Walter Mayer

 4.8 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Brot und Joseph Haydn.
Walter Mayer

Lebenslauf von Walter Mayer

Walter Mayer wurde 1959 in Salzburg geboren und stammt aus einer Bäckerfamilie. Er ist gelernter Buchhändler und war nach Stationen bei »Tempo«, »Bunte« und »Prinz« viele Jahre Chefredakteur von »BZ« und »Bild am Sonntag«. Der Autor lebt in Berlin.

Alle Bücher von Walter Mayer

Brot

Brot

 (14)
Erschienen am 11.09.2017
Joseph Haydn

Joseph Haydn

 (0)
Erschienen am 30.08.2013

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Rezension zu "Brot" von Walter Mayer

Riechen ist Tasten des Herzens. (Buchzitat)
LimaKatzevor 9 Monaten

Klappentext:

„Brot riecht nach Heimkommen, Erwartetwerden. Brot riecht nach Liebe und Familie.“

Was findet man, wenn man dem Duft des Brotes folgt? Was erzählt Brot über die Menschen, die es essen, und über die Verhältnisse, in denen es gebacken wird?
Das verrät uns der Journalist Walter Mayer in dieser fein abgewogenen Mischung aus Reportage, Kulturgeschichte und Familienmemoir, die reich ist an erlesenen Fakten, Lieblingsrezepten, außergewöhnlichen Interviews und vorzüglichen Illustrationen von Alexandra Klobouk.


Inhalt und Fazit:

Brot gehört bis zum heutigen Tag zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln, doch Brot ist so viel mehr als nur ein Lebensmittel. Genau das macht der Autor Walter Mayer in seinem Buch mehr als deutlich. Brot hat eine lange Geschichte, die weit zurückreicht. Es duftet nach Geborgenheit und Wärme, weckt Heimatgefühle und Kindheitserinnerungen. Wer von uns hat nicht als Kind heimlich von der frischen und knusprigen Kruste genascht? Brot steht aber auch für Brauchtum und Tradition. Beispielsweise schenkt man neuen Nachbarn gerne Brot und Salz. Das symbolische Geschenk soll im neuen Heim vor Schaden bewahren und für Wohlstand und Wohlergehen sorgen.

Auch in der Religion kommt dem Brot immer wieder eine wichtige Bedeutung zu. Brot war in früheren Zeiten ein Symbol der Götter. So huldigten die Griechen Demeter, der Göttin für die Fruchtbarkeit der Erde und des Getreides. Wie in den meisten Ackerbaukulturen bildete das Brot auch in biblischen Zeiten das wichtigste Nahrungsmittel. Eine gute Getreideernte sicherte bei Sumerern, Ägyptern, Israeliten, Persern, Griechen und Römern das Überleben. Eine schlechte Ernte führte zu Hungersnot und Tod. In der Bibel wird Brot zudem als symbolische Nahrung verstanden, die nicht nur den Leib, sondern auch die Seele nährt und stärkt.

Heutzutage ist das industriell hergestellte Brot zu einer preiswerten und jederzeit verfügbaren Massenware geworden. Doch die Faszination des Brotbackens, sowie die Qualität und der Duft eines frisch gebackenen Brotes sind damit nicht zu ersetzen. Von den ganzen Zusatzstoffen, die bei industriell hergestellter Backware eingesetzt wird, ganz zu schweigen. Nichts ist so natürlich und gesund wie ein selbstgebackenes Brot, welches im Grunde mit ganz wenigen Zutaten auskommen kann. Doch trotz einfacher Rezeptur ist das Brotbacken eine hohe Kunst, die erst mal erlernt sein will. Und vor allem braucht man Geduld und Zeit, wie Sarah Wiener dem Autor erklärt. Die bekannte Fernsehköchin ist eine leidenschaftliche Verfechterin für eine gesunde Lebensweise. Mit ihr führte der Autor sein erstes Interview für dieses Buch und wurde prompt für eine Nachtschicht in der eigenen Bäckerei eingeladen.

Für die Suche nach dem Duft des Brotes begibt sich der Autor auf eine lange und lehrreiche Reise. Er interviewte Bäcker aus Österreich, Albanien, Marokko und Schottland. Aber er sprach auch mit dem Inhaber der umsatzstärksten Bäckereikette Deutschlands und sogar mit einem Ernährungsminister. Wie es überhaupt zu diesem Buch kam und wo ihn seine Suche nach dem Duft des Lebens letztendlich hinführte, all das und so viel mehr erfährt man in diesem wunderbaren Buch auf äußerst abwechslungsreiche Art und Weise. Der sehr lebendige Schreibstil sorgt dabei für viel Lesefreude und Kurzweil. Die Begeisterung des Autors spiegelt sich in seinen Texten komplett wider und das macht dieses Buch zu einem leidenschaftlichen Plädoyer, ja fast zu einer Liebeserklärung für ein Lebensmittel, dem gar nicht genug Wertschätzung entgegengebracht werden kann. Die äußerst gelungenen Illustrationen von Alexandra Klobouk machen ebenfalls Spaß und runden das Gesamtbild sehr schön ab. Und der hochwertige Leineneinband ist beinahe so, als wolle man dem wichtigen Inhalt des Buches und dem Brot ansich Respekt zollen.

