Walter Kirn Blut will reden

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Inhaltsangabe zu „Blut will reden“ von Walter Kirn

Im Sommer 1998 begibt sich Walter Kirn, ein vielversprechender junger Romanautor, auf eine ungewöhnliche Reise: Er bringt einen behinderten Jagdhund von Montana nach Manhattan ? in das Apartment von Clark Rockefeller, einem Finanzinvestor und Kunstsammler, der den Hund via Internet adoptiert hat. So beginnt eine fünfzehn Jahre währende Beziehung, die Kirn immer tiefer in die bizarre Welt eines absonderlichen Multimillionärs hineinzieht, der sich am Ende als Hochstapler, Kidnapper und eiskalter Mörder erweist. Denn Clark Rockefeller ist in Wahrheit weder ein Rockefeller noch ein Freund. Er ist Christian Gerhartsreiter, ein Psychopath, der seine ganze Umgebung, seine eigene Ehefrau und auch sich selbst in einem Netz aus Lügen gefangen hält. Während Kirn eine zweite Reise antritt in die Abgründe der menschlichen Seele, entdeckt er nicht nur einen Mann, den er kaum kannte - einen echten Mr. Ripley und Zombie-Gatsby, der sich mit Mord und Maskerade seine eigene Realität erschaffen hat. Er entdeckt auch, wer auf der Liste seiner zukünftigen Opfer weit oben stand: Er selbst.

Eine wahre Geschichte über einen psychopathischen Hochstapler - so irre und unglaublich, dass es einem beim Lesen die Sprache verschlägt.

— Tom_Read4u
Tom_Read4u

Drum prüfe neue Freundschaften, gerade wenn doch einiges komisch klingt/ist...

— RebekkaT
RebekkaT

Anders als erwartet!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Eine fesselnde Geschichte über die ungewöhnliche “Freundschaft” zweier Männer, über das Wesen der Lüge und einen dreisten Mord!

— angi_stumpf
angi_stumpf

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  • Walter Kirn - Blut will reden

    Blut will reden
    Tom_Read4u

    Tom_Read4u

    30. May 2016 um 14:25

    Im Sommer 1998 begibt sich Walter Kirn, ein vielversprechender junger Romanautor, auf eine ungewöhnliche Reise: Er bringt einen behinderten Jagdhund von Montana nach Manhattan  in das Apartment von Clark Rockefeller, einem Finanzinvestor und Kunstsammler, der den Hund via Internet adoptiert hat. So beginnt eine fünfzehn Jahre währende Beziehung, die Kirn immer tiefer in die bizarre Welt eines absonderlichen Multimillionärs hineinzieht, der sich am Ende als Hochstapler, Kidnapper und eiskalter Mörder erweist. Denn Clark Rockefeller ist in Wahrheit weder ein Rockefeller noch ein Freund. Er ist Christian Gerhartsreiter, ein Psychopath, der seine ganze Umgebung, seine eigene Ehefrau und auch sich selbst in einem Netz aus Lügen gefangen hält. Während Kirn eine zweite Reise antritt in die Abgründe der menschlichen Seele, entdeckt er nicht nur einen Mann, den er kaum kannte - einen echten Mr. Ripley und Zombie-Gatsby, der sich mit Mord und Maskerade seine eigene Realität erschaffen hat. Er entdeckt auch, wer auf der Liste seiner zukünftigen Opfer weit oben stand: Er selbst Meinung: Die unglaubliche Geschichte von Mord und Maskerade ging 2013 auch durch die Medien, als der Bayer Christian Gerhartsreiter  nach einer längeren Gerichtsverhandlung verurteilt wurde. Heute sitzt er  im Gefängnis von Los Angeles ein und zwar lebenslänglich, weil er den Sohn seiner einstigen Vermieterin ermordet haben soll. All das ist schon mehrmals und überall veröffentlich worden, also warum dann dieses Buch lesen? Und zwar aus einem Grund:  Nicht allein der Mord, sondern die dreisten Lügen, die gestörte Persönlichkeit und den Hang überall und jeden zu manipulieren, ist das was  Walter Kirn hier uns von seinem  „Freund Clark Rockefeller“  zeigt. Walter Kirn schreibt in seinem Buch, nicht nur über den Beginn dieser sehr speziellen Freundschaft, sondern auch über die Entwicklung des Clark Rockefellers und dessen notorisches Lügen und die Fähigkeit zu manipulieren.  Die Art und Weise, wie sich Clark auch aus den engsten Situationen recht glaubwürdig herausreden kann, ist genauso unglaublich, wie die komplette Geschichte an sich.  Die Hochstapelei ist oscarreif. Er ködert und setzt gleichzeitig auf die Furcht der Unwissenden sich nicht bloß zu stellen. Doch egal, in welcher Lage sich Clark befindet, und sei es bei einem der letzten Besuche von Walter Kirn im Gefängnis,  er bleibt seiner Rolle des psychopathischen Hochstaplers treu.   Und so zeigt uns Walter Kirn mit dieser romanhaften Biografie auch warum die Gesellschaft auf solche Leute immer wieder hereinfällt – es ist unsere eigene Eitelkeit und auch die Gutmütigkeit, die uns zu Opfer, wenn nicht sogar zu Mittäter machen lässt. Ich gebe 3,5 Sterne, da Kirn stellenweise leider etwas abschweift und man als Leser manchmal nicht weiß, warum das alles. Auch sind ab und an einzelne Passagen langatmig und teils langweilig geschrieben und stören dabei etwas den ansonsten angenehmen Lesefluss.  Trotzdem ein wirklich sehr interessantes Buch über einen der größten Hochstapler unserer Zeit aus der Sicht eines seiner langjährigsten Opfer.

