Walter M. Miller A Canticle For Leibowitz (S.F. Masterworks)

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Inhaltsangabe zu „A Canticle For Leibowitz (S.F. Masterworks)“ von Walter M. Miller

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    A Canticle For Leibowitz (S.F. Masterworks)
    sabisteb

    sabisteb

    30. January 2013 um 11:29

    Have we no choice but to play the Phoenix in an unending sequence of rise and fall? A Canticle for Leibowitz (Lobgesang auf Leibowitz) ist ein dsytopischer Science Fiction Klassiker aus dem Jahr 1960, der in amerikanischen Schulen teilweise sogar als Schullektüre gelesen wird. Das Buch besteht eigentlich aus 3 verschiedenen Geschichten, die über einige wenige Motive miteinander verknüpft sind. 1. Fiat Homo (Es werde Mensch) Irgendwann im 26 Jahrhundert hält der siebzehnjährige Novize Francis Gerard Wache in der Wüste, vor seiner Weihe zum Mönch. Da begegnet ihm ein Einsiedler und weist ihm den Weg in einen alten Atomschutzbunker, in dem Francis Relikte des hl. Leibowitz findet, des Gründers seines Ordens. Sein Abt will ihm zunächst nicht glauben, durch diese Aktion sieht er die Kanonisierung des hl. Leibowitz gefährdet und gebietet Francis, zu schweigen. Francis wird noch 7 Vigilien halten, ehe er endlich zum Mönch geweiht wird. 2. Fiat Lux (Es werde Licht) Im Jahr 3174 kündigt sich eine zweite Renaissance an. Jahrhundertelang hat der Orden des Hl. Leibowitz das Wissen einer versunkenen Welt bewahrt als ein junger, ambitionierter und genialer Wissenschaftler, Thon Taddeo Pfardentrott, die Abteil besucht, um dieses Wissen wieder ans Licht der Welt zu befördern. Auch die Mönche haben begonnen, dieses Wissen wieder umzusetzen und experimentieren mit Elektrizität und Lichtbogenlampen. 3. Fiat Voluntas Tua (Dein Wille geschehe) Man schreibt das Jahr 3781. Die Menschheit hat erneut den Stand der Technik vor der Auslöschung und Vereinfachung erreicht und sogar noch überschritten. Es ist gelungen erste Kolonien auf fremden Planeten zu errichten, aber erneut herrscht kalter Krieg und man hat sich mit Atomwaffen gerüstet. Ein neuer Atomkrieg steht bevor, der droht, die Menschheit ein zweites Mal auszulöschen. Die Brüder des Klosters des hl. Leibowitz packen ihre Informationen auf Mikrofilm in ein Raumschiff und machen sich bereit den christlichen Glauben und das Wissen und die Geschichte der Menschheit auf einer neuen, fernen Welt zu bewahren. Ein düsteres und pessimistisches Weltbild das der Autor in diesem dystopischen Klassiker von der Menschheit malt. Nach einem Atomkrieg, einer Bücherverbrennung, einer Verdammung von Wissen, Wissenschaft, Bildung und vor allem Schrifttum, hat das Wissen nur an wenigen entlegenen Orten, vor allem im Kloster des hl Leibowitz überlebt. Gegründet von Wissenschaftlern und Gelehrten nach dem Atomkrieg, die ihre Aufgabe darin sahen, das Wissen für die Zeit zu bewahren, wenn es die Menschheit erneut danach verlangen würde. 600 Jahre später versteht kaum einer der Mönche, was er da vor sich hat. Blaupausen werden getreulich kopiert und illuminiert, die Bedeutung der Schaltkreise und der verwendeten Worte ist jedoch verloren gegangen. Wie im Mittelalter bewahren die Mönche im ersten Teil "Fiat Homo" das Wissen einer versunkenen Welt. Im zweiten Teil "Fiat Lux" jedoch, beginnt man ihnen bereits vorzuwerfen, dass sie es nicht nur bewahren, sondern verstecken. Dass sie mit ihrer Geheimniskrämerei den Wissenschaftlern das Wissen, das sie suchen, vorsätzlich vorenthalten. Der Konflikt zwischen Wissen und Wissenschaft auf der einen Seite und Glauben und Bewahren auf der anderen Seite bricht auf. Man ist nicht mehr bereit zu schätzen, was die Mönche alles opferten, um dieses Wissen zu bewahren, man wirft ihnen Geheimniskrämerei vor. In "Fiat Voluntas Tua" letztendlich geht es darum, dass die Menschen nicht aus ihren Fehlern lernen, jetzt nicht und auch in Zukunft nicht. Obwohl nach dem ersten Atomkrieg immer noch Mutanten herumlaufen und geboren werden, die ihnen täglich vor Augen halten, was Atombomben anrichten können und werden, haben die Staaten erneut aufgerüstet und bedrohen sich. Keiner ist bereit nachzugeben. Das Schlimme ist, dass dieses Buch aus dem 1960er Jahren stammt und noch so aktuell wird als wäre es gerade geschrieben worden, man merkt ihm sein Alter überhaupt nicht an. Es gibt kein Kriegsministerium, sondern nur ein Verteidigungsministerium, das erinnert bitter an die Wortschlachten, ob man nur Krieg oder eine Friedensmission in Afghanistan durchführt. Die Ironie dieses dritten Teils ist sehr bitter und zynisch. „Ignorance is king. Many would not profit by his abdiction. Many enrich themselves by means of his dark monarchy. They are his Court, and in his name they defraud und govern, enrich themselves und perpetuate their power.” Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor. Sind wir wirklich dazu verurteilt, dieselben Fehler immer und immer wieder zu machen? Wenn man sich die aktuelle Politik so anschaut, muss man leider sagen: ja. Warum nun ist dieses Buch ein Klassiker und warum kennt ihn in Deutschland kaum einer? Das Buch ist ein Klassiker, weil es auf poetische Weise, ohne zu sehr ins Fantastische abzugleiten, mit Bildern, die auch nicht Science Fiction Leser verstehen können, auf zeitlose Weise die zwei Grundprobleme unserer Zivilisation hinterfragt. Warum lernen wir nicht aus unseren Fehlern und Wissenschaft versus Glauben und Religion. Warum das Buch in Deutschland so unbekannt ist, liegt wohl zum einen in der übermäßigen Verwendung des Lateinischen. Man sollte schon ein wenig Latein können, um an diesem Buch seine Freude zu haben. Ich fragte mich, warum Latein? Warum überlebt gerade in USA Latein? Spricht da überhaupt jemand Latein, wird das da noch gelehrt? Und das gerade die katholische Kirche einen Atomkrieg überlebt, gut, in USA ist das durchaus vorstellbar, aber Latein? Insgesamt ist das Buch ein wenig schwerfällig. Die Geschichten lesen sich sehr gut. Sie sind nur lose durch einzelne Personen oder Ereignisse verbunden, das ist aber sehr geschickt gelöst und dem Autor gelingt in der letzten Geschichte sogar ein Ringschluss, indem er wieder auf die erste Geschichte des Bandes verweist. Dieser Ringschluss ist auch ein Symbol dafür, dass sich die Geschichte immer wieder im Kreis dreht und wiederholt. Ich weiß nicht wirklich, was ich von diesem Buch halten soll. Es macht nachdenklich. Es ist gut geschrieben, die Verbindungen sind der Geschichten sind elegant. Die Geschichten an sich jedoch bereits wieder sehr einfach bis trivial. Kein Meisterwerk aber doch sehr gut.

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