Der Schrecksenmeister

von Walter Moers 
4,3 Sterne bei1,093 Bewertungen
Der Schrecksenmeister
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (930):
Scholus avatar

gut und flüssig zu lesen, sehr niedlich ;o) (und besser als "die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär")

Kritisch (22):
Sam_Lichtenbergs avatar

abgebrochen

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Inhaltsangabe zu "Der Schrecksenmeister"

In Sledwaya, der Stadt, in der 'das Gesunde krank und das Kranke gesund' ist, spielt der neue Roman des zamonischen Großschriftstellers Hildegunst von Mythenmetz. Er handelt von der Auseinandersetzung zwischen Echo, dem hochbegabten Krätzchen, und Succubius Eißpin, dem furchtbaren Schrecksenmeister Sledwayas, der Faust und Mephisto in einer Person zu verkörpern scheint. Dieser lässt nichts unversucht, um sich mittels der Alchimie zum Herrn über Leben und Tod aufzuschwingen – und dazu braucht er nichts notwendiger als das Fett von Echo, der gezwungen ist, einen teuflischen Vertrag mit Eißpin abzuschließen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492253772
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.04.2009
Teil 4 der Reihe "Zamonien"
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.07.2008 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Fernweh_nach_Zamoniens avatar
    Fernweh_nach_Zamonienvor einem Jahr
    Kurzmeinung: wie immer fantasievoll und wunderschön illustriert - leider hat mich die Geschichte nicht mitgerissen
    ein zamonisches Märchen

    Inhalt:

    In Sledwaya, der ungesündesten Stadt Zamoniens, ist Echo, das hochbegabte Krätzchen, nach dem Tod seines Frauchens in allergrößte Schwierigkeiten geraten. Er ist gezwungen, mit dem Schrecksenmeister Succubius Eißpin einen verhängnisvollen Vertrag zu schließen. Dieser gibt Eißpin das Recht, die Kratze beim nächsten Vollmond zu töten und ihr das Fett auszukochen. Als Gegenleistung muss Eißpin Echo bis dahin auf höchstem kulinarischen Niveau durchfüttern. Doch der Schrecksenmeister Eißpin hat nicht mit dem Überlebenswillen und dem Erfindungsreichtum des Krätzchens gerechnet – vor allem nicht mit dessen neuen Freunden, den Grübelnden Eiern und dem Goldenen Eichhörnchen, Fjodor F. Fjodor, dem Einäugigen Schuhu und dem Gekochten Gespenst und vor allem Inazea Anazazi, der letzten Schreckse von Sledwaya.


    Fazit:

    Die Der Schrecksenmeister ist mein fünfter Zamonienroman von Walter Moers.

    Auch hier gibt es fantasievolle Illustrationen, verschiedenste Schriftarten, Abenteuer, Humor und jede Menge Wortwitz. Die Geschichte hat mich diesmal aber nicht ganz überzeugt. Stellenweise ist sie sehr langatmig.

    Daher gibt es auch nur vier von fünf Sternen.

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    Aglayas avatar
    Aglayavor einem Jahr
    Stellenweise etwas zäh

    Der Schrecksenmeister Eißpin rettet das Krätzchen Echo vor dem Verhungern, verabredet aber vertraglich, Echo dafür nach einen Monat für ein Experiment töten zu dürfen. Mit aller Kraft versucht Echo, doch noch ein Schlupfloch aus dem Vertrag zu finden und sein Leben zu retten…

    "Der Schrecksenmeister" ist Teil der "Zamonien"-Reihe von Walter Moers, steht aber mit seiner in sich abgeschlossenen Handlung alleine, Vorkenntnisse sind daher zum Verständnis nicht nötig. Was allerdings zur Lektüre nötig ist sind Geduld und Ausdauer. Kaum eine Seite vergeht, in der Walter Moers nicht ein neues Wort schafft oder eine neue Spezies beschreibt, sodass ich bei der Lektüre immer wieder ins Stocken geriet und die Abschnitte mehrfach lesen musste, um alles zu verstehen. Das kann durchaus unterhaltsam sein, wird aber auch schnell zäh, so bei Fjodor F. Fjodors Buchstabendrehern.