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  • Blut will reden

    Blut will reden
    RebekkaT

    RebekkaT

    04. July 2015 um 12:45

    Christian Gerhartsreiter, alias Clark Rockefeller, der die Welt täuschte, Freunde opferte, ein Mörder war, vor Gericht kam und selbst dann noch zu überzeugen wusste ... dies ist die Geschichte von Walter Kirn und Clark Rockefeller, die durch eine Hundeadoption zu "Freunden" wurden, und Kirn, der voller Eitelkeit durchs Leben ging, da er mit einem Rockefeller befreundet war. Ausgehend von der Festnahme Clarks und dem folgenden Gerichtsprozess wird immer wieder wird in die Vergangenheit abgetaucht und versucht, Kirn zu analysieren, wie er Clark glauben und vertrauen konnte - die Zeichen sind im Rückblick so klar... Cover: Ich mag das unaufdringliche, das durch den roten Schriftzug doch zeigt, um welches Genre es sich handelt. Schreibstl: manchmal plätschert es so dahin, aber es lässt sich leicht lesen, wenig Spannung. Es gibt "lustige" Passagen und Zeilen, wo man Kirn nur schütteln will. Ab und an ist sie etwas anstrengend, die Suche nach genau der Situation, in welcher es Kirn hätte klar werden müssen. Er arbeitet sein Leben auf, die guten und auch die schlechten Zeiten. Mal gibt es nette und gute Gespräche und dann sind wir wieder in der Realität und immer wieder ist da die Frage auch für den Leser: würde ich einen Hochstapler erkennen?

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  • Bücher gegen Rezensionen: Plündert das LovelyBooks Bücherregal!

