Walter Morgenthaler

 3,8 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Martin Salander, Blutdruckmessungen an Geisteskranken und weiteren Büchern.

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Cover des Buches Martin Salander (ISBN: 9783312003266)Sariis avatar

Rezension zu "Martin Salander" von Walter Morgenthaler

Rezension zu "Martin Salander" von Gottfried Keller
Sariivor 11 Jahren

Der Roman „Martin Salander“ von Gottfried Keller (1886) beschäftigt sich mit einem Ausschnitt aus dem Leben des Geschäftmannes Martin Salander. Dieser kehrt nach einer langen Reise von Brasilien, nach einigen Jahren, in sein Heimatdorf mit schlechten Nachrichten zurück. Seine Familie , Frau Marie, die Töchter Netti und Setti sowie Sohn Arnold, freuen sich schon sehr auf seine Rückkehr und hoffen, dass seine Ankunft bessere Zeiten verspricht. Denn Frau Salander musste schon Schulden aufnehmen, um das Leben aufrecht erhalten zu können. Die Kinder haben ihren Vater noch nie wirklich kennen gelernt, besonders Sohn Arnold kann sich kaum noch an jenen erinnern.
Der Vater kommt jedoch mit schlechten Nachrichten, da er in Brasilien um sein gesamtes Vermögen betrogen wurde und alle Arbeit nun umsonst war. Dieser Betrug wurde nun schon zum zweiten Mal von seinem Jugendfreund Louis Wohlwend vollzogen. Salander muss nun wieder von vorne anfangen.
All dies ist nicht genug, denn die beiden Töchter haben sich in zwei jüngere Burschen verliebt (ebenfalls ein Zwillingspärchen), diese Liebe ist der Familie Salander ein Dorn im Auge und wird erst später in Erfüllung gehen. Die Zustimmung zu der Heirat erfolgt erst nachdem sich Isidor und Julian weiterentwickelt haben. Beide schlugen eine politische Karriere ein und wurden Juristen. Genau jene Stellung lässt die Hochzeit beider Pärchen zu einer politischen Hochzeit werden und stellt den Wendepunkt im Leben der Geschwister. Beide vorher unzertrennlich und an das Elternhaus gebunden sind „verschollen“, selbst der Kontakt der Geschwister untereinander bricht ab. Die betrügerischen Machenschaften der Brüder führen zu dem Bruch der Ehe und lassen beide im Zuchthaus enden. Herr Salander scheint auch zum dritten Mal in die Hände des Herrn Wohlwend zugelangen, da jener versucht Salander mit seiner schönen Schwägerin zu locken. Trotz all dieser schicksalhaften Umstände gibt es noch Hoffnung, diese wird durch Arnold Salander verkörpert. Arnold war viele Jahre im Ausland und hat sich dort dem studieren gewidmet und viele Erfahrungen gesammelt, die ihn sehr geprägt haben. Nach seiner Rückkehr teilen Vater und Sohn viele Ansichten miteinander, welche ihm bei der Übernahme des Geschäfts des Vaters helfen sollen. Eine andere Besonderheit hat Arnold jedoch aus Brasilien mitgebracht- verschwundene Papiere bezüglich des Verfahrens gegen Wohlwend. Mit Hilfe dieser Papiere fliegt der Versuch Wohlwends auf Salander an sich zu binden.

Insgesamt betrachtet ist der Roman sehr politisch und gesellschaftskritisch angehaucht. Trotz der vielen Jahre, welche der Roman bereits hinter sich gebracht hat, verliert dieser nicht an Akutalität. Jene skrupellosen Personen existieren, leider zu Unmengen, in der heutigen Gesellschaft. Peter Bichsel, welcher ein Nachwort zu dem Roman geschrieben hat, schreibt sehr treffend: „Denn, wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“. Das Nachwort befindet sich im Anhang im Roman und ist ebenfalls sehr lesenswert, da es sehr treffend formuliert ist.
Mir persönlich hat die Geschichte des Martin Salanders am Anfang nicht gut gefallen. Vieles deutete in meinen Augen auf eine langweilige und zähe Story hin, was ich jedoch zurücknehmen muss. Besonders die Geschichte von Netti und Setti und deren Folgen waren sehr spannend. Die Sprache Kellers war angenehm zu lesen. Fazit: ein „alter“ Roman mit aktuellen Züge und lesenswert, aber anfänglich etwas schleppend.

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