Walter Kirn

 3.4 Sterne bei 45 Bewertungen
Autor von Up in the Air, Daumenlutscher und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Walter Kirn

Walter Kirn, Literaturkritiker bei GQ, Time und Vanity Fair, lebt auf einer Farm in Livingstone, Montana. Seine Erzählungen erschienen u.a. im New Yorker und im New York Times Magazine.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Walter Kirn

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Buchformat:
Cover des Buches Up in the Air (ISBN: 9783462042108)

Up in the Air

 (17)
Erschienen am 11.01.2010
Cover des Buches Blut will reden (ISBN: 9783406667688)

Blut will reden

 (9)
Erschienen am 14.07.2014
Cover des Buches Mr. Bingham sammelt Meilen (ISBN: 9783462030808)

Mr. Bingham sammelt Meilen

 (5)
Erschienen am 01.01.2003
Cover des Buches Blut will reden (ISBN: 9783941004610)

Blut will reden

 (0)
Erschienen am 21.07.2014
Cover des Buches Lost in the Meritocracy (ISBN: 9780307279453)

Lost in the Meritocracy

 (0)
Erschienen am 22.06.2010

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Rezension zu "Blut will reden" von Walter Kirn

Selbstreflexionen eines Autors
Orishavor einem Jahr

Ein Hochstapler fliegt auf. Mord, Betrug, Täuschung. Schwere Vergehen, denen Clark Rockefeller alias Christian Karl Gerhartsreiter überführt und angeklagt wird. Walter Kirn war ein Freund von Rockefeller. Sie lernen sich vor mehr als einem Jahrzehnt kennen, als Kirn einen Hund für Rockefeller nach New York transportiert. Sofort ist er fasziniert von seinem Gegenüber, lässt sich einlullen und schmeicheln. Doch immer ist irgendetwas komisch an seinem Freund, richtig an ihn heran kommt er nie. Und auch das Gegeninteresse scheint gering.


„Ein brilliant geschriebener, hypnotischer Thriller über den Hunger nach Aufstieg, die Macht des Geldes und den schmalen Grat zwischen Lüge, Illusion und Wirklichkeit.“ Mit diesen Worten wird das Werk Walter Kirns beworben. Hochtrabende Worte, die mich aufhorchen ließen, mein Interesse weckten.  Doch halten konnte das Buch nur wenig. 


Kirn beginnt mit dem Kennenlernen, welches über drei Kapitel hinausgezögert wird, angereichert mit Anekdoten, über einen Hund und dessen Transport nach New York. Ein Unterfangen, was dann doch simpler war, als das man dafür 60 Seiten dieses Buches hätte füllen müssen. Die übrigen Kapitel fokussieren den losen Kontakt beider Protagonisten und die Gerichtsverhandlung, der Walter Kirn nach Rockefellers Überführung beiwohnt. Ein Gerichtsverfahren, in dem einzelne Menschen zu Wort kommen, die Gerhartsreiter und seine alter Ego kannten. Kirn zählt nicht einmal zu diesen Befragten. Angereichert mit Selbstreflexionen - wie konnte er nur so blind sein - nur im gleichen Moment zuzugeben, dass immer etwas komisch an Rockefeller war, das er log und Kirn sich dessen bewusst war. Die simple Schlussfolgerung Kirns: Man wollte ihm halt glauben. 


Was soll ich nun dazu sagen. Ich habe schlichtweg etwas anderes erwartet. Mehr Hintergründe zu Gerhartsreiter, die schon irgendwie da waren, aber so fragmentiert, dass sie im Wust von Kirns Selbstreflexion untergehen. Hinzu kommt die einfallslose Dramaturgie - chronologisch mit einige Sprüngen in die Vergangenheit - Tausende Namen, die einfach untergehen (ein Namensverzeichnis wäre ein leichtes gewesen) und dann wieder diese ermüdende Selbstreflexion. Als Kirn dann auch noch versucht Gerhartsreiter psychologisch auf die Schliche zu kommen - die literarischen Vorbilder und Anleihen aus dem Film Noir - aufzählt, Filmhandlungen wiedergibt usw, da war das Buch für mich komplett verloren.


Fazit: Ein dröge, langatmige, dramaturgisch furchtbar gestrickte, wahre Geschichte eines Hochstapler, die nur ein müdes Gähnen hervorrufen konnte. Leider nicht zu empfehlen.

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Rezension zu "Up in the Air" von Walter Kirn

Up in the Air
angeltearzvor 4 Jahren


Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil ich den Film echt gerne mag. Der Film ist etwas besonderes irgendwie, aber er ist dann doch anders als das Buch.
Während beim Film das "Meilen sammeln" eher im Hintergrund und der Job von Ryan im Vordergrund ist, ist es im Buch genau anders rum. Finde ich schade, denn ich mag die Filmversion in der Hinsicht lieber.
Wo wir dann schon bei der Geschichte wären. Ryan fliegt viel und sein einziges Ziel ist es die Meilen voll zu bekommen. Er lebt sein Leben so, damit das klappt. Eigentlich ziemlich verrückt! Aber solch Geschichten finde ich super. Verrückte Menschen, die Verrücktes tun. Dabei natürlich niemanden schaden. Deswegen gefällt mir das Buch so schon mal recht gut.