    After passion
    TinaLiest

    TinaLiest

    Wir räumen unser Bücherregal! Ihr kennt das doch sicher: Das Regal quillt über, aber irgendwie möchten trotzdem immer mehr neue Bücher zwischen die Regalbretter gesteckt werden. Auch bei uns im Büro steht ein Bücherregal, das nur so überquillt vor tollem Lesestoff, der viel zu schade dafür ist, nicht gelesen zu werden. Deshalb haben wir unser Bücherregal ausgeräumt und möchten euch mit den Schätzen, die wir dort gefunden haben, glücklich machen! So funktioniert's: Stöbert durch die verschiedenen Genres und Bücher, die wir in den Unterthemen aufgeführt haben. Wenn ihr Bücher entdeckt, die ihr gerne lesen und rezensieren möchtet, schreibt uns im passenden Unterthema einen Beitrag mit dem Titel/den Titeln aus dem entsprechenden Genre und seid automatisch bei der Verlosung dabei. Ihr könnt euch selbstverständlich für mehrere Bücher in mehreren Genres bewerben - bitte schreibt dafür aber für jedes Genre einen extra Beitrag, in dem ihr dann auch mehrere Titel aus einem Genre auflisten dürft! Am Donnerstag, dem 18. Juni, losen wir aus, wer von euch welches Buch bzw. welche Bücher gewinnt und teilen euch die Gewinner hier in den jeweiligen Unterthemen mit. Solltet ihr gewinnen, verpflichtet ihr euch, bis zum 2. August 2015 eine Rezension bei LovelyBooks zu allen Büchern, die ihr gewonnen habt, zu schreiben. Postet die Links zu euren Rezensionen bitte ins zugehörige Unterthema in dieser Aktion! Bitte beachtet, dass es sich bei den Büchern auch um Leseexemplare handeln kann! Wenn ihr Fragen zum Ablauf oder zur Aktion allgemein habt, stellt diese bitte im Unterthema "Fragen zur Aktion"! Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid und uns unsere Bücher abnehmt & wünschen euch viel Spaß beim Stöbern! ;)

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    • 4789
  • Die wahre Geschichte eines Meisterhochstaplers

    Blut will reden
    Babscha

    Babscha

    Das Buch erzählt die Geschichte von Christian Gerhartsreiter, den eine Jury in Los Angeles 2013 wegen Mordes, begangen am Sohn seiner Vermieter Mitte der 80er Jahre, zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Indizienprozess setzt den Schlusspunkt unter die nahezu unglaubliche Geschichte eines narzisstisch gestörten Mannes mit krankhafter Geltungssucht, der gerade mal achtzehn Jahre alt aus seinem bayerischen Heimatdorf Richtung Amerika ausbricht. Eloquent und wortgewandt gelingt es ihm dort tatsächlich, in einem sagenhaften Gespinst aus Lügen und Täuschungsmanövern und unter Verwendung verschiedenster Namen und Identitäten Fuß zu fassen und als selbsternannter künstlerisch beschlagener Schöngeist bzw. Sproß aus (Geld)adelsgeschlechtern so ziemlich alle von ihm strategisch ausgewählten und kontaktierten Mitmenschen zu seinem eigenen Vorteil auszutricksen. Einschließlich diverser Partnerinnen, die bereitwillig den Broterwerb für ihn übernehmen, so dass ihm ausreichend unbeschwerte Zeit für seine intriganten Ziele zur Verfügung steht. Bis man nach langen Jahren über die mehr oder weniger zufällig aufgedeckte Mordgeschichte auf ihn aufmerksam wird und alles auffliegt. Eine der getäuschten Personen ist der Autor des Buches selbst, der Gerhartsreiter 1998 unter dem Namen "Clark Rockefeller" kennen lernt und sich dann über Jahre hinweg von ihm gängeln und ausnutzen lässt. Neben der akribischen, ureigensten Schilderung seiner Erlebnisse (die in der Vermutung gipfeln, dass er zuletzt wohl selber auf der Abschussliste des Betrügers stand) versucht er sich in seinem Buch an einer Analyse des Unbegreiflichen. Und dies nicht nur bezüglich der Person des Verurteilten, seiner inneren Struktur und seines Selbstverständnisses, sondern auch mit Blick auf die eigene Person: Wie konnte ich mich, wie so viele andere auch, offenen Auges von diesem Menschen über so lange Zeit derart unkritisch vereinnahmen und vorführen lassen? Im Endeffekt bleibt für Kirn, wie so oft bei zwischenmenschlichen Beziehungen, auch nur ein Achselzucken und der Hinweis auf die extreme Suggestiv- und Überzeugungskraft Gerhartsreiters in Verbindung mit dessen in seinem speziellen Bereich phänomenal arbeitenden Gehirns. Das Buch ist sehr interessant, spannend und in der ausgewogenen Sprache eines routinierten Schriftstellers geschrieben und beleuchtet das Ganze noch mal aus der besonderen Insiderperspektive eines unmittelbar Betroffenen. Kleiner Wermutstropfen ist nach meinem Empfinden zum einen der etwas schale Versuch einer geschickten, aber auf Dauer leicht nervigen Selbstdarstellung des Autors mit seinem ach so erfahrungsreichen und schicksalsbestimmten typischen Schriftstellerleben wie auch das wiederholte name-dropping, mit wem aus der Welt der amerikanischen celebrities er denn alles auf Du und Du ist. Am fünften Stern dieses wirklich außergewöhnlichen Buches kratzt das allerdings nicht.