„Brot“ ist ein hervorragend recherchiertes Sachbuch und unterhaltsamer Erfahrungsbericht zugleich. So macht die Erwerbung von neuem Wissen große Freude und prägt sich vielleicht sogar besser ein. Ich denke, ich kann versprechen: Selbst wer noch nie ein Brot gebacken hat, bekommt spätestens am Ende des Buches große Lust dazu. Sehr gerne empfehle ich diese Lektüre weiter und vergebe bei so vielen Vorzügen die wohlverdienten fünf Sterne.

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Rezension zu "Brot" von Walter Mayer

Eine Liebeserklärung an das Brot
peedeevor 10 Monaten

Walter Mayer, geb. 1959 in Salzburg, hat sich auf die Suche nach dem Duft des Lebens begeben, dem Brot. Seine Gross- und Urgrosseltern waren Bäcker und so ist seine Liebe zum Brot quasi angeboren. Seine zweijährigen Buchrecherchen führten in u.a. nach Schottland, Albanien, Marokko oder auch in seine alte Heimat Salzburg. Das Buch gestalterisch verschönert hat Alexandra Klobouk, Kulturillustratorin und Autorin.

Erster Eindruck: Das Buch ist aussergewöhnlich schön gestaltet. Der leinenartige Einband mit dem schön gezeichneten Brot auf dem Cover, Autorenname und Buchtitel sind geprägt, ein Lesebändchen. Im Innern des Buches dominieren die Farben Schwarz und Orange. Zahlreiche schöne Illustrationen – das Buch hebt sich definitiv vom Gewohnten ab.

„Brot riecht nach Heimkommen, nach Familie und Liebe. Brot stiftet Religionen und Revolutionen – und verursacht Zöliakiepanik und Weizenwampenangst. Brot ist Grundnahrungsmittel – und essbare Sehnsucht.“ So beginnt Walter Mayer das aussergewöhnliche Sachbuch. Nun gut, es ist nicht das erste Sachbuch über Brot und es wird auch nicht das letzte sein. Aber was ist nun so aussergewöhnlich daran?
Der Autor nimmt den Leser mit zu einem Backkurs in Schottland, auf die Alp in Österreich, nach Marrakesch. Er besucht auch Bäckereien in Berlin-Kreuzberg oder seiner alten Heimat Salzburg. Er erzählt witzige Anekdoten über Brot, wie z.B. seine ersten Backversuche mit selbstgezüchteten Sauerteig oder die zehn Brotrekorde. Weiter hat er u.a. Sarah Wiener – die im gerade auf den Kopf zu sagte, dass er von Brot keine Ahnung habe – und Heiner Kamps, den „Milliardenbäcker“, interviewt. Auch die Historie des Brotes wird erzählt: Welche Bedeutung hatte das Brot früher für die Menschen – welche hat es heute? Wird heute anderes Brot gegessen als früher? Warum verkauft Israel jedes Jahr seine Getreidevorräte an einen arabischen Muslim?
Zwei interessante Fakten: 1. „Neben dem entblössten Busen ist Gebackenes das meistgemalte Motiv der Kunstgeschichte. Brüste und Brot sind die Basis unseres Begehrens“ (S. 103); 2. Ägypten ist das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Brot.
Sauerteig, Zusatzstoffe im Brot, Handwerk, Tradition, Hightech-Ofenlader, Backstrassen, Etagenofenbeschickungsmaschinen (tolles Wort, oder?) sind nur einige der in diesem Buch behandelten Stichworte.

„Alles braucht Zeit, um zu reifen. Das Brot. Das Geschäft. Der Charakter.“ (Sarah Wiener)

Das Buch hat mir sehr gefallen und ich vergebe hier sehr gerne 5 Sterne und meine Leseempfehlung für das etwas andere Brot-Sachbuch. Es ist eine wahre Liebeserklärung an das Brot.

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Rezension zu "Brot" von Walter Mayer

Interessante, lehrreiche und unterhaltende Geschichte über unser aller Brot
KerstinThvor einem Jahr

Walter Mayer formuliert den Brotduft sehr gut: „Brot reicht nach Heimkommen, Erwartetwerden. Brot riecht nach Liebe und Familie.

Die Heimat des Brotes ist wohl Ägypten. Ein gutes Brot braucht nur Mehl, Wasser und Salz. Interessant: in einem Kilo Mehl befinden sich 28.000 Weizenkörner.

Das Brot befindet sich stets im Wandel, genauso wie seine Esser. Im Mittelalter galt: je heller das Brot, desto wohlhabender sein Käufer. Heute geht die Tendenz eher zu dunklerem Brot. Am besten auch noch vegan und glutenfrei.

Gefallen hat mir folgende Aussage: durch Backöfen haben die Menschen die Möglichkeit Brot zu backen. Und wo gebacken wird, werden die Menschen sesshaft. Somit entstehen Dörfer, Märkte und Strukturen.