Der Autor schreibt so, als würde Ryan sein Leben erzählen. Locker und flockig, wie man sich einen lockeren Typen vorstellt. Er erzählt einige Tage aus seinem Leben. Schon etwas gewöhnungsbedürftig, der Schreibstil. Aber okay. Allerdings wird es nach einiger Zeit dann doch recht lang, denn Ryan ist ziemlich emotionslos, obwohl ihm echt viel passiert. Es fehlt mir das Feeling, das der Autor rüberbringen sollte. Wenn Ryan sich freut oder traurig ist, ist es kein Unterschied. Das macht es sehr trocken.
Und leider sind halt die Charaktere alle so. Emotionslos.


Ich finde der Klappentext verspricht leider mehr, als das Buch zeigt. Der versprochene Identitätsklau wird recht fix abgefrühstückt. Ich habe da etwas mehr erwartet.


Das Buch war ganz nett zu lesen. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Aber das ist ein typisches Beispiel dafür, dass der Film wesentlich besser umgesetzt wurde, als die Vorlage ist.


Das Cover: Ich habe das Film-Cover sozusagen. Es sagt eigentlich alles aus!


Fazit: Es war nett.
Ein typisches Beispiel dafür, dass der Film wesentlich besser umgesetzt wurde, als die Buchvorlage ist.

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Rezension zu "Blut will reden" von Walter Kirn

Walter Kirn - Blut will reden
Tom_Read4uvor 5 Jahren

Im Sommer 1998 begibt sich Walter Kirn, ein vielversprechender junger Romanautor, auf eine ungewöhnliche Reise: Er bringt einen behinderten Jagdhund von Montana nach Manhattan  in das Apartment von Clark Rockefeller, einem Finanzinvestor und Kunstsammler, der den Hund via Internet adoptiert hat. So beginnt eine fünfzehn Jahre währende Beziehung, die Kirn immer tiefer in die bizarre Welt eines absonderlichen Multimillionärs hineinzieht, der sich am Ende als Hochstapler, Kidnapper und eiskalter Mörder erweist. Denn Clark Rockefeller ist in Wahrheit weder ein Rockefeller noch ein Freund. Er ist Christian Gerhartsreiter, ein Psychopath, der seine ganze Umgebung, seine eigene Ehefrau und auch sich selbst in einem Netz aus Lügen gefangen hält. Während Kirn eine zweite Reise antritt in die Abgründe der menschlichen Seele, entdeckt er nicht nur einen Mann, den er kaum kannte - einen echten Mr. Ripley und Zombie-Gatsby, der sich mit Mord und Maskerade seine eigene Realität erschaffen hat. Er entdeckt auch, wer auf der Liste seiner zukünftigen Opfer weit oben stand: Er selbst

Meinung:

Die unglaubliche Geschichte von Mord und Maskerade ging 2013 auch durch die Medien, als der Bayer Christian Gerhartsreiter  nach einer längeren Gerichtsverhandlung verurteilt wurde. Heute sitzt er  im Gefängnis von Los Angeles ein und zwar lebenslänglich, weil er den Sohn seiner einstigen Vermieterin ermordet haben soll. All das ist schon mehrmals und überall veröffentlich worden, also warum dann dieses Buch lesen?
Und zwar aus einem Grund:  Nicht allein der Mord, sondern die dreisten Lügen, die gestörte Persönlichkeit und den Hang überall und jeden zu manipulieren, ist das was  Walter Kirn hier uns von seinem  „Freund Clark Rockefeller“  zeigt.
Walter Kirn schreibt in seinem Buch, nicht nur über den Beginn dieser sehr speziellen Freundschaft, sondern auch über die Entwicklung des Clark Rockefellers und dessen notorisches Lügen und die Fähigkeit zu manipulieren.  Die Art und Weise, wie sich Clark auch aus den engsten Situationen recht glaubwürdig herausreden kann, ist genauso unglaublich, wie die komplette Geschichte an sich.  Die Hochstapelei ist oscarreif. Er ködert und setzt gleichzeitig auf die Furcht der Unwissenden sich nicht bloß zu stellen.
Doch egal, in welcher Lage sich Clark befindet, und sei es bei einem der letzten Besuche von Walter Kirn im Gefängnis,  er bleibt seiner Rolle des psychopathischen Hochstaplers treu.  
Und so zeigt uns Walter Kirn mit dieser romanhaften Biografie auch warum die Gesellschaft auf solche Leute immer wieder hereinfällt – es ist unsere eigene Eitelkeit und auch die Gutmütigkeit, die uns zu Opfer, wenn nicht sogar zu Mittäter machen lässt.

Ich gebe 3,5 Sterne, da Kirn stellenweise leider etwas abschweift und man als Leser manchmal nicht weiß, warum das alles. Auch sind ab und an einzelne Passagen langatmig und teils langweilig geschrieben und stören dabei etwas den ansonsten angenehmen Lesefluss.  Trotzdem ein wirklich sehr interessantes Buch über einen der größten Hochstapler unserer Zeit aus der Sicht eines seiner langjährigsten Opfer.

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