    Die Geschichte wird aus der Sicht des Krätzchens Echo erzählt, in der dritten Person in der Vergangenheit. Die Figuren, inklusive dem Protagonisten Echo, blieben leider ziemlich blass, sodass ich nicht wirklich mit Echo mitfiebern konnte, ob es ihm nun gelingen würde, sein Leben zu retten. Die Handlung ist nicht besonders geradelinig aufgebaut, sondern plätschert mal hierhin und mal dorthin, wo es dem Autor (und seinen Figuren) gerade passt (wer die "Zamonien"-Reihe bereits kennt, dem wird sicher die Mythenmetz'sche Abschweifung ein Begriff sein…). So erscheint das Buch eher wie eine willkürliche Aufzählung einzelner skurriler Anekdoten als wie eine durchgehende Geschichte. Das Ganze hätte sich auch deutlich kürzen lassen, hier wäre zumindest teilweise weniger wohl mehr gewesen.

    Wie bei Moers so üblich, ist auch "Der Schrecksenmeister" mit unzähligen Illustrationen versehen, die dabei helfen, sich die seltsamen Zamonischen Lebewesen vorzustellen.

    Für Fans von Walter Moers ist auch "Der Schrecksenmeister" ein absolutes Must-Read. Wer den Autor und sein Zamonien noch nicht kennt, dem möchte ich das Buch nicht als Einstieg empfehlen. Sehr viele Abschweifungen und die fehlende durchgehende Handlung machen die Lektüre doch etwas zäh.


    Mein Fazit

    Stellenweise etwas zäh.

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    Lisa_Linstedts avatar
    Lisa_Linstedtvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Walter Moers der Künstler der seine eigene grandiose Fantasywelt erschaffen hat
    Jeder der auf Fantasy steht ist Walter Moers ein muss

    Spannender schreibstil. Erschafft seine eigene Welt und begeisert jedesmal aufs neue.
    Jeder der Fantasy Bücher liebt ist und bleibt Walter Moers seine Werke ein muss.
    Man lebt förmlich in seinen Werken mit.
    Kann ich nur sehr empfehlen.



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    kleeblatt2012s avatar
    kleeblatt2012vor 2 Jahren
    ein kulinarisches Märchen


    Echo ist ein kleines Kätzchen, dessen Besitzerin vor Kurzem gestorben ist. Nun irrt er durch die Straßen Sledwaya und steht kurz vor dem Hungertod. Der Schrecksenmeister Succubius Eißpin findet ihn und macht ihn ein Angebot, ihn zu füttern und ihm ein Zuhause zu bieten, wenn sich Echo im Gegenzug bereit erklärt, sich beim nächsten Vollmond auskochen zu lassen, damit der Schrecksenmeister an das begehrte Kratzenfett kommt. Echo ist so verzweifelt - und vor allem hungrig-, dass er sich auf den Vertrag mit dem Alchimisten einlässt. Doch je kräftiger er wird, umso mehr hängt Echo an seinem Leben.


    Bei Walter Moers Zamonien-Romanen ist jeder ein Abenteuer für sich. Die Welt, die der Autor geschaffen hat, birgt unzählige Möglichkeiten und so begeben wir uns diesmal in die krankeste Stadt Zamoniens, nach Sledwaya. Hier gibt es alle möglichen Krankheiten und fast die ganzen Bewohner der Stadt kämpfen dagegen an mit unzähligen Ärzten, Apotheken und Quacksalbern.
    Für die Krankheiten verantwortlich gemacht wird der Schrecksenmeister Eißpin. Er lebt hoch über der Stadt in einem heruntergekommenen Schloss und versetzt die Einwohner von Sledwaya in Angst und Schrecken.