Walter Mayer stammt aus einer Salzburger Bäckerfamilie und liebt das Brot. Als er über das Thema Brot nachdenkt, wird ihm schnell klar, dass dies keinesfalls langweilig und trocken wie altes Brot ist. Aus seinen Überlegungen ist dieses wunderbare Buch geworden. Mit vielen Interviews und Reportagen schafft Mayer es dem Leser das Brot in all seinen Facetten näherzubringen. Neben Fakten finden wir auch immer wieder passend eingebaute witzige Stellen und vor allem kommen andere Menschen zu Wort und erzählen Walter Mayer und auch uns ihre Brotgeschichte. Und dies über die Welt verteilt. Er trifft unter anderem Sarah Wiener und Heiner Kamps. Er backt zusammen mit Bäckern in den albanischen Bergen Brot. In Marrakesch findet er nicht nur neue Brotrezepte, sondern auch eine zweite Heimat. Mayer sagt: „Jedes Brot hat eine Story.“ Während dem Lesen wird einem dies sehr bewusst. Wieso essen wir eigentlich das Brot, das wir essen?

Nach der Lektüre dieses Buch hat der Leser nicht nur Lust auf frischgebackenes Brot (Rezepte innenliegend), sondern kennt die Herkunft und Entwicklung des Brotes. Weiß wie sich der Brotofen entwickelte und wie er funktioniert und wie das Mehl in unsere Küchen kommt. Sogar die Kunst interessiert sich für Brot!

Walter Mayer behandelt nicht nur die schönen Seiten der Brotwirtschaft. Er zeigt auch die Schattenseiten auf. Zum Beispiel werfen wir in Deutschland jährlich 500.000 Tonnen Brot in den Müll. Dieses Brot wird als neues Heizmittel gehandelt, doch bis jetzt ist dies nicht der Fall. In Deutschland schließen immer mehr Bäckerei, um genau zu sein: jede Woche eine. Warum? Weil alle nur noch günstiges Brot wollen und dieses im Supermarkt oder beim Discounter kaufen und dieses von großen Ketten stammt. Diese Brote haben leider nie Bäckerhände gespürt.

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Sachbuch. Dennoch war die Lektüre zu keiner Zeit trocken. Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen und habe es an einem Nachmittag/Abend durchgelesen. Mayers Schreibstil ist sehr angenehm und er schreibt leicht verständlich. Fakten werden durch persönliche Geschichten oder witzige Einschübe ergänzt. Die Illustrationen von Alexandra Klobouk sind gelungen und untermauern den Text ganz wunderbar. Auch in diesen Illustrationen findet sich gern mal ein bisschen Witz. ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen. Man bereut die Lektüre keineswegs.

Ich vergebe für dieses Buch volle fünf von fünf Sternen, da es mich sehr gegeistert hat und es mir sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

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Eine Liebeserklärung an das Brot

Brot riecht nach Heimkommen, nach Familie und Liebe. Brot stiftet Religionen und Revolutionen – und verursacht Zöliakiepanik und Weizenwampenangst. Brot ist Grundnahrungsmittel – und essbare Sehnsucht. Was erzählt Brot über die Menschen, die es essen, und über die Verhältnisse, in denen es gebacken wird? Was findet man, wenn man dem Duft des Brotes folgt?

Diesen Fragen geht Walter Mayer in seinem Buch Brot. Auf der Suche nach dem Duft des Lebens nach. Er schreibt über Gluten und gierige Saatgutkonzerne, über liebevoll gehegte Sauerteigkulturen und die wundersame Brotvermehrung im Neuen Testament. Er fährt zu Bäckerinnen und Bäckern in die Berge von Albanien, in die Medina von Marrakesch, in die moorige Landschaft um Edinburgh und in die österreichischen Alpen. Und am Ende führt ihn seine Entdeckungsreise in die Küche seiner Mutter, der Bäckerstochter – immer auf der Suche nach dem Duft des Lebens. Aber schaut doch einfach, was der Autor selbst über sein Buch erzählt:


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»Walter Mayers Buch Brot. Auf der Suche nach dem Duft des Lebens ist eine Ode an dieses Lebensmittel.« ZEIT Magazin

Das klingt gut? Dann schaut mal in unsere Leseprobe »


Walter Mayer hat eine fein abgewogene Mischung aus Reportage, Kulturgeschichte und Familienmemoir geschrieben. Wenn Ihr Lust habt, diese wunderbar illustrierte Liebeserklärung an das Brot zu gewinnen, bewerbt Euch bis zum 20. September über den »Jetzt bewerben«-Button und beantwortet uns folgende Frage:

Was verbindet Ihr mit dem Duft von Brot?


PS: Um über alle Leserunden und Buchverlosungen aus dem Insel Verlag auf dem Laufenden zu bleiben, schaut mal hier vorbei ...

Über den Autor: Walter Mayer wurde 1959 in Salzburg geboren und stammt aus einer Bäckerfamilie. Er ist gelernter Buchhändler und war nach Stationen bei »Tempo«, »Bunte« und »Prinz« viele Jahre Chefredakteur von »BZ« und »Bild am Sonntag«. Der Autor lebt in Berlin.



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