

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Inhaltsangabe zu „Silberpfeile“ von Walter Kappacher

Ein Roman über Motoren, V2-Raketen, Geschichte und ihre Verdrängung.Ein junger Motorsportjournalist entdeckt während einer Italienreise ein Museum über den Rennfahrer Tazzio Nuvolari und beschließt, ein Buch über die deutschen Silberpfeile der dreißiger Jahre zu schreiben. Auf den Fotos taucht immer wieder der Name eines österreichischen Ingenieurs auf: Paul Windisch. Seine Recherchen führen den Ich-Erzähler in ein Seniorenheim in Salzburg, wo der fünfundachtzigjährige Paul Windisch seit einigen Monaten lebt. Dieser wünscht sich, noch einmal in seinem eigenen Haus einen richtigen Kaffee zu trinken. Dort erinnert sich der Chefingenieur an seine Arbeit bei der Auto-Union, die Weltrekordversuche und die letzte Fahrt von Bernd Rosemeyer, einem der berühmtesten Rennfahrer der Vorkriegsjahre. Schließlich erzählt Windisch, wie er von der Automobilindustrie in das kriegsentscheidende Werk Schlier geriet, das neben einem Konzentrationslager in der Nachbarschaft der Brauerei Zipf lag. In unterirdischen Stollen wurden V2-Raketen entwickelt, bis eine Explosion 1944 die Versuchsreihen stoppte...Während seiner unsentimental und unbeteiligt geschilderten Reise in die Vergangenheit wird klar, daß der Konstrukteur seine Rolle in der Kriegsindustrie ebenso zu verdrängen versucht wie die Bewohner des Orts. Doch auch für den Journalisten bleibt dieser Ausflug nicht ohne Folgen…»Kappacher hat ein Buch über dröhnende Motoren, ratternde Maschinen, über Autos und Raketen, über Rennstrecken und eine explodierende Waffenfabrik geschrieben. Wie macht er das nur, dass es wiederum ein Buch geworden ist, in dem man die Stille zu hören meint ?« Karl-Markus Gauß in Neue Zürcher ZeitungGeorg-Büchner-Preis 2009 für Walter Kappacher

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  • Rezension zu "Silberpfeile" von Walter Kappacher

    Silberpfeile

    Wolkenatlas

    28. September 2009 um 10:46

    Stille Silberpfeile Vorweg; Rennautos, Rennsport und Maschinen- das sind Bereiche, die ich weder im Leben, noch in der Literatur suche. Trotzdem habe ich als Einstieg in Walter Kappachers Welt bewusst seinen Roman „Silberpfeile“ gewählt. Schon nach wenigen Worten war ich in dieser wundersamen Welt gefangen. Walter Kappachers zurückhaltende und stille Art zu schreiben belebt das üblicherweise laute Thema durch projizierte Stille und Tiefe. Ein nicht wirklich erfolgreicher Journalist entdeckt in einem dem Rennfahrer Tazio Nuvolari gewidmeten Museum in Mantua ein Foto, dass die Rennfahrer Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch, Bernd Rosemeyer und Hans Stuck stramm vor Hitler stehend zeigt. In einer Nebenrolle; der junge Konstrukteur Paul Windisch, der mit dem später tödlich verunglückten Rosemeyer an Geschwindigkeitsrekorden bastelte. Um an seinem geplanten Buch weiterzukommen, sucht er den Zeugen Paul Windisch. Der Journalist und Ich-Erzähler findet den mittlerweile 85-jährigen Windisch in einem Seniorenheim bei Salzburg. Unerkannt, vergessen und verbittert fristet der ehemalige Konstrukteur seinen Lebensabend. Unsicher, ob sich das Buch als Buch über die Silberpfeile oder als eine Biographie Bernd Rosemeyers entwickeln soll, wird der Roman „Silberpfeile“ zu einem Roman im Roman über einen Roman, der letztendlich die Geschichte Paul Windischs ist. Paul Windischs Erzählungen driften von den Rennthemen ab und zeigen so ein Leben, dass durch die Kriegs- und NS-Zeit tief geprägt war. Ein Leben, das auch im Dienste der Entwicklung der V-2 Rakete in einem unterirdischen Werk im oberösterreichischen Zipf. So wird die Erzählung zu einem Dialog zweier Verlierer, der eine vergessen und alt, der andere ohne klarer Zukunftsvision und beruflicher Bestätigung. Durch diese Gespräche wachsen beide, was diesem Roman zusätzlich zur oberösterreichischen Kriegsgeschichte auch noch den Beigeschmack eines dezenten Entwicklungsromans gibt. Erst nachdem der Ich-Erzählung das Ende seiner Beziehung zu Mitsuko spürt, kann er weitergehen. Beeindruckend auch, wie Walter Kappacher in „Silberpfeile“ mit der nationalsozialistischen Geschichte und der persönlichen Verbindung dieser zu Paul Windisch umgeht. Er gräbt sich unter den an der Oberfläche treibenden billigen Verurteilungswahn, ohne Absolution oder gar das Gefühl einer Nichtigkeit zu verstreuen. Gerade hier, in den Nebensträngen der Erzählung um das oberösterreichische Rüstungswerk, ist die Trauer und Unermesslichkeit des Geschehenen am Vehementesten zu spüren. Walter Kappachers Prosa, sowie der Formverlauf dieses Romans ist präzise und ohne jegliche Effekthascherei, während in jeder Zeile das Gefühl eines permanenten Understatements mitschwingt. Dabei hatte ich von der ersten Zeile an das Gefühl, verzaubert zu werden. Verzaubert von der Ernsthaftigkeit und immensen Schönheit dieser Sprache. Man folgt dem Ich-Erzähler und Paul Windisch, gebannt durch diese wunderbare Poesie der Worte, bis man betrübt feststellt, dass man sich dem Ende unausweichlich genähert hat. „Silberpfeile“ ist ein stiller, ernsthafter und großer Roman eines großen Schriftstellers, den ich in absehbarer Zukunft definitiv weiter entdecken werde. Ein Roman, der auch Rennsportverweigerer (wie mich) in den Bann zieht und von der eigenartigen, stillen Schönheit einer vergangenen Sportepoche überzeugen wird.

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