    Als dieser auf den ausgehungerten Echo trifft, sieht er seine Chance gekommen, einen perfiden Plan in die Tat umzusetzen. Er füttert Echo einen Monat mit allen möglichen Geschmackserlebnissen und darf ihn dann im Gegenzug danach auskochen und ihn ausstopfen.
    Echo ist so verzweifelt, dass er mit Eißpin diesen Vertrag eingeht und ab da nimmt alles seinen Lauf zugunsten Eißpins.


    Der fließende Schreibstil des Autors macht es leicht, sofort in die Geschichte gezogen zu werden. Für mich sowieso, da ich die Zamonien-Romane des Autors einfach nur liebe. Mir gefällt der Ideenreichtum, da mit wenigen Veränderungen eines Wortes etwas völlig neues geschaffen wird.
    So wird eben aus der Katze eine Kratze und schwups kann dieses katzenähnliche Wesen alle Tier- und Menschensprachen verstehen und auch sprechen. Womit sich wieder neue Möglichkeiten ergeben.


    Mit seinen modernen Foltermethoden (er macht sich Echo zugehörig durch das Kochen erlesener Speisen) und seinem Drang zum Forschertum (Speisen neu entwerfen, in seinem Labor Tränke herstellen), wirkt der Schrecksenmeister wie eine Mischung aus Inquisitor und Alchimist aus dem Mittelalter. Nicht umsonst heißt er Schrecksenmeister, da seine Haupttätigkeit ja eigentlich darin besteht, die in Sledwaya ansässigen Schrecksen zu überwachen.


    Es macht einfach Spaß, sich in der Geschichte zu bewegen und den Weg Echos mitzuverfolgen. Alle an der Story beteiligten Charaktere passen einfach hinein und ergeben somit ein harmonisches Bild, obwohl die Geschichte ganz und gar nicht harmonisch ist.


    Es tauchen spannende Kreaturen auf, sei es eine verliebte Schreckse, ein fremdworteverdrehener Schuhu, eine schneeweiße Witwe oder fliegende Ledermäuse. Alle sind faszinierend und interessant Und ist ihre Rolle noch so klein, tragen sie doch eine Menge zur Geschichte bei.


    Das Verhalten von Echo ist nachvollziehbar, da er an der Schwelle des Todes steht und für sich keinen Ausweg sieht. Sich deshalb auf Eißpin einzulassen und den Vertrag abzuschließen, scheint seine letzte Chance zu sein, noch ein paar Tage länger zu leben. Denn so würde er auf der Straße den Hungertod sterben.
    Bis, ja bis zu dem Zeitpunkt, da er merkt, dass er doch an seinem Leben hängt und dann natürlich mit allen Mitteln versucht, sich aus dem Vertrag zu lösen. Gar nicht so einfach, denn wer Verträge mit Succubius Eißpin schließt, sollte besser das Kleingedruckte gelesen haben.


    Diese Ideen, die der Autor an den Tag legt, ziehen sich durch das ganze Buch. Und teilweise auch durch die anderen Bücher, denn es gibt immer wieder Anspielungen auf die anderen Zamonien-Romane, die bisher erschienen sind. Alle hängen irgendwie zusammen und ist jeder in sich selbst abgeschlossen.


    Und nicht nur die Geschichte ist faszinierend, sonder auch das wunderschöne Buch an sich. Allein der Einband ist ein echter Hingucker und innen finden sich unzählige Illustrationen, die vom Autor selbst gemacht sind.


    Auch das Hörbuch wurde wunderbar eingelesen von Andreas Fröhlich. Zur Rezension geht es HIER ENTLANG.


    Gerade erschien ein Video, in welchem das neue Manuskript des Autors gezeigt wird. Im August 2017 erscheint sein neuer Roman "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr" im Knaus Verlag.