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    • 3
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    07. February 2015 um 22:46
  • Böses Erwachen

    Blut will reden
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    30. July 2014 um 11:13

    Böses Erwachen Ein „Erwachen“ im zweifachen Sinne ist es, welches Kirn in seinem neuen Buch Seite für Seite, zum Teil in der Gegenwart, zum Teil in weit ausholenden Rückblicken, zum Thema setzt. Wie in „Up in the air“ findet sich auch hier, in dieser realen Geschichte, eine Hauptperson (der Autor selbst), der über zunächst längere Zeiten seines Lebens hinweg eines grundlegend nicht angeht: Sich selbst kritisch in den Blick zu nehmen. Zu reflektieren, was man da eigentlich tut, das scheint die Sache Kirns damals nicht gewesen zu sein. Sei es die Hochzeit als über 30jähriger mit einer 19jährigen, sei es sein „so dahin machen“ beruflich (natürlich spricht er immer von dem Buch, was er schreiben möchte, aber zunächst tröpfelt es journalistisch vor sich hin). Eine Haltung, die einfach lebt, was da ist, die durch die Tage träge gleitet und aus der heraus die Idee geboren wird, diesen verkrüppelten Hund nach New York zu bringen. Zwar schiebt der Mann im Buch vor, was gut machen zu wollen an diesem gelähmten Hund, doch nur er selbst merkt nicht, wie lau dieses Motiv eigentlich ist. Weg will er von der jungen schwangeren Gattin, auf Achse sein, irgendwie. Und einen echten Rockefeller natürlich treffen und kennen lernen. Denn dieser hat den Hund adoptiert. Spätestens bei der Ankunft, spätestens schon beim ersten Kennenlernen, allerspätestens aber bei der diskreten Überreichung des Schecks für die Unkosten der Reise (der nicht einmal die Hälfte der tatsächlichen Kosten deckt und auf den Namen des Kontos der Ehefrau ausgestellt ist) und der merkwürdigen inneren Unrast dieses „Clark Rockefeller“ wäre es Zeit gewesen, mal gründlicher nachzudenken. Die Zeichen auch sehen zu wollen. Das aber stellt Kirn in seiner sehr eleganten und treffsicheren Sprache nun wie beiläufig durchgehend heraus: Da will einer Zeichen nicht sehen. Will sich nicht in Frage stellen. Will nicht Schlüsse sogar ziehen müssen aus Erkenntnissen. Sondern lässt sich eben ganz ein auf diese merkwürdige Welt dieses merkwürdigen Mannes, der sich nicht nur als Hochstapler herausstellen wird, sondern noch weit dunklere Geheimnisse in seinem Leben verbirgt. „Im Verlauf der Verhandlung sollte ich noch öfter an dieses irre Wochenende denken, das mir rückblickend als der Moment erschien, in dem ich alle Hinweise klar vor Augen hatte“. Aber wer noch nicht einmal nachfragt, wenn er mit einem Taschengeld für seinen Aufwand abgespeist wird, der wird auch da nicht wirklich hinsehen wollen. „Ich hatte ihn nicht gekannt. Ich hatte alles falsch verstanden. Wenn es auch nicht der härteste Schlag für mich in den vergangenen zehn Jahren war, es war es ….derjenige, der mich am meisten aus dem Tritt brachte…….meinen Glauben an meine eigene Urteilsfähigkeit zerstörte“. Wobei dennoch dieses freundschaftliche Gefühl zu diesem hochstapelnden Auswanderer aus Deutschland sich nicht ganz verflüchtigen wird. Ein „Erwachen“ damit nicht nur im Blick auf den vermeintlichen glitzernden Freund, sondern auch und vor allem auf sich selbst und die Dumpfheit des eigenen Urteils. Dies arbeitet Kirn ganz hervorragend Seite für Seite heraus und verknüpft die innere Entwicklung mit den äußeren Ereignissen und dieser wahren Geschichte. Das liest sich gut, ohne allerdings vollends zu fesseln. Da für den Leser die Dinge nach wenigen Seiten bereits klar liegen, tauchen nur wenige Überraschungen auf, was „den Fall“ selbst angeht. Wer aber seine Freude an einem Ausloten der Figuren und einer differenzierten Erzählweise findet, dem bietet das Buch eine interessante Lektüre über Schein und Sein auf vielen Ebenen.

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  • Eine wahre Geschichte...

    Blut will reden
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    14. July 2014 um 13:34

    Die Kurzbeschreibung auf dem Umschlag: Im Sommer 1998 begibt sich Walter Kirn, ein vielversprechender junger Romanautor, auf eine ungewöhnliche Reise: Er bringt einen behinderten Jagdhund von Montana nach Manhattan – in das Apartment von Clark Rockefeller, der den Hund via Internet adoptiert hat. So beginnt eine fünfzehn Jahre währende Beziehung, die Kirn immer tiefer hineinzieht in den Sog eines reichen Sonderlings, der sich am Ende als Serienbetrüger, Kidnapper und eiskalter Mörder erweist. Denn Clark Rockefeller ist in Wahrheit weder ein Rockefeller noch ein Freund. Er ist Christian Gerhartsreiter, ein Psychopath, der seine ganze Umgebung, seine eigene Ehefrau und auch sich selbst in einem Netz aus Lügen gefangen hält. Während Kirn eine zweite Reise antritt in die Abgründe der menschlichen Seele, entdeckt er nicht nur einen Mann, den er kaum kannte – einen echten Mr. Ripley, der sich mit Mord und Maskerade seine eigene Realität erschaffen hat. Er entdeckt auch, wer auf der Liste seiner zukünftigen Opfer weit oben stand: Er selbst. Meine Meinung: Walter Kirn erzählt in einem angenehm zu lesenden, ruhigen Schreibstil über seine wahren Erlebnisse mit “Clark Rockefeller”. Ausführlich charakterisiert er den Mann, der ihn jahrelang mit seinen Lügen blenden konnte. “Der Mann war eine Zecke. Er kroch einem ins Haar, bohrte sich in die Kopfhaut und nährte sich von anderer Leute Leben.” Zitat Seite 205 Zunächst schildert er das erste Kennenlernen, es folgt schließlich die Mordverhandlung gegen “Clark” und danach analysiert Walter Kirn die Vergangenheit mittels Rückblenden und Gesprächen mit Zeugen und Menschen, die ebenfalls auf den Hochstapler hereingefallen sind. Selbstkritisch nimmt der Autor hier auch sein eigenes Leben unter die Lupe, um zu ergründen, wie es überhaupt zu dieser langjährigen Beziehung kommen konnte. Schauplätze und Nebendarsteller der Handlung wirken dabei ebenso lebendig wie der Hauptprotagonist. Die Kurzbeschreibung, der Titel und das Cover, das sehr blutig daherkommt, ließen mich mit hohen Erwartungen zu diesem Tatsachenroman greifen. Tatsächlich fand ich leider nicht so viel Spannung wie erhofft, dafür aber eine ausführlich erzählte, durchaus fesselnde Geschichte über das menschliche Miteinander. Walter Kirn beschreibt eindrucksvoll, durch welche Mechanismen unser gesunder Menschenverstand außer Kraft gesetzt wird und wie wir viel zu oft bereitwillig Lügen akzeptieren, die uns im Nachhinein so durchschaubar erscheinen. Man fragt sich unweigerlich, ob man selbst an Walters Stelle auch so gutgläubig gewesen wäre – oder ob man gar im eigenen Bekannten- oder Freundeskreis eine ähnliche Phantasiegestalt beherbergt wie Christian alias “Clark”. Fazit / Wertung: Eine fesselnde Geschichte über die ungewöhnliche “Freundschaft” zweier Männer, über das Wesen der Lüge und einen dreisten Mord, bei dem leider viele Fragen offen bleiben. 4 von 5 Sternen

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