    Ich freue mich jetzt schon sehr auf ein Wiederlesen mit der zamonischen Welt und bin mir sehr sicher, dass mich ein spannender, witziger und vor allem zamonischer Roman erwartet.


    Fazit:
    Echo und Eißpin - ein ungleiches Paar mit vielen Gemeinsamkeiten.

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    Amber144s avatar
    Amber144vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Leseempfehlung
    Leseempfehlung

    Mal wieder ein tolles Buch. Eine spannende und fantastische Geschichte. Jedes Mal staune ich, wie der Autor auf diese Ideen kommt. Ein toller Schreibstil und nicht mein letztes Buch des Autors

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    Nimithils avatar
    Nimithilvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine wunderschöne Erzählung, mit viel Fantasie und Spannung.
    Eine wunderschönes Buch aus der Zamonien-Welt.

    Als das Frauchen der Kratze Echo verstirbt lernt es die schlechten Seiten der Stadt Sledwaya kennen. Um sich vor den Hungertod zu retten schließt es einen Vertrag mit den Schrecksenmeister Eißpin, welcher vor allen von den Schrecksen (üben die Heilkunst aus) gemieden wird. Der Vertrag mit Meister Eißpin besagt, dass Echo beim nächsten Vollmond getötet wird und sein Fett dazu genutzt wird den Tod zu bezwingen. Wird Echo einen Ausweg aus diesen Vertrag finden?


    Der Schreibstil von Moers ist gewohnt flüssig und bildhaft. Wer bereits andere Werke aus der Zamonienreihe gelesen hat, kennt um die wundervolle, aber auch eigene Welt die Walter Moers hier aufgesetzt hat. Der Schrecksenmeister fügt sich wunderbar in dieses Bild ein und wirkt wie ein märchenhafte Erzählung. 
    Die Protagonisten sind authentisch ausgearbeitet und im Detail beschrieben. Besonders mitgefiebert habe ich mit Echo, denn durch sein Verhalten und auch die teilweise niedlichen Aspekte ist es ein wundervoll gelungener Charakter. Auch der Charakter von Eißpin geht über den eines einfach Schurken hinaus und der Leser erwartet hier viele unterschiedliche Facetten.


    Mich überwältigen die Erzählungen von Walter Moers immer wieder von neuen, denn auch in Schrecksenmeister schafft er es wieder den Leser in eine völlig neue Welt eintauchen zu lassen. Es gibt in meinen Augen nichts vergleichbares. 

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    Jashrins avatar
    Jashrinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Walther Moers wieder einmal genial...
    Einfallsreich, spannend und mit vielen Grüßen von Gottfried Keller

    Wieder einmal erzählt Hildegunst von Mythenmetz, eine längst etablierte Figur von Walter Moers, eine Geschichte. Diesmal geht es um den Schrecksenmeister Eißpin und das Krätzchen Echo. Die Geschichte spielt in der krankesten Stadt Zamoniens, in Sledwaya. Dort lebt Echo, das Krätzchen. Seit sein Frauchen gestorben ist, schlägt sich Echo mehr schlecht als recht durch.

    Er ist fast verhungert als er auf den gefürchteten Schrecksenmeister trifft. Succubius Eißpin versucht mit Hilfe der Alchemie Meister über Leben und Tod zu werden. Eine Sache jedoch fehlt ihm noch und so kommt ihm Echo gerade recht, besonders unter den gegebenen Umständen. Denn für seinen Plan fehlt ihm Kratzenfett. Krätzchen sind katzenähnliche Tiere, die jedoch alle Sprachen beherrschen, ein unglaubliches Gedächtnis haben und teils – so wie Echo – hochbegabt und intelligent sind. Und leider sind diese Tiere fast ausgestorben.

    Eißpin nutzt Echos ausweglose Lage schamlos aus und zwingt ihn zu einem teuflischen Vertrag. Im Laufe des nächsten Mondes wird er dem Krätzchen die köstlichsten Speisen auftischen, ihn kugelrund füttern, für seine Unterhaltung sorgen und ihn mit seiner Alchemie vertraut machen, im Gegenzug dafür erhält er nach Ablauf des Mondes das Fett des Krätzchens, was für Echo den Tod bedeutet. Da Echo jedoch nur die Wahl bleibt innerhalb weniger Tage qualvoll zu verhungern oder nach einem Monat kurz und hoffentlich schmerzlos das Zeitliche zu segnen, schließt er diesen Vertrag ab.

    Auf dem Schloss angekommen eröffnet sich Echo kulinarisch eine neue Welt. Doch stets schwebt der Gedanke an die ständig fortschreitende Zeit über allem. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Echo versucht sein Schicksal zu wenden. Hilfreich stehen ihm dabei Fjodor F. Fjodor und Izanuela beiseite.

    Walter Moers gelingt es wieder einmal ein wortgewaltiges und mit einem ganz eigenen Humor ausgestattetes Werk vorzulegen. Sein Stil ist unverwechselbar und der Roman ist ebenso wie viele andere Werke aus seiner Feder mit vielen detailreichen Zeichnungen versehen, die allein schon eine Empfehlung wert wären.

    Besonders spannend dürfte das Buch für all diejenigen sein, die Gottfried Kellers Novelle „Spiegel, das Kätzchen“ kennen. So lässt sich nicht nur die Geschichte der Novelle wiedererkennen, auch die Namen der Protagonisten haben viel Ähnlichkeit. Selbst mit dem Namen des Autors der Novelle spielt Walter Moers. In seinem Roman erwähnt der angebliche Autor Hildegunst von Mythenmetz, dass es sich um eine Nacherzählung einer Geschichte von Gofid Letterkerl handele. Ändert man die Buchstabenreihenfolge in diesem Namen, so erhält man Gottfried Keller. So ist es diesmal im Verglich zu anderen Geschichten auch so, dass Hildegunst von Mythemetz die Geschichte nicht immer durch eigene Anmerkungen unterbricht, sondern lediglich erzählt. Wer die erste Seite des Buches – noch vor dem Impressum – überblättert, dem wird vermutlich nichtmals bewusst sein, dass Hildegunst überhaupt erwähnt wird.

    Mein Fazit: Ein Roman, der mit zahlreichen unvorhersehbaren Wendungen gespickt ist und der zu jeder Zeit Spaß macht. Die Verbindung zu Gottfried Keller ist für mich das i-Tüpfelchen und bringt dem Buch 5 Sterne ein, selbst wenn für mich andere Bücher von Walther Moers noch ein klein wenig besser waren.

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    readingforhoursvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das ultimative Buch für Fantasy-Liebhaber! Einfach fantastisch!
    Großartig


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    Zeilenendes avatar
    Zeilenendevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderbarer Ritt durch Fantasy, Küche und Philosophie. Nicht der beste Moers, aber ein guter.
    Küche trifft Schrecken

    Klappentext

    In Sledwaya, der ungesündesten Stadt Zamoniens, ist Echo, das hochbegabte Krätzchen, nach dem Tod seines Frauchens in allergrößte Schwierigkeiten geraten. Er ist gezwungen, mit dem Schrecksenmeister Succubius Eißpin einen verhängnisvollen Vertrag zu schließen. Dieser gibt Eißpin das Recht, die Kratze beim nächsten Vollmond zu töten und ihr das Fett auszukochen. Als Gegenleistung muss Eißpin Echo bis dahin auf höchstem kulinarischen Niveau durchfüttern. Doch der Schrecksenmeister Eißpin hat nicht mit dem Überlebenswillen und dem Erfindungsreichtum des Krätzchens gerechnet – vor allem nicht mit dessen neuen Freunden, den Grübelnden Eiern und dem Goldenen Eichhörnchen, Fjodor F. Fjodor, dem Einäugigen Schuhu und dem Gekochten Gespenst und vor allem Inazea Anazazi, der letzten Schreckse von Sledwaya.


    Stil

    Moers ist Fantasyautor, aber nimmt das Genre nicht ernst. Er schreibt aber auch keine Fantasy-Parodie, denn seine fantastische Geschichte nimmt er durchaus ernst. Was das bedeutet, führt er gleich zu Beginn des Buches vor und charakterisiert den Schrecksenmeister Eißpin als ein Wesen direkt aus der Hölle, vielleicht sogar als Höllenfürsten persönlich. Dies tut er so ausufernd, in seinen Formulierungen schwelgend, dass man Eißpin als Bösewicht nicht ernst nehmen kann. Und diese Frage zieht sich durch das gesamte Buch: Meint Moers es ernst mit Eißpin als Schurke?

    Die Sache mit den Schwelgereien ist so eine Sache (sic!). Funktional eingesetzt sind sie ein gelungener ironischer Bruch mit dem Genre. Moers setzt es aber einmal zu häufig ein, die Schwelgerei ist das bezeichnende erzählerische Merkmal, wenn es um Eißpin geht. Moers ergeht sich in der Beschreibung von Eißpins Charakter immer wieder in endlos langen Aufzählungen. Sie machen den Schrecksenmeister aus und werden mit der Zeit anstrengend. Im Unterschied zur mythenmetzschen Abschweifung, mit der Moers von Hölzchen auf Stöckchen kommt und von der ich ein großer Fan bin, bleibt er in seinen Aufzählungen beim Thema und bei aller Lust am Spiel mit Worten, wird er damit streckenweise ermüdend.

    Der Schrecksenmeister Eißpin ist dennoch eine faszinierende Figur. Begegnet er uns in seinem ersten Auftritt als archetypischer Bösewicht, der das arme Krätzchen Echo und seine missliche Lage ausnutzen will, wird er zum fürsorglichen Beschützer, zum beinahe liebenswerten Gesellen. Dann wieder zum grausamen Alchimisten. Eißpin ist völlig verrückt, das macht die Figur zur reizvollsten des Buches: Er tötet aus Sammelleidenschaft und malt Katastrophenbilder, andererseits kocht er mit so viel Liebe und Herzblut, dass man glaubt, einen anderen Eißpin zu erleben: In der Küche ist er fürsorglich, bemüht, ein exzellenter Gastgeber. Das, was er tut, alchimistische Prozesse steuern, bleibt gleich, aber im Labor ist er unheimlich, am Herd liebenswert.

    Die Charakterisierung macht deutlich: Er ist absolut irre. Aber er hat einen Plan abseits von seinem Interesse am Kratzenfett. Genau genommen hat er zwei Pläne. Den einen verrät der Erzähler ganz lapidar nach nicht einmal 100 Seiten, statt auf den großen Showdown am Ende zu warten, wo der Schurke die ganze Boshaftigkeit seines Plans selbst erläutern darf. Denkt man als Leser. Aber Moers führt uns in die Irre und präsentiert auf den letzten Seiten einfach einen weiteren irren Plan des Schrecksenmeisters und bricht das Bild des prototypischen Bösewichts erneut.

    Immer wieder enthält das Buch Anspielungen und Bezüge auf kulturelle Traditionen und Praktiken. Sehr anschaulich wird das in einem Kapitel, das der Weinverkostung gewidmet ist. Einerseits hat Moers sich hier unübersehbar an Faust I, der Szene in Auerbachs Keller, bedient, andererseits macht er sich gnadenlos lustig über so manche Praktik bei einer Weinverkostung, die den Wein als Krone der Schöpfung und dessen Verkostung wissenschaftliche Disziplin zelebriert, die man ohne immenses Hintergrundwissen gar nicht zu schätzen wissen kann.

     

    Philosophereien

    Damit nicht genug der Anspielungen. Auch wenn man es kaum glauben mag, enthält „Der Schrecksenmeister“ doch einiges an philosophischen Stücken. Eißpin bewundert die Urgewalt der Natur und theoretisiert darüber. Er klingt dabei fast wie Nietzsche oder Schopenhauer, wenn diese über den Willen räsonieren. Seine Theorien sind Schopenhauer näher, seine Formulierungen Nietzsche. Auch bei Eißpin glaubt man, den Wahnsinn durch die Worte hindurch schimmern zu sehen.

    Wenn Eißpin Nietzsche ist, dann ist Fjodor F. Fjodor mindestens ein ausgeprägter Empirist, vielleicht sogar eine Anspielung auf Ludwig Wittgenstein. Er glaubt nur an das, was er sieht und an wissenschaftliche Erkenntnis. Er ist ein wenig verpeilt, macht sich über Echos Unwissenheit lustig und hat eine ausgeprägte Allergie gegen Aberglauben, den er Echo auszutreiben gedenkt. Das macht ihn zu einer unheimlich lustigen Figur, wenn er die Existenz des Mann im Mond vehement leugnet, andererseits aber in einer Welt der Alchimie und Zaubertränke lebt, es für ganz natürlich hält, dass es so etwas wie Magie gibt. Er wirkt ein wenig wie aus unserer Welt, aber zugleich ist er voll in der magischen Welt Zamoniens zu Hause.

    Damit nicht genug, spielt Moers auch noch mit einem der populärsten Gedankenexperimente der neueren philosophischen Diskussion. Thomas Nagel hat sich einmal die Frage gestellt, wie es wohl sei, eine Fledermaus zu sein und kommt zu dem Ergebnis, er könne sich nur vorstellen, wie es für ihn als Mensch sei, plötzlich eine Fledermaus zu sein. Echo wird im Laufe der Geschichte in eine Ledermaus verwandelt (Wahlspruch: Niemand versteht die Ledermäuse, nicht einmal die Ledermäuse.) Plötzlich ist für ihn alles klar und eindeutig, er weiß, wie sich eine Ledermaus verhält, auch wenn er es selbst als Ledermaus nicht versteht. Aber er schafft es nicht, seine Erfahrungen wieder mit in sein Kratzendasein zu nehmen: Er versteht die Ledermäuse doppelt nicht, weder ihr Verhalten noch ihr Unverständnis dem eigenen Verhalten gegenüber.

    Im Rückblick auf Echos zahlreiche Verwandlungserfahrungen kommt schließlich Descartes in Spiel und Echo muss sich die Frage stellen, ob er all seine Verwandlungen wirklich erlebt hat oder nur geträumt, woran er die Zustände unterscheiden könne und schließlich auch, ob sie überhaupt Bedeutung haben.

     

    Konstellationen und Fazit

    Moers bedient sich in „Der Schrecksenmeister“ an allem, was die Tradition hergibt. Erwähnenswert ist auch die Konstellation der Unterstützer: Spielt am Anfang des Buches der Schuhu Fjodor noch eine große Rolle, verschwindet er im Laufe der Geschichte ebenso wie das gekochte Gespenst, während die im Klappentext angekündigte Izanea erst in der zweiten Hälfte des Buches eingeführt wird. Auch hier bedient er sich typischer Erzählschemata des Fantasy-Romans, allerdings gelingt es ihm nicht, dieses Schema ironisch zu brechen und gibt den Ausschlag, „Den Schrecksenmeister“ zu einem Fantasyroman zu erklären und nicht zu einer Persiflage des Genres.

    Insgesamt betrachtet haben wir damit einen typischen Moers: Liebe zur Sprache, ausufernden Formulierungen, eine abgedrehte, groteske Geschichte mit merkwürdigen Entwicklungen. Es ist nicht sein bestes Buch, die ein oder andere mythenmetzsche Abschweifung statt der endlosen Aufzählungen hätte ihm gut getan. Auch aus der Konstellation, dass Moers offiziell als Übersetzer von Hildegunst von Mythenmetz auftritt, schlägt er kein Kapital: Anders als in anderen Büchern gibt es im Schrecksenmeister nur den Erzähler, die Meta-Ebene, die der Übersetzer sonst übernimmt, fehlt komplett.

    Das macht das Buch aber nicht schlecht, denn reichhaltig genug ist es, seien es die Anspielungen auf bedeutende Werke der Literaturgeschichte oder die Auseinandersetzung mit philosophischen Ideen. Gerade in Letzterem ist Moers meisterlich, denn niemand muss Angst vor verwickelten Argumentationen haben. Die angesprochenen Theorien und Haltungen Nietzsches und co. werden gänzlich en passant vermittelt. Wer nicht weiß, worauf Moers an den Stellen anspielt, weiß gar nicht, dass er eine kleine Lektion in Philosophiegeschichte bekommt. Jedem, der schon einmal etwas von Walter Moers gelesen hat, rate ich deshalb zur Lektüre. Wer von ihm noch nichts gelesen hat, sollte es aber vielleicht erst einmal mit seinem Kapitän Blaubär, „Ensel und Krete“ oder natürlich der „Stadt der träumenden Bücher“ versuchen.

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    mondyvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Walter Moers in Bestform!
    Spiegel, das Kätzchen, in Zamonien

    Ich habe vorher "Spiegel, das Kätzchen" gelesen und fand es sehr interessant, die beiden Geschichten zu vergleichen. Sehr witzig fand ich, dass Moers Gottfried Keller direkt erwähnt, allerdings mit umgestellten Buchstaben (Gofig Letterkerl). Auch die Charaktere beziehen sich direkt auf die Novelle von G.K. (Eißpin statt Pineiß, Echo statt Spiegel, ...). Es lohnt sich auf jeden Fall, die Novelle vorher zu lesen, es macht wirklich Spaß, immer wieder Überschneidungen zu entdecken.
    Natürlich hat Moers noch einige "Gutzele" hinzugefügt. Von Vampiren über weiße Witwen bis zu Liebestränken ist alles geboten.
    Den Schrecksenmeister habe ich als sehr zwiespältige Person empfunden, was ich sehr gut fand, da er nicht einfach als "das Böse" hingestellt wurde. Auch er hat seine Vergangenheit und wurde dadurch zu dem, was er jetzt ist. Natürlich ist er total verrückt, aber das macht die Charaktere von Moers ja so ungemein interessant.
    Ich habe mich immer wieder über die verschiedenen Tiere und Wesen in dem Buch gefreut und auch die Räume und Schauplätze haben mir wieder sehr gut gefallen. 
    Alles in allem hatte ich mit dieser Geschichte einen Riesenspaß und hoffe, dass er bald wieder eine neue herausbringt!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    sarah_elises avatar
    Endlich! Ende Oktober kommt ein neues Buch für alle Freunde von Walter Moers fantastischem Kontinent Zamonien heraus.

    Unter dem Titel "Zamonien" bildet das Lexikon jedoch kein sprödes Nachschlagewerk sondern eine abenteuerliche Entdeckungsreise durch Zamonien für Anfänger, Fortgeschrittene und alle, die es noch werden wollen! Hier erfahrt ihr alles, was ihr schon immer mal über Zamonien, seine Bewohner, lebende Bücher und Phänomene wie den Bollogkopf wissen wolltet!
    Das Buch ist voll mit beeindruckenden Illustrationen und 150 liebevoll gestalteten Artikeln. 
    Hat von euch schon jemand einen Blick auf das Buch werfen können? Worauf freut ihr euch am meisten? Gibt es Fragen, die ihr euch bei Lesen der Walter Moers Bücher schon immer gestellt habt und von denen ihr hofft, dass sie endlich beantwortet werden? Und wer ist/war euer Lieblingsheld, über den ihr nun hoffentlich noch mehr erfahrt